• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

SWR4-Reform

Ja, nämlich dass wir mit dieser Argumentation „Wenn ich einen Sender hören will, der meine Musik spielt, dann soll gefälligst die Privaten hören, weil die sind kostenlos und es sei nicht Aufgabe des ÖR, die Musik zu spielen, die die Leute hören wollen“ in der Sache keinen Schritt weiter kommen. Selten so einen Schwachsinn gelesen.
Doch, genauso ist es. Erstens gibt es nicht "meine" Musik. Zweitens kann Onkel Karl nicht erwarten, dass der ÖR ihn den ganzen Tag mit seiner Lieblingsmusik unterhält. Er kann im Grunde nicht mal erwarten, dass der ÖR den ganzen Tag Musik spielt.

Es ist aber vollkommen logisch, dass wir einen ÖR, der wie ein Privater klingt, nicht brauchen. Auch dann nicht, wenn nur im ÖR Onkel Karls Lieblingslied läuft.
Aber außer uns hören dann trotzdem immer noch verdammt viele diese Sender…
Na und? Ist das Programm des öRs neuderdings ein Wunschkonzert? Ausserdem: Wo gibt es repräsentative Umfragen, die nicht nur jene umfassen, die von der Musik begeistert sind? Sondern auch, die gar nicht mehr zuhören? Oder umschalten?

Gerade Kritiker bedienen sich doch so gerne des Arguments, viele hörten gar nicht mehr zu, sondern suchten sich ihre Musik anderswo.

Zum wiederholten Mal, und auch wenn Du das immer ausblendest: Die einzige Grundlage ist nicht Onkel Karls Spaß an irgendwelcher Musik, sondern der Rundfunkauftrag.

Kann sein, dass demnächst (in S-A) eine Partei diesen Auftrag aufhebt bzw. völlig neu definiert. Dann interessiert wahrscheinlich niemanden mehr, ob Onkel Karls Lieblingslied noch dort läuft.
 
Wir kommen nicht weiter in dieser Diskussion, wenn jene, die argumentieren, dass Sender wie SWR 1,3 und 4 super viele Hörer haben, deswegen also das Konzept richtig sein müsse, nicht bereit sind, anzuerkennen (oder es nicht verstehen), dass der ÖR aus ganz anderen Gründen nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und mit einem Auftrag ausgestattet wurde. Es ging vor allem auch darum, eine Angebotslücke zu füllen, wo es sonst nichts gab. Dafür zahlt jeder Nutzer, die Gesellschaft insgesamt, jeder von uns, eine nicht unerhebliche Gebühr.
Da nun aber das, was ÖR in seinen Populärprogrtammen bietet, kaum noch Unterscheidungsmerkmale aufweist zu dem, was private Sender (und auch die Streaminganbieter) weitgehend kostenlos zur Verfügung stellen, muss doch die Frage erlaubt sein, ob sich das ÖR System bei dieser Ausrichtung nicht überflüssig gemacht hat.
Und daraus resultiert dann die eigentlich spannende, hier aber stets als unsinng abgetane Frage, wie denn ein ÖR-System der Zukunft aussehen müsste, damit es einen echten Mehrwert im Sinne seiner Gründungsidee behielte. Die tollsten Oldies und die besten Hits von heute sind da eine ziemlich unbefriedigende Antwort.
 
Das ist doch der Knackpunkt und vor allem beim SWR ganz deutlich. Wenn SWR 1 und 4 recht ähnlich sind (auch von der Zielgruppenausrichtung), wofür braucht es das? Muss sich wirklich jede Landesanstalt das leisten?

Leider ist auch bei der derzeitigen ARD-Reform der Eindruck, dass hauptsächlich die Programme eingestampft werden, die Unterscheidung bieten und eben genau nicht der privaten Konkurrenz gefährlich werden können, da sie wirklich gebührenfinanziert daherkommen.

Aber vielleicht ist ja auch genau das, was falsch läuft. Im ÖR herrscht ein ähnliches Denken wie im Privatfunk. Daher gebe ich dem Beitrag von Mannis Fan absolut Kredit, wofür braucht es das? Das kann die private Konkurrenz doch auch und das teilweise besser und individueller. Wo ist der Mehrwert von SWR 4, 1 und 3? Inhaltlich (wirklich redaktionell als Servicewelle gut geeignet), musikalisch (wirklich als gebührenfinanzierter Mehrwert gegenüber Privatsendern) und regional (wirklich mit Südwestbezug oder ist der kaum noch vorhanden?)

