SWR 2


bayern2

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Na ja. Dialekt zählt jetzt nicht unbedingt als die Bildung schlechthin.
Hardcore-Dialektler gelten nach wie vor als eher nicht weltoffen, provinziel und als eher, na ja, unbegabt.
Dann muss es den Beiträgen nach hier im Forum ja eine ganze Menge Hardcore-Dialektler geben.


Der BR hat leider in all seinen Programmen eine eher gestrige konservative CSU-freundliche Anbiederungs-Grundhaltung.

Hoch lebe das gepflegte Vorurtteil!
 

Sieber

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Erinnert sich noch jemand an den Prof. Oberreuter, der gern Wahlen im BR begleitet hat? Fast so, als ob der Generalsekretär der Mehrheitsfraktion das gemacht hätte 😄 Sigmund Gottlieb ließ auch gerne mal eine gewisse Sympathie zur CSU durchblicken.

Aber zurück zu SWR 2.
 
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Um die kurze Schaltpause zurück zu SWR 2 zu nutzen:
Erinnert sich noch jemand

Genau, der BR als CSU Sender das ist Jahre her. Spätestens Ende der Nullerjahre ist "der Bayrische Rundfunk ... aus der CSU ausgetreten". Sagt jemand der es wissen muss:
 
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bayern2

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Erinnert sich noch jemand an den Prof. Oberreuter, der gern Wahlen im BR begleitet hat? Fast so, als ob der Generalsekretär der Mehrheitsfraktion das gemacht hätte 😄 Sigmund Gottlieb ließ auch gerne mal eine gewisse Sympathie zur CSU durchblicken.
Aus zwei Einzelfällen schließt Du auf eine ganze Anstalt? Ich hoffe, Du bist nicht journalistisch tätig. Falls doch, wundert mich nichts mehr...
Übrigens müsste man Deiner Logik nach auch dem DLF eine Rechtslastigkeit unterstellen. Ich darf nur die Namen der ehemaligen Redakteure Bernd Kallina und Jürgen Liminski erwähnen. Ach und der von Dir genannnte Herr Oberreuter war auch im DLF ein lange sehr gefragter Experte.
 

Morningshow

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Na ja. Dialekt zählt jetzt nicht unbedingt als die Bildung schlechthin.
Hardcore-Dialektler gelten nach wie vor als eher nicht weltoffen, provinziel und als eher, na ja, unbegabt.

Der BR hat leider in all seinen Programmen eine eher gestrige konservative CSU-freundliche Anbiederungs-Grundhaltung.
Provinziell finde ich eher Antenne Bayern mit ihrem kindlich naiven, künstlich anmutendem "Wir lieben Bayern" - Getue.

Bayern 2 und Bayern 5 zeichnen sich heutzutage gerade dadurch aus, daß sie der CSU nicht in den Hintern kriechen, sondern ihr mit einer kritischen Grundhaltung begegnen, die ich umso bemerkenswerter finde, als ich mir lebhaft vorstellen kann, daß die CSU den BR als "ihren Sender" betrachtet, der BR aber trotzdem in der Lage ist, in seinen Sendungen die nötige Distanz zu praktizieren.
 

freiwild

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Kurzer Exkurs zu Bayern 2 bzw. dem Bayerischen Rundfunk als ganzem:

Unter Intendant Reinhold Vöth (1972-1990) gab es diverse direkte politische Durchgriffe der CSU auf den Bayerischen Rundfunk. Man reibt sich heute die Augen, wie unverblümt Strauß und seine Getreuen sich damals den Rundfunk unterworfen haben. Die christsozialen Netzwerke, die sich in dieser Zeit bildeten, waren auch in den Jahren danach noch recht wirkmächtig, aber seit der Jahrtausendwende hat sich der Bayerische Rundfunk doch ziemlich von seinem schwarzen Erbe emanzipiert. Oberreuter und Gottlieb sind aus diesen Netzwerken bis heute bzw. bis vor kurzem übriggeblieben, aber sie erscheinen bzw. erschienen hier doch als mehr als skurriles Fossil in einer Anstalt, die journalistisch und kulturell ein sehr vorbildliches öffentlich-rechtliches Angebot betreibt.

SWR2 und Bayern 2, sind beide nicht nur gute, sondern auch sehr unterschiedliche Kulturprogramme. Und Ausdruck des sehr unterschiedlichen kulturellen und journalistischen Verständnisses ihrer Anstalten: Beim Bayerischen Rundfunk ist ein breites journalistisches und kulturelles Angebot zentraler Teil des eigenen öffentlich-rechtlichen Selbstverständnisses. Neben Bayern 2 gibt es hier noch ein eigenes Klassikprogramm, ein Infoprogramm, ein Bildungsprogramm im Fernsehen, eine Volksmusikwelle... Beim SWR sind alle Wellen massiv auf Massenkompatibilität und/oder Kosteneffizienz getrimmt; SWR2 ist gewissermaßen das Feigenblatt, in dem alles, was anderswo stört, gebündelt wurde.

Ich bin froh, dass es im SWR noch ein SWR2 gibt - gerade im Vergleich zu den Klassikdudlern, die im größten Teil der oberen zwei Drittel der Republik den Platz des "Kulturprogramms" einnehmen. Aber andererseits ist es ein schlechter Witz, dass sich hier so viele Unterschiedliche Formate: Information, Diskussion, Klassik, (anspruchsvoller) Pop, Bildung, Hörspiele, Features, ein einziges Programm teilen müssen, während auf den anderen Wellen der Anstalt oft gleich zwei oder drei Wellen herhalten müssen, die immergleichen Lieder zu wiederholen. Da wäre mir ein Angebot des Bayerischen Rundfunks doch deutlich lieber.
 
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Der SWR leistet sich aber den Luxus mit gleich zwei Landeswellen pro Bundesland , was man auch mal hinterfragen könnte (ebenso der hr). Alle anderen Lsndesanstalten habe da ja meist nur eine Welle (rbb 88.8 für Berlin, ABB für Brandenburg , MDR Sachsen für Sachsen, MDR S-An für Sachsen-Anhalt..., WDR2, Bayern 1) alles andere ist meist überregional/neutral ausgerichtet. Wenn sich der SWR zum Beispiel SWR4 einsparen würde und alle regionalen Fenster nach SWR1 abschiebt und dort dann den Spagat zwischen guter regionaler Information und einem gelungenen Musikmix der die Bandbreite von SWR1 und 4 gemeinsam anbietet, wäre eine wirklich lukrative UKW Kette samt DAB+ Platz frei um dort dann vielleicht eher spezifisches Programm zu machen, wie es der BR mit Bayern 2 und BR Klassik tut. Ist jetzt zwar völlig utopisch, wollt ich aber nicht unerwähnt lassen.
 
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freiwild

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Beide, SWR und BR, senden im wesentlichen fünf Programme auf UKW. (Ja, DasDing ist nicht flächendeckend verfügbar, aber in den großen Städten schon; SWR-Aktuell sendet zwar in Stuttgart auf UKW, kommt damit aber noch nicht mal bis an die Stadtgrenze.) Beim SWR sind dies vier vorrangige Unterhaltungsprogramme und ein ernsthaftes Programm; beim BR zwei Unterhaltungsprogramme und drei ernsthafte Programme. Das ist der wesentliche Unterschied.

Wenn man den SWR-Staatsvertrag ernstnähme, müsste SWR1 eigentlich so etwas sein wie WDR 5. In der Summe käme dann in etwa eine Programmstruktur wie beim WDR raus: zwei E-Programme (einmal Schwerpunkt Information, einmal Schwerpunkt Kultur) und drei U-Programme (je eine für jüngere, mittlere und ältere).
 
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RadioHead

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WDR5 passt nicht zur History von SWR1 (SWF1/SDR1). Ende der 90er sah ich die damaligen (gerade erst fusionierten) SWR1, hr1 - das Informationsradio mit der ARD-Popnacht, WDR2 ("Radio für Ihre kleinen grauen Zellen", "Wirkt auch zwischen den Ohren", "Sie haben nur ein Hirn - enttäuschen Sie es nicht!" - stand alles im Radiotext) und radioeins (das SFB2/Radio B Zwei ab 30. April 1990 als Info- und Servicewelle in Abgrenzung zu Radio 4U als Jugend- und Popwelle) auf einer Linie: die gehobene Popwelle. Über 20 Jahre später sieht die Realität anders aus. Die meisten haben sich in Richtung 80er-Oldies entwickelt, andere in Richtung Mainstream-Popwelle oder Indie/Alternative als Abgrenzung zu den vielen AC-Hitradios in der Region - die Infos wurden überall in die neu gegründeten Infowellen ausgelagert (RBB 1995, das WDR 5 ab 1997, hr Chronos/Skyline (1998), Info (2004).

Ein WDR5/NDR4 Info/Bayern 2/altes hr1 radio aktuell/altes SDR1 würde ich aus SWR1 nicht machen. @Fan Gab Radio hat oben gut zusammengefasst, was ich hier schon öfter vorgeschlagen habe. 1 und 4 zusammenfassen und 2 splitten in zwei Kanäle nach BR-Vorbild. Das halte ich für realistischer als ein WDR5 auf der alten SWF1-Kette. In SWR4 läuft heute viel Musik, die vor über 30 Jahren in den dritten Programmen lief (HRK, Lage, Westernhagen, Purple Schulz, Beatles/Stones/Abba/Elvis/Elton sowieso), die würde sich auch bei SWR1 gut machen - tut sie teilweise eh schon und um den Rest ist es nicht schade (Volkstümliche Hitparade - wer braucht das noch?).
 

Sieber

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Also mit hr1, hr3, hr4 und YouFM versorgt der hr eine recht große Fläche südlich seines Sendegebietes. UKW Hardberg.
 

listenerXL

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De facto schon. Allerd versorgt der auch allgemein kein zweites Bundesland offiziell mit. Wäre dies der Fall hätte er mit hr1 und hr4 aber trotzdem zwei landeswellen, der Rest wäre überregional. Das meine ich.

