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Tom Buhrow: "Wir müssen die große Reform wagen, jetzt"

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Wir haben uns bei allen Genres im Hörfunk vorgenommen, enger zusammenzuarbeiten, bei Popwellen, den Infowellen, den Kulturwellen. Wenn ich anfange, rote Linien zu ziehen, kommen wir nicht weit. Wir nehmen alles unter die Lupe. In der Audioprogrammkonferenz sitzen Fachleute, die viel besser wissen als ich, wie viel Gemeinsamkeit machbar ist. Auch juristisch, denn wir dürfen keinen nationalen Hörfunk machen. Wie viele Stunden Programm muss jedes Haus originär machen? 20 Stunden? 16 Stunden? 8 Stunden? Was ist verantwortbar? Wenn ich im SWR-Sendegebiet am Tag sechs Sendestunden regionale, vom SWR produzierte Kultur hätte und in den anderen 18 Stunden bediente ich mich aus dem Besten der anderen Wellen, vom MDR, vom WDR, dann hätte ich nach wie vor ein unglaublich gutes Kulturprogramm.
so Kai Gniffke u.a. im Interview mit epd medien:

 
Das wäre absolut sinnvoll und auch angebracht, wenn es bundesweite Mantelprogramme geben würde, anstatt dass jede Rundfunkanstalt ihre eigenen Berater und Musikredaktionen bezahlt, um dann doch 1:1 dasselbe, die Hörer unterfordernde Programm zu senden, wie alle anderen Anstalten.
 
Im aktuellen Medienstaatsvertrag, wie auch in der neuen Fassung, die ab Mitte des Jahres gelten soll, steht halt der Satz: "bundesweit ausgerichtete Hörfunkprogramme finden nicht statt."

Ich vermute mal, die Medienpolitik wäre mittlerweile bereit diesen Satz zu ändern. Die ARD sollte dazu ein Konzept vorlegen und am Besten gleich mitteilen wieviele € dadurch gespart werden.

Zur Zeit scheint der übliche Reformverhinderer "wer sich zuerst bewegt hat verloren" ausgespielt zu werden. Dabei könnte die ARD mit einem eigenen "Wollen", ihre eigene Zukunft gestalten, anstatt in der vorhandenen Struktur notgedrungen abzumagern.

Alternativ könnte natürlich auch die Medienpolitik ein Konzept vorlegen.
 
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In dem turi2 Link sagt Gniffke zum Thema Berater den schönen Satz: "Ich brauche niemanden, der mir sagt, was ich Ihnen zu sagen habe." Wenn alle ARD-Intendanten so denken würden, könnten wir hier das Thema Berater beerdigen.😌
 
Im aktuellen Medienstaatsvertrag, wie auch in der neuen Fassung, die ab Mitte des Jahres gelten soll, steht halt der Satz: "bundesweit ausgerichtete Hörfunkprogramme finden nicht statt."

Wie ich bereits in #71 schrieb: Man müsste dafür erst einmal juristisch definieren, was darunter zu verstehen ist. Also wo die Grenze zwischen "bundesweit ausgerichtet" und "nicht bundesweit ausgerichtet" gezogen werden muss. Einfach zu sagen "darf nicht in allen Bundesländern gleichzeitig verbreitet werden" wäre vielleicht noch nachvollziehbar. Aber ist es schon nicht mehr bundesweit ausgerichtet, wenn eine ARD-Anstalt nicht mitmacht? Oder ist es eher an der inhaltlichen Ausrichtung festzumachen und nach welchen Kriterien sollte man das beurteilen? Das ist bisher juristisch überhaupt nicht geklärt.

Ich vermute mal, die Medienpolitik wäre mittlerweile bereit diesen Satz zu ändern.

Wie hier die Chancen stehen, weiß ich nicht. Die Positionen in den Bundesländern können hier sehr abweichen (man denke vor allem an Bremen und Saarland).

Die ARD sollte dazu ein Konzept vorlegen und am Besten gleich mitteilen wieviele € dadurch gespart werden.

Das kann die ARD ja gerne tun. Aber letztlich entscheidet nicht die ARD darüber, ob der MStV geändert wird, sondern die Länderparlamente.
 
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WDR-Buhrow? - Der ARD-Vorsitz ist zu SWR-Gniffke gewechselt.
so Kai Gniffke u.a. im Interview mit epd medien:

Gniffke rödelt mächtig gewaltig. Good Luck!

Aber letztlich entscheidet nicht die ARD darüber, ob der MStV geändert wird, sondern die Länderparlamente.
Stimmt! - Genau! ... Es gibt da eine paradoxe Lücke in der berühmten Gewaltenteilung.
 
Man müsste dafür erst einmal juristisch definieren, was darunter zu verstehen ist. Also wo die Grenze zwischen "bundesweit ausgerichtet" und "nicht bundesweit ausgerichtet" gezogen werden muss.
Warum "erst einmal" klären? Einfach, möglichst unmissverständlich, hinschreiben was man denn für die Zukunft möchte!

Mit "man" meine ich, die Medienpolitik sollte sich, im Dialog mit ARD, ZDF, DLR, überlegen, wofür das Geld noch reichen soll, was die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft leisten sollen, und in welcher Struktur?
 
Was aus der ARD laut gedacht sind, darf man schon als Vorschläge an die Medienpolitik begreifen. Und da der Ärger bislang ausblieb, darf man davon ausgehen, dass bundesweite Mantelprogramme kommen werden. Zunächst dürften die nachfrageschwachen und teuren Programme dran sein, bei denen sich die Regionalisierung 24/7 ohnehin seit langem technisch überholt hat. Aus ökonomischer Sicht ergibt es z.B. auch wenig Sinn, mehrere Redaktionen von jeweils nur regional verbreiteten ö-r Informationsradios ein überregional wichtiges Thema mehrfach anfassen zu lassen, die am Ende in vielen Fällen mit den selben bereits gemeinsam genutzten Korris und Agenturen arbeiten. Die Frage ist, ob am Ende nicht ein höherer Nutzen für Hörer und Gesellschaft zu niedrigeren Kosten erzielt wird, wenn nur noch ein Inforadio einen überregionalen Mantel produziert, der um regionale Ausstiege ergänzt wird. Analog bei den Klassik- und Kulturradios und bei den Dritten.
 
Im aktuellen Medienstaatsvertrag, wie auch in der neuen Fassung, die ab Mitte des Jahres gelten soll, steht halt der Satz: "bundesweit ausgerichtete Hörfunkprogramme finden nicht statt."

Ich vermute mal, die Medienpolitik wäre mittlerweile bereit diesen Satz zu ändern. Die ARD sollte dazu ein Konzept vorlegen und am Besten gleich mitteilen wieviele € dadurch gespart werden.
Rein rechtlich kann man doch sicher damit argumentieren, dass ein journalismusfreies Mantelprogramm ohne Wortbeiträge (Promi-Gossip würde ich nicht als Wortbeitrag werten, das sind wertlose Lückenfüller ohne journalistischen Anspruch) kein Hörfunkprogramm im klassischen Sinne ist, und deswegen deutschlandweit verbreitet werden kann.

Zum Hörfunkprogramm im eigentlichen Sinn wird es erst, wenn die Landesrundfunkanstalten Nachrichten und journalistische Beiträge einstreuen.
 
Rein rechtlich kann man doch sicher damit argumentieren, dass ein journalismusfreies Mantelprogramm ohne Wortbeiträge (Promi-Gossip würde ich nicht als Wortbeitrag werten, das sind wertlose Lückenfüller ohne journalistischen Anspruch) kein Hörfunkprogramm im klassischen Sinne ist, und deswegen deutschlandweit verbreitet werden kann.
Nein.
Zum Hörfunkprogramm im eigentlichen Sinn wird es erst, wenn die Landesrundfunkanstalten Nachrichten und journalistische Beiträge einstreuen.
Nein.
 
Es wird immer weiter gespart und der Penny ausgequetscht bis zum Gehtnichtmehr. "Musik für Sie" wurde auch zusammengestrichen, kommt in diesem Jahr nur noch dreimal (!) statt wie bis 2022 jeden zweiten Monat. Da hat man also die Gesamtzahl der Sendung mal eben satt halbiert. Die ARD spart sich zu Tode.

Geld für ein neues Programm wie "Tweens" oder den Aufbau der "MDR MeineSchlagerWelt" als linearen Radiokanal war aber da. Der Nutzen in Form von Hörern dürfte viel geringer sein als die Produktions-, v.a. aber die Verbreitungskosten, da man diese digitalen Spartenkanäle ja auch bewusst nirgends aktiv bewirbt.
 
