Wer (und was) kommt nach Angela Merkel?


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rockon

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Ich halte sie eher für ein Instrument, um Demokratie auszuhebeln.
Es steht jedem frei, in eine Partei einzutreten und ein Pöstchen anzustreben. SPD, CDU, Grüne und FDP haben sicher nicht die Absicht, die Demokratie in irgend einer Weise gefährden zu wollen. Bei den Linken und der AfD wäre ich mir da überhaupt nicht sicher.
 
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s.matze

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SPD, CDU, [...] haben sicher nicht die Absicht, die Demokratie in irgend einer Weise gefährden zu wollen.
Das halte ich aber für ein Gerücht und eine ziemlich vermessene und unverschämte Behauptung, angesichts der Tatsache, dass immer noch mehrere Verfassungsbeschwerden über sehr wahrscheinlich verfassungswidrige Entscheidungen der letzten CDU-SPD-Bundesregierung in Karlsruhe liegen (und dort vermutlich noch viele Monate ausgesessen werden). Ich nenne nur mal das 2G-Prinzip, welches gesunde Mitbürger unter Generalverdacht stellt, oder die "Bundesnotbremse" mit dem Ziel, die Normenkontrolle durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit auszuhebeln und wie das gelaufen ist, u.a. die Unterzeichnung durch F.W.S. innerhalb einer Stunde nachdem dieses Gesetz den BR passiert hatte, oder die kürzliche "Bitte an den BT", die Notlage (die keine mehr ist) abermals zu verlängern. So verhalten sich keine Demokraten! So verhalten sich Autokraten. Das ist beschämend für dieses Land mit seiner Geschichte, wie einzelne Personen versuchen, die Macht an sich zu reißen.

Insbesondere Merkels Aussage "Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden" zu Thüringen lässt aufhorchen, offenbart es doch einen antidemokratischen Geist! Nach dem Motto: Wir wählen solange, bis das Ergebnis passt. Das gab es ja schon mal, bei Wulff, der immerhin im 3. Wahlgang durchgesetzt wurde.

Wer übergeht denn seit Monaten die Gewaltenteilung durch ein demokratisch nicht legitimiertes Gremium aus 17 Personen, das in unserer Parlamentarischen Demokratie überhaupt nicht existiert, aber in Hinterzimmern zusammenhockt um im Alleingang weitreichende und einschneidende Grundrechtseinschränkungen zu verkünden, die die Landtage und der Bundesrat nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen können, weil CDU und SPD im Bundestag (übrigens auch weiterhin) eine bequeme Mehrheit haben?

Wer spaltet denn ganz bewusst die Gesellschaft, indem er Gruppen gegeneinander aufhetzt und als Sündenböcke hinstellt, die sich völlig im Einklang mit Recht und Gesetz bewegen?
Ich bin dankbar, dass die Fraktion der Linkspartei merhfach im Bundestag darauf hingewiesen und die Hexenjagd auf bestimmte Bevölkerungsteile und den andauernden Entzug von Grundrechten bei ungeimpften Personen kritisiert hat. Das Grundgesetz, die Verfassung der BRD, gilt für alle Menschen, die hier leben, gleichermaßen. Grundrechte sind angeboren, nicht verhandelbar, können nicht willkürlich oder wahlweise einzelnen Personengruppen entzogen und als "Wahlgeschenk" wieder "zurückgegeben" werden. Sie sind auch nicht an Gesundheitszeugnisse gebunden.

Wenn jemand in den letzten zwei Jahren versucht hat, die Demokratie auszuhöhlen und auszuhebeln (und das so offensichtlich, dass es ein Blinder sehen konnte), dann CDU und SPD. Man muss sich nur mal eine Bundestagsdebatte auf Phoenix in voller Länge anschauen, wie sich u.a. ein Abgeordneter Brinkhaus respektlos und missbilligend dem Parlament gegenüber aufführt, dazwischenruft und sich wie wild gebärdet, während ein FDP-Abgeordneter das Rederecht hat. Nein - so verhalten sich keine Demokraten.

