Sind die Tage von Radio Seefunk gezählt?


s.matze

Gesperrter Benutzer
Ich werde auch nie verstehen, warum man solche Namen und Marken wie Radio Ostallgäu, Radio Oberallgäu oder Radio Lindau aufgegeben hat für sowas nichtssagendes wie "Das neue RSA".
 

Radiocat

Benutzer
So etwas verstehe ich tatsächlich auch nicht. Gut, die Zusammenlegung gab es, da Lindau und Kaufbeuren nicht wirtschaftlich zu betreiben waren. Kaufbeuren war ja schon relativ früh zum ersten Mal pleite, bevor ein Bauunternehmer einstieg. Es sind eben einfach dünn besiedelte Gebiete und so viele Menschen leben dort auch nicht. Radio Lindau hatte in den Anfangsjahren über 50% seiner technischen Reichweite im Ausland. (Vorarlberg, Ostschweiz) Das heutige Seefunk ist ja auch durch Zusammenlegung zweier Sendegebiete (Bodensee und Hochrhein) entstanden. Dann kam noch die Erweiterungen Richtung Donau/Oberschwaben dazu. Letztendlich ist das Sendegebiet so heterogen und zwischen Lörrach und Leutkirch noch eine Verbindung zu suchen, ist echt ein Kraftakt. Ein "Lokal"sender kann das ja überhaupt nicht mehr sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

RadioHead

Benutzer
Es gab damals Radio Allgäu, Radio Session, Neue Welle Ostallgäu, Radio Föhn, Radio Holiday und Radio Lindau - oft im Timesharing-Verfahren mehrere Anbieter auf einer Frequenz. Weil sich das noch nie irgendwo gerechnet hat, hat man halt einen Sender draus gemacht und das Sendegebiet ausgeweitet, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. RSA steht in diesem Fall ja für Radio Session Allgäu. Anderenorts hat man ja auch aus Radio Regional und Radio T.O.N. (später auch Radio 7 Ostalb / Radio Komma 1 und zeitweise sogar Neckar-Alb-Radio) einen Sender gemacht, das Timesharing-Verfahren aus Radio Primavera, Anbietergemeinschaft Radio Aktuell (ARA) und Welle Untermain in Aschaffenburg aufgegeben und ich trauere auch immer noch den Bayernwelle Südost-Vorgängern nach (Radio Chiemgau), aber so ist es halt nun mal. Viele kleine Mini-Sender rechnen sich betriebswirtschaftlich halt nicht. Die Lokalsender in BW sind auch alles keine Lokalsender mehr, waren sie ab 1994 (hier und da schon 1992) noch nie. Das sind einstige Regionalsender, die ihr Sendegebiet allesamt ausgeweitet haben (die neue welle z.B.). Und anderswo haben sich mehrere Regionalsender zu großen Bereichssendern zusammengeschlossen. Aber richtige Lokalsender gab es ab 1994 in BW nicht mehr. Ich habe auch nie verstanden, warum sie es weiterhin so nennen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Joe

Benutzer
Radio Lindau hatte nie ein Time-Splitting, sondern war immer 24 Stunden zu hören (im Gegensatz zu den Allgäuer Sendern).

Aktuelles Problem (das sieht man bei den Reichweiten des RSA-Fensters Lindau in der FA Bayern): Lindau (und das Sendegebiet am Bodensee) gehört wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich nicht zum Allgäu. Der starke inhaltliche Allgäu-Bezug von RSA ist eine große Herausforderung am See. Niemand in Lindau oder Bregenz oder Kressbronn fühlt sich als "Allgäuer".

Sinnvollerweise hätte man Radio Lindau (ähnlich wie Donau 3 FM) in einen länderübergreifenden Sender mit Baden-Württemberg aufgehen lassen - Lindau hätte das Sendegebiet von Radio Seefunk sinniger ergänzt als das von RSA Radio. Die Kooperation mit RSA war aus Sicht der Lindauer Gesellschafter leider naheliegender.
 

RadioHead

Benutzer
Ja, Radio Lindau (Lindau 103,6) und Radio Allgäu (Füssen 98,0) waren rund um die Uhr auf Sendung.

In Kempten teilte sich Radio Allgäu, das Studios in Kempten, Kaufbeuren und Sonthofen hatte, die 88,1 mit Radio Session, das eigene Studios in Kempten und Sonthofen hatte.

In Sonthofen teilten sich Radio Allgäu und Radio Session die 96,9 zusätzlich mit Radio Föhn und Radio Holiday, die beide ebenfalls jeweils eigene Studios in Sonthofen hatten.

In Kaufbeuren teilte sich Radio Allgäu die 88,2 alleine mit Neue Welle Ostallgäu, das in Kaufbeuren ein eigenes Studio in der gleichen Straße wie Radio Allgäu hatte.

