• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

Vereinheitlichung der ARD-Radioprogramme

Was passiert eigentlich, wenn in Bremen auf den Straßen gar nichts los ist und in Stuttgart viele Verkehrsmeldungen verlesen werden müssen?
Neben dem von @Wasserlaube treffsicher wiedergegebenen Claimfeuerwerk werden zum Zeitschinden Dauermeldungen eingesetzt. Sei es nun das Abkochgebot im Kreis Fulda oder die irrelevante Vormittagsbaustelle auf der A6.

Endlich wieder Blitzer bei jump! Das konnte der zentrale Service natürlich nicht leisten. 🤢
Dasselbe bei SR 1 - und dort im Gegensatz zu Jump die ganze Nacht hindurch. Nicht, dass ich ein großer Freund von Blitzern im Radio wäre, aber so kann man die Aufsager und Abbinder wenigstens einigermaßen kurzhalten:
Anhang anzeigen SR 1 04_03_26 00_31-32.mp3

Es gab in der Popnacht dann noch ein Kollegengespräch mit SWR3-Redakteurin Steffi Lingscheidt. Ich habe mir das Ausschneiden in Ermangelung neuer Erkenntnisse jetzt mal gespart. Zu der Frage, weshalb keine KI-Stimme von der Stange gekauft wurde, fiel der Satz: "Wir wollen selbst für Euch da sein." Ein hehres Unterfangen, wenn man die ersten Leistungen der ARD-KI mit anderen Sprachmodellen vergleicht.

Immerhin erfahren die hr3-Hörer um 01:30 Uhr, das auf der "A12 Frankfurt (Oder) Richtung Berliner Ring" irgendeine Überleitung gesperrt ist..
"A12. Frankfurt. Oder. Richtungberlinerring":
Anhang anzeigen A12.mp3

Das Musikbett während der Verkehrsmeldungen klingt auch interessant. Wurde das in der Vergangenheit auch dafür genutzt oder war es vermutlich eigentlich für etwas anderes vorgesehen?
Damit wurde 20 Minuten zuvor auch ein Hörertelefonat unterlegt, es war zum improvisierten Service um 04:30 ergo noch griffbereit. Apropos, Anrufer Wolfgang, unterwegs auf der A24, wusste ja ganz genau, von welchem Sender die Nachtversorgung gegeben wird:
Anhang anzeigen SWR3 04_03_26 04_10-11.mp3

Ein letztes Fundstück noch: Wenn man solch einen Stimmakrobaten wie Ben Streubel am Mikrofon hat, kann einem die Beschränktheit der meisten KI-Organe fast schon leidtun:
Anhang anzeigen Automat.mp3
 
Wenn man solch einen Stimmakrobaten wie Ben Streubel am Mikrofon hat, kann einem die Beschränktheit der meisten KI-Organe fast schon leidtun
Man könnte die KI doch sicher auch mit den Moderationskünsten von Ben Streubel trainieren. Stell dir mal vor, da kommen Moderationsfeuerwerke raus, die die ARD nicht mehr beherrschen kann...

Und nochwas zu MDR JUMP: Eigentlich war doch die Idee, regionalisiertes Wetter und Verkehr zu bieten, oder irre ich? Beim Wetter habe ich nicht den Eindruck, dass dieses für das Sendegebiet von MDR JUMP ist. Und es wird recht häufig nur allgemein geografisch zugeordnet (Westen, Osten, Süden, Nordosten, Mitte). Ich dachte, das sollte regionaler sein?

Und die Aussprache von Orten und Straßen in Thüringen heute auch wieder unterirdisch. Kölleda, Martin-Andersen-Nexö-Str.

Anhang anzeigen Wetter Ost.mp3
 
Also ich erkenne für mich den Mehrwert in dem KI-Service überhaupt nicht.

Zum Wetter:

Angekündigt wurde, dass jetzt eine Wettervorhersage für meine Region/ Bundesland möglich wäre. Hierin (nur hierin!) hätte ich dann auch einen tatsächlichen Mehrwert gesehen. Ich wohne in der Metropolregion Hamburg (nordöstliches Niedersachsen - kurz vor der Hamburger Stadtgrenze). Gespannt hörte ich gestern um 21:30 Uhr, 22:30 Uhr und 23:30 Uhr die KI-Wettervorhersage. Mir war gar nicht bewusst, dass meine Region sogar Schleswig bzw. Osnabrück und noch einen Ort in Mecklenburg-Vorpommern umfasst ;). Dies wiederholte sich so bis 23:30 Uhr (länger habe ich nicht mehr zugehört). Kein einziges Mal wurde Hamburg oder Lüneburg (oder der Umkreis) genannt. Was soll das also? Es bringt mir null an Mehrwert. Wenn man die Wettervorhersage im Norden nicht wenigstens auf die jeweiligen Bundesländer, für die der NDR sendet, herunterbricht, ist dies meiner Ansicht nach völlig sinnfrei. Technisch müsste dies doch sogar machbar sein, da NDR 2 verschiedene Bundeslandkennungen hat (welche am Tage sporadisch für regionalisierte Programmhinweise genutzt werden). Wenn schon keine kleinteiligere Regionalisierung im Norden möglich ist, dann hätte man ja wenigstens immer die jeweiligen Landeshauptstädte und zusätzlich jede Stunde wechselnd eine weitere Stadt bei den Wettermeldungen/ bei der Wettervorhersage benennen können. So kann man es aber gleich sein lassen.

Zum Verkehrsservice:

Meines Erachtens war der bis zur KI-Einführung bundesweite Verkehrsservice nicht störend. Jetzt werden sogar Straßensperrungen in Hintertupfingen genannt, was NDR 2 noch nicht einmal am Tage macht, wenn wenig zu melden wäre. Diese Sperrungen nur zum befüllen der Zeit zu nennen, kann ein Trugschluss sein. Ist wenig Verkehr, werden viele lokale Sperrungen gemeldet. Ist viel zu vermelden, wird vermutlich dann darauf verzichtet. Ich als Hörer würde dann denken, dass die eine Straße heute in Hintertupfingen ja gar nicht gesperrt ist, da aufgrund der Vielzahl an Meldungen nicht angegeben. Dabei ist sie dann doch gesperrt. Verlässlich ist das nicht. In meinen Augen kann man einen Verkehrsservice nicht von vornherein auf eine bestimmte Länge festlegen. Es dauert, wie es dauert. Meldungen weglassen oder solche hinzufügen, die sonst nie genannt würden, nur um auf eine festgelegte Länge zu kommen, geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. Was für ein Aufwand und was für eine Fehleranfälligkeit, nur um nicht nach einem bundesweiterem Abend- und Nachtprogramm zu klingen...
 
Sind wir Teil einer Show??
Getrieben vom verfrühten Frühlingsstart im Kalender vertan? – 1. April ist erst in vier Wochen. Und vor 2-3 Jahren wäre so eine Meldung noch locker als Aprilscherz durchgegangen.

Tja, schön wärs... bittere Rundfunk-Realität ist das 2026 und lässt mich immer noch ziemlich sprachlos und ungläubig zurück, wie so ein unnötiges Einstampfen von Hörernähe und echten Radio-Momenten noch übermäßig stolz als Innovation angepriesen wird.

Viele weitere Worte, die ich teile, sind hier schon geschrieben worden. Und nein – diesmal scheint es nicht an uns Radio-Fans zu liegen. Auch alle 'Durchschnitts-Hörer', denen ich diese Beispiele nun vorgeführt habe, haben dafür nur Kopfschütteln übrig.
Und die wissen nicht mal, was für eine regelmäßige Sternstunde der Live-Moderation (Ben Streubels einzigartiger Service um halb, für den ich schon öfter extra bis 0:30 wachgeblieben bin) uns dafür – zurück zur Einleitung – unnötig genommen wurde = ohne jegliche Einsparungen und wie sich nun herausstellt auch ohne wirklichen Mehrwert für die Service-Qualität, vom ehemals legendären, jetzt eher zum Fremdschämen anmutenden Hörerlebnis ganz zu schweigen.
 
Wäre es nicht so gefährlich würde man da doch doch am liebsten glatt zum Geisterfahrer bei diesem KI-Spuk...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallole,

Technische Frage: Es war ja bislang so, wenn ich das aus früheren Posts verstanden habe, dass alle Ausspielungen der Jingles aus Baden-Baden kommt.- Trifft das hier auch auf die KI-generierten Einspielungen zu, die dann je "Leitung" zu den einzelnen Abnehmern übertragen wird?

Grüßle
AFu
 
Ich kann dazu nur meine Beobachtungsvermutungen anstellen. Es klingt für mich und sieht im SWR3-Videostream zumindest so aus, als wenn wie auch die regionalen Soundelemente die jeweils von der KI zusammengebauten Service-Blöcke im Sendeplan in Baden-Baden anliegen und dann als regionalisierter Beitrag gestartet werden. Insbesondere um halb hört man das manchmal vor und nach dem KI-Serviceblock, dass die Mods theoretisch jederzeit live drübermoderieren könnten, wie bei allen anderen aus Baden-Baden ausgespielten regionalisierten Elementen.
 
Dasselbe bei SR 1 - und dort im Gegensatz zu Jump die ganze Nacht hindurch. Nicht, dass ich ein großer Freund von Blitzern im Radio wäre, aber so kann man die Aufsager und Abbinder wenigstens einigermaßen kurzhalten:
Anhang anzeigen 32403

"Endlich ist Schluss mit Regen und Matsch!"

Wenn man schon eine synthetische Stimme nutzt, sollten damit lediglich Fakten vorgetragen werden und keine Kommentare. Das klingt recht lächerlich und wirkt wenig vertrauenswürdig.
 
Milde Brise aus Südwest…

Technische Frage: Es war ja bislang so, wenn ich das aus früheren Posts verstanden habe, dass alle Ausspielungen der Jingles aus Baden-Baden kommt.- Trifft das hier auch auf die KI-generierten Einspielungen zu, die dann je "Leitung" zu den einzelnen Abnehmern übertragen wird?
Alles andere wäre eine „Fernwirkorgie“ sondergleichen, durchaus möglich, aber dafür müsste jede Anstalt die entsprechenden Systeme, redundant, zur Erzeugung der Sprachsynthese vorhalten - und jeweils das eigene Audio statt der Zulieferung automatisiert schalten und wieder auf die SWR-Leitung rückschalten.
Kommt alles vom SWR. Daher war Ben Streubel mit dem menschlichen Service und dem improvisierten Bett wohl auch, während der „ersten KI-Nacht“, bei allen Abnehmern zu hören, als nach der ersten, individualisierten Jingle-Ausspielung, nichts mehr kam.
 
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