Was ist denn in Mitteldeutschland los?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Cool Head

Benutzer
Lieber Radiokult, was DAB mit der Finanzierung privater Radios zu tun hat, wird dein Geheimnis bleiben. Fakt ist, dass die Privaten die Chose selber bezahlen müssen und teilweise (siehe Baden-Württemberg) sogar seperate Gesellschaften gründen (müssen), damit das finanzielle DAB-Desaster nicht die Unternehmen gefährdet. Außer in Bayern (via BLM) wird nach meinen Informationen von keiner Landesmedienanstalt in Deutschland DAB finanziell gefördert, der öffentlich-rechtliche Hörfunk hat dafür ca. 80 Mio € zusätzlich von der KEF bekommen.

Dass die werbungtreibende Industrie fast ausnahmslos die ZG 14-49 möchte, ist nun mal Tatsache, auch wenn es blödsinnig ist. Die werbungtreibende Industrie weiß aber, dass sie die derzeit über 49jährigen quasi kostenlos bekommt (Bepreisung läuft über TKP 14-49 Jahre) und daher hat sie keinerlei Interesse, die über 49jährigen zu bezahlen.

Nur mal so: AC-Formate klingen nun mal (bis auf kleine Unterschiede) ähnlich, weil der Musikgeschmack der Erwachsenen ähnlich ist. Das Beispiel Sachsen bestätigt es ja: RSA als Ableger von PSR hat nur ein anderes Format, weil man sich bei PSR nicht selbst schaden möchte. Nimm dagegen RTL Sachsen oder die SLP, dann siehst du, wie der Markt wirklich funktioniert.

Und deine Beschimpfung der Berater ist entweder schlicht und einfach auf Unkentnnis zurückzuführen oder du hattest einmal ein traumatisches Erlebnis - aus beidem sind deine Herleitungen gleich unprofessionell.
 

lurgi

Benutzer
so viel penetration - und das in einem radioforum!!! :)

aber r.sa ist schon für einen dudler schon ganz ok - wenigstens mal eine ausgefallenere playlist als die anderen sender...
 

Radiokult

Benutzer
@Cool head
Es kann sein das ich ein wenig überspitzt habe, dennoch bleibe ich dabei. Man braucht sich doch nur die Rundfunklandschaft der Nachbarn anhören, übrigens völlig gleich ob im Osten oder Westen, und dann die hiesige Radiolandschaft. Einen solchen uninspierierten Brei gibt es nirgendwo. Radio ist in Deutschland zu einer CashCow verkommen, was man auch deutlich hört. Über die Ursachen kann man sich lange streiten und auch lange diskutieren. Das Problem ist, das niemand gewillt ist an diesem Zustand etwas zu ändern.
 

Cool Head

Benutzer
@Radiokult: Exakt DAS habe ich versucht klar zu machen, dass der sog. "Einheitsbrei" nicht deswegen so ist, weil es den Betreibern (oder Beratern) gefällt, sondern weil die rei n werbefinanzierten Privaten `die große und breite Masse zwischen 14-49 Jahren´ brauchen, um Reichweiten zu erzielen und um damit bei den Werbungtreibenden Werbespots verkaufen zu können. Dabei ist die Rechnung einfach: Je mehr Reichweite, je höher der absolute Sekundenpreis und logischerweise je mehr Umsatz (den man braucht, um das Programm und die ganze Firma zu finanzieren und um den Gesellschaftern im Idealfall auch noch etwas auszuzahlen).

Dass die Privaten (zumindest dort, wo sie nur jeweils 1 Programm veranstalten) weitestgehend gleich klingen, ist also eine Marktnotwendigkeit ("Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler") und nur dort, wo die Privaten wie z. B. in Sachsen mit PSR und R.SA mehr Programme machen, differenzieren sie sich logischerweise. Insofern darf man den Privaten nicht vorwerfen, dass sie sich nach dem Markt richten - täten sie es nicht, wären sie bald pleite.

Das Ärgerliche ist aus meiner Sicht, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Prinzip nach dem gleichen Muster wie die Privaten arbeitet, d. h. voll auf Reichweitenerzielung setzt, obwohl seine Programme ja durch die GEZ-Gebühren gesichert sind; und ganz blöd finde ich, dass die Öffis zusätzlich zu ihren Einnahmen aus der GEZ auch noch Werbung ausstrahlen dürfen, denn das ist wiederum das Argument der Öffis, um die Programme so mainstreamig (und austauschbar) zu machen wie die Privaten.

In deinem letzten Satz hast du absolut recht, niemand in der Politik will daran etwas ändern, weil sich niemand mit den Öffis anlegen will - als Politiker will man ja auch in´s Landes-Fernsehen (und das ist öffentlich-rechtlich!).
 

Zwerg#8

Benutzer
Moin!

[...] Dort interviewt mal gefühlte 20 Leute unterschiedlichster Colour aus der besagten Zielgruppe. Ihr werdet erstaunt sein, wieviel unterschiedliche Erwartungshaltungen es noch immer an das Medium Radio gibt. Erst formatiet man alle Sender zu Tode bis sie nahezu alle gleich klingen und schiebt die Verantwortung dafür dann auf den Hörer ab, weil der angeblich keine Erwartungshaltung mehr hat. Lächerlich.


Ich kann der Aussage von Kulti nur zustimmen. Es gibt bei den Fragen "Wer ist schuld an der Verflachung des Niveaus (nicht nur) im privaten Rundfunk? Wer hat das Medium Radio zum Nebenbeimedium verkommen lassen?" eine ganz klare Antwort: Der Rundfunk. Früher, vor noch nicht einmal 20 Jahren, war Radio ein "Event", lieferte "Einschalt/Dranbleibimpulse". Ich komme gleich darauf zurück.

In ähnlich gelagerten Threads hatten wir oft das "Henne-Ei" Problem vorgeschoben und versucht, damit das Problem etwas "schönzureden". "Wir" sind nicht schuld, die Hörer wollen "es" so wie es heute ist... Das ist falsch. Ich versuche jetzt, den Beweis dafür zu liefern.


Zum besseren Verständnis müßt ihr etwas "Multithreading"-fähig sein. ;)


In einem anderen aktuellen Thread hier im Forum geht es um Coolness im Radio. Ich habe dort von (möglichst) perfekten Blenden und Ramptalks und dem Spiel des Moderators mit dem Optimod geredet. Das ist die rein technische Seite. Dann kam das Lied "The way it is" ins Spiel. Praktisch jeder Moderator hat dieses Lied schon mehr oder weniger gekonnt "zugequatscht"...

Bitte "switcht" bei Interesse zu diesem Thread, denn dort geht es gleich weiter.
 

Radiokult

Benutzer
Laß gut sein. Auf die wirklichen Argumente bekommt man so oder so keine Antwort, denn dann müßte man sich eingestehen das man das Grab, in das man seit längerem fällt, selbst ausgehoben hat. Lieber sucht man sich solche albernen Surrogate wie "Radio macht glücklich." Wie steht diesbezüglich auf der Seite vom VPRT? "Der Medienkonsum steigert das Wohlbefinden und gibt neue Energie." Und weiter unten: "Audiovisuelle Medien sind tragende Säule der Kreativwirtschaft in Europa". Eigentlich braucht man dazu nix weiter zu sagen. Das spricht komplett für sich. Ich habe selten eine entlarvendere Eigenwerbung gelesen...

Zitaten-Quelle: http://www.vprt.de/thema/marktentwicklung/marktdaten/studien/content/radio-macht-glücklich
 

br-radio

Benutzer
Mal eine Frage: Was haltet ihr inhaltlich wie musiktechnisch von der BCS Sachsen, die u.a. Radio Dresden, Radio Leipzig, etc. pp. produziert?
Die Station Voice hört sich an wie die von Bayern 3.
 

MLT

Benutzer
Weder noch, sondern R.SA Sachsen. Privatsender, "kleiner Bruder" von PSR. R.SA eben... :)

Nix "kleiner Bruder" immer größer werdender, Nachbarsender ;O)

und Bö und Fi werden warscheinlich mit erwähnt weil es 1. RSA im Allgäu gibt und man den Punkt zwischen R und S so schlecht im Radio rüberbringen kann :) und es 2. irgendwie nichtssagend ist :) und 3. weil Böttcher und Fischer hier einfach Kultstatus haben (keiner gibt es zu, aber besucht mal ein Event mit den beiden, da überschlagen sich die Menschenmassen!)
 

snfm

Benutzer
Mal eine Frage: Was haltet ihr inhaltlich wie musiktechnisch von der BCS Sachsen, die u.a. Radio Dresden, Radio Leipzig, etc. pp. produziert?
Die Station Voice hört sich an wie die von Bayern 3.

Musiktechnisch ist es das gleiche Gedudel wie überall. Leider. Aber, ja, am Informationsgehalt wurde etwas geschraubt. Allerdings reicht das m. E. immer noch nicht aus, um wirklich als "regional" eingestuft werden zu können (wie auch, wenn fast alles aus Dresden kommt).

Leider gibts aber auch hier bei den Mods recht krasse Unterschiede: mal fühlt man sich angebrüllt, mal zum Einschlafen, mal soll´s chronisch lustig sein. Und das schlimmste: die Nachrichten- und Servicestimmen der Frauen! Das ist ein Gepiepsel sondersgleichen. Gerade hier gehören starke Stimmen hin und keine "Ich trau mich nicht"-Mädels! Den krassen Unterschied merkt man ja bei Nachrichten. Nach dem Wechsel von den regionalen Meldungen zu "Deutschland und die Welt" brüllen Dich die "RadioDienst München - Sprecher" geradezu an. Klingt eben alles wie aus nem Baukasten... Schade, das Programm war vor Jahren mal gut.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben