Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?


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Radiocat

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Ich hab ja nicht behauptet, daß es jede Station macht, Herr FETTSCHRIFT
Aber es ist keine Besonderheit von ein paar ultrabösen Formatradios
 

mcflyradio

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Besonders schlimm klingt es, wenn die üblichen verdächtigen Interview CDs von Test-Stiftungen und ÖKO-Zentralen genutzt werden und vom Moderator als Fake-Interview eingebaut werden. Dann hört man 200 Meter gegen den Wind, dass da irgendwas nicht stimmt mit der Gesprächsatmosphäre. Habe ich mittlerweile sogar schon bei NDR2 (Vormittag mit Mahrhold) gehört. Muss denn so etwas nun auch schon beim NDR sein?
 

XXLFunk

Gesperrter Benutzer
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Besonders schlimm klingt es, wenn die üblichen verdächtigen Interview CDs von Test-Stiftungen und ÖKO-Zentralen genutzt werden und vom Moderator als Fake-Interview eingebaut werden. Dann hört man 200 Meter gegen den Wind, dass da irgendwas nicht stimmt mit der Gesprächsatmosphäre. Habe ich mittlerweile sogar schon bei NDR2 (Vormittag mit Mahrhold) gehört. Muss denn so etwas nun auch schon beim NDR sein?

Warum machen die das? Geld und Ressourcen sind doch ausreichend vorhanden.
Aus Faulheit oder aus Unvermögen?
 

XXLFunk

Gesperrter Benutzer
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Richtig. Und aus dem Irrglauben heraus, dadurch "professionell" zu klingen.

Irgendwas stimmt doch bei NDR 2 nicht. Fähige Moderatoren werden nach zehn Jahren rausgeworfen. Es gibt also keine dauerhaften Verträge.
Das Programm wird immer mehr mit Ex- Mitarbeitern der privaten Konkurrenz bestückt.
Anscheinend wird nur der unwesentlichere Teil des Personals, also der Wasserkopf, dauerhaft beschäftigt.

Kann mir das mal bitte jemand erklären?
 

Klotzkopf

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Such doch mal nach freien Mitarbeitern beim NDR (also hier mit der Forensuche), dann wirst du bestimmt schlauer. ;) Was nützt im übrigen der beste Moderator/Interviewführer, wen er nicht so darf, wie er könnte/wollte?
So, und jetzt zurück zum eigentlichen Thema.
 

Radioman2000

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Radiocat schrieb:
Also was Du da beschreibst ist ein "gefaktes Interview" und eigentlich allgemein übliche Vorgehensweise.

Wir sollten schon richtig bleiben: ein gefaktes Interview wäre, wenn man einen Interviewpartner hat, der eingekauft wurde und gar nicht das ist was er vorgibt. In diesem Falle geht es eher darum, daß Interviews aufgezeichnet wurden. Das ist aber kein Beinbruch. Viel schlimmer ist es, wenn ein Mod darin rumfurcht und es so zusammen schneidet, daß man nachher hört, daß es nicht live ist. Passiert übrigens bei den meisten aufgezeichneten Interviews!!!
 

count down

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Beispiel aus dem TV: In den "Tagesthemen" oder im "heute journal" werden Interviews anmoderiert und dann geführt. Perfekt geschnitten sieht es aus wie live. War es eine Aufzeichnung, wird grundsätzlich nach dem Gespräch gesagt: "Das Interview haben wir vor der Sendung aufgezeichnet". Für mich eine korrekte und zufriedenstellende Verfahrensweise, die ich mir auch für den Radiobereich wünsche.
 

AirwaveMHz

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Bei vielen Info-Sendern wird es ähnlich gemacht. Da kommt dann als Anmoderation: Karl-Heinz XY ist Chef der Organisation ABC ... Ich habe ihn gefragt, warum er ... usw. Oder: Mein Kollege XYZ hat mit ihm gesprochen. So werden Interviews, die einmal live gesendet wurden, dann noch mehrmals wiederholt. Ist ehrlich und journalistisch korrekt. Aber die privaten sind da wohl zu eitel.
 

Makeitso

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Radiomann2000 schrieb:
ein gefaktes Interview wäre, wenn man einen Interviewpartner hat, der eingekauft wurde und gar nicht das ist was er vorgibt
Das wäre Betrug, zumindest Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Ein gefaketes Interview ist genau das, was hier schon mehrfach genannt wurde: Ein Redakteur zeichnet das Gespräch für den nicht anwesenden (meistens Morgen-)Moderator auf, schneidet die Antworten raus, legt sie einzeln in der Cartwall ab und der Moderator fährt sie anderntags ab, nachdem er zuvor die (hoffentlich) passende Frage gestellt hat.

Ich persönlich hasse diese Dinger, denn sie sind der beste Beweis für die Richtigkeit des Murphy'schen Gesetzes. Die Fehlerquote bei gefaketen Interviews ist nach meiner Erfahrung außerordentlich hoch.
 

c120

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Ich persönlich hasse diese Dinger, denn sie sind der beste Beweis für die Richtigkeit des Murphy'schen Gesetzes. Die Fehlerquote bei gefaketen Interviews ist nach meiner Erfahrung außerordentlich hoch.

Persönlich finde ich die eher traurig. Mir fallen solche Interviews besonders bei RSH auf - z.B. bei Volker Mittmann. Mich frustriert das immer wieder, wenn da ein einsamer Moderator mit den Tonschnipseln spricht und ich achte bei RSH Interviews nicht mehr auf den Inhalt, sondern nur auf Anzeichen von echter Interaktion. Da die meist nicht kommen, schalte ich dann nach dem Interview meistens den Sender weg... und hör dann ein paar Minuten Delta oder Radio10Gold, um wieder auf andere Gedanken zu kommen.
 

Funkgeist

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Beispiel aus dem TV: In den "Tagesthemen" oder im "heute journal" werden Interviews anmoderiert und dann geführt. Perfekt geschnitten sieht es aus wie live. War es eine Aufzeichnung, wird grundsätzlich nach dem Gespräch gesagt: "Das Interview haben wir vor der Sendung aufgezeichnet". Für mich eine korrekte und zufriedenstellende Verfahrensweise, die ich mir auch für den Radiobereich wünsche.

genau so !

alles Weitere ist ne Frage, wieviel "Plastik" man in der Anmutung eines Programmes haben möchte..... Ein Sender, der sowieso so klingt, und das ist ja meistens der Fall, oder ? - dürfte eh Hörer haben, die damit keine Probleme haben.
 

Schnittchen

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Hi Leute,

also es würde mich jetzt schon interessieren, wie Ihr diese Situation lösen würdet:
Promi XY ist im Sendergebiet unterwegs, Redakteur X fährt hin, ist aber nur mit einem nicht sonderlich teuren Aufzeichnungsgerät bestückt, also das Ding nimmt gerade da auf, was 10 bis 20 Centimeter drumrum passiert. Soll Redakteur X dann zwischen Gesprächpartner und sich selbst switchen (Gefahr die Hälfte der Antwort ist weg), soll er es hinterher im Studio nochmal nachsprechen oder wenn er es schon schneiden muss, dann gleich den Mod sprechen lassen?

Übrigens bin ich der Meinung, dass ein guter Redakteur auch ein Konserveninterview so führen kann, dass scheinbar eine nette Unterhaltung entsteht!
Im Gegenzug ist mir aber auch schon aufgefallen, dass sich der eine oder andere Moderator das Leben gern einfach macht. "Lass doch mal den Prakti das aufzeichnen. Ich muss ja schließlich meine ganzen Moderationen vorschreiben." Brrr
 
