• Diese Kategorie ist für Diskussionen rund um die Programminhalte der Sender gedacht. Über Frequenzen und Empfang kann sich unter "DX / Radioempfang" ausgetauscht werden.

WDR: Cosmo soll nicht-lineares Angebot im Netz werden

Darf man aus diesen Reformplänen eigentlich schließen, dass Radio Bremen und der rbb offiziell bei COSMO aussteigen? Radio Bremen wird wohl keinen zweiten urbanen Jugendsender neben Bremen NEXT benötigen und beim rbb gab es doch auch schon Überlegungen, dass man sich nicht mehr an der Produktion des Senders beteiligt und zumindest die UKW-Frequenz nicht weiter betreibt.
 
Darf man aus diesen Reformplänen eigentlich schließen, dass Radio Bremen und der rbb offiziell bei COSMO aussteigen? Radio Bremen wird wohl keinen zweiten urbanen Jugendsender neben Bremen NEXT benötigen und beim rbb gab es doch auch schon Überlegungen, dass man sich nicht mehr an der Produktion des Senders beteiligt und zumindest die UKW-Frequenz nicht weiter betreibt.
Soweit ich weiß, darf sich der RBB nicht mehr daran beteiligen, da sie nur 6 Sender betreiben dürfen und keinen anderen aufgeben wollen. Fremdsprachen-Programme sollen dann bei radio3 untergebracht werden.
Das wird hier zumindest angedeutet: https://www.tagesspiegel.de/kultur/...e-ard-die-politik-der-afd-macht-15666368.html
 
Danke! Der Artikel ist schon ab Überschrift eine erstklassige Zusammenfassung dessen, was nicht nur bei Cosmo in der ARD abläuft. Bei Cosmo bemerkt man es besonders gut (wobei das ja schon jahrelang verwässert und gerupft wurde), aber generell dienen die "Säuberungsaktionen" im ARD-Hörfunk wem auch immer, aber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und einer gesunden Zivilgesellschaft dienen sie nicht.
 
(…)und dass ausgerechnet der chronisch klamme RBB die von dort zugelieferten Angebote in spanischer, polnischer, russischer und griechischer Sprache fortsetzt, ist zumindest zweifelhaft. Beim WDR heißt es, man sei dazu im Austausch.
Das war mir neu, dass auch die russischen (Mo-Fr) sowie die griechischen und spanischen (je 1x Woche) Sendungen auch vom rbb produziert werden.
Schade ist natürlich, dass diese Pfründe so wenig in anderen Programmen inhaltlich (auf Deutsch) Verbreitung finden.
Die Moderatoren/-innen habe ich nur aus der polnischen Redaktion im Inforadio als Gesprächspartner vernommen.

Sollte Radio3 dies zukünftig linear ausstrahlen, müssten andere Formate dafür Platz machen. Sicherlich nichts vom gemeinsamen Abendprogramm (Konzert, Oper, Jazz).
 
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Danke, interessant finde ich u.a. die Kritik am neuen Namen:

Besonders der neue Name, „1Live Street“, wird vor allem von den jungen Mitarbeitenden im Team als rassistisch und klassistisch kritisiert. Warum wird ein interkulturelles, migrantisches Programm auf den Straßenaspekt reduziert?

Außerdem wird mit dem nur regional etablierten Namen „1Live“ meines Erachtens klargemacht, dass kein Interesse seitens des WDR besteht, weiter überregional mit anderen ARD-Anstalten zusammenzuarbeiten

Auch die extreme Quotenfixiertheit des WDR wird kritisiert.
 
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Der Rundfunkrat des Senders hat dem am Mittwochnachmittag zugestimmt, „nach intensiver Diskussion“, 25 Ja-Stimmen, 20 Nein-Stimmen und einer Enthaltung.
Und hier der Newsletter des Rundfunkrats:

2. Große Veränderung bei den jungen Radiowellen​

Junges Angebot im Wandel. Was junge Menschen brauchen, mögen und wollen, ändert sich stetig. Darauf reagiert der WDR und stellt seine jungen Radiowellen COSMO und 1LIVE DIGGI neu auf. Nicht nur die Programmprofile sollen neu gedacht werden, den Sendern werden auch frische Namen verpasst: Aus 1LIVE DIGGI wird 1LIVE LOUNGE und COSMO soll ab dem kommenden Frühjahr unter dem Namen 1LIVE STREET am Empfangsgerät zu finden sein.

Die neuen Namen sollen bereits wiedergeben, wofür die Sender stehen: Bei 1LIVE LOUNGE wird es ruhiger zugehen. Ein Sender zum (mentalen) Abschalten mit entspannter Musik und ohne die Krisen dieser Welt ständig zu thematisieren. Ein bisher einmaliges Konzept in der Radiolandschaft, so der WDR. 1LIVE STREET hingegen soll die Hip-Hop-Kultur in den Mittelpunkt stellen und damit auch gerade Menschen mit internationaler Geschichte abholen.

Bereits im Vorfeld der Sitzung haben Mitglieder, aber auch Fans und Mitarbeitende, die Veränderungen bei COSMO kontrovers diskutiert. Dabei im Fokus stand und steht die Frage, ob der WDR seinem Auftrag zur Förderung des interkulturellen Zusammenlebens mit dem neuen Konzept weiter nachkommt. Die Diskussion in der Sitzung war geprägt von Fragen zur Zukunft der fremdsprachigen Angebote, zum Verbleib des Global Pops/Weltmusik im senderweiten Angebot und wie der WDR beim Thema interkulturelles Miteinander auch Menschen über 30 erreichen möchte. Die Mitglieder stimmten schließlich mit knapper Mehrheit für die Programmschemaänderung und machten damit den Weg für die strategische Neuaufstellung der beiden Radiowellen zum April 2027 frei. Der WDR verspricht, dass er sich zu den offenen Punkte zeitnah mit den Mitgliedern austauscht.

Im weiteren beschloss der Rundfunkrat eine Programmschemaänderung, die die kleinen Hörerinnen und Hörer betrifft: Das MausRadio ordnet das Tagesprogramm neu. Im Mittelpunkt sollen Livesendungen zu den besten Sendezeiten für Kinder stehen – morgens vor und am Nachmittag nach der Schule. So zum Beispiel eine Live-Frühsendung, die die Maus an den Frühstückstisch der Kinder holt und die herausfordernde Zeit vor dem Aufbruch in die Schule begleitet.
 
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Traurig. Was von jetzigen COSMO übrig bleiben darf, wird sich zeigen.

Wird die MAUS also bald nur noch online weiter senden? Mit 24 Stundenprogramm?
 
Die Frage ist, was aus der 96.3 in Berlin wird
Sollte der rbb auf die UKW-Frequenz verzichten (und das wird er), dann stellt sich die Frage, ob die MABB sie noch neu ausschreiben kann, denn der neue Rundfunkstaatsvertrag zwischen Berlin und Brandenburg soll wohl vorsehen, dass frei werdende UKW-Frequenzen nicht mehr neu vergeben werden können.
 
Das offiziell bestellte Aufsichtsgremium sieht mehrheitlich keine Kollision mit Gesetzen und hat heute zugestimmt.
Immerhin hat es nennenswert Gegenstimme gegeben. So einig war man sich also nicht.

Es bleibt dabei: der öffentlich-rechtliche Rundfunk setzt seinen Kurs fort, sich derer, die ihn gerne wertschätzen würden, zu entledigen. Der Moment, wo er Unterstützung bräuchte, kommt in großen Schritten immer näher - und er wird dann kaum noch auf Unterstützung hoffen brauchen. Von denen, die bezüglich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gleichgültig sind, kann er keine Unterstützung erwarten. Und von seinen Feinden kann er erst dann Zuspruch erwarten, wenn es "ihr" Rundfunk geworden ist. Dann ist es aber kein öffentlich-rechtlicher Rundfunk mehr.

Cosmo ist da aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre (seit FHE, in Berlin sogar seit Multikulti) nur noch beinahe eine Art "Symbol" und konnte entsprechend Promimenz als Fürsprecher gewinnen. Auch diese Symbole werden in Vergessenheit geraten.

Gäbe es im Rundfunkbereich so etwas wie die "Deutsche Umwelthilfe", käme jetzt vermutlich eine Klage auf Einhaltung des WDR-Gesetzes. Aber so wichtig für das Überleben wie die Handlungsfelder der DHU ist Radio nunmal nicht. Das Leben geht auch ohne Radio weiter.
 
Es wird alles immer weniger hörenswert. Als es noch „Sendefahrer“ gab, habe ich bei FHEuropa bulgarisch gesendet… strikt nach Handzeichen, da ich kein Wort verstand. Hat trotzdem gut funktioniert. Mittlerweile bin ich bei der Fraktion, die als erstes auf -23 LUFS aussteuerte, und obwohl mein Herz am Radio hängt, bereue ich das gar nicht.

Cosmo war zwar nur noch ein Schatten des alten Funkhaus Europa, mit seinen damals facettenreichen Sendungen, aber immernoch der Einäugige unter den Blinden.

