SWR1: Gro├čes Radio mit Macken


listenerXL

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Unterhaltungsradio wirkt heute wie vom Fliessband...
Absolut. Man sollte die Verantwortlichen der Landesrundfunkanstalten vielleicht mal ins Ausland schicken. Da k├Ânnten sie bei France Bleu oder irgendeinem BBC County Radio lernen, wie man Radio macht, dass sowohl unterhaltsam als auch informativ ist - Radio aus der jeweiligen Region f├╝r die Region.
Beispielsweise wird in den Morgenmagazinen dort relativ wenig Musik gespielt, das trifft sowohl auf die britischen wie auch die franz├Âsischen Sender zu. Und trotzdem sind sie ungeheuer beliebt.

Und bei uns? Die gr├Â├čen Hits aller Zeiten...g├Ąhn. Oder heute, im "Tag in Rheinland-Pfalz" im SWR, wenn ich mich nicht irre eigentlich ein "Zeitfunkt-Programm", eine ├╝berfl├╝ssige Meldung ├╝ber ein Harry Styles Concert in London....

Alles nur noch beliebig, austauschbar, farb- und gesichtslos.

Eigentlich sollte man s├Ąmtliche Programme, die nach Schema F senden, (die Oldiewelle im Ersten, die Popwelle im Dritten, die Seniorenwelle im Vierten und die Jugendwelle sonst irgendwo) abschalten. Da Regionales sowieso genauso wenig eine Rolle spielt wie irgendwelche (doch nur st├Ârenden) journalistische Inhalte, k├Ânnte man sie durch eine paar nationale Musikwellen ersetzten - vielleicht noch moderiert durch irgendeinen schlechtbezahlten Nachwuchsmoderator. Eine Welle w├╝rde dann nur 60/70/80er Titel spielen, die n├Ąchste usw., eine Welle Rock-und eine Schlager- und Volksmusik.

Die Programme w├Ąren kaum schlechter, aber wahrscheinlich wesentlich billiger.

├ťbrig l├Ąsst man dann noch den DLF und die Kulturwellen, vielleicht noch, in modifizierter Form die Info-Wellen.

Alles andere ist - leider - h├Âchst ├╝berfl├╝ssig geworden.
 

Radiofreak01

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Zeitfunk : was ist das? Gibt es das ├╝berhaupt noch? ­čĄú­čĄú­čĄú
Eigentlich sollte man s├Ąmtliche Programme, die nach Schema F senden, (die Oldiewelle im Ersten, die Popwelle im Dritten, die Seniorenwelle im Vierten und die Jugendwelle sonst irgendwo) abschalten
Erw├Ąhnte ich bereits fr├╝her. Am Besten wie bei den Nachtprogrammen. Ein Anstalt f├╝r das gesmate Bundesgebiet im w├Âchentlichen Wechsel. K├Ânnte man viel Geld sparen!
 
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listenerXL

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Zeitfunk : was ist das? Gibt es das ├╝berhaupt noch? ­čĄú­čĄú­čĄú
Eine in der Tat reichlich antiquiert klingende Bezeichnung f├╝r Programme, in der eigentlich die Aktualit├Ąt im Mittelpunkt stehen sollte. Zuletzt hie├čen solche Programme meist XY-Aktuell, oder Aktuell um Zw├Âlf oder so ├Ąhnlich.
Da waren sie aber schon reichlich verw├Ąssert, hatten mit Sendungen wie "Heute Mittag", wie es fr├╝her beim SWF lief und noch ein richtiges Magazin war, in dem Aktualit├Ąt wichtig und Musik Nebensache war, nichts mehr zu tun.

Schlimmer als jetzt geht es aber wohl nimmer: Wenn selbst in einer Sendung, in der eigentlich die Aktualit├Ąt aus Rheinland-Pfalz Thema sein sollte, die wie Krebsgeschw├╝re (pardon) ├╝berall wuchernden Pop-Hist├Ârchen um sich greifen, gibt es wohl endg├╝ltig (mal wieder) keinen Grund mehr, ein solches "Programm" zu h├Âren.
 

Zwerg#8

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Absolut. Man sollte die Verantwortlichen der Landesrundfunkanstalten vielleicht mal ins Ausland schicken. Da k├Ânnten sie bei France Bleu [...] lernen, wie man Radio macht, dass sowohl unterhaltsam als auch informativ ist - Radio aus der jeweiligen Region f├╝r die Region.
Ganz so laut w├╝rde ich das im Moment nicht sagen, wobei ich sowieso den Eindruck habe, da├č sich unsere ├Â-r Sender ob der Wiederholungen im TV im "Dauerwarnstreik" befinden. ;)
Wie die franz├Âsische Nachrichtenagentur AFP meldet, waren am Vormittag im Fernsehen nur Wiederholungen zu sehen - in den Radiosendern lief lediglich Musik.
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/streiks-sender-frankreich-rundfunkgebuehren-101.html


Wolfgang Heim h├Ârt auf. Tja, time goes by. Alles Gute f├╝r den wohlverdienten Ruhestand! Vielleicht nimmt er ja noch einen kleinen "Leute-Nachschlag", so ab und an, wenn es zu langweilig wird? Unvergessen ist sein Spruch zum Thema im Gespr├Ąch mit Karl Dall vor gut 10 Jahren. Er hat also offenbar so richtig was vor, jetzt im Ruhestand...
 

listenerXL

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Ganz so laut w├╝rde ich das im Moment nicht sagen, wobei ich sowieso den Eindruck habe, da├č sich unsere ├Â-r Sender ob der Wiederholungen im TV im "Dauerwarnstreik" befinden. ;)

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/streiks-sender-frankreich-rundfunkgebuehren-101.html


Wolfgang Heim h├Ârt auf. Tja, time goes by. Alles Gute f├╝r den wohlverdienten Ruhestand! Vielleicht nimmt er ja noch einen kleinen "Leute-Nachschlag", so ab und an, wenn es zu langweilig wird? Unvergessen ist sein Spruch zum Thema im Gespr├Ąch mit Karl Dall vor gut 10 Jahren. Er hat also offenbar so richtig was vor, jetzt im Ruhestand...
Die Franzosen streiken eben ├Âfter mal. Gleiches passierte vor kurzem in Belgien, da lief auf s├Ąmtlichen Kan├Ąlen auch nur Musik.

Der Unterschied aber ist: Das sind Notprogramme, um den Streik zu ├╝berbr├╝cken. Bei unseren ├ľRs, besonders beim SWR, sind die Standardprogramme aber nicht wesentlich besser als solche Notprogramme.

Ach ja, zwischendurch gibt's Pop-Hist├Ârchen bis zum Abwinken, und Samstagabends dann die gro├čartige "80er Show". Da l├Ąuft dann das gleiche, was sowieso laufend l├Ąuft.

Stimmt nicht ganz: Die Musik wird scheinbar noch ├Ąlter, und damit noch unertr├Ąglicher. Am Sonntag hab' ich doch tats├Ąchlich versehentlich die falsche Taste an meinem Autoradio gedr├╝ckt. Was lief auf SWR RP? Ein Bee-Gees-Schmachtfetzen aus den 60ern. Wahnsinnig originell! Ich dachte, das liefe jetzt in SWR-4? Selbst da ist die Musik wahrscheinlich mittlerweile abwechslungsreicher...

Na gut, das n├Ąchste Mal besser aufpassen, damit ich nicht wieder beim langweiligsten Sender "aller Zeiten" lande.
 
Nach Wolfgang Heims kr├Ânendem Abschluss als "Leute"-Moderator (vor allem die erste Stunde...) folgt am Sonntag eine weitere Abschiedssendung, in der er von 12 bis 16 Uhr Gast von Rainer Hartmann sein wird:
 
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R├╝diger Becker, der POINT-Chef! :) Hab noch meinen Briefwechsel mit ihm aus den 80ern. Fr├╝her galt man als Mitdenker, heute (ganz schnell) als brauner Schwurbler. So ├Ąndern sich die Zeiten Anderen.

Wolfgang Heim war nach der Pensionierung von Stefan Siller der letzte Grund f├╝r mich, ├╝berhaupt noch SWR1 zu h├Âren. Mein Beileid insbesondere auch an Forenmitglied Manfreds Ventilator, der sich wohl gerade irgendwo am Br├╝ckenrand stehend fragen wird: A) Springen oder B) nicht springen?

(Richtige Antwort lautet nat├╝rlich: B) - nicht springen!)

... So, krieche jetzt wieder zur├╝ck in meinen braunen Sumpf. Sch├Ân k├╝hl dort, aber zurzeit auch viele Stechm├╝cken. Sch├╝h├╝├╝├╝├č!
 
Nee, an des Topfguckers Arbeitsplatz schien stets die Sonne :D
Und man konnte on air Schwulenwitze machen - zusammen mit Schwulen! Sehr authentisch. (Und irgendwie auch schon ganz sch├Ân woke.) Und Witze ├╝ber Reemtsma & Co. und ├╝ber Menschen (insbesondere "Susanne" alias Natalie R. alias Polyphonic Octave Generator von Electro Harmonix) mit Kehlkopfkrebs (erboster H├Ârerprotest inclusive). Aber das war noch lange vor der Bundeskulturrevolution 2015-2022+, obwohl diese auch damals schon ihren unheilvollen Schatten l├Ąngst vorausdingste, was wiederum zu Sketchen wie den ├╝ber ein Schaumzuckerh├Ąufchen auf Waffel mit Schokoladen├╝berzug animierte. Und zu dem Interview mit dem Musikchef Bernd, weil er so ein schlechter Mensch war. Zum Beispiel hatte er mal im Woolworth-Einkaufszentrum der Queen Mum ein Bein gestellt oder so, so dass es die voll hingelegt hat. ... "Aber das sind Lapalien!", so Bernd damals ... on air. ... Wie ich ECHTE (sogar schlechte) Satire vermisse, nach jahrelangem Staatszwangshumor.

... Tja, heute nur noch Wischi-Waschi-Weichsp├╝l und Fanta-4-Linientreu-Pseudofrech und blo├č nirgendwo anecken und, ach, ja, die Mikroaggressionen! - Damals war die Kernkompetenz des Fu├čballers ja noch der Alltagsrasen und heute vor allem der Alltagsrassismus.

Leider war es damals noch ein unprofessioneller Scheisendensender, wo jeder Moderator, allein oder im Zweierteam, nur sein eigenes S├╝ppchen kochte anstatt den Sender als solchen aufzubauen und in den Vordergrund zu stellen - und entsprechende Starall├╝ren bekam. Es gab also lauter Bubbles und die Qualit├Ąt der Wortbeitr├Ąge ersch├Âpfte sich im CB-Funk-Niveau. Ein paar P-Ones, die st├Ąndig anriefen, verleiteten die Moderierenden dazu, sich als die K├Ânige der Welt zu f├╝hlen (und sich auch so aufzuf├╝hren), weil sie von ihren zehn oder f├╝nfzehn (teils vielleicht sogar potenziell f****baren) Stammh├Ârenden auf den Rest der Welt schlossen. - Ganz b├Âser Anf├Ąngerfehler! H├Ątte dem einen oder anderen fr├╝h gealterten Hasen dort eigentlich nicht mehr passieren d├╝rfen. Uns Volont├Ąren vielleicht schon noch. ... Ja, ich denke in der Tat gerade an "Flashlight". (Kriege Hautausschlag beim Anblick lebenslang unverbindlich hip-debil vor sich hingrinsender und -bl├Âdelnder (Fr├╝h)moderatorenclowns. Vielleicht meine spezielle Form der Altersmilde?) - Die diesbez├╝glich Weisesten unter uns waren eigentlich immer die Praktikantinnen und Praktikanten gewesen - die hatten den gr├Â├čten emotionalen Abstand zu dem ganzen Mist, der sich da abspielte - wie ein grausames gesellschaftliches (kafkaeskes) Experiment, wo es so einige Verlierer gab, die hinterher niemals existiert hatten (beim Privatradio allerdings so ├╝blich).

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.... Und warum war man ├╝berhaupt dort gelandet, im Radio-Kinderhort? Weil man in seiner Jugend wahrhafte Qualit├Ątsmoderatoren angebetet hatte (gleich hinter seinen Lieblings-Rockstars!) wie Wolfgang Heim, R├╝diger Becker, Thomas Roth, Stefan Siller, Matthias Holtmann, Friedemann Leinert, Michael Branik ... (und diverses moderierendes Weibsvolk dort, aber die waren l├Ąngst nicht so toll - aber auch okay). Man wollte so sein wie die. Erstmal. Bis es dann klappt mit der Karriere als Rockstar.

Peter Kreglinger mit seinen sp├Âttischen und bei├čenden Schallplattenkritiken h├Ątte man heute nach einem halben Arbeitstag den Aufhebungsvertrag ├╝berreicht. Man h├Ątte diesem Hassenden und Hetzenden das Bankkonto (und s├Ąmtliche Freundschaften) gek├╝ndigt und gewaltaffine friedliebende Hypermoral-Aktivisten/-Denunzianten h├Ątten das ├ťbrige erledigt. - Ich hatte diese Plattenkritiken damals geliebt! Heute w├╝rde ich diese bestaunen: "Und das durfte man fr├╝her?!"