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Programmtipp: Welche ARD wollen wir?
Tilo Jung (Jung & Naiv) und Kathrin Drehkopf (ZAPP) laden ARD-Chef Gniffke zum ZAPP-Talk. Mit ihnen diskutieren die Medienmanagerin Julia Jäkel, die Koordinatorin der Rundfunkkommission der Länder, Heike Raab und ZEIT-Autorin Yasmine M`Barek.
heute (01. März 2023) 22:45 bis 23:45 Uhr, NDR Fernsehen, oder jetzt bereits:
 
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@radneuerfinder postete den Link mit einer Kritik zur Sendung
Ich habe die Sendung ähnlich gesehen; man hätte mehr draus machen können. Die NDR-Zapp-Redaktion präsentierte NICHT-repräsentative Umfrageergebnisse aus über 17.000 Interviews. Verbranntes Geld! - Und wer hat den Datenwust ausgewertet? - Ein Schülerpraktikant? - Traurig, erbärmlich damit den ARD-Vorsitzenden zu konfrontieren.
Die Sendung war wirklich chaotisch. Gniffke kam aber heftig ins Schwimmen, wie er seine aktuelle Über-Bezahlung rechfertigen wollte. Zu den ethisch und moralisch verwerflich aufgeblähten ARD-Pensionszusagen wusch er seine Hände in Unschuld.
Ich wiederhole: "Man hätte mehr draus machen können!"
 
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zu den ethisch und moralisch verwerflich aufgeblähten ARD-Pensionszusagen wusch er seine Hände in Unschuld.
Ich meine, dass man nolens volens nicht umhin kommt, für Spitzen-Jobs beim ÖR ähnlich hohe Gehälter zu zahlen wie es dafür auch in der klassischen Privatwirtschaft üblich ist. Aber......nur schwer vermittelbar ist es, dass Spitzenfunktionäre vor der Rente - oft über viele Jahre - Anspruch auf großzügiges "Ruhegeld" haben, sobald ihr Vertrag endet.

Ich meine auch, dass es nicht unbedingt ein Vorteil ist, wenn beim ÖR das Spitzenpersonal fast ausschließlich aus den eigenen Reihen rekrutiert wird. Den sogenannten "Stallgeruch" sehe ich persönlich nicht immer als einen Vorteil an, vielleicht wäre es besser, öfters bewußt jemanden von außerhalb für Spitzen-Jobs zu den Öffentlich-Rechtlichen zu holen. Zum Beispiel jemanden, der bisher ausschließlich für das Privatfernsehen bzw. Pay TV als Manager gearbeitet hat.
 
Den sogenannten "Stallgeruch" sehe ich persönlich nicht immer als einen Vorteil an, vielleicht wäre es besser, öfters bewußt jemanden von außerhalb für Spitzen-Jobs zu den Öffentlich-Rechtlichen zu holen. Zum Beispiel jemanden, der bisher ausschließlich für das Privatfernsehen bzw. Pay TV als Manager gearbeitet hat.
Das war bei Valerie Weber kein so dolles Ding.
 
Den sogenannten "Stallgeruch" sehe ich persönlich nicht immer als einen Vorteil an, vielleicht wäre es besser, öfters bewußt jemanden von außerhalb für Spitzen-Jobs zu den Öffentlich-Rechtlichen zu holen. Zum Beispiel jemanden, der bisher ausschließlich für das Privatfernsehen bzw. Pay TV als Manager gearbeitet hat.
Klingt theoretisch immer gut, frische Sichtweisen "von außen" zu bekommen. In der Praxis oft untauglich, wenn jemand von den Strukturen keinerlei Ahnung hat. Nicht nur beim ÖRR.
 
Okay......Ich meine eher so Top-Leute vom Kaliber eines Helmut Thoma, Gerhard Zeiler oder Georg Kofler, die allesamt im Privatfernsehen bzw. dem Pay TV Karriere gemacht haben, aber auch schon (Zufall? ;) ) allesamt für den ORF - zumeist aber nur am Beginn ihrer jeweiligen Laufbahn - gearbeitet haben...... Okay, Gerhard Zeiler ragt hier ein wenig heraus, wurde er ja bekanntlich, nachdem er bereits zuvor bei Tele 5 und RTL gearbeitet hat, später sogar Intendant beim ORF.
 
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Bei 30000 Euro im Monat noch zu winseln, dass der Sparkassenvorstand mehr verdient, ist ein Zeichen, wie kaputt die ARD inzwischen ist:
 
Bei der ARD war man schon immer gut darin, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Damals ging es darum, dass der Intendant (tragischerweise ausgerechnet der Herr B., um den es hier geht), mehr verdienen würde als die Kanzlerin. Daran hat sich nichts geändert.
 
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