Software zur Erstellung eines KI-generierten Radiosenders

UdoHH

Benutzer
Hallo zusammen,

noch eine neue Software: Ich habe in den letzten Monaten sehr intensiv die Software-Entwicklung mit KI-Tools ausprobiert und das Ganze testweise ein wenig auf die Spitze getrieben, die Erkenntnisse daraus helfen mir beruflich sehr.

Das Ergebnis, das ich hier vorstellen möchte, ist eine virtuelle Radiostudio-Software, die ein Radiostudio im Web-Browser simuliert, das manuell betrieben werden kann, aber auch vollständig automatisiert. Die Software läuft komplett und zuverlässig als Web-Anwendung in jedem aktuellen Browser unter Windows (Webserver + MySQL-Server sind erforderlich, Installation ist aber wirklich mega-einfach). Das Highlight ist die Möglichkeit, Moderationen für die Station jetzt auch komplett KI-generiert erstellen zu können und diese auch noch professionell zu verpacken. Abgerundet wird das Ganze durch eine Erweiterung, die für den typisch klassischen UKW-Klang (incl. richtig fetter Lautstärke) sorgt, ohne groß rumkonfigurieren zu müssen.

Das Ganze ist und bleibt ein Hobby-Projekt (und damit natürlich kostenlos). Vielleicht hat ja jemand Interesse, das mal auszuprobieren. Den Quellcode gibts zum Download auf Github, hier der direkte Link zur Beschreibung (in Englisch). Ich weise sicherheitshalber darauf hin, dass für die KI-Funktionen API-Keys erforderlich sind, die Kosten nach sich ziehen, und nein, ich bekomme keine Provision oder sonstwas dafür ;-)

https://github.com/uwinkenjo/castaro-web-studio/blob/main/INSTRUCTIONS.md (die einzig manuell erstellte Beschreibung, alles andere incl. einer Promo-Homepage ist ebenfalls KI-generiert)

Lasst mich gern wissen, was ihr von diesem Konzept haltet!

Kleiner Screenshot:

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Liebe Grüße
Udo
 
Die KI stellt gerade einige der bestbezahlten Jobs in Frage. Als vor kurzem die Claude-Mythos-Modellreihe an den Start ging stellte sich quasi nebenbei heraus, dass Programmierer, Softwareentwickler, technische Zeichner, Marketingfachleute und Produktdesigner vermutlich bald überflüssig sein werden.

"Fable" entwickelt ein komplettes PC-Betriebssystem in wenigen Stunden, wofür riesige Teams von Experten viele Monate oder sogar mehr als ein Jahr brauchen würden. Es entwirft in Stunden Baupläne fũr Fahrzeuge, Häuser, technische Geräte und Flugzeuge - sozusagen auf Zuruf - und zusätzlich noch hochwertige CAD-3D-Modelle und digitale Anweisungen für die Fertigung. Professionelle Webpräsenzen mit personalisierten Online-Shops erstellt das System im Handumdrehen.

Das Ganze funktioniert auf agentischer Basis, man unterhält sich also im Chat mit der KI ganz laienhaft über das was man haben möchte, und alles andere geschieht vollautomatisch. Es kann aber durchaus sein dass die KI gelegentlich am Handy nachfragt ob man für den Prototyp des neuen Sportflitzers lieber Magnesium- oder Alufelgen haben möchte. Das ist aktueller Stand der Technik, keine Science Ficton!

Radio hingegen lebt von menschlicher Authentizität. Allerdings muss an die Stelle der inhaltsleeren Hit- und Oldieleier irgendwann flächendeckend echte Vielfalt treten, wie auf DABplus vielfach eindrucksvoll vorexerziert. Diese Vielfalt muss dann mit hochwertigem, menschengemachtem Journalismus angereichert werden, den man auf vielen Programmvarianten mit den unterschiedlichsten Musikfarben recyceln kann. Wenn hin und wieder eine KI-Stimme auf zusätzlichen Spartenkanälen Moderationsstrecken übernimmt - geschenkt.

Aber wenn Radio ganz kaputtgespart wird kann es sein, dass KI-generierte Programme bald mehr Substanz haben als konventionelle! Will man das?
 
Also ich weiß nicht... speziell die Frage, ob Radio von menschlicher Authentizität lebt, würde ich immer mehr bezweifeln. Insbesondere die Jüngeren hat das Radio bekanntlich schon längst an Spotify & Co verloren. Warum? Weil man sich dort genau das Audioprogramm zusammenstellen kann, das man gerade hören möchte. Ja, das kann ein Podcast mit echten Menschen sein, das kann einfach eine automatisiert vor sich hin dudelnde Playlist sein. Das könnte dann aber auch der Audiostream sein, der KI-generiert die Inhalte liefert, die man gerade braucht, warum denn nicht? Letztlich könnte das eine weitere von ganz vielen Nischen sein, das große Geld lässt sich damit wohl eher nicht verdienen, genausowenig wie mit den anderen Nischensendern. Ehrlicherweise wird das Radio doch auch schon seit Jahrzehnten kaputtgespart, überall. Ich kenne bessere Zeiten. Wenn KI-Programme am Ende wirklich mehr Substanz hätten und eine Zielgruppe wirklich erreichen würden, dann wäre das durchaus erst mal was Gutes, denn das übrige Programm wird nicht besser.

Die beschriebene echte Vielfalt auf DAB Plus sehe ich übrigens so gar nicht. Nimmt man die omnipräsenten Öffis mal raus, bleiben am Ende auch nur kaputtgesparte Nischenprogramme - die Nische ist einfach die Musikrichtung, viel mehr findet man da nicht.

Ich wollte mit der Software übrigens keine politische Diskussion anstoßen - das ist einfach nur ein weiteres Werkzeug und vielleicht für den Einen oder Anderen der Einstieg in KI - denn sowas gibts m. E. noch nirgendwo anders als OpenSource.
 
Experten sind sich einig: Selbst hochprofessionelle, extrem rechenintensive KI-Anwendungen werden in zwei Jahren um ein Vielfaches billiger sein als heute. Nicht die verhältnismäßig niedrigen Stromkosten sind das Problem, sondern die knappen Rechenkapazitäten und der Mangel an GPU- und NPU-CPU-Prozessoreinheiten, die die Nachfrage gar nicht bewältigen können. Manchmal muss man als Anwender lang auf den nächsten Slot warten oder wird als Gratis-Nutzer von Chatbots des öfteren auf kleine, weniger zuverlässige Modelle zurückgestuft.

Deswegen werden jetzt überall Rechenzentren gebaut oder aufgerüstet, der Markt für Chips ist fast leergefegt. Die großen Ausrüster bestücken ihre Fabriken mit Wafers für schnelle GPUs und NPU-CPUs, um die irre Nachfrage der großen Tech-Konzerne zu befriedigen, die fast alle großen Werke weltweit auslasten. Für Consumer-Elektronik bleiben da nur geringe Ressourcen, weshalb selbst technisch veraltete Handys und Computer immer teurer werden.

Wenn die weltweite KI-Infrastruktur 2028 steht werden die Preise aber schnell sinken und jeder neue PC hat dann genug Power und Speicher für den Betrieb lokaler, selbst installierter KI-Modelle (klassische CPUs werden so gut wie nicht mehr gebaut).
 
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Ich habe ja viel Verständnis für Neues - also auch die KI. Ich finde das auch echt toll, "was so geht". Nur teile ich die Euphorie von @ricochet nicht ganz. Denn

Experten sind sich einig...
...daß den "Programmieren" der von der KI generierte Code langsam aber sicher "über den Kopf" wächst, denn es ist überaus mühsam, fremden Code zu lesen und auch zu verstehen.

Nur zwei Meldungen aus der letzten Zeit zum Thema

 
Man sieht es doch jetzt schon: Modelle optinieren sich selbst, bauen und perfektionieren andere Modellle, und das höchstens noch unter menschlicher Aufsicht.

Die Branchen Grafikdesign und CGI sind unter der Konkurrenz der KI-Systeme völlig zusammengebrochen, Webdesigner sind schon bald nicht mehr gefragt und bei Programmieren, Software- und Spieleentwicklern ist auch bald Schicht im Schacht. Im Werbegeschäft gibt es fast nur noch Koordinatoren, die pausenlos mit der KI interagieren.

Niemand in der Wirtschaft spricht es offen aus, aber die agentischen Plattformen von Anthropic und Microsoft sind schon jetzt in der Lage die Jobs von etwa der Hälfte aller Mitarbeiter in Verwaltung, Office (Büroarbeit) und niederem und mittlerem Managenent zu übernehmen, in Kürze sind es wohl an die 100 Prozent.

Bei Konferenzen übernimmt schon oft die Wunder-KI Claude die Regie, spricht mit den Mitarbeitern, verteilt Aufgaben und gibt Unternehmensziele aus. Die eigentliche Arbeit macht dann auch meist wieder eine Claude- oder Copilot-Instanz.

In Experimenten schneiden KI-Systeme bei der Unternehmensführung und Geldanlage besser ab als Menschen, weil sie mittlerweile mit dutzenden KI-Agenten arbeiten, die die Arbeit großer Abteilungen perfekt nachbilden.

Der nächste Schritt in der Entwicklung ist die forschende KI, die Medikamente und Technologien in virtuellen Umgebungen entwickelt und erprobt - multimodale Systeme können Labore im Rechner sehr gut simulieren.

Es wird Zeit, dass die Politik Konzepte erarbeitet, die all diesen Menschen eine finanzielle Perspektive bietet.
 
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Handwerk hat goldenen Boden, hier sind die Jobs für immer und ewig sicher?

Der humanoide Roboter, der aufs Dach steigt oder Rohre installiert, wird gerade in China konstruiert. Ein Handwerk muss der nicht lernen, man spielt einfach ein KI-Modellupdate mit dem Know-How des gerade erforderlichen Tätigkeitsbereichs auf. Auch bei Neura in Metzingen arbeitet man unter Hochdruck an derartigen Lösungen und wird von der Industrie dafür mit Lob überhäuft.

Seid froh dass ihr beim Radio arbeitet! Reporter haben sowieso den sichersten Job der Welt und etablierte Sender, die Moderatoren beschäftigen, welche ihre Hörer mit: "Hallo, hier ist Robby, die KI-Stimme eures Vertrauens" begrüßen, ernten nur Hohn und Spott. Wenn sich das Radio nicht gänzlich selbst abschafft oder durch Substanzabbau überflüssig macht sind derartige Jobs nicht ernsthaft in Gefahr.
 
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