Überreichweiten und Empfangsstörungen durch Inversionswetterlage etc.

Hier in Sachsen waren neulich alle 3 SWR Muxe zu Gast. BW N, BW S und RP. Auch 11B OAS BW lief. Seltsamerweise kam zur selben Zeit 10C Nürnberg auch rein, aber deutlich schlechter. Dieser ist doch aber näher an mir, als die anderen.
Ich tippe mal darauf, dass sich da mehrere Sender der Gleichwellennetze ergänzt haben. Und von denen haben die BW-Muxe ja nun einmal wesentlich mehr als der 10C Nürnberg.
 
Und das funktioniert auf die Entfernung wirklich noch so gut? Müsste sich das nicht massiv auslöschen?

Ich kenns vom BR Bayern 11D, dens bei Tropo gern zerschießt.
 
Ich tippe mal darauf, dass sich da mehrere Sender der Gleichwellennetze ergänzt haben. Und von denen haben die BW-Muxe ja nun einmal wesentlich mehr als der 10C Nürnberg.
Ich kenn das eher so, daß bei Gleichwellennetzen in entfernteren Orten der Empfang schlechter bis gar nicht möglich ist, da das Guard-Intervall nicht mehr passt, wenn mehrere Standorte gleichzeitig empfangen werden. Wenn aufgrund von Duct-Ausbreitung jedoch ein bestimmter Standort stärker als die anderen im Gleichwellennetz ankommt: alles super.

Daß der nähere Standort 10C Nürnberg schlechter ankommt als die entfernteren aus BaWü kann ebenfalls mit Duct-Ausbreitung zu tun haben. Ggf. wird der sogar einfach übersprungen und kommt gar nicht an - dafür dann aber vieles hinter dem Standort liegendes.
 
Ich kenn das eher so, daß bei Gleichwellennetzen in entfernteren Orten der Empfang schlechter bis gar nicht möglich ist, da das Guard-Intervall nicht mehr passt, wenn mehrere Standorte gleichzeitig empfangen werden. Wenn aufgrund von Duct-Ausbreitung jedoch ein bestimmter Standort stärker als die anderen im Gleichwellennetz ankommt: alles super.

Daß der nähere Standort 10C Nürnberg schlechter ankommt als die entfernteren aus BaWü kann ebenfalls mit Duct-Ausbreitung zu tun haben. Ggf. wird der sogar einfach übersprungen und kommt gar nicht an - dafür dann aber vieles hinter dem Standort liegendes.
Das kanns vielleicht sein.
Würde auch erklären wieso nix aus Hessen kam, dennoch aber der 11A RLP mit Ton kam.
 
Nein, denn Tropos sind nicht überall gleich. Bei den aktuellen "Nebel-Tropos" werden die oberen Luftschichten von der Sonne erwärmt, während die bodennahen Schichten sich weiter abkühlen bzw. nur sehr langsam warm werden. Diese sogenannte Bodeninversion kann Überreichweiten bis zu 400 km verursachen. Da diese Erwärmung der oberen Schichten aber nicht überall gleichmäßig vorkommt, ist auch das Tropo nicht überall gleich. In der Regel merkt man das in der Form, dass mal mehr Sender aus den südlicheren Gefilden empfangbar sind und mal mehr aus nördlichen Richtungen. Mehrere Muxe auf den gleichen Kanälen bremsen sich zudem auch schonmal gegenseitig aus.
 
Auffällig in diesem Zusammenhang auch; letzte Woche ging hier in der Südwestlichsten Ecke Bayerns für ein paar Tage der Oberfranken-Mux recht stark herein. Gleichzeitig kam aus München oder Ingolstadt überhaupt nichts an.
 
Besonders in diesem Winter fällt mir bei Inversionswetterlagen immer wieder auf, dass der ansonsten stabile DAB Empfang, besonders am Autoradio öfter mal unerwartet schwächelt, oder gleich mal ganz aussetzt. Auch in der Wohnung konnte ich Stationär immer wieder feststellen, dass bei normalerweise stabilen Muxen die Fehlerrate erheblich; bis zum Aussetzer ansteigt.
 