Ich empfehle auch dringend mal die Interviews mit dem früheren Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier, der bereits 2018 vor einer "Willkürherrschaft" warnte (stand in der WAZ) und im Frühjahr 2020 eine "Erosion des Rechtsstaates" sah. Im Oktober 2020 bemängelte Papier in der Neuen Zürcher Zeitung die "Aushöhlung der Grundrechte". Das könnte den Blick schärfen, wer wirklich Feinde der Demokratie sind.

Abschließend möchte ich eine Aussage von Herrn Papier aus dem März 2021 aus der WELT zitieren:

"Die Menschen in diesem Land sind keine Untertanen"
 
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Skywise

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Ich nenne nur mal das 2G-Prinzip, welches gesunde Mitbürger unter Generalverdacht stellt,
Der Lockdown für alle ist Dir auch nicht recht, oder?
Und "Freiheit für alle, scheißegal, ob sie die Seuche streuen oder nicht" auch nicht, oder?
Du kannst in der Politik die Grundrechte beschränken, wenn ein besonderer Grund dafür vorliegt und es eine angemessene Maßnahme ist. Wenn Du die Gesundheit Dritter oder sogar Deine eigene Gesundheit gefährdest, dann ist das so ein Grund. Liegt kein Grund vor, dann ist das mit der Einschränkung ein Problem. Im Augenblick befinden wir uns an einer Stelle, an der viele Leute die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, heißt: der Grund für eine Einschränkung der Rechte ist für diese Personen nicht mehr (in einem ausreichenden Maß) gegeben. Aber es gibt immer noch genug Menschen, die die Voraussetzungen immer noch erfüllen. Wie man mit dieser Mischung vernünftig und verfassungsgemäß umgehen kann, ist ein Problem. Ich bin mir sicher, die Bundesregierung wäre für Vorschläge dankbar.

oder die "Bundesnotbremse" mit dem Ziel, die Normenkontrolle durch die Verwaltungsgerichtsbarkeit auszuhebeln und wie das gelaufen ist, u.a. die Unterzeichnung durch F.W.S. innerhalb einer Stunde nachdem dieses Gesetz den BR passiert hatte, oder die kürzliche "Bitte an den BT", die Notlage (die keine mehr ist) abermals zu verlängern. So verhalten sich keine Demokraten! So verhalten sich Autokraten. Das ist beschämend für dieses Land mit seiner Geschichte, wie einzelne Personen versuchen, die Macht an sich zu reißen.
Ich denke nicht, daß die Normenkontrolle wirklich ausgehebelt werden sollte. Es ging darum, schnellstmöglich auf eine akute Situation zu reagieren.
Und ob wir keine Notlage mehr haben - die Pandemie ist noch vorhanden, die Hospitalisierungsrate ist vor zwo, drei Wochen erst wieder kräftig angezogen und aktuell auf einem relativ konstanten, aber halt auch nicht wirklich sinkenden Trip, ... ich glaube schon, daß wir uns noch in einer Notlage befinden. Nicht zuletzt deshalb, weil ich die Impfquote langsam abflachen sehe und die Zweitimpfungen sich den Erstimpfungen annähern, bedeutet: es kommen nicht mehr so viele Impfwillige hinzu. Aktuell scheint es so zu sein, daß vor allem diejenigen erstgeimpft werden, bei denen es zuvor aufgrund einer Corona-Infektion nicht möglich war, plus noch einige Impfungen bei Kindern und Jugendlichen. Aber das sind bei weitem nicht genug, um eine gemütliche Quote zu erreichen, bei der wir uns zurücklehnen können.

Wer übergeht denn seit Monaten die Gewaltenteilung durch ein demokratisch nicht legitimiertes Gremium aus 17 Personen, das in unserer Parlamentarischen Demokratie überhaupt nicht existiert, aber in Hinterzimmern zusammenhockt um im Alleingang weitreichende und einschneidende Grundrechtseinschränkungen zu verkünden, die die Landtage und der Bundesrat nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen können, weil CDU und SPD im Bundestag (übrigens auch weiterhin) eine bequeme Mehrheