Stundenlange nächtliche Talks oder Hörspiele bei den Privaten - wann und wo?


s.matze

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Weil ich gerade gelesen habe, dass es im Südwesten nun neuerdings das nächtliche Geschwätz von RPR auch nach BigFM, Radio Regenbogen und Radio Regenbogen Zwei durchgeschleift wird und somit überhaupt kein Gegengewicht zur (meist hervorragenden) Popnacht in Form einer live moderierten, unterhaltenden Musiksendung (von Spezialsendungen will ich gar nicht reden) mehr gibt, mal die Frage, ob es eine Übersicht gibt, wann (also an welchen Wochentagen) und bei welchen Sendern sowas läuft, damit man die Möglichkeit hat, vorher wegzuschalten?

Dieses stundenlange banale Gequatsche ist für mich ein absoluter Ausschaltgrund und ich ärgere mich jede Nacht darüber! Die Gespräche sind allgemein, oberflächlich und die Gäste für mich meist völlig uninteressant, oft sogar total unbekannt. Ganz schlimm BB Radio (siehe https://www.bbradio.de/programm/sendungen/Der-BB-RADIO-Mitternachtstalk-id469439.html), die füllen ganze Nächte damit. Nach Zwölf, wenn ich da mal reinhöre, kommt gar keine Musik mehr.
Bei Antenne Niedersachsen ist mir diese Labersendung neulich auch zum ersten Mal begegnet. Scheint da wohl neu zu sein.
Auf der Website kein Wort davon (siehe https://www.antenne.com/meine_antenne/onair/sendungen/Unsere-Sendungsübersicht-id314077.html)

Vor einigen Jahren wurde man aus Kostengründen überall mit nervigen Hörspielen zwangsbeglückt, die ohne Sinn und Verstand in vollkommen willkürlicher Reihenfolge quer durch diverse Privatradios der Republik geisterten, das scheint es heute nur noch bei Radio Brocken ( siehe https://www.radiobrocken.de/sendungen/Die-Radio-Brocken-Hörspielnacht-id399379.html ) und evtl. RTL ( siehe https://www.89.0rtl.de/shows/Hörspielnacht-id302782.html , weiß nicht wie aktuell das ist) zu geben?

Kennt jemand weitere Beispiele, die ich auf meine "Schwarze Hör-Liste" setzen kann?
Die Sender müssen doch mal merken, dass sie damit sämtliche Hörer vertreiben, die einfach nur nachts entspannt Musik hören wollen und dabei gut unterhalten werden möchten mit Aktionen und aktuellen (!) Informationen aus ihrem Land.
 
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Warum so negativ @s.matze? Die Nightlounge ist doch gar keine schlechte Sendung mit sehr viel Interaktion und Zuspruch bei den Hörern. Die Themen sind sehr interessant und oft auch über schwierige Dinge über die normal nicht geredet wird. Ich bin froh, dass es so eine Sendung (neben dem Blue Moon) noch gibt und dass die nun auch auf besseren Frequenzen in Baden-Württemberg zu hören ist. In vielen Regionen, wo 100,4; 101,1; 102,1; 102,8 noch gut reinkommen ist bigFM gar nicht mehr auf UKW zu empfangen. Daher halte ich die Nightlounge auf Regenbogen 1 UND 2 für einen enormen Gewinn. Klar, es gibt jetzt zwar eine 4 Fach Versorgung in Nordbaden/Rhein-Neckar, aber das ist meiner Meinung nach das kleinste Übel.

Ja, es gibt vielleicht Hörer, die nachts nur Musik hören wollen, aber für die gibt es unzählige Alternativen. Für Hörer die ein Talk Programm mögen, gibt es dagegen nur sehr wenig Auswahl. Blue Moon und Nightlounge dürften die einzigen Sendungen dieser Art hierzulande sein. In Österreich gibt's sowas ähnlich noch von Kronehit, das wars.
 
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Heisenberg

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Läuft Musik, läuft die falsche Musik. Wird gesprochen, wird das falsche erzählt. Man kann es vielen hier aber auch nicht Recht machen. Es gibt so viele Alternativen zum Radio. Einfach kein deutsches Radio einschalten, wenn da so viel schlechtes dabei ist. Schont den Blutdruck und erzeugt vielleicht auch mal positive Gefühle.
 

ndrgast

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Einspruch @s.matze
Dieses stundenlange banale Gequatsche ist für mich ein absoluter Ausschaltgrund und ich ärgere mich jede Nacht ...
Was schiesst du so pauschal gegen Wortstrecken in der Nacht? - "Absoluter Ausschaltgrund!" - Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: Doof, wer durch alle Sender zappt, und weiter switcht, wenn er erkennt: "DIE spielen ja gar nicht MEINE Musik!" - Ein erbärmliches Verständnis von Radio.
 
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Radiocat

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Ich finde dieses Angebot nicht schlecht. Dass es nun sowohl in RP als auch in Badenauf jeweils zwei (und gebietsweise eben auf vier) Programmen parallel läuft, finde ich suboptimal. Aber es geht ja hauptsächlich um Einsparung von Gema/GvL.
 

s.matze

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Talk funktioniert aber nur, wenn live. Siehe Blue Moon.
Das, was bei den Privaten läuft, sind meist völlig zeitneutrale, irgendwann aufgezeichnete (vorproduzierte) Interviews.

Was schiesst du so pauschal gegen Wortstrecken in der Nacht?
Das hast du missverstanden. Oder ich habe mich falsch ausgedrückt.
War ein großer Fan der alten Infonacht, als diese noch vom MDR Aktuell kam.
Auch nichts gegen spannende Live(!)-Gespräche mit Hörern (Popnacht) oder Gästen.

Was ich kritisiere, ist das Versenden zeitneutraler Archivware (vorher aufgenommene Gespräche) und Hörspiele zum Anfüllen des Wortanteils und/oder zur Senkung des prozentualen Musikanteils um in eine niedrigere Gema-Stufe zu rutschen - bei den Privaten.
 
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Heisenberg

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Talk funktioniert aber nur, wenn live. Siehe Blue Moon.
Das, was bei den Privaten läuft, sind meist völlig zeitneutrale, irgendwann aufgezeichnete (vorproduzierte) Interviews.

Und wer sagt, dass das nur live funktioniert? Der allwissende Radiogott Deutschlands s.matze?

Es ist doch ok, wenn Du das scheiße findest! Dein gutes Recht! Aber ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die das trotz Aufzeichnung gerne hören. Ich gehe sogar davon aus, dass der Ottonormalhörer gar nicht merkt, dass es aufgezeichnet ist.

Und selbst wenn: Es wird ihm scheißegal sein, wenn es ihn interessiert und er sich unterhalten fühlt.
 

s.matze

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Und wer sagt, dass das nur live funktioniert?
Weil Radio ein Live-Medium ist! Es ging um Hörertalk. Wie willst du bitte eine Talksendung zu einem aktuellen Thema mit Hörern vorproduzieren und zeitversetzt senden? Wie aktuell ist das dann noch? Schneidest du dann auch alle "unerwünschten" Meinungen gleich raus, damit du auf die 55:30 Min. Sendezeit kommst?

Aber okay, heutzutage werden ja sogar schon die Nachrichten in einer der größten öffentlich-rechtlichen Anstalten der Welt vorher aufgezeichnet, könnte ja sein, dass man sich sonst verspricht.

Es wird ihm scheißegal sein
Offensichtlich ist es immer mehr Menschen nicht "scheißegal", wie sie mittlerweile im Radio belogen und für dumm verkauft werden, mit deutlich hörbar geschnittenen und vorher aufgezeichneten Gesprächen in denen dann auch schon mal ein O-Ton doppelt abgespielt wird - sonst hätten nicht soviele Menschen ein Akzeptanzproblem mit der ARD und ihrem Rundfunkbeitrag und es würden sich nicht soviele Menschen vom Radio abwenden hin zu Streamingdienste. Die vielerorts zweistelligen Minusprozente in den letzten MAs sprechen Bände.

Aber klar, der Hörer will gerne verarscht werden. Er liebt die Illusion, dass man ihm irgendetwas vorgaukelt. Und noch lieber bezahlt er dafür 16 Euro im Monat. Warum nicht gleich 30? Oder 50? Radio ist eben Kino im Kopf. Da sollte man den Beitrag schon an die gängigen Ticketpreise für einen Blockbuster anpassen. Spannender als Hollywood-Fiktion ist eine Schmierenkomödie mit den geschnittenen Gesprächen allemal, spätestens dann, wenn die abgespielten Töne nicht zur Frage des Moderators passen.
 
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Heisenberg

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Du kannst auch einen Hörertalk vorproduzieren, wenn Du es vorher promotest, sich Hörer melden und Du sie dann anrufst und MIT ihnen den Talk aufzeichnest. Ist manchmal auch einfacher, weil nicht jeder Nachts um halb 2 wach ist. Somit hast Du die Möglichkeit das zum Beispiel am späten Nachmittag aufzuzeichnen. Und was ist dann daran unechter? Ja ok...Aktuell kann sich keiner dazu reinmelden. Da gebe ich Dir recht. Aber seine Meinung kann trotzdem jeder Hörer äußern. Notfalls per Mail.

Und....es gibt mit Sicherheit Sender, wo unangenehme Meinungen rausgeschnitten werden. Normalerweise wird aber geschnitten, weil dadurch der Talk etwas zusammengerafft werden kann. Live wird oft so viel Müll gelabbert. Da ist es ganz schön, wenn das gar nicht erst gesendet wird.
 

s.matze

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Natürlich ist das technisch möglich und kann handwerklich perfektioniert werden. Aber ist es dann noch gut im Sinne von: Aktuell, spontan, überraschend? Gerade Sendungen wie der Blue Moon leben doch für ihre Zielgruppe von den spontanen Einwürfen oder von unvorhergesehenen Reaktionen (und der daraus folgenden Interaktion mit dem Moderator oder einem Anrufer in der zweiten Leitung) und von den gelegentlichen "Spinnern".
Und selbstverständlich hast du da Leute, die ungefragt zu alles und jedem ihre Meinung loswerden wollen und jeden Abend anrufen. Aber davon lebt diese Sendung.

Wenn du eine Talksendung zu Afghanistan am Montagnachmittag aufzeichnest und am Dienstagabend sendest, kann es sein, dass vieles des Gesagten einfach nicht mehr aktuell und zutreffend ist, weil sich die Lage so schnell ändert. Wenn es ganz dumm kommt, war all der Aufwand umsonst und du kannst die Aufnahme wieder löschen und musst ein Ersatzprogramm senden, weil sich alles überlebt hat oder nicht mehr stimmt.
 
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Heisenberg

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Da gebe ich Dir zu 100 Prozent recht! Beides hat seine Vor- und Nachteile. Beides ist auf seine Art gut und schön oder auch schlecht und unschön.
Aber das heißt doch nicht, dass jeder aufgezeichnete Talk Grütze ist. Das ist mir einfach ein bisschen zu verallgemeinert.
 

Landwehrkanal

Gesperrter Benutzer
Vielleicht ist die Sinnhaftigkeit eines aufgezeichneten Talks vom Thema abhängig? Es gibt doch auch Themen, die nicht durch sich ständig ändernde Aktualitäten bestimmt werden. Z. B. "Moral und Gesellschaft", "Ist Religion im Alltagsleben noch zeitgemäß", "Gendern - die neue Geißel der Menschheit? " usw.

Über solche Themen kann man doch sehr gut eine aufgezeichnete Talksendung bringen.
 
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RadioHead

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Hörer-Talk ist doch live. Wo ist denn Hörer-Talk nicht live, außer bei bigFM zwischen 2 und 6 Uhr? Star-Interviews werden natürlich vorproduziert, weil der Star nicht immer dann Zeit hat, wann die Radiosendung ist. Und die aktuelle Platte ist ja auch ein paar Tage länger aktuell, sodass man die Sendung auch mal wiederholen kann.
 

Radiocat

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Ob jetzt nachts die Standardmusikrotation dudelt, eine Reisesendung, ein Interview oder ein Hörbuch...eigentlich ist es mir ziemlich schnuppe, mit was sich die Festplatte da abquält. Wenn es keine livemoderierte Show ist, finde ich meine Spotify-Playlists zumeist die bessere Alternative. Außer SWR3 ist nachts eigentlich kein Programm mehr in Ansätzen interessant.
 
Weil Radio ein Live-Medium ist
Nicht nur. Radio sollte zwar größtenteils Live gefahren werden, allerdings ist Radio nicht NUR ein Livemedium. Diese Forderung das Radio zwingend zu 100% Live sein muss ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Es kommt auf die Inhalte und die Stimmigkeit an. Das macht Radio aus. Ob Live oder nicht Live ist dabei völlig nebensächlich.
 
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