Ja, das ist der typische Effekt, wenn zu viele weit entfernte Sender eines Gleichwellennetzes ankommen. Wenn die Laufzeit des Signals vom Sender zu Dir zu lang wird, bringt das Dein Radio beim Dekodieren aus dem Tritt und das Signal des weit entfernten Senders wirkt nicht mehr ergänzend, sondern störend. Das Phänomen lässt sich zum Beispiel auf hohen Bergen auch unter normalen Bedingungen beobachten, frei nach dem Motto "Zu viele Köche verderben den Brei". Und aus diesem Grund hat ja zum Beispiel der SWR auch sein Südnetz aufgetrennt, da es sonst wegen der exponierten Lage vieler Senderstandorte wohl häufig zu solchen Problemen gekommen wäre. Auch erklärt sich dadurch, warum manche UKW-Hochleistungsstandorte bei DAB+ mit weniger als der für sie koordinatorisch erlaubten Leistung senden: Sie würden dadurch mehr stören als sie nützen würden.
 
Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit war nur rauschen auf 88,2 Kaufbeuren kein Bayern 2 mehr oder so! Schaue nach der Arbeit ob sich was verändert hat.
 
Ja, gestern gab es Überreichweiten, die den Empfang des Büttelbergs in deiner Gegend wohl begünstigt haben dürften. Und wenn jetzt heute wieder normale Bedingungen sind, ist der Empfang eben nicht mehr möglich oder nur noch an exponierten Stellen.
 
Je nachdem, wo im Allgäu @FLOL wohnt, könnte die 97,6 durchaus auch ständig gehen. Andere Frequenzen aus Gelbelsee habe ich auch schon im Raum Oberstdorf/Kleinwalsertal punktuell beobachten können. Konkret erinnere ich mich an die 90,5 MHz von Bayern 2.
 
Auf UKW macht's Spaß, hier in Dortmund kommen einige niederländische Piraten prima durch. 94,3 94,6 95,9 ... kann man mal im Auge behalten. Wenn RDS geht kann man auf die eingeblendete Telefonnummer schreiben und wird meistens gegrüßt.
 
Erneut starke Überreichweiten heute. DAB am Autoradio macht so keinen Spass. Dann halt UKW.
Ist das echt so extrem, dass größere SFNs bei dir so einfach in die Knie gehen können?
Bei mir kam das so zum Glück noch nicht vor, allerdings ist der Pegel der Bundesmuxe dann massiv runtergedrückt, wenn ich statt den örtlichen 2-3 Standorten auf einmal 20 oder 30 Standorte empfange.

Ganz toll ist hier auch die 6C Belegung mit Leipzig, Niedersachsen und Bayern. Da brauchts nur einmal bisschen Tropo und der Stadtmux Leipzig wird gekillt, wo er sonst eigentlich recht gut zu empfangen ist.
Hatte sogar schon paarmal den bayerischen 6C aus der Oberpfalz mut Ton drin, statt Leipzig.
Der NDR hat das allerdings noch nicht geschafft.
 
Zuletzt bearbeitet:
In Marburg ging heute auch einiges. Es gibt praktischerweise eine Buslinie, deren Start- und Endhaltestellen jeweils recht exponiert liegen. Also habe ich mich heute einfach mal ein Weilchen in den Bus gesetzt und an beiden Haltestellen gescannt. Sender aus Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Tschechien, dem Saarland und Sachsen kamen waren die Ausbeute, teils mit sehr starken Signalen. Diese Tour mache ich bei Tropo jetzt öfter, das lohnt sich.
 
Macht sich bei dir eigentlich die Kampfkoordiination der beiden 11Ds Bayern und NRW bemerkbar? Was kannst du denn üblicherweise auf 11D bei dir empfangen?
 
Nun, früher ging auf 11D in der Stadt selbst gar nichts und in Höhenlagen meist Bayern. Dazu muss man wissen, dass es in Marburg relativ wenige Orte gibt, die nach Westen exponiert sind, nach Süden oder Osten dagegen deutlich mehr. Vor einigen Jahren wurde der WDR dann ja aber auf der Sackpfeife aufgeschaltet, seitdem ist er auch in Marburg empfangbar, teilweise sogar innerstädtisch mit Teleskopantenne.
 
Da sich die Wetterlage nun grundlegend umgestellt hat, herrschen wieder, (auf DAB), einwandfreie Empfangsbedingungen. Die langanhaltende Inversionslage hat deutlich gemacht, dass DAB halt nur bedingt, brauchbar ist. Während DAB einknickt, spielt halt UKW einfach weiter!
 
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