Quelle: Rundfunk auf UKW, 1990.
 

s.matze

Gesperrter Benutzer
Seefunk dürfte in LI problemlos via KN gehen.
In Lindau ist Seefunk zu empfangen auf 99,3 aus dem 20 km entfernten FN (mit RDS), auf der 101,8 aus dem 40 km entfernten KN (teilweise bedrängt von 101.7 MHz - DRS 1 Rühti, 30 km) entfernt, auf der 103,9 von der 30 km entfernten Iberger Kugel (teilweise heftig gestört von FM1 Thal - 15 km auf der gleichen Frequenz und stellenweise DRS 3, Rigi sowie SWR 4 FR, Feldberg auf den Nachbarkanälen) und auf 107,0 vom Wannenberg (teilweise heftig gestört von den Nachbarkanälen B5 Grünten, 50 km auf 106.9 MHz und ToxicFM St.Gallen, 25 km sowie DRS 3 Rüthi, 30 km auf 107.1 MHz). Am See ändern sich die Empfangsverhältnisse, je nach Lage, binnen wenigen Kilometern. Die 99,3 bietet aber am Nordufer überall ausreichend guten Empfang.
 

Joe

Benutzer
Die Empfangssituation von heute ist allerdings mit der Empfangssituation Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre nicht zu vergleichen - damals sind ja bereits die Weichen für die Kooperation mit RSA gestellt worden. Insbesondere im Rheintal (wie @Radiocat richtig schrieb: Ein Großteil der Reichweite hatte Radio Lindau in Vorarlberg) waren die Seefunk-Frequenzen damals eher mau bis gar nicht empfangbar.
 

s.matze

Gesperrter Benutzer
In Vorarlberg scheints, wird ohnehin noch sehr viel Radio gehört. Da ist die VN-Antenne ganz weit vorne dabei und liegt sogar regelmäßig vor dem ORF-V.
 

radiobino

Benutzer
Das ist das Portal von RT1 ! Bitte schau ins Impressum

imsueden.de/impressum

"IMSÜDEN.de ist ein von der rt1.digtal broadcast GmbH betriebenes Portal für lokale Radio- und TV-Sender in Süddeutschland."

Wird da also möglicherweise bald noch mehr "Integriert" - das Radioprogramm selbst eventuell auch?
So wie RT1 SOB, RT1 N/D, RT1 Nord und RT1 Süd ? 🤯
Und? RT1 ist doch vor einiger Zeit bei Seefunk eingestiegen. Da finde ich es jetzt nicht ungewöhnlich wenn RT1 das Portal betreibt.
 
Die 99,3 bietet aber am Nordufer überall ausreichend guten Empfang.
Ich war vor Jahren mal in Kressbronn. Dort war diese Frequenz fast gar nicht zu empfangen. Auch die 103,9 kam dort null komma null an (weder mit FM1 noch mit Seefunk). Sowohl die 99,3 als auch die 103,9 blenden in diese Richtungen aus. Richtig zufriedenstellenden Empfang liefert dort nur die 101,8 obwohl die auch schon schwächelt.

RSA dagegen kam sehr gut von der 103,6 rein sowie alle anderen Lindauer Frequenzen auch.
Die Eingliederung dieser Frequenz in Seefunk hätte also durchaus Sinn ergeben, da Seefunk dort wie gesagt etwas schwächelt und nicht wirklich brüllwürfeltauglich ankommt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mark4U

Benutzer
Wohl kaum, da die Verlagsgruppe Augsburg da keinerlei Beteiligung und nach dem Einstampfen des gemeinsam betriebenen Landkreisprogramms für Neuburg-Schrobenhausen (Radio ND1) auch keine Verbindung mehr nach Ingolstadt hat. Das Funkhaus dort ist über einen Gesellschafter eher mit Passau verbandelt.
ich hatte es eigtl so in erinnerung, dass ND1 mit eigenen gesellschaftern nach 30 jahren radio IN "-rahmenprogramm" zu RT1 übergelaufen ist und (quasi) auf den eigenen namen in den frühstunden verzichtet hat. also erst jahrelang ingolstadt, nun augsburg als partner. ich glaube nicht, dass da jemals radio in und rt1 gleichzeitig mitlabern haben dürfen...
 

s.matze

Gesperrter Benutzer
Dort war diese Frequenz fast gar nicht zu empfangen.
Das ist nicht verwunderlich. Die sendet stark gerichtet und von den 5000 Watt kommen dort nur noch 150 an, wenn überhaupt. Genau wie die 103.9 mit ihrem merkwürdigen Diagramm. Das sind nicht mal mehr 50 Watt in Kressbronn. Von der 101.8 geht auch nur noch ein Hundertstel raus. Die sind alle sehr stark gerichtet.

In RV gibt es übrigens auch noch eine Frequenz - und zwar die 102.6 MHz, die aber von Radio7 auf 102.5 MHz und Antenne-V auf 102.7 MHz ins Sandwich genommen wird.
 

