Streiks beim WDR - gerechtfertigt oder überzogen?


Thomas Wollert

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Radiokult

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Nein, du vergleichst Äpfel mit Birnen.
Viel schlimmer. Er hat bis heute nicht begriffen was ein Kommentar ist. Das ist immer und ausschließlich eine Einzelmeinung, weiter nichts, völlig gleich ob er in den Tagesthemen versendet wird oder in der FAZ steht. Das wird ja nicht umsonst als Kommentar gekennzeichnet. Manche bräuchten hier wirklich mal dringend ein paar Stunden Medienbildung.

Zurück zum Thema.
 
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Damit du nicht auf den Gedanken kommst, dich im Schlaraffenland einzuklagen, sind deine Einsätze aber im Monat als Freier auf Einsatztage limitiert.
Was mich nur wundert, dass es immer die selben Nasen sind, die man da so hört und sieht...
Da wird aber auch getrickst bei diesen Prognosetagen.

Natürlich haben auch WDR-Schaffende das Recht zu streiken und sich gegen Verschlechterung der Bedingungen stark zu machen. Ich gehöre aber auch der Fraktion an, die sagt: Da wird (noch) auf vergleichsweise hohem Niveau gejammert. Und durchaus auch mal absurd Geld verschwendet...

Ich war mal für eine Lokalzeit als Praktikant bei einer Beitragsproduktion dabei. Es ging thematisch um irgendwas mit der Telekom. Als Schnittbild musste das offizielle Gebäude her. Das gabs zwar im Archiv - allerdings passte die Jahreszeit der Aufnahme nicht ganz. Also: Kameramann UND Redakteur UND Praktikant rausschicken, um dieses olle Gebäude nochmal ein paar Sekunden abzufilmen. Mir kam das damals ziemlich überflüssig vor. Mit Zusammenpacken und Anfahrt wurde daraus insgesamt eine Stunde Arbeit für drei Leute - für 5 Sekunden Bildmaterial. Der Cutter wiederum weigerte sich dann, auch nur 1 Sekunde länger zu bleiben und bestand darauf, dass die Ablöse fertigschneidet. Die sich natürlich erstmal alles anschauen muss, während es für ihn vielleicht noch 10 Minuten Mehrarbeit gewesen wären. Eine derart korinthenkackermäßige Arbeitseinstellung kannte ich aus meinen vorigen Umfeldern nicht.

Also vielleicht ist es legitim, solchen Auswüchsen mal etwas entgegenzuwirken und etwas effizienter zu werden, sollte es sie denn heute noch geben.

Dass die Solidarität mit WDR-Streikenden vielleicht nicht ganz so groß ist, hat auch mit dem Ruf zu tun, den einige seiner Mitarbeiter haben. Sie halten sich nämlich häufig für die journalistische Elite, gerade WEIL sie im Vergleich noch ordentlich verdienen und weil es ihnen auch eingetrichtert wird, dass nur das - die Arbeit für den ÖR- das Wahre sei, nur dann hat man es geschafft. Dass man durchaus auch mal mit Vitamin B reingekommen ist, oder aufgrund Geschlecht, Alter, Herkunft etc gerade irgendeine Quote erfüllt, fällt dabei auch gern mal unter den Tisch.
 
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Topfgucker-SFX

Gesperrter Benutzer
Bitte unterlasse diese ständigen themenfremden Beiträge, andernfalls werde ich dir die Schreibrechte entziehen.

Aus den radioforen.de-Nutzungsbedingungen:
Die Lanz ist Kult *kult* *kult* *kult* (Werner-Comics, Brösel). Nichts für ungut, Herr Wollert, Sir! Wollte dem Ganzen nur ein bisschen die Schärfe nehmen, nachdem der vorige Post eine ähnliche entschärfende Tendenz aufwies.

Herr Radiokult, es ist nicht so schlimm wie Du glaubst. Ich habe sehr wohl begriffen, wie das läuft bei den Öffis.

Entsprechend wundere ich mich auch nicht über die Vorhersehbarkeit der Richtung des Kommentars/der Meinung bei den Tagesthemen. Ernstzunehmen wäre diese Sparte, wenn wenigstens hier nicht auch doch nur wieder ein ARD-Redakteur (oder sogar schon einmal eine woke Zwölfjährige, stramm auf Linie) zu Wort kommen würde, der wohl kaum die Hand beißen würde, die ihn füttert. Ein gefühlter Charme von "Der Schwarze Kanal" umweht diese Veranstaltung, sobald Rainald Becker seine Meinung spricht. Der ist m. W. aber vom SWR.

"Eine Einzelmeinung, weiter nichts". Eine Einzelmeinung eines ARD-Redakteurs, von Millionen gesehen, da gesendet in den Spätnachrichten - oder besseren Hauptnachrichten -, ist zudem schon ein bisschen mehr als "weiter nichts", würde ich sagen.
 
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Radiokult

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Ich habe wirklich keine große Lust auf den Quatsch vom Topfgucker einzugehen, zumal dass dann nur noch wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Vielleicht nur soviel: Hier kannst du dir alle möglichen Tagesschau-/Tagesthemen-Kommentare der letzte Zeit anhören bzw. ansehen. Und oh Wunder, da werden sogar die gebissen, aus deren Hand man vermeintlich gefüttert wird...
Viel Freude beim sortieren deiner Vorurteile bzw. viel Spaß beim verlassen deiner vermeintlichen Blase...

zurück zum WDR!
 

Radiofreak11

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Die hätten mich nur genommen, wenn ich noch für andere gearbeitet hätte.
Alles klar. Die wollten von mir damals bei der Aufnahme auch ein umfangreiches Portfolio von Abrechnungen eingereicht haben. Ich hatte aber auch verschiedene Arbeitgeber in verschiedensten Bereichen. (Radio/PR/TV/DJ)
Denn Scheinselbstständige wollen die komischerweise nicht. Dabei ist das doch noch heute gang und gäbe, dass Freie auch als sogenannte "Freelancer" und "Pauschalisten" in einigen Medienbranchen eingekauft werden. Für eine sogenannte Monatspauschale muss dann ein vertraglich vereinbartes Arbeitspensum abgeleistet werden. Versichern muss man sich natürlich selbst. Im privaten Sektor geht es eben ganz anders zur Sache.
 
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yra

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Die Streiks umfassen hauptsächlich Pläne, FREIE weiter in ihren Möglichkeiten zu beschneiden - und derartige Pläne gibts nicht nur beim WDR!!!

Das stimmt so nicht.
Die Streiks haben stattgefunden, weil der WDR nicht bereit ist, die Forderungen von verdi zu erfüllen:
  • ver.di im Rundfunk@Rundfunk_verdi auf twitter:
    Auch in Tarifverhandlungen mit @ARD_Presse, @ZDF und #Deutschlandradio @DLF geht’s um dauerhaft wirkende Honorar- und Gehaltserhöhungen als Ausgleich für anhaltend steigende Preise, Mietnebenkosten, Lebenshaltung von Familen. Bisherige Angebote reichen nicht !#jetzteinschalten
Klar ist doch, dass der ÖRR durch die KEF einen Rahmen vorgegeben bekommen hat, in welcher Höhe sich die Personalkosten in den Jahren 2021-2024 bewegen dürfen (Auszug aus dem 23. KEF-Bericht):
  • Im 22. Bericht wurde für die Jahre 2021 bis 2024 die angemeldete Steigerungsrate von 2,5 % im Ergebnis anerkannt. Für diesen Bericht melden die Anstalten wieder eine Steigerungsrate von 2,5 % (Deutschlandradio: 2,7 %) an. Die Kommission sieht die angemeldete Steigerungsrate am oberen Ende des Spektrums, hält jedoch nach Überprüfung an den Annahmen des 22. Berichts fest. Der Zuwachs des Personalaufwands pro VZÄ entspricht damit der Entwicklung bei den Ländern.

Das heißt, wenn die Personalkosten (für Festangestellte) über den von der KEF anerkannten Wert steigen, dann müssen die Sender das Geld aus anderen Bereichen umschichten. Der einzige variable Bereich sind die Programmmittel, d.h. die Beauftragungen an externe ProduzentInnen und Freie MitarbeiterInnen.
Vereinfacht: Mehr Geld für Festangestellte bedeutet weniger Geld für Freie. Von den Auswirkungen einer Gehaltserhöhung auf die Kosten für die Garantie-Renten der Altversorgten will ich gar nicht reden...
 
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gerliman

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Das ist ja das Schlimme. Man schleppt sozusagen die "Altlasten" in Form von früheren Pensionszusagen mit, die es in dieser Form ja schon lange nicht mehr gibt. Also kann man nur bei den Freien sparen oder man stuft Festangestellte in niedrigere Stufen ein, um wenigstens ein bißchen Geld zu sparen.
 
Im 22. Bericht wurde für die Jahre 2021 bis 2024 die angemeldete Steigerungsrate von 2,5 % im Ergebnis anerkannt.

Man darf aber schon darauf hinweisen, dass die offiziellen Preissteigerungsraten und Prognosen der Bundesbank 3,2 % (2021), 7,1 % (2022), 4,5 % (2023), 2,6 % (2024) insgesamt 18,4 % Preissteigerung für die Jahre 2021 bis 2024 ergeben. Die von der KEF festgeschriebenen Zahlen sind überholt und gehen mittlerweile völlig an der Wirklichkeit vorbei.
 
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yra

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Ja und? Bis 2024 wird es trotzdem keine Erhöhung des Rundfunkbeitrags geben, oder?

Haben alle Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht, Lohnerhöhungen genau in Höhe der Preissteigerungsrate zu erhalten? 2016 und 2017 lagen die Tarifsteigerungen im WDR bspw ÜBER der Preissteigerungsrate...
 
Haben alle Arbeitnehmer grundsätzlich das Recht, Lohnerhöhungen genau in Höhe der Preissteigerungsrate zu erhalten?

Da sind wir uns einig, nein. Durch eine von außen kommende Inflation (Stichwort Rohstoffe) werden wir Alle ärmer. Niemand im Inland ist "schuld". Aus Gründen der volkswirtschaftlichen Logik können die Geldwertrverluste leider gar nicht für Alle komplett ausgeglichen werden. Gut wäre, wenn das ärmer werden auf Alle im gleichen Maß umgelegt werden würde: Festangestellte, Freie und Pensionisten.
(Vielleicht hat eine Gruppe es "weniger nötig", als andere. Das wäre aber Umverteilung, bzw. eine Neu-Austarierung des Wohlstandes. Diese Diskussion möchte ich hier jetzt aber nicht aufmachen.)

Bis 2024 wird es trotzdem keine Erhöhung des Rundfunkbeitrags geben, oder?

Das war eine politische Entscheidung, die jederzeit geändert werden könnte. Zu entscheiden wäre beispielsweise, ob der Beitragszahler die Teuerungsrate auch im Rundfunkbeitrag wiederfinden, oder lieber, z. B. auf einen ö-r TV Kanal, verzichten möchte?


Meine Kritik ist, dass das von der KEF festgeschriebene Regelwerk mit der aktuellen Inflationsrate nicht funktionieren kann. Die Energiekosten für den Sendebetrieb, der DAB+ Ausbau, etc., nahezu alle Zahlen, die ganze Kalkulation, stimmt nicht mehr. Zwischen Theorie (2,5 %) und Realität (18,4 %) klafft einfach eine zu große Lücke.

Hält man trotzdem daran fest, entstehen, durch die Kraft des Faktischen, vorher nicht bedachte Effekte.

Außerdem darf man sich nicht wundern, wenn in der Nähe des Begriffs "öffentlich-rechtliches Rundfunksystem" Worte auftauchen wie "schwerfällig", "unflexibel", "bürokratisch", "formal", "eingefahren", "Sklerose", etc.
 
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yra

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Da sind wir uns einig, nein. Durch eine von außen kommende Inflation (Stichwort Rohstoffe) werden wir Alle ärmer. Niemand im Inland ist "schuld". Aus Gründen der volkswirtschaftlichen Logik können die Geldwertrverluste leider gar nicht für Alle komplett ausgeglichen werden.
Ok. Sollte mal jemand verdi sagen...

Gut wäre, wenn das ärmer werden auf Alle im gleichen Maß umgelegt werden würde: Festangestellte, Freie und Pensionisten.
(Vielleicht hat eine Gruppe es "weniger nötig", als andere. Das wäre aber Umverteilung, bzw. eine Neu-Austarierung des Wohlstandes. Diese Diskussion möchte ich hier jetzt aber nicht aufmachen.)
Genau die ist aber wichtig!
Wenn die Gewerkschaften über die "leidenden MitarbeiterInnen" reden, die eine "schwierige Zeit haben", die "abgefedert werden muss" - dann sollte man mal überlegen, was bei einem ÖRR-Altversorgten abgefedert werden muss, der mit VG I in Rente gegangen ist!

Das war eine politische Entscheidung, die jederzeit geändert werden könnte. Zu entscheiden wäre beispielsweise, ob der Beitragszahler die Teuerungsrate auch im Rundfunkbeitrag wiederfinden, oder lieber, z. B. auf einen ö-r TV Kanal, verzichten möchte?
Da hat sich Politik ja gerade in diesem Frühjahr mit beschäftigt. Der Rundfunkstaatsvertrag ist fertig verhandelt und muss noch beschlossen werden. Kein Kanal ist "abgeschafft" worden. Und die optionale Verlagerung ins digitale macht einen Kanal auf lange Sicht vielleicht sogar teurer? Also: Der Sendeauftrag ist nicht kleiner geworden.

Der Rundfunkbeitrag bleibt aber bis Ende 2024 stabil. D.h. , mehr Geld haben die Anstalten bis dahin nicht zur Verfügung. Sie können nur umverteilen.

Das heißt: Jeder Euro für eine/n ÖRR-RentnerIn ist ein Euro weniger für freie MitarbeiterInnen und Produktionsfirmen.
Isso.

Meine Kritik ist, dass das von der KEF festgeschriebene Regelwerk mit der aktuellen Inflationsrate nicht funktionieren kann. Die Energiekosten für den Sendebetrieb, der DAB+ Ausbau, etc., nahezu alle Zahlen, die ganze Kalkulation, stimmt nicht mehr. Zwischen Theorie (2,5 %) und Realität (18,4 %) klafft einfach eine zu große Lücke.

Hält man trotzdem daran fest, entstehen, durch die Kraft des Faktischen, vorher nicht bedachte Effekte.

Sehe ich auch so. Ist aber heute / in diesem Jahr / während der Tarifverhandlungen nicht zu ändern. DAS wäre ein wichtiges, langfristiges Projekt.

Außerdem darf man sich nicht wundern, wenn in der Nähe des Begriffs "öffentlich-rechtliches Rundfunksystem" Worte auftauchen wie "schwerfällig", "unflexibel", "bürokratisch", "formal", "eingefahren", "Sklerose", etc.

Jo. Das ist doch bei allen Bürokratien so, oft auch übrigens bei großen Konzernen.
Je mehr Regeln, desto unflexibler. Aber auch mehr Sicherheit für alle Mitarbeitenden.
In Konzernen, Behörden gibt es Betriebsräte, Betriebsvereinbarungen, Betriebsärzte, aber auch KiTas, Sportkurse, Job-Ticket etc. Das Unternehmen ist im Prinzip attraktiv, aber eben auch behäbig.
Isso.
 
Eigentlich ist die Sache doch recht einfach. In der Chefetage sind die Verhandlungen schon durch, zügig und ohne Streik. Das hat Pilotcharakter. Mit +16 % hat die ARD-Vorsitzende den Maßstab für die ARD gesetzt. Isso. Da es gute und richtige Tradition ist, mit kleiner werdenden Gehältern einen Sozialausgleich einzubauen, sollten also Gehälter kleiner 300.000 €/Jahr um 16 + X % erhöht werden.

SCNR
 

yra

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😄

Und jetzt im Ernst:
Wie sollen Gehaltserhöhungen (und entsprechende Rentenerhöhungen der MitarbeiterInnen, die in den alten Versorgungssystemen sind) in Höhe der Inflation finanziert werden, wenn - bis 2024 - der Rundfunkbeitrag nicht steigt und die KEF als "erlaubte Personalkostenseigerungsquote" 2 oder 2,5 Prozent angesetzt hat?
 
Die Mehrkosten sollten auf jeden Fall nicht nur von denen getragen werden, die wirtschaftlich am schwächsten da stehen. Also z. B. nicht von den freien Mitarbeitern.

Wie ich schon schrieb, die Last ist auf Alle möglichst gleichmäßig zu verteilen: Festangestellte, Freie, Pensionisten, aber auch von der WDR Technik (langsamere Neuinvestitionen), Verwaltung, vom Programm (weniger Programm, hier würde es sich lohnen an teuerem Programm zu sparen, wie Sport(rechte)). Nur bei den leichter zu variierenden Kosten zu sparen ist zwar für die Anstaltsinsassen bequem, aber ungerecht.

Und damit es nicht zur wirtschaftsschädlichen kleinere-Kaufkraft-kleinere-Nachfrage-Spirale kommt, ist eine nicht zu kleine Lohnerhöhung notwendig. Diese errechnet sich, wie schon immer für Lohnabschlüsse, unverändert nach der goldenen Lohnregel (Zielinflation der Zentralbank 2 % + Produktivitätsfortschritt/Anstieg des BSP von vielleicht 2 % = 4 % (Alle % für 12 Monate)). Über einen zusätzlichen einmaligen Inflationsausgleich kann man ja trotzdem reden. Erst wenn die % deutlich höher werden, als die goldene Lohnregel vorgibt, oder ein zusätzlicher Inflationsausgleich sich mehrere Jahre wiederholt, erst ab da kommen wir in den Bereich der Lohn-Preis-Spirale.
 
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gerliman

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Klar, aber so einfach ist es eben nicht. Pensionisten haben Verträge, die ihnen die Pensionen zusichern. Die Festangestellten ebenfalls. Und pauschal immer auf die Sportrechte zu verweisen, ist auch zu einfach.

Fakt ist: Die KEF meint offenbar, dass man immer mehr aus dem Einzelnen herauspressen kann und dass die Kosten beim ÖR deutlich weniger stark steigen als anderswo in der Gesellschaft. Kann man meinen, aber dann passiert eben das, was gerade überall passiert. Es wird solange gespart, bis man es draußen hört oder sieht. Und dann wird auch gemeckert, dass dieses oder jenes gar nicht mehr oder in deutlich geringerem Umfang stattfindet.

Man muss immer die Gesamtlage betrachten und darf sich nicht einzelne Teile herauspicken.
 

yra

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Klar, aber so einfach ist es eben nicht. Pensionisten haben Verträge, die ihnen die Pensionen zusichern. Die Festangestellten ebenfalls. Und pauschal immer auf die Sportrechte zu verweisen, ist auch zu einfach.

Fakt ist: Die KEF meint offenbar, dass man immer mehr aus dem Einzelnen herauspressen kann
Das ist doch Quatsch.
Die KEF hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das gezeigt hat, dass in den Rundfunkanstalten mehr verdient wird als im öffentlichen Dienst und in vergleichbaren privatwirtschaftlichen Unternehmen.
Daher erwartet sie, dass das Vergütungs-NIVEAU reduziert wird. Wie genau, das bleibt den Anstalten überlassen.

und dass die Kosten beim ÖR deutlich weniger stark steigen als anderswo in der Gesellschaft. Kann man meinen, aber dann passiert eben das, was gerade überall passiert. Es wird solange gespart, bis man es draußen hört oder sieht. Und dann wird auch gemeckert, dass dieses oder jenes gar nicht mehr oder in deutlich geringerem Umfang stattfindet.
Ja, das ist so.

Gebäudekosten, Energiekosten, Technik etc. sind meist keine aktiv steuerbaren Kosten. Beim Thema Energieeinsparung kann vielleicht noch etwas bewegt werden, aber ich schätze, da haben alle Unternehmen schon etwas getan in den letzten Jahren.
Investitionen zurück fahren kann man ne Weile machen, aber am langen Ende wird es dann eher teurer.
Personalkosten bei Festangestellten sind fix und werden immer so viel teurer, wie es der Tarifabschluss vorgibt. Entlassungen gibt es eher nicht im ÖRR.

Variabel sind die Mittel für Freie Mitarbeiter und für Produktions-Beauftragungen.
Ja, das sieht man dann am Programm.
Aber das ist den Gewerkschaften anscheinend egal. Hauptsache, ihre Mitglieder (viele Rentner!) bekommen mehr Kohle.
 
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gerliman

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Warum ist das Quatsch? Ja, toll, die KEF ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das hilft aber nichts gegen BESTEHENDE Verträge. Da kann die KEF mit dem Fuß aufstampfen, wie sie will. Und NEUE Verträge für Feste bzw. Honorare für Freie wurden beim WDR meines Wissens ja auch niedriger eingestuft. Bei anderen Sendern werden Redakteure eine Stufe tiefer bezahlt. Aber wie gesagt - das hilft nichts bei bestehenden Verträgen, die es noch zuhauf gibt.

Übrigens - die ÖR suchen zum Teil händeringend Personal, zum Beispiel in nicht-redaktionellen Teilen, bekommen aber keins, wegen der - Trommelwirbel- deutlich niedrigeren Bezahlung im Vergleich zur freien Wirtschaft. Und nun?

Wir drehen uns da auch im Kreis. Fakt ist - die Kosten steigen. Irgendeiner muss sie bezahlen und das sind eben die Freien. Das hat auch nix mit den Gewerkschaften zu tun (Es gibt noch andere außer Verdi). Auch ein ÖR-Mitarbeiter darf mehr Geld verlangen dürfen. Und die Rentner - bei denen ist eine Tariferhöhung meines Wissens gedeckelt auf 1 % (beim DLF wurde das zumindest schon umgesetzt). Aber das ist jeweils ein Eingriff in bestehende VERTRÄGE, die vom Rentner erlaubt werden müssen. Die meisten haben das auch gemacht, auch in anderen Sendern.
 

gerliman

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Was ich hier so halb OT mal sagen will - ich habe schon lange keinen solchen Thread mehr gesehen, wo dermaßen überwiegend gesittet diskutiert worden ist. So stelle ich mir ein Radioforum vor.
 

yra

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Warum ist das Quatsch? Ja, toll, die KEF ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das hilft aber nichts gegen BESTEHENDE Verträge. Da kann die KEF mit dem Fuß aufstampfen, wie sie will.
Stimmt. Aber es ist eben die Frage, ob durch eine inflationsausgleichende Tariferhöhung die Gehälter der gut verdienenden Festangestellten im ÖRR sich jetzt noch weiter von denen im ÖD abheben sollen. (Der Tarif der Länder steigt im Herbst um 2,8%.)?

Und NEUE Verträge für Feste bzw. Honorare für Freie wurden beim WDR meines Wissens ja auch niedriger eingestuft.
Nein. Das Gehalt bei Festangestellten ist das gleiche. Es gibt im ÖD zusätzliche Stufen, in die man durch Lebensalter und/oder Mitarbeiter-Jahre weiter aufsteigt. Da fängt ein neuer natürlich unten an. Aber die eigentlichen Gehaltsgruppen sind für alle "neuen" und "alten" gleich, glaube ich.

