Valerie Weber schmeißt als WDR-Direktorin hin


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Matrix

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Ich lese diesen Faden erst jetzt, möchte Yannick aber nochmal zur Seite springen. Es ist ja schon 15 Jahre her, dass VW ein strukturell schlecht aufgestelltes ABY ĂŒbernahm. Und natĂŒrlich hat sie das Programm verĂ€ndert. Und damit die Reichweite binnen 3 Jahren fast verdoppelt. Als dann, grob um 2010, die Reichweiten leicht sanken, hat sie ABY nochmals neu gedacht. Mit der EinfĂŒhrung der Bayernreporter und somit einer tieferen regionalen Verwurzelung als je zuvor. Damit wurden Reichweiten wie niemals zuvor in Radiodeutschland erreicht. Und als sie aufgehört hat in Ismaning waren die Werte immer noch ganz weit oben. Dass sie quasi ein Schiff auf Schlagseite abgegeben hat, stimmt nicht.
ICH bin kein Fan der damaligen Aufmachung gewesen. MIR hat der Stil von Ina Tenz am besten gefallen. Aber wenn ICH zu entscheiden hĂ€tte, was wirtschaftlich fĂŒr einen Privatsender wie ABY das Beste ist, ich wĂŒrde Valerie dort wieder anstellen. Dass sie eigentlich nicht zum WDR passt, war klar und gewollt. Dem WDR hat es schon gut getan, ein paar Strukturen aufgebrochen zu bekommen.
 

hassa0

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Dem WDR hat es schon gut getan, ein paar Strukturen aufgebrochen zu bekommen.
Hallo Matrix,
deine Aussage erscheint mir viel zu pauschal. Bitte konkretisiere doch mal und teile ein Beispiel oder besser noch ein paar mehr Beispiele z.B. unter folgenden Aspekten :
- Welche Strukturen sind deiner Meinung nach aufgebrochen worden ?
- Wem im WDR hat das Vorteile gebracht ?
- Was / Welche(n) Vorteil(e) hat der GebĂŒhrenzahler von den aufgebrochenen Strukturen gehabt ?
- Welchen Anteil hatte V.W. tatsÀchlich an diesen möglicherweise aufgebrochenen Strukturen ?
- Welche Verbesserungen wurden damit erreicht im Sinne eines Programmangebots, die dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender gerecht werden ?
Danke.
 

Morningshow

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Es ist ja schon 15 Jahre her, dass VW ein strukturell schlecht aufgestelltes ABY ĂŒbernahm.
Was meinst Du damit?

Der starke Einschnitt bei den Echo-Sendungen ist aber wenigstens zur HĂ€lfte Schuld des in dieser Angelegenheit zuvor kooperierenden NDR.
Das ist doch zuende gedacht kein Argument. Ehe ich den Hauptauftrag "Information" kastriere, kĂŒrze ich andere Sendungen wie "Quarks" oder spare im WDR-Fernsehen, das vor boulevardesker heißer Luft nur so strotzt.
 

Radiocat

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Ich finde, Antenne Bayern hatte vor VW ein durchaus hörbares Landesprogramm, mit Inhalten und mit großer Hörerbindung. So weit, so oT.
Die wahren GrĂŒnde fĂŒr ihren Abtritt beim WDR werden wir vermutlich nur per "Flurfunk" mitbekommen.
 
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freiwild

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Ich finde, Antenne Bayern hatte vor VW ein durchaus hörbares Landesprogramm, mit Inhalten und mit großer Hörerbindung. So weit, so oT.
Wenn das Vor-VW-Antenne-Bayern heute im zweiten Bundesmux senden wĂŒrde...

Als Nicht-NRWler bin ich ja nicht so nahe dran, und kann deswegen nicht so viel dazu sagen, wieviel Substanz etwa WDR 2 unter VW verloren hat; hier hab es schon vor ihr eine deutliche Entwicklung nach unten.

Aber bei WDR 5 ist der Substanzverlust massiv. Das hat, fairerweise, auch mit der Entscheidung des NDR zu tun, Kooperationen mit dem WDR zu beenden. Aber der Hauptgrund sind bewusste Programmentscheidungen des WDR.
 

Matrix

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Was meinst Du damit?


Das ist doch zuende gedacht kein Argument. Ehe ich den Hauptauftrag "Information" kastriere, kĂŒrze ich andere Sendungen wie "Quarks" oder spare im WDR-Fernsehen, das vor boulevardesker heißer Luft nur so strotzt.
Was ich damit meine? Als VW zur Antenne kam, war der Sender ein Mischdings aus der 90er-Antenne mit ein paar Anpassungen. Die Quoten zeigten nach unten, echte Antworten hatte man nicht. Aber man lief Gefahr, dass die ErtrÀge weiter sinken. Mit allen Konsequenzen. Man muss nicht mögen, was sie bei Antenne gemacht hat, sie hat aber Antworten auf alle Fragen gefunden mit einem auf Anhieb funktionierenden Relaunch (nach dem damaligen Wunschsommer).

Hallo Matrix,
deine Aussage erscheint mir viel zu pauschal. Bitte konkretisiere doch mal und teile ein Beispiel oder besser noch ein paar mehr Beispiele z.B. unter folgenden Aspekten :
- Welche Strukturen sind deiner Meinung nach aufgebrochen worden ?
- Wem im WDR hat das Vorteile gebracht ?
- Was / Welche(n) Vorteil(e) hat der GebĂŒhrenzahler von den aufgebrochenen Strukturen gehabt ?
- Welchen Anteil hatte V.W. tatsÀchlich an diesen möglicherweise aufgebrochenen Strukturen ?
- Welche Verbesserungen wurden damit erreicht im Sinne eines Programmangebots, die dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender gerecht werden ?
Danke.
Es geht eben nicht darum WEM IM WDR das Vorteile bringt. Sondern was das mit den Hörern macht. Und natĂŒrlich hat VW alle Sender durchhörbarer gemacht. Und natĂŒrlich findet ihr das schlecht. Aber nicht umsonst sind die Mainstreamwellen des WDR ganz vorne in den Reichweitencharts dabei.
ich erinnere auch an die EinfĂŒhrung des Mittagsmagazins, das durchaus dem ö-r Auftrag entspricht. Fiel auch in ihre Zeit. DarĂŒber, wer nun welchen Anteil an was hatte, ist mĂŒĂŸig hier in einem Forum zu spekulieren. Sagen wir es aber so: Sie war sicher nicht die Einzige, dank der das gelungen ist, aber auch (maßgeblich) daran beteiligt.
 

freiwild

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Aber nicht umsonst sind die Mainstreamwellen des WDR ganz vorne in den Reichweitencharts dabei.
KunststĂŒck: NatĂŒrlich komme ich leicht an die Spitze der bundesweiten Hörercharts, wenn ich als Quasi-Monopolist im bevölkerungsreichsten Bundesland die ĂŒblichen Privatradiomethoden auf meine Radioflotte anwende. Das ist kein KunststĂŒck.

Nur ist die Optimierung der "Kontakte" fĂŒr einen öffentlich-rechtlichen Sender, im Gegensatz zu einem Privatsender, nicht das Maß aller Dinge. Sondern, der Wert, der die Anstalt fĂŒr die BĂŒrger in ihrem Sendegebiet erbringt.

Wenn man im WDR nun auf diversen Wellen die immergleichen Hits hören kann, statt dies auf Privatsendern tun zu mĂŒssen - super, bringt Hörerkontakte.

Wenn dank Weber der Zeitfunk massiv zusammengestrichen wurde: kostet kaum Hörerkontakte, da die Hördauer bei konzentriertem Hören logischerweise geringer ist - und wohin sollen die Hörer auch wechseln?