Sollte der rbb auf die UKW-Frequenz verzichten (und das wird er), dann stellt sich die Frage, ob die MABB sie noch neu ausschreiben kann, denn der neue Rundfunkstaatsvertrag zwischen Berlin und Brandenburg soll wohl vorsehen, dass frei werdende UKW-Frequenzen nicht mehr neu vergeben werden können.
Von diesem Quatsch sollte gerne Abstand genommen werden, siehe Schweiz. Nicht alle können DAB+, aber (nahezu) alle, die DAB+ können, empfangen auch UKW.
Warum sich freiwillig Knüppel zwischen die Beine werfen lassen - und bei gutem Empfang auf Qualität verzichten?
 
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Warum sich freiwillig Knüppel zwischen die Beine werfen lassen - und bei gutem Empfang auf Qualität verzichten?
Die Frequenz (bzw. die vom Inforadio, falls man tauschen sollte wegen 5 dB höherer Sendeleistung) ist schon was anderes als irgendwelche Funzeln. Ich erwarte Begehrlichkeiten. Bin gespannt, wie man ihren Weiterbetrieb bei der MABB rechtfertigen wird. Und was drauf kommt. Schlimmstenfalls will ichs aber vielleicht dann doch besser gar nicht wissen...
 
Die Frequenz (bzw. die vom Inforadio, falls man tauschen sollte wegen 5 dB höherer Sendeleistung) ist schon was anderes als irgendwelche Funzeln.
Das wäre zumindest sinnvoll. Der Scholzplatz kommt mit 80 KW ERP im Südosten, dort, wo Überbleibsel eines anderen, nicht mehr für Radio genutztem Funkhauses stehen, wesentlich besser an, als die 25 KW von Inforadio. Das geht im Stahlbetonbau, ohne Außenantenne, eigentlich nur noch vernünftig in Mono.

Wer sollte sich denn aktiv auf die Frequenz bewerben? Was soll denn schlimm werden? Die neuerdings Radio machende Alternativfaktenschleuder ist jetzt schon klamm und wird vom Financier über Wasser gehalten, weil der das kann - und noch Lust drauf hat. Die ansonsten in Berlin etablierten sind gut versorgt; wünschenswert wäre höchstens ein aufbohren von ByteFM oder - im Ringtausch - die Rückkehr von Alex auf UKW.
Oder irgendein links-rein-rechts-raus Musikformat mit Voicetracking und ohne Redaktion… wird eh „nüscht“.
 
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Von diesem Quatsch sollte gerne Abstand genommen werden, siehe Schweiz. Nicht alle können DAB+, aber (nahezu) alle, die DAB+ können, empfangen auch UKW.
Warum sich freiwillig Knüppel zwischen die Beine werfen lassen - und bei gutem Empfang auf Qualität verzichten?
Das werde ich auch nicht verstehen, zumal die UKW-Frequenzen in Berlin und Brandenburg trotz des gesättigten Marktes weiterhin sehr gefragt sind und die neuen Pläne der Medienanstalt eher so aussehen, dass die DAB+-Kapazitäten für kommerzielle Veranstalter nicht erweitert, sondern reduziert werden.

Oliver Dunk dürfte mit Sicherheit an der 96,3 für ELLA Radio interessiert sein. Vor ein paar Jahren hat er doch schon ein Gutachten („Einsparvorschlag mit Vielfaltsgewinn“) veröffentlicht, das den rbb zur Freigabe der UKW-Frequenz aufforderte. Den Archivlink zum Tagesspiegel-Artikel gibt's hier.
 
Im Anfang waren die Ausländerprogramme der ARD – erst auf Mittelwelle, dann zunehmend auf UKW.
War das so? Fall ich mich richtig erinnere, waren die "Ausländerprogramme" zuerst nur auf schwachen UKW-Frequenzen, die dann irgendwann zu regulären Radioprogramm-Ketten wurden, teils noch mit den Ausländerprogrammen, manchmal auch ohne, wobei diese dann mancherorts auf die Mittelwelle verschoben wurden.
 
Der Einwand ist berechtigt. Es war tatsächlich anders herum: Damals konnten mehr Menschen MW hören als UKW, deshalb wurden die Programme in den 1960er Jahren noch auf UKW abgeschoben. Als ich anfing, Radio zu hören, waren sie dann auf der MW, und die wurde damals zunehmend zur Nische.
 
94.600 Unterschriften gegen die Einstellung von Cosmo und der Rundfunkrat beschäftigt sich nur 80 Minuten mit dem Thema, bekommt kein Konzept vorgelegt wie die Inhalte in alle Programme integriert werden sollen und stimmt dennoch zu, wenn auch knapp.
Für mich schwer nachvollziehbar.

Bei dieser Menge an Einwänden sollte meiner Meinung nach ein mehrstufiger Prozess vorgeschrieben werden, inklusive Dialog- und Beteiligungsformaten.
Scheinbar bedarf es einer Formalisierung, damit Engagement mehr bewirken kann.
 
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