Doch, genauso ist es. Erstens gibt es nicht "meine" Musik. Zweitens kann Onkel Karl nicht erwarten, dass der ÖR ihn den ganzen Tag mit seiner Lieblingsmusik unterhält. Er kann im Grunde nicht mal erwarten, dass der ÖR den ganzen Tag Musik spielt.Ja, nämlich dass wir mit dieser Argumentation „Wenn ich einen Sender hören will, der meine Musik spielt, dann soll gefälligst die Privaten hören, weil die sind kostenlos und es sei nicht Aufgabe des ÖR, die Musik zu spielen, die die Leute hören wollen“ in der Sache keinen Schritt weiter kommen. Selten so einen Schwachsinn gelesen.
Es ist aber vollkommen logisch, dass wir einen ÖR, der wie ein Privater klingt, nicht brauchen. Auch dann nicht, wenn nur im ÖR Onkel Karls Lieblingslied läuft.
Na und? Ist das Programm des öRs neuderdings ein Wunschkonzert? Ausserdem: Wo gibt es repräsentative Umfragen, die nicht nur jene umfassen, die von der Musik begeistert sind? Sondern auch, die gar nicht mehr zuhören? Oder umschalten?Aber außer uns hören dann trotzdem immer noch verdammt viele diese Sender…
Gerade Kritiker bedienen sich doch so gerne des Arguments, viele hörten gar nicht mehr zu, sondern suchten sich ihre Musik anderswo.
Zum wiederholten Mal, und auch wenn Du das immer ausblendest: Die einzige Grundlage ist nicht Onkel Karls Spaß an irgendwelcher Musik, sondern der Rundfunkauftrag.
Kann sein, dass demnächst (in S-A) eine Partei diesen Auftrag aufhebt bzw. völlig neu definiert. Dann interessiert wahrscheinlich niemanden mehr, ob Onkel Karls Lieblingslied noch dort läuft.