Habe mir "Wolfgang Heims letzte SWR1-Leute-Sendung" angeh├Ârt und angeguckt. Interessante K├Ârpersprache von R├╝diger Becker, wie ich finde, von all der modernen Technik um ihn herum schien er sichtlich eingesch├╝chtert zu sein. Gerade frisch aufgetaut, wie ├ľtzi im Radio.

Wir sahen drei damals wie heute im knallroten politischen Farbspektrum zu Verortende, zu POINT-Zeiten Vorurteile gegen├╝ber der DDR abbauende (gleichwohl Sympathische), die sich, mehr oder weniger eloquent, gegenseitig frankelstnerten - ihre gegenseitigen, bisweilen ungelenk wirkenden, Umarmungen untereinander dabei aber auch zulie├čen. Sch├Ânes nostalgisches Setup f├╝r die letzte Sendung. In der vielzitierten Blase befanden sich in all den vergangenen Jahrzehnten nat├╝rlich immer nur die Anderen.

POINT, es wurde angedeutet, sendete damals in einem anderen politischen Milieu als heute. Das Konservative gab den Ton an, POINT war da eher linksalternative Graswurzelbewegung. Im allerbesten Sinne allerdings: Man konnte die Sendung und die Moderatoren m├Âgen und sich gleichzeitig ├╝ber sie ├Ąrgern - und seinem ├ärger ├╝ber den Anrufbeantworter dort Luft machten. Viele H├Ârer machten von diesem Angebot regen Gebrauch. Und es kamen beileibe nicht nur die Stimmen zu Wort, die alles Friede-Freude-Eierkuchen fanden (so wie heute bei der mehrfach duftweichgesp├╝lten Nachfolgepartei SWR1), sondern es ging dort richtig zur Sache. Die Moderatoren keilten (freundlich, vielleicht alternativ-softie-m├Ą├čig, aber niemals "glatt") zur├╝ck, dass sie f├╝r sich ebenfalls in Anspruch nehmen w├╝rden, ihre Meinung zu vertreten.

Es war alles eine sehr gesunde Angelegenheit damals. Wie ein Waschbecken mit angeschlossenem Siphon, anstatt immer nur stetig die ben├Âtigte Menge des in die Kloake zu kippenden Duftweichsp├╝lers zu erh├Âhen, wie heute ├╝blich. ... Eine etwas schiefe Metapher vielleicht, aber daf├╝r ohne gro├č nachzudenken.

Ich fand Radio 3 S├╝dfunk Stuttgart damals "besser" als SWF3 - obwohl die auf ihre Art nat├╝rlich auch richtig gut waren, vielleicht sogar insgesamt professioneller. ... Mit "SDR3" nahm die Verweichsp├╝lung dann ihren Anfang. War nicht ausgerechnet sogar Matthias Holtmann schuld daran? (Der Erfolg gab ihm ja recht, ich jedenfalls nicht.) Gerade habe ich in diesem Zusammenhang aber pl├Âtzlich noch einen anderen Namen im Kopf: Herbert Borlinghaus. Was ist eigentlich mit dem ... oh, verdammt:


Warum sind derartige echte Mannsbilder eigentlich mittlerweile komplett ausgestorben (und wurde von trendbewussten opportunistischen Idioten mit Silberhaar in Kinderkleidung und K├Ąppchen ersetzt)? Genauso schlimm finde ich ja diese unz├Ąhligen "Rammstein-S├Ąnger"-Verschnitte in meinem Alter.

Sogar Thomas Schmidt ist tot. Er war immer Fels in der Brandung, lt. Lesart von Wolfgang Heim (Erinnerungsprotokoll). Wobei die "Brandung" ("der Weltenbrand?") in der Denke von Heim heutige, allesamt in einen Topf zu werfende, Schwurbler und Verschw├Ârungstheoretiker sind, die schon damals nicht gemeinsam mit POINT Vorurteile gegen├╝ber der DDR abbauen helfen wollten. (Aber das h├Âren sie heute nicht mehr so gern, glaube ich. Das Gesagte ist niemals gesagt worden, ganz normal bei den ├ľffis.)
 
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Radiocat

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Ich bin immer noch so geblieben, wie ich damals war. Und meine Vorstellung von gutem Radio hat sich nicht ge├Ąndert. Weshalb ich vieles, was mir heute geboten wird im Medienzirkus mit der Haltung abstrafe, die uns Katzen nun mal zu eigen ist: Komplettignoranz. Einfach Augen leicht zukneifen und hindurchschauen...Ohren leicht zur Seite kippen, Durchh├Âren. War da irgendwas? N├Â. Ich will es nicht, also existiert es nicht. Kann man antrainieren. Und sehr zu empfehlen.
 
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