Ich glaube, am Beispiel SWR sieht man ganz gut, dass die aktuelle Ausrichtung die absolute Austauschbarkeit des ÖR Radios zeigt und das eigentlich alles nur noch in ARD Sounds oder der Mediathek fließt. Inhaltlich tut sich da nichts mehr, reine Abspielkanäle ohne echten Mehrwert.
 
Achja, nochwas: „Kostenlos“ ist privater Rundfunk keinesfalls. Er wird bloß anders anders finanziert. Aber das muss euch ja hoffentlich nicht sagen, oder?
 
Privat-Radio und Privat-TV finanzieren sich bekanntlich durch Werbung.

Und die Kosten dafür werden von den werbenden Unternehmen -natürlich- auf die Verkaufspreise draufgeschlagen.

Schon vor vielen Jahren las ich dazu mal, dass deshalb jeder Konsument über seinen Einkauf -rein statistisch- monatlich mehr für die Privatprogramme zahlt, als er für den Rundfunkbeitrag aufwenden muss.
Und im Gegensatz zum Rundfunkbeitrag kann man sich von diesen Kosten gar nicht befreien lassen.

Somit zahlen alle Hörer doppelt, und zwar einerseits für oft unterirdisches Privat-Radio und andererseits für einen ÖRR, der seinen ursprünglichen Auftrag heute in großen Teilen nicht mehr erfüllt. Und das ist wirklich ärgerlich! :mad:
 
Zuletzt bearbeitet:
Und im Gegensatz zum Rundfunkbeitrag kann man sich von diesen Kosten gar nicht befreien lassen.
Man kann sich durch Verzicht auf radiobeworbene Produkte und Dienstleistungen selbstverständlich von diesen Kosten befreien. Aber es ist auch wieder so ein Nonsense-Argument. Wenn man lange genug herumrechnet und Statistiken erstellt, wird man herausfinden, dass der Steuerbürger am Ende sowieso alles bezahlt.
 
Man kann sich durch Verzicht auf radiobeworbene Produkte und Dienstleistungen selbstverständlich von diesen Kosten befreien.
Theoretisch ja, aber in der Praxis wird das sehr, sehr schwierig…

Starkes Argument.
Das war kein Argument. Das war ein Gebet!

Wer hat das hier behauptet?
Der „gasthörer“ behauptet das, wenn ihn mal wieder ein Geistesblitz dieser Art getroffen hat:
Flachradio kann man auch mit den kostenlosen Privaten haben.

Kostenlos (für den Hörer) ist allerdings der private Rundfunk
Auch für den Hörer ist er das nicht. Denn
Privat-Radio und Privat-TV finanzieren sich bekanntlich durch Werbung.

Und die Kosten dafür werden von den werbenden Unternehmen -natürlich- auf die Verkaufspreise draufgeschlagen.
Sowas nennt sich „Wirtschaftskreislauf“ und wird bereits in der Mittelstufe gelehrt.
 
Kurz was Programmliches:
Der heutige Freitag ist bei SWR4 außergewöhnlich ein- und aufgeteilt: Stefan Frech moderiert von 10 bis 16 Uhr, um dann von Matthias Methner abgelöst zu werden. Um 20 Uhr übernimmt schließlich Maik Schieber. Das deutet auf einen kurzfristigen Ausfall Holger Bentziens hin. Oder weiß jemand, ob diese Planung so schon länger in der Programmvorschau stand?

Sonst macht SWR4 den Schnitt ja um 11 und 17 Uhr, wenn unter der Woche vom üblichen Sendeschema abgewichen wird. Und um 20 Uhr kommt nur einmal im Monat noch ein neuer Livemoderator, nämlich Daniel Pesch am ersten Montag für seine Datingshow.
 
Sowas nennt sich „Wirtschaftskreislauf“ und wird bereits in der Mittelstufe gelehrt.
Wenn die Volkswirtschaft gegen jegliche Veränderung ins Feld geführt wird, kann man aufgeben. Dann geht es sogleich um die vielen tausend Arbeitsplätze, die in Gefahr geraten, um die Aufträge für Dienstleister, Freie, Berater, Gutachter, Architekten und sonstige Auftragnehmer, nicht zu vergessen die Tassenhersteller, die Umsatzeinbrüche ohnegleichen erleben würden. Also kurzum: Hier sollte man am besten alles so lassen wie es ist.
 
Hier sollte man am besten alles so lassen wie es ist.
Und nicht vergessen, dass wir hier über SWR 4 reden. Und SWR 4 ist nur ein Teil des SWR-Programmangebotes. Und im Hinblick auf dessen Gesamtheit kommt der SWR 4 seinem „öffentlichen Auftrag“ meiner Ansicht nach sehr wohl nach. Bevor hier jetzt wieder anfangen, die einzelnen Wellen des SWR zu zerpflücken oder wieder das Argument kommt „Radio Eriwan schafft das aber auch“ lasst uns das bitte in den Threads der einzelnen Sender ausdiskutieren.

Und dass auch der ÖR mit Programmen wie SWR 4 seinen Schwerpunkt auf musikalische Unterhaltung setzt ist meines Erachtens nichts Verwerfliches, weil es auch letztendlich um dessen Relevanz geht. „Der ÖR schafft sich ab“ unterschreibe ich auch. Aber er schafft sich eben aus meiner Sicht sicher dadurch ab, wenn er nur Programme anbietet, die klingen wie vor 40 Jahren und sich damit ausschließlich an elitäre Interessen richten. Dann wäre es wie bei der Deutschen Bahn, der ÖR wäre die erste Klasse, die dem Hörer Geld kostet und der Privatfunk die zweite Klasse, die er angeblich umsonst hat. Das soll jetzt wirklich der Auftrag des ÖR sein? Und wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat, ist man in der ersten Klasse auch nicht pünktlicher als in der zweiten.

Deswegen muss der ÖR Programme wie SWR 4 bringen, welche in der Masse der Bevölkerung verankert sind. Auch das ist Auftrag des ÖR. Beliebtheit und Relevanz gehen eben in einer modernen Gesellschaft weitestgehend einher. Über die inhaltliche Ausrichtung von SWR 4 besteht ja auch nach längeren kontroversen Debatten über die Strukturen des ÖR an dieser Stelle offenbar weiterhin Dissens.
 
wenn ihn mal wieder ein Geistesblitz dieser Art getroffen hat:
Mal wieder typisch: Diskussionen ins Persönliche umzuleiten, wenn es hapert.
Auch das ist Auftrag des ÖR.
Schon wieder völlig falsch. Viele Hörer zeugen von Popularität. Von sonst aber nichts. Der Auftrag lautet nicht, populär zu sein. Und noch mal: Ohne Auftag kein ÖR
Beliebtheit und Relevanz gehen eben in einer modernen Gesellschaft weitestgehend einher.
Was für eine abenteuerliche Behauptung. Populär sind z.B. Steuersenkungen. Ob sie damit auch relevant sind, ist eine ganz andere Frage, die völlig anderen Kriterien folgt. Für den ÖR ist nur sein Auftrag relevant. Wenn er dazu noch viele Höhe erreicht, hat er seinen Auftrag besonders erfolgreich umgesetzt.

Sowas nennt sich „Wirtschaftskreislauf
Ach komm, jetzt wird es peinlich. Natürlich ist Privatradio für den Hörer kostenlos. Oder überweist Du etwa jeden Monat Gebühren, weil - wie Du argumentierst - auch das Privatradio im Wirtschaftskreislauf steht, indem es Güter oder Dienstleistungen anbietet?
Selbst Deine Parallele hinkt, und zwar mächtig: Wenn z.B. irgendeine Automarke Werbung betreibt, zahle ich die natürlich mit, wenn ich mir das Auto kaufe. Kaufe ich das Auto nicht, kann ich trotzdem privates Radio hören.

Denn ich zahle NULL und NIX an die private Radiostation und erhalte trotzdem Programm. Klar, Mittelschule..

Und um zu SWR4 zurückzukehren. Die inhaltliche Entkernung des Programms wird ja durchaus kritisiert. Den SWR juckt das nicht weiter, der "tröstet" die Hörer mit der schönsten Musik - oder wie sie gerade heisst, mit hüschen Jingles und wenn es hochkommt mit einem Kurzbericht von irgendeinem Volksfest. Das ist maximal Boulevard. RTL2 für die Ohren, eben für die älteren Hörer.

Die Kernfrage ist: Stellt man den SWR4 morgen ein - man könnte die Reste regionaler Berichterstattung auf die Infowelle verfrachten - was fehlt? Fast nix. Denn dort findet kaum noch Information, noch Bildung, noch Kulturelles statt, nur Gedudel.
Dafür wurde der ÖR allerdings nicht geschaffen. Und so schafft er sich ab, in der Tat, indem er Wasser auf die Mühlen jener Gegner liefert, die - berechtigt - fragen: Wieso für sowas noch bezahlen?
 
Ich kann mich nur noch dem anschließen, was ein anderer Nutzer hier auch schon vor längerer Zeit mal geschrieben hat: Gottseidank hast du bei SWR 4 nichts zu sagen. Du würdest alles gnadenlos gegen die Wand fahren….
 
Kurz was Programmliches:
Der heutige Freitag ist bei SWR4 außergewöhnlich ein- und aufgeteilt: Stefan Frech moderiert von 10 bis 16 Uhr, um dann von Matthias Methner abgelöst zu werden. Um 20 Uhr übernimmt schließlich Maik Schieber. Das deutet auf einen kurzfristigen Ausfall Holger Bentziens hin. Oder weiß jemand, ob diese Planung so schon länger in der Programmvorschau stand?

Sonst macht SWR4 den Schnitt ja um 11 und 17 Uhr, wenn unter der Woche vom üblichen Sendeschema abgewichen wird. Und um 20 Uhr kommt nur einmal im Monat noch ein neuer Livemoderator, nämlich Daniel Pesch am ersten Montag für seine Datingshow.

Würde ich dann auch vermuten, Donnerstag moderiert er ja wohl noch. Oder es ist die Vorstufe für eine neuerlicher Reform, dass die Leute jetzt schon 6 Stunden am regulären Werktag machen müssen. Ich mein Stefan frech macht das ja ganz souverän, in Anbetracht dessen, was noch möglich ist.
Zumindest hat uns das Mike Schieber spontan beschert, das ist doch auch nicht verkehrt.
 
SWR 4 spielt auch in der mittlerweile enttäuschenden Morgensendung von 6-10 Uhr überwiegend melodiöse internationale Oldies der 1970er-Jahre. Ab und zu gibts mal einen deutschen Titel wie mit Peter Cornelius. Journalistische Beiträge hört man so gut wie nicht, Ab und zu unterbrechen die Moderatoren mit Belanglosem.

Hier gibts einen Bericht mit Kritik von Hörern, den man leider nur kostenpflichtig weiterlesen kann:

 
Zuletzt bearbeitet:
Hat ja auch keiner behauptet. Und dass eine Programmreform anfangs von Protesten der Stammhörer begleitet wird, ist in der Radioszene nichts neues und auch nichts ungewöhnliches, gerade in einem Land wie BW, wo die ältere Generation noch eher konservativ eingestellt ist. Jemand hat hier mal geschrieben, dass SWR 4 jetzt das durchmacht, was Sender wie WDR 4, Bayern 1 oder NDR 1 NDS längst hinter sich haben (und hr4 noch vor sich).
 
Das wollen wir mal nicht hoffen, dass hr4 diesen Schritt auch noch geht, aber klingt wahrscheinlich.
Ein ganz anderes und vor allem sehr trauriges Thema, die frühere Moderatorin von sie wünschen wir spielen, sowie langjährige Sprecherin der Regionalnachrichten aus Stuttgart Susanne. Kurz ist am 15. Juni mit gerade einmal 51 Jahren verstorben.
Ich finde, dass es eine sehr angenehme Moderatorin war, die auch wunderbar schwäbisch sprechen konnte, was einfach zu SWR4 Baden-Württemberg passte.
Ich hab sie das letzte Mal in den Regionalnachrichten aus Stuttgart Ende April gehört, kann jemand eventuell mal nachsehen beziehungsweise nachhören, ob es da noch Einsätze im Mai gab?
Die Traueranzeige dazu lässt sich auch im Netz finden.
 
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