• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

SWR4-Reform

Grunde hast Du da im Südwesten ein Luxusproblem. Nirgendwo sonst gibt und gab es jeweils zwei Landeswellen einer Mehrländeranstalt.
Es gibt aber auch Länder mit eigener Rundfunkanstalt, die kleiner sind als RLP und die haben dann ja meist mindestens vier Landeswellen (auch wenn die dann vom Programm nicht alle das typische Landeswellen-Format haben). Aber auch die anderen Mehrländeranstalten schaffen es, ihre Programme recht verteilt in den verschiedenen Bundesländern zu produzieren. Der SWR vernachlässigt RLP hingegen total. In BW werden sechs Hörfunkprogramme produziert und in RLP eigentlich nur noch eins. Auch beim Fernsehen musste der SWR sparen. Die Spaarmaßnahmen betreffen fast alle ausschließlich RLP. Keine Übertragung des Jugendmasken-Umzugs in Mainz, keine übertragungen der Bühnenshows vom Rheinlandpfalztag, schließung von einem der beiden Fernsehstudios in Mainz.(In Baden-Baden und Stuttgart gibt es meines Wissens nach, deutlich mehr Fernseh-Studios.) Auch die Modernisierungen bei den Regionalstudios in den letzten Jahren fanden ausschließlich in BW statt. Und die zentrale Nachrichtenredaktion für den Hörfunk ist auch in BW. Auch, dass man für das neue SWR4 Stuttgart als Produktionsstandort gewählt hat, zeigt wie man RLP vernachlässigt. Begründet wurde das damit, dass die Studiotechnik in Stuttgart moderner als in Mainz sei, was ja auch stimmte. Aber da SWR4 in Stuttgart ein Jahr später zwei nagelneue Studios bzw. nagelneue technische Ausstattung der zwei SWR4-Studios bekam, kann man davon ausgehen, dass das nur ein vorgeschobener Grund für BW war.
 
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Das Problem ist, dass SWR4 schon immer einen starken Wert auf die Regionalisierung gesetzt hat.
Heißt aber auch, dass man dem, wenn man in Rheinland-Pfalz einfach bis auf die Regionalnachrichten gar nichts mehr produziert, Auch keine Rechnung mehr trägt.
 
Das Problem ist, dass SWR4 schon immer einen starken Wert auf die Regionalisierung gesetzt hat.
Statt "gesetzt hat" muss es "setzen musste" heißen, da der Sender im alten Staatsvertrag so beauftragt war.
Jetzt ist er ein Sender, der noch betrieben werden kann, aber nicht muss.
Im Laufe des Jahres (oder bis zum Jahresende) werden nach dem neuen Staatsvertrag auch die Regionalnachrichten irgendwann ins Erste wechseln müssen. Dann ist SWR4 eine reine Musikdudelbude mit etwas Pseudo-Service a la "Kaffee oder Tee" bzw. "ARD Buffet". Dann braucht ihr hier auch nicht mehr über Regionalität zu jammern.
 
SWR4 war in Ba-Wü die Antwort, bzw. die Waffe gegen die ab den 1990-er Jahren aufkommenden privaten Lokalsender. Die hat man mit dem konsequenten Ausbau der Regional- und Lokalberichterstattung (und einer um ein Vielfaches überlegenen Ausstattung an Personal, Frequenzen und Technik) in ihre Nischen verdrängt. Das war eine plumpe Strategie, aber sie hat funktioniert und über die Jahre SWR4 eine beachtliche Hörergemeinde beschert, die nun sehen muss, wo sie bleibt.
Denn wie dieser Faden ja hinlänglich zeigt: Der einstige Regionalsender wird abgewickelt.
 
Statt "gesetzt hat" muss es "setzen musste" heißen, da der Sender im alten Staatsvertrag so beauftragt war.
Jetzt ist er ein Sender, der noch betrieben werden kann, aber nicht muss.
Im Laufe des Jahres (oder bis zum Jahresende) werden nach dem neuen Staatsvertrag auch die Regionalnachrichten irgendwann ins Erste wechseln müssen. Dann ist SWR4 eine reine Musikdudelbude mit etwas Pseudo-Service a la "Kaffee oder Tee" bzw. "ARD Buffet". Dann braucht ihr hier auch nicht mehr über Regionalität zu jammern.
Ist nicht im neuen Staatsvertrag festgehalten, dass regionale Informationen weiterhin im 4. Programm erfolgen sollen?
Deshalb ja nach wie vor die „Regionalnachrichten um halb“, die ob ihrer Kürze für mich allerdings nur noch eine reine Alibiveranstaltung sind.

Ansonsten müsste man ja SWR1 auch regional auseinander schalten.
 
Ist nicht im neuen Staatsvertrag festgehalten, dass regionale Informationen weiterhin im 4. Programm erfolgen sollen?
Nein. Das Erste ist für die "Berichterstattung" aus den Ländern zuständig und auch dort ist nur noch Regionalsierung (Auseinanderschaltung des Signals) gestattet. Deshalb wird das Zeugs um halb irgendwann wechseln müssen.
Das ist dann natürlich eine "Stärkung der Informationskompetenz" dort. :cool:
 
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Ist nicht im neuen Staatsvertrag festgehalten, dass regionale Informationen weiterhin im 4. Programm erfolgen sollen?
Ja, das wurde im Nachhinein vom SWR noch in den Staatsvertrag hineinverhandelt:

§ 4 Angebot

(3) Der SWR veranstaltet im Rahmen seines Auftrags jeweils ein Landeshörfunkprogramm für die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Daneben kann er bis zu vier weitere Hörfunkprogramme veranstalten. Er kann diese Programme über unterschiedliche Übertragungswege verbreiten; § 27 Abs. 2 des Medienstaatsvertrags findet Anwendung. Ergänzend kann der SWR zwei ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme nach Maßgabe eines nach § 32 des Medienstaatsvertrags durchgeführten Verfahrens veranstalten. Auseinanderschaltungen sind in den Landeshörfunkprogrammen sowie in Programmen, die der Darstellung der Regionen dienen und nach gewachsenen Wirtschafts- und Erlebnisräumen zugeschnitten sind, zulässig. In den sonstigen Hörfunkprogrammen sind Auseinanderschaltungen nur in untergeordnetem Umfang, insbesondere bei Serviceinformationen, zulässig. Für Kooperationsprogramme gelten die Regelungen des Medienstaatsvertrags.
 
In § 4 Abs. 3 sind Auseinanderschaltungen als „zulässig“ beschrieben, auch immer noch in SWR4.
D.h. sie sind nicht mal Pflicht.
In SWR4 wird man sie auf der aktuellen Sparflamme vielleicht beibehalten.

Ob diese Auseinanderschaltungen aber in SWR1 jemals kommen werden, wage ich angesichts der aktuellen Entwicklungen im SWR eher zu bezweifeln.
 
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Bei SWR1 hat man ja eine kleine Irrfahrt hinter sich.
Bis 2017 Gemeinschaft Sendungen aus Baden-Baden, ab dann nur noch die Nacht gemeinsam und den Rest getrennt aus Stuttgart und Mainz, und jetzt die Musikclubs der ARD. Also im Prinzip Reform wieder rückwärts.
 
Wobei sich die Mehrzahl "Landesprogramme" eben nur auf die beiden Versionen von SWR1 bezieht und SWR4 nicht mehr einschließt.
Falsch. Einfach mal den von @Festnetzfreak dankenswerterweise verlinkten Text lesen:
Auseinanderschaltungen sind in den Landeshörfunkprogrammen sowie in Programmen, die der Darstellung der Regionen dienen und nach gewachsenen Wirtschafts- und Erlebnisräumen zugeschnitten sind, zulässig.
Das betrifft ausdrücklich SWR1 und SWR4. Regionalsplitting ist keine Pflicht, aber zulässig.

Nach Auskunft aus dem hiesigen SWR-Studio bleiben die Regionalnachrichten um halb in SWR4 langfristig erhalten.
Es wird wohl überlegt, die Regionalausstiege oder Teile davon auch im Ersten auszuspielen. Das wäre dann so, wie es auch bei hr1 und hr3 seit einiger Zeit praktiziert wird: Ein regionales Nachrichtenformat mit O-Tönen, was dann leicht zeitversetzt auf beiden Wellen ausgestrahlt wird.
 
Es wird wohl überlegt, die Regionalausstiege oder Teile davon auch im Ersten auszuspielen.
Diese Überlegungen werden aus rein technischen Gründen über DAB nicht umzusetzen sein. Entweder das eine oder das andere. Die Tendenz dürfte auf jeden Fall in Richtung 1 gehen, weil 4 eben lt. dem vielfach zitierten Text nur noch ein "kann auch"-Programm ist. Landeswelle war einmal.
Warten wir einfach ab, was hier wie da im Laufe des Jahres noch alles passiert.
 
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Wieso bleiben die regionalen Nachrichten bitte beim vierten Programm? Er gibt doch bei der momentanen Reform wenig Sinn.
Aber, was wundert einen schon bei einem Intendanten, wie der SWR ihn zur Zeit hat.
Tatsächlich konnte ich mir in punkto SWR1 aber auch vorstellen, dass man sich in Zukunft schon ab 18:00 Uhr zusammen schaltet
Samstags wird ja im Prinzip schon ab 13:00 Uhr gemeinsames Programm gefahren. Und sonntags ja auch von sechs bis 10:00 Uhr, und dann eben wieder ab 20:00 Uhr. Wer erkennt da auch Parallelen zum alten SWR4?
 
Wieso bleiben die regionalen Nachrichten bitte beim vierten Programm?
Weil in den Köpfen der Verantwortlichen noch immer die Illusion vorherrscht, SWR1 und SWR4 wären Informationsradios - so die Wortwahl des SWR-Intendanten in einem jüngsten Interview.

Wobei SWR1 eben das Land, SWR4 auch oder überwiegend die Regionen bedienen soll.

Ist natürlich alles Quatsch. Logisch wäre es, Lokalnachrichten ins Erste zu verfrachten, und das Vierte gemeinsam mit HR4, WDR4 usw. als Seniorenwelle auszurichten, mit entsprechender Musikrichtung (Schlager, Volkstümliches, Instrumentales, Musicals, höchstens gelegentlich mal einen englischen Evergreen). Aber vermutlich glauben die SWR-Verantwortlichen, dass - sorry, es klingt makaber - Liebhaber solcher Musik kaum noch unter den Lebenden zu finden sind. Und selbst Alte bis Steinalte wollten heute - yes, please - 60er und 70er Pop hören.

Müssig, ewig die gleiche, langweilige Diskussion. Der Zug ist wohl abgefahren. Wahrscheinlich hilft nur noch das US-Modell: Bis auf Information und Kultur alles abschalten. Wer will, kann seine bevorzugte Musikrichtung abonnieren, und sich dann von morgens bis abends mit Hilfe der "Super Musik" an seine jungen Jahre erinnern.
 
Vielleicht sollte man bei SWR4 BW auch mal wieder die Präsentation des Programms thematisieren:

In den letzten Wochen haben sich zwei Dinge eingeschlichen:

1. Das unsägliche sog. “Musikbett”, das gnadenlos den Verkehrsmeldungen, den Wettergesprächen und teilweise auch den Gesprächen mit den Hörern unterlegt wird.

Das Musikbett nervt nur, es macht überhaupt keinen Sinn und bietet null Mehrwert. Warum quält man die Hörer auf diese Weise ??


2. Die Musiktitel werden grundsätzlich nicht mehr ausgespielt. Ins Intro wird reingequatscht, in das Ende auch, zum Teil wird das Ende auch knallhart abgewürgt, sei es durch Moderation oder die beknackten Jingles.

Das Musikprogramm ist komplett verhackstückt und in dieser Form unerträglich und somit nicht mehr hörbar!


Auf den Punkt gebracht: SWR4 ist nur noch ein einziger Trash!
 
Ich glaube, das hat ihm auch die Versetzung nach Kaiserslautern eingebracht. Denn Jürgen Rademacher war wohl ziemlich deutlich damals.
Sorry. Aber was sollen eigentlich die Kolleginnen und Kollegen denken, die so einen Bullshit über sich selbst lesen müssen? Macht doch einfach mal halblang mit euren kruden Fantasien, was da wohl so abgeht, wer wechselt, wer nicht und wer ganz ganz ganz sicher gekündigt hätte, wenn er denn noch wäre.
 
SWR4 ist nur noch ein einziger Trash!
Ja, leider. ich hatte während des Konfettiradios, bei dem doch auch einige deutsche Schlager zu hören waren, kurz die Hoffnung, man hätte sich von der Schnapsidee eines SWR1 2.0 endlich verabschiedet, wurde aber am Aschermittwoch leider enttäuscht. Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, warum man zwei sich häufig überschneidende Oldiewellen unterhalten muss.

Und wenn man jetzt wirklich, entgegen jüngster Pressemitteilungen, die Regionalnachrichten aus dem Programm kicken würde, was bleibe dann noch an Inhalten übrig? Sollte es wirklich so weit kommen, kann man erst recht den Stecker ziehen, aber man will ja die Frequenzen behalten. Dann gilt umso mehr das Motto: Hauptsache es wird irgendwas in den Äther geblasen.
 
Inhaltlich bleibt da wirklich nicht mehr viel. Es ist ja schon allemal enttäuschend, was aus den SWR1 Musik-Klub Goldies geworden ist. Jetzt sind die Goldies bei SWR4, was aber mit den damaligen Musik-Klub leider überhaupt nichts mehr zu tun hat. Die Musik, welche gespielt wird unterscheidet sich eigentlich netto Null mehr vom Standard Tagesprogramm. Obendrein ist die Sendung ja auch nicht mehr live produziert, wie es noch der Fall gewesen ist, als sie bei SWR1 gewesen sind. Es ist auch hier nicht mehr das was es mal gewesen ist und nur ein Beispiel von vielen weiteren.

Mittlerweile werden ja kaum noch deutschsprachige Lieder gespielt. Wenn es wenigstens so wäre wie beim MDR Sachsenradio, dann hätte man ja noch zumindest ein paar Kultschlager drin, aber das ist leider nicht mehr der Fall. Dort werden immerhin soweit ich weiß um die 4 deutschsprachige Titel pro Stunde ausgespielt, auch wenn es nicht immer Schlager sind.
Dafür das es ein Schlagersender gewesen ist und man mit SWR1 schon einen Sender hat, welcher ältere Songs spielt und man bei SWR4 mittlerweile komplett auf Schlager verzichtet, halte ich es doch für einen großen Fehler, diesen Weg so eingeschlagen zu haben.
Man hätte sich ja auch HR4 annähern können, welche auch ein paar englischsprachige Oldies spielen, aber den Fokus weiterhin auf den Schlager liegen haben.
 
Dafür das es ein Schlagersender gewesen ist und man mit SWR1 schon einen Sender hat, welcher ältere Songs spielt und man bei SWR4 mittlerweile komplett auf Schlager verzichtet, halte ich es doch für einen großen Fehler, diesen Weg so eingeschlagen zu haben.
Die genannten Gründe für den eingeschlagenen SWR4-Weg sind hier im Forum hinreichend beschrieben worden. Der schwindende "Hörermarkt" war der Auslöser. Inzwischen drängt sich die Vermutung auf, dass die Abwicklung von SWR4RP und die größer werdende Programm-Überschneidung von SWR4 und SWR1 einem langfristigen Ziel folgt.
 
Und wenn man jetzt wirklich, entgegen jüngster Pressemitteilungen, die Regionalnachrichten aus dem Programm kicken würde, was bleibe dann noch an Inhalten übrig?
Nix. Aber das könnte ja auch eine Chance sein. Die angeblich so schwierigen Zeiten rufen doch nach Kooperation. Der SWR könnte zusammen mit anderen Landesrundfunkanstalten ein Viertes gezielt für die ältere Generation gestalten: Mit Themen für die Älter und entsprechender Musik: Schlager, Volkstümliches, Instrumentales, Musicals, hier und da einen englischsprachigen Evergreen (Moon River geht immer..).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür keine Hörer gäbe - nicht jeder will ewig nur Queen, Abba, Bee Gees und die anderen Museumstücke angelsächsischer Herkunft aus den 80ern...
 
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