Überregional? Wieso das denn?
Verstehe ich nicht. Zwar scheint das bei beinahe sämtlichen ÖRs üblich zu sein - WDR2 z.B. ausgenommen - dass einige Programme ganz und gar nicht regional zugeschnitten sind, sondern Programme fahren, die für die ganze Welt und darüber hinaus ausstrahlen.

Daneben gibt es dann jene mit Schlagerschmus, Volkmusikgetute und den unvermeidlichen, ewig nervenden Oldies, die dann wirklich auf die Region(en) ausgerichtet sind. So, als wollte man die anderen, global ausgerichteten Hörer mit Interesse an ansprechenderer Musik nicht mit dem Geschehen um die Ecke belästigen.

Ziemlich verfehlt, das Konzept, wie ich finde. Mich interessiert durchaus, was in der Region passiert. Aber mir dafür die Oberkrainer antun oder irgendeine deutschtümelnde Schlagertussi - nee danke.
Und was machen die Massenprogramme, wie z.B. HR1 oder SWR1? Erzählen lieber dusselige Stories über die Entstehung irgendwelcher Popliedchen oder die Gewohnheiten verblasster Pop-Sternchen, anstatt den Hörer über regionales oder lokales Geschehen zu informieren. Und spielen zwischendurch Stückchen der neusten CDs von Interpreten, die seit 30 Jahren in Vergessenheit geraten sind, aber in den Programmen so getätschelt werden, als hätten sie ständig neue, größere Erfolge.

In anderen Ländern läuft das anders, auch im TV. Die BBC bietet in ihrem ersten Programm z.b. zur besten Vorabendzeiten Regionalnachrichten, wohlwissend, was die Menschen hören (und sehen) möchten.
 

s.matze

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Ab Herbst geht es dem Programm an den Kragen.



Daraus:
Im SWR2 Programm werden ab September aufwändig produzierte Sendungen von 22 Uhr in Zeiten mit stärkerer Radionutzung verschoben, z. B. Feature und Literatursendungen, um auf diese Weise mehr Menschen zu erreichen. Das Mittwochsfeature erhält einen neuen Sendeplatz am Freitag um 15 Uhr.

Im Zuge des Umbaus entsteht auch ein neues Abendprogramm.

Gleichzeitig entwickelt SWR2 neue Formate für digitale Plattformen: u. a. den Musik-Podcast „Hear my voice!“, die Podcast-Dokuserie „Shit happens“ oder die Lesung der Maxim-Biller-Biografie als Podcast.

Der monatliche Literaturtalk zur SWR Bestenliste wird nun am Sonntag um 17 Uhr gesendet. Das Krimihörspiel wird am Samstag um 19 Uhr zu hören sein. „SWR2 Essay“ erhält einen neuen Sendeplatz am Sonntag um 23 Uhr.

Das Hörspiel-Studio vom Donnerstag, aber auch „Ars Acustica“-Produktionen, wandern auf einen neugeschaffenen Sendeplatz am Samstag, 23 Uhr, mit dem Titel „SWR2 Ohne Limit“. An diesem Platz sollen experimentellere Formen ihre Heimat finden




Also auch dort der Trend dahin, ganze Sendestrecken mit billigen Online-Formaten zu füllen.
Und wie man an einem Werktag nachmittags allen Ernstes mehr Menschen erreichen will, bleibt fraglich.
 

Radiofreak01

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@s.matze: vielen Dank für diese Informationen über das neue SWR 2 Programm ab Mitte September 2021. Allerdings bleibt für mich unklar wo zum Beispiel die Sendung "SWR 2 Zeitgenossen" bleibt. Ist das einer der Sendeplätze die dieser Reform zum Opfer fällt. Und was ist mit der Spätvorstellung die bisher immer Samstagabend lief.

In diesem Zusammenhang gefällt mir gar nicht, dass sich Macher von SWR 2 immer stärker auf jüngere Hörer konzentriert. Wo sollen die Höerer, welche schon ein fortgeschrittenes Alter haben und Wert auf ein anspruchsvolles Klassik - und Kulturprogramm legen, bleiben?

Dies ist eine Entwicklung vor der mit graut!! :mad:
 

Morningshow

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"Shit happens"?? Was soll so eine pseudo-hippe Rotzsprache im Zusammenhang mit SWR2?

Der ARD-Hörfunk liefert mit Inbrunst fortlaufend "Dämlichkeiten". Ist das eine Programm kaputtreformiert, fällt man über das nächste her. SWR2 ist das derzeit vielleicht noch intakteste Kulturprogramm. Da kann Gniffke nun "beherzt" Hand anlegen.

Was treibt die ARD-Verantwortlichen nur dazu an, jeder Idiotie Raum zu geben? Noch ein Beispiel von Gniffkes SWR: Auf SWR 3 lief vor ein paar Tagen ein Quiz, bei dem der teilnehmende Hörer die "Aufgabe" hatte, auf Fragen bewusst falsch zu antworten.

Wer denkt sich solch einen Mist aus? Und wer hat eigentlich das größerer mentale Problem: der Hörer oder der "verantwortliche" SWR-Mitarbeiter?
 
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