Privatfunkmethoden entspringen privatwirtschaftlich profitorientierter Logik, also dem Umfeld, aus dem Weber entstammt. Der Glaube, mit diesen Methoden eine im öffentlichen Interesse agierende Anstalt fĂŒhren zu können, schadet nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der Legitimation der Anstalt selbst und der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems insgesamt.
 
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lg74

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Privatfunkmethoden entspringen privatwirtschaftlich profitorientierter Logik, also dem Umfeld, aus dem Weber entstammt. Der Glaube, mit diesen Methoden eine im öffentlichen Interesse agierende Anstalt fĂŒhren zu können, schadet nicht nur der Gesellschaft, sondern auch der Legitimation der Anstalt selbst und der Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems insgesamt.
:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

Privatfunk ist ja letztlich genaugenommen ein Angebot an Unternehmen, die Werbung schalten wollen und kein Angebot fĂŒr die die Hörer. Die braucht man nur fĂŒrs Generieren der alles entscheidenden Zahlen.
 

ricochet

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Als Hörfunkdirektorin eines großen Hauses mit vielen Wellen, Redaktionen, Klangkörpern und einer ziemlich eigenen, gewachsenen Kultur war sie m.E. ĂŒberfordert.

Ich wĂŒrde eher von der Axt im Walde sprechen. Webers Dogma ist die Maximierung von Reichweite zulasten der Durchhörbarkeit, die im MA-Kosmos niemanden interessiert. Statt die HörerloyalitĂ€t zu pflegen und satte Marktanteile anzupeilen ging es ihresgleichen immer nur darum mit marktschreierischen Marketingkampagnen und schrillen Gewinnaktionen möglichst vielen Menschen den Sendernamen ins Hirn zu hĂ€mmern, egal ob die Welle wirklich in nennenswertem Umfang gehört wird oder nicht.
 

Radiocat

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Fakt ist, dass Valerie Weber im WDR eine höchst umstrittene Personalie war, daran hat sich wohl bis zuletzt kaum etwas geĂ€ndert. Wie gesagt: Was wirklich zur ihrer Entscheidung gefĂŒhrt hat, den WDR zu verlassen, wird man höchstens in einem KneipengesprĂ€ch mit involvierten Personen (oder ihr selbst) erfahren, welches den Tisch freilich nicht verlĂ€sst.
 

thorr

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Widerstand gegen VerĂ€nderungen ist das eine, Reformen, die nur die Quote im Blick haben, das andere. Ein schönes Beispiel fĂŒr letzteres, finde ich, belegt dieser Auszug aus einem epd-Artikel zu den WDR-Programmreformen zum Jahreswechsel 2020/21:
Daher ist es nicht seriös, wenn ein Sender sich auf die Zahlen der Media-Analyse beruft, um eine Radiosendung zu verĂ€ndern oder gar abzuschaffen, wie es zum Beispiel im vergangenen Jahr die WDR-GeschĂ€ftsleitung in einer Vorlage fĂŒr den Rundfunkrat tat: „Seit Jahren erreichen die Informationssendungen ‚Mittagsecho‘ und ‚Echo des Tages‘ zunehmend weniger Hörer*innen“, stand in dem Papier (epd 1/21).
Niemand wird doch wohl ernsthaft bestreiten wollen, dass ein solches Argument in Bezug auf den zentralen Bestandteil einer Infowelle, wie sie WDR 5 ist, ziemlich absurd anmutet und zeigt, dass hier privatwirtschaftliche MaßstĂ€be an öffentlich-rechtliche Aufgaben angelegt werden.
 
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Morningshow

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Erstens darf der WDR sich seines gesetzlichen Programmauftrages nicht eigenstÀndig entledigen. Zweitens sind die Schwankungen bei der Quote nur eine billige Ausrede bzw. der argumentativ untaugliche Versuch, den Rundfunkrat mit einer Nebelkerze zu tÀuschen.
 
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