Unterschiedlich sind die Rentenansprüche. Die sind bei den Neueinsteigern längst nicht so üppig wie früher.

Bei Freien gibt es glaube ich gar keine Unterschiede zwischen neu und alt. Aber für unterschiedliche Aufgaben wird halt verschieden gezahlt.

Bei anderen Sendern werden Redakteure eine Stufe tiefer bezahlt. Aber wie gesagt - das hilft nichts bei bestehenden Verträgen, die es noch zuhauf gibt.

Übrigens - die ÖR suchen zum Teil händeringend Personal, zum Beispiel in nicht-redaktionellen Teilen, bekommen aber keins, wegen der - Trommelwirbel- deutlich niedrigeren Bezahlung im Vergleich zur freien Wirtschaft. Und nun?
Ja. Deswegen wäre eine Flexibilisierung und Überarbeitung der ganzen Vergütungsgruppen wohl mal sinnvoll!

Wir drehen uns da auch im Kreis. Fakt ist - die Kosten steigen. Irgendeiner muss sie bezahlen und das sind eben die Freien.
Das ist ja mein Reden. Viele Kosten steigen unbeeinflussbar.
Die Kosten für Festangestellte und Freie steigen durch Tarifabschlüsse.

Das hat auch nix mit den Gewerkschaften zu tun (Es gibt noch andere außer Verdi).
Doch. Es kommt darauf an, wofür genau die Gewerkschaften kämpfen.
"Viel mehr Geld für alle!" hört sich toll an, wird aber aus den geschilderten Gründen nicht funktionieren. Daher müssten die Gewerkschaften Prioritäten setzen. Und ich glaube, sie setzen die Prioritäten genau dort, wo sie die meisten Mitglieder haben: Bei den älteren Festangestellten bzw. Rentnern.

Auch ein ÖR-Mitarbeiter darf mehr Geld verlangen dürfen. Und die Rentner - bei denen ist eine Tariferhöhung meines Wissens gedeckelt auf 1 % (beim DLF wurde das zumindest schon umgesetzt).
Die Rentner bekommen eine Erhöhung, die 1% unter dem Tarifabschluss liegt. Wenn also ein Tarifabschluss von 8% zustande kommt, bekommen die Renter 7% mehr.
Wenn es eine Einmalzahlung für die Festangestellten gibt, oder im Bereich der Freien stärkere Steigerungen verhandelt werden würden, würden die Renter davon nicht profitieren.

Aber das ist jeweils ein Eingriff in bestehende VERTRÄGE, die vom Rentner erlaubt werden müssen. Die meisten haben das auch gemacht, auch in anderen Sendern.

Dieses eine Prozent weniger war wohl angesichts der absoluten Höhe und der sonstigen Steigerungen zu verschmerzen.

Was ich hier so halb OT mal sagen will - ich habe schon lange keinen solchen Thread mehr gesehen, wo dermaßen überwiegend gesittet diskutiert worden ist. So stelle ich mir ein Radioforum vor.

Ich nehme mein "Quatsch" zurück! ;)
 

Radiokult

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Mit +16 % hat die ARD-Vorsitzende den Maßstab für die ARD gesetzt. Isso.
Nö, ist nicht so. Wenn Buhrow das Gehalt der aktuellen ARD-Chefin, die ja bekanntermaßen die Chefin des rbb ist, sieht, lacht der sich kaputt. Insofern sind diese 16% in gewisser Weise nur eine Angleichung an die restlichen Intendantengehälter - unabhängig davon ob die insgesamt nun zu hoch oder zu niedrig sind. Davon abgesehen hat die Schlesinger inzwischen verlauten lassen, dass man über ihr Gehalt nochmal reden könne. Solche Töne wären von Buhrow angebrachter gewesen!

Zum grundsätzlichen Thema: Aus diesen Kostengründen lagern die ÖRs doch schon seit langem alles aus, was auszulagern geht. Ist abgesehen von Nachrichten und Infotainment-Schienen überhaupt noch irgendwas in den ÖR-Programmen Eigenproduktion? Selbst die ganzen Polit-Talkshows sind doch mittleriweile fremdproduziert. Klingt vielleicht komisch, aber mir scheint dass im Bereich Produktion so viel nicht mehr übrig ist, wo man die Einsparungskeule noch ansetzen könnte. Der gesamte Verwaltungsapparat müßte schlanker und effizienter gestaltet werden. Parallel dazu müßte der Bürokratie-Irrsinn in diesem Land mal entschlackt werden, der nicht unerheblich seinen Teil beiträgt zu der Größe dieser Apparate. Dann könnte man wie schon länger geplant, die SD-Ausstrahlung der Programme abschalten und insgesamt die Zahl der Zusatzkanäle verringern. Auch das leidige Thema Dritte wäre da durchaus diskutabel. Ein von allen Anstalten veranstaltetes Rahmenprogramm, von mir aus mit halbjährlichem Verantwortungswechsel, welches nur noch stundenweise auseinander geschaltet wird für länderspezifisches Programm. Ahnliches wäre bei den Rundfunkprogrammen denkbar. Allerdings steht da dann wieder die Rundfunkhoheit der Länder im Weg.
 
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Zwerg#8

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Fakt ist - die Kosten steigen. Irgendeiner muss sie bezahlen und das sind eben die Freien.
Das ist doch mal eine klare Ansage! Und dann wundern, wenn man keine Leute findet. Warum sollte man als "Freier" mit keinem Gehalt die eigentliche Arbeit machen und damit Leute mit Spitzengehältern durchfüttern, die den lieben langen Tag praktisch nur damit beschäftigt sind ihre Position zu festigen und an anderen Stühlen zu sägen?

Rentner sind auch so ein heißes Eisen. Es ist Tatsache, daß Leute mit einem Beruf ohne körperliche Anstrenung eine höhere Lebenswerwartung haben, als meinetwegen ein Bauarbeiter. Der vorhandene Lohnunterschied wirkt sich selbstverstänlich auf die spätere Rente aus, von der der Bauarbeiter aber am Ende viel weniger hat, weil er zeitiger ablebt. Damit findet prinzipiell eine Umverteilung von unten nach oben statt, denn der länger lebende, gut versorgte Rentner, wird am Ende mehr materielle Güter vererben. Nun könnte man sich hinstellen und sagen: Ab einer bestimmten Rentenhöhe wird die allgemeine Anpassung der Bezüge geringer, ab einer bestimmten Bezugsdauer, flacht die Zunahme weiter ab. Damit hier niemand verhungern muß: Ich denke dabei an Renten/Pensionen über 4T€. Bei diesen Bezügen muß nicht jede Rentenerhöhung beim "Normalrentner" auch 1:1 durchgereicht werden.

Weiterhin schwindet in der Bevölkerung langsam aber stetig das Verständnis für Beitragserhöhungen, die einzige Quelle für Einnahmen, zumal die Zinsen im Keller sind. Da braucht man gar nicht erst in Richtung Fernsehen schauen, ein Blick ins Forum genügt schon: Verflachung, Dudel, Tonqualität - man bekommt immer weniger für sein Geld.

Irgendwas muß also passieren. Vielleicht müssen bald die oben genannten Spitzenverdiener wieder mit Miko bewaffnet auf die Straße gehen. Könnte nicht schaden, den Elfenbeinturm zu verlassen und spart obendrein auch zusätzliche Ausgaben für "Freie".
 

yra

Benutzer
Bei der gesetzlichen Rente kann aktuell ein Betrag von 2.961,90 €/Monat nicht einmal theoretisch überschritten werden.

Aber die Betriebsrenten und Pensionen im Öffentlichen Dienst et.al. (die vom Steuerzahler finanziert werden) liegen weit darüber.




 
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