Radiocat

Benutzer
Die Reichweite der Frequenzen war am Anfang viel zu gering. Wir waren 1988 in Pfronten im Urlaub, R. NWO hatte dort einen Heimatabend präsentiert, der aufgezeichnet wurde. Empfangen konnte ich die Sendung dann nur sehr schwach, da weder 88.2 Kaufbeuren noch 98.0 Pfronten ein sauberes Signal boten. Letztere Frequenz war/ist nur wenige Kilometer um Füssen gut zu empfangen. Noch schlimmer waren die ersten Frequenzen im Oberallgäu: Die Sonthofener Funzel (damals 97.4, meine ich, später erst 96.9) war in Immenstadt z.B. gar nicht zu hören und auch in den Hörnerdörfern war fast kein Empfang möglich. Kempten kam auch kaum aus dem Talkessel heraus. Die erste Frequenz des Allgäuer Lokalfunks, die etwas taugte, war die 97.6 vom Blender. Im Ostallgäu kam dann die 106.3 von der Ruine Eisenberg hinzu, da waren aber R. Allgäu und Radio NWO schon Geschichte.
 

Sieber

Benutzer
@RadioHead Um 1990 herum sendete aber auch Radio NWO auf Füssen 98.0. Wenig später wurde daraus "Radio Ostallgäu", der Nachfolger von NWO. Und im Oberallgäu sendete nur noch Radio Session (fortan RSA), Radio Allgäu gab irgendwann um oder kurz nach 1990 auf.
Radio Session hieß anfangs Radio Session 85. Die haben dann Radio Allgäu übernommen, bzw. deren Sendezeit und sich Radio Session Allgäu (RSA) genannt.

@s.matze
Danke für die Info zu KN. Kenne nur die Angabe 101,8 10 kW. Mit 10 rund müsste man eigentlich den ganzen Bodensee versorgen können, da der Sender an der richtigen Seite steht und FN gegenüber liegt. Irgendwie seltsam die Funzelei dort.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mark4U

Benutzer
Hab da noch was bei der BLM gefunden:
Vielleicht hat man ja in der Anfangszeit, als man Monopole noch verhindern wollte die Durchschaltung von Sendern auf große Flächen zugunsten der Vielfalt und Entwicklung der noch neuen und Anfangs erstmal verschuldeten Gründersender verhindert. Im Falle rt1 und Radio IN sprechen wir außerdem zusätzlich von zwei Regierungsbezirken (ich kenne außer den Obersonderfall "Donau3FM", der sogar bundeslandübergreifend sendet, nur noch Charivari Ostbayern als Oberpfälzer Radio mit seiner Kelheimer Niederbayernfrequenz). Möglich, dass man damals im Bereich von Radio IN nur "wildern" konnte, indem man das eben im Rahmen der in der ND1 Anbietergemeinschaft konnte.

Wir sind zwar noch weit von österreichischen Verhältnissen entfernt, wo man ja so ziemlich alles zugunsten der Rentabilität aufgegeben bzw. übernommen hat, aber 30 Jahre nach der Goldgräberstimmung lässt man die RT1-Mediagroup fast den ganzen Südwestbayerischen + mit Seefunk nun die ganze Bodenseeregion kontrollieren...

Da sind selbst die Verflechtungen der Oschmanngruppe Peanuts, sieht man sich die Vielfalt im Radio noch vor ca. 20 Jahren an...
 

MasterRadio

Benutzer
@Mark4U Mir wurde erzählt, dass Radio ND1 in der Anfangszeit ein eigenes Studio samt Redaktion in Neuburg hatte, eben mit jeweils 50-prozentiger Beteiligung aus A und IN. Der Name wurde wohl entsprechend zusammen gesetzt. Das "ND" weil es eben auch Radio "IN" gibt und die "1" von RT1. Gesendet wurde damals vier Stunden täglich Früh, also Montag bis Sonntag mit der Übernahme von Radio IN in der restlichen Zeit. Nach über 15 Jahren wurde das Fenster wohl dann bei Radio IN und später im Funkhaus Ingolstadt produziert, dann nur noch zwei Stunden Montag bis Samstag. Aber eben als eigenes Fenster mit Nachrichten, Berichten und Moderation. Als es zur Verlängerung der Lizenz kam, wollten wohl beide Anbieter nicht mehr so recht zusammenarbeiten und die Frequenzen wurden von der BLM neu ausgeschrieben. Trotz Bewerbung aus Ingolstadt, die ja das Programm dann schon 15 Jahre lang betreut hatten, ging der Zuschlag nach Augsburg. Damit waren Radio ND1 und die Anbietergemeinschaft Geschichte. Was ich - wie Du - schade finde: Die Vielfalt war damit dahin, alles muss nur noch Geld abwerfen oder wird eingestampft. Was für den kleinen Landkreis mit "eigenem" Lokalradiofenster übrig bleibt, sind ein paar Nachrichtenmeldungen am Tag und vielleicht der ein oder andere Bericht in der Woche bei RT1. That's it...
 

Radiocat

Benutzer
Leider habe ich da nichts. Ich hatte anfangs der 90er mal alle Sender kontaktiert bezüglich Informationen, Programmschemata, Werbematerial. Damals war Ostallgäu grad im Umbruch mit dem neuen Eigentümer und konnte mir nichts zukommen lassen. Von RSA müsste ich etwas haben...ob ein Programmschema dabei ist, müsste ich schauen.
 
Oben