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Also Schnittchen, deine Probleme bzw Fragen verstehe ich nicht: Wenn ein "Star" im Sendegebiet unterwegs ist, ist der Redakteur nicht mit nem billigen Aufnahmegerät unterwegs. Wenn doch, ist das unprofessionell.
Wenn der Redakteur ein Interview machen möchte, dann führt er das Mikro an seinen Mund, spricht die Frage rein und hält dann das Mikro dem Partner hin. Wenn er in diesem Moment schon anfängt zu sprechen und das Mikro ist noch nicht richtig positioniert - tja, das ist die Gesprächssituation. Zudem sollte der Interviewer auch nicht zu weit weg von seinem Partner stehen, so dass der Weg des Mikros nicht so weit ist. Außerdem muss der Interviewer dem Gesprächspartner klar machen, dass das jetzt ein Interview ist und nicht bloß ein O-Töne sammeln.
Dass die Hälfte der Antworten weg ist, darf nicht passieren. Man sollte in der Lage sein, ein Interview als eigene Darstellungsformen führen zu können, auch technisch, sonst kann ich den Mann/ Frau nicht hin schicken.
Außerdem darf sich der Redakteur nicht zu schade sein, einen Teil des Interviews zu wiederholen, wenn er merkt, dass etwas nicht richtig mitgeschnitten wurde und nicht richtig "drauf" ist. Dazu ist es erforderlich, per Kopfhörer mitzuhören. Vom richtigen Auspegeln ganz zu schweigen.
Wichtig ist, den Partner um Verständnis zu bitten, etwas zu wiederholen. Dabei kann natürlich sein, dass unangenehme Partner giften, warum der Sender keinen Profi geschickt habe. Aber das muss man in Kauf nehmen, denn ein schlechtes, ggf. nicht verwertbares, Produkt nutzt keinem was.
Ein Nachvertonen sollte man sich gut überlegen. Wenn nachvertonen, dann möglichst in einer solchen Umgebung, dass die Geräuschkulisse der Interviewsituation entspricht. Aber ein Nachvertonen ist grundsätzlich sehr problematisch.
Sollte das Interview so, wie es ist, nicht verwendbar sein, sollte eine andere Darstellungsform in Betracht gezogen werden. Zum Beispiel ein BmE oder eine Moderation mit O-Tönen. Oder ein Kollegengespräch mit O-Tönen. Das hätte den Vorteil, dass der Interviewer seine Eindrücke vom "Star" schildern kann.
Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit, den Moderator selbst rauszuschicken und ihn draußen ein Interview führen zu lassen. Das vermittelt eine besondere Kompetenz des Moderators und des Senders.
Schließlich kann niemand ein "Konserveninterview" so gut führen, als wäre es live. Weil die Gesprächsathmosphäre nicht da ist. Und die bekommt ein Hörer unterschwellig mit.
Und zu Schnittchens letztem Satz sag ich mal nix, nur so viel: Entweder Arroganz oder Unprofessionalität (oder unterbezahlte und damit unmotivierte Moderatoren)
 

Juli

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Also hört mal, was habt ihr denn bitte gegen das Vorabaufzeichnen eines Interviews? Wer macht denn überhaupt noch irgendwas live?
Dazu sind Interviewpartner doch ein viel zu unsicherer Faktor.
Wie oben schon von jemandem richtig gesagt wurde: Es kommt nur drauf an wie geschnitten wird.
Da finde ich auch nicht, dass der Mod als Depp dargestellt wird, weil er das nicht selbst führt. Also bitte, wozu ist denn die Redaktion da? Der Moderator liest ja auch die Nachrichten nicht selbst, oder wird ihm das jetzt auch angekreidet?
Das mit der Grundsatzdiskussion zu Hörerverhalten etc. kann ich nur unterstreichen. Außerdem glaube ich, dass hier die Aufmerksamkeit der Nicht-Radio-Involvierten-Hörer etwas überschätzt wird.
Oder wieviele der gemeinen Antenne Bayern Hörer kann sicher sagen, ob das eben geführte TI live war??

Viel Wind um nix und dazu noch falsche Begriffe.
Was verstehst du unter "fast vom Fach", liebe Jenni?
 
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Juli: Das Grundproblem das hier besteht: Die gängige Privatradiopraxis ist, dass on Air jemd. ein Interview führt, der es in Wirklichkeit nicht führt.
Ferner geht es nicht darum, ob Interviews live sind. Das geht oft nicht und ist oft auch nicht gewollt, schon wegen der Länge.
Es geht hier vor allem um die Frage, wie ein Interview, das nicht live ist, verkauft wird.
Und es is nich viel Wind um nix, sondern es geht um die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Sender.
 

count down

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Das Grundproblem ist auch, dass wohl nicht mehr mit Menschen, sondern mit "unsicheren Faktoren" einerseits, und von "gemeinen" Hörern andererseits gesprochen wird. Weiterhin viel Spaß beim Senden, Juli.
 

Juli

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Das Grundproblem ist auch, dass wohl nicht mehr mit Menschen, sondern mit "unsicheren Faktoren" einerseits, und von "gemeinen" Hörern andererseits gesprochen wird. Weiterhin viel Spaß beim Senden, Juli.

Dann passieren dir sicherlich keine Pannen mit unsicheren Interviewpartnern, die anfangen rumzustöpseln oder keinen Bock haben auf Fragen zu antworten z.B.? Btw, was hast du gegen den Ausdruck "gemeiner Hörer"? Gibt es den nicht? Sind alle ganz furchtbar individuell zu behandeln, oder was ist deine Philosophie?

@ Sachsenradio 2

ja, ich versteh schon grundsätzlich was du meinst. Klar ist die Glaubwürdigkeit wichtig. Du meinst also es sollte tatsächlich vorher gesagt werden, dass das Interview bereits vor einer Stunde aufgezeichnet wurde? Und wie?
 

Radiokult

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Radiomann2000 schrieb:
ein gefaktes Interview wäre, wenn man einen Interviewpartner hat, der eingekauft wurde und gar nicht das ist was er vorgibt
Makeitso schrieb:
Das wäre Betrug, zumindest Vorspiegelung falscher Tatsachen.
Wenn ein Moderator von einer Automesse berichtet und alle möglichen Wagen bis zum Erbrechen lobhudelt, obwohl er genau weiß, dass die eine oder andere Kiste mit Sicherheit auch ihre Macken hat, ist das dann auch Betrug?

Ich würde das nicht so hochtrabend formulieren. Eher würde ich es davon abhängig machen, in welchem Zusammenhang solche vorher aufgezeichneten O-Töne verwendet werden.
 
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Juli, ich zitiere mal mich selbst aus #17:
Das ist relativ egal, wobei es vielleicht ehrlicher wäre, zu sagen, das Interview wurde vor der Sendung geführt. Zumal es mitunter auch zu hören ist. Denn wie fährst du das Interview? Komplett das Interview aufzeichnen inkl. Anmod.? Oder Anmod. plus erste Frage vorlesen und dann das Interview ab erster Antwort abfahren? Wie moderierst du ab? In dem du sagst: Hans Wurst war das im Gespräch mit Radio Buxtehude! oder: vielen Dank, das war Hans Wurst von der Verbraucherzentrale, ich bedanke mich für das Interview. - Ja ihnen noch nen schönen Tag.
Deshalb umschifft man alles, in dem man, ob vorher oder nachher sagt, dass das Interview aufgezeichnet war. Auch das tut dem Informationsgehalt keinen Abbruch.
 

count down

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Juli: Ich bin erstens nicht der Überzeugung, dass "unsichere Faktoren" nicht auf den Sender gehören und Interviews auch live auf den Sender gehen können. Zweitens finde ich den Begriff "gemeiner Hörer" herablassend. Reicht nicht "Hörer"? Die Wertschätzung des umworbenen Hörers beginnt meines Erachtens schon in einem solchen Forum.
 
AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

cd: Ich glaube, Juli hat eine andere Bedeutung für "gemein", als du. Gemein, abgeleitet von der All-gemeinheit. Und nicht von gemein im Sinne von "fies", "ungerecht."

Ürbigens: Live-Interviews sind i.d.R. besser, geht nur manchmal nicht, wenn der Interviewpartner terminlich nicht kann oder der Interviewpartner insofern nicht verlässlich ist, als dass man nicht sicher sein kann, innerhalb der vorgegebenen Sendezeit mit dem Interviewpartner zu Potte zu kommen. Und damit kann man vor allem dann rechnen, wenn der Gast nicht geübt im Umgang mit Medien ist.
 

count down

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AW: Voicetracking - die totale Veräppelung der Hörer?

Ja, SR2, das "gemein" ist von Juli sicher nicht im Sinne von "fies" ö.Ä. gemeint. Dennoch klingt bei mir beim "gemeinen Hörer" Herablassendes durch. Nicht bei Formulierungen wie "Hörer im Allgemeinen" oder "Hörer" ohne Zusatz. In Punkt zwei gebe ich Dir Recht. Nur nicht, prinzipiell keine Interviews wegen "Unsicherheitsfaktor" live zu senden. Mit dieser Meiner Meinung stehe ich denen gegenüber, die grundsätzlich auf ihrem Sender keine Liveinterviews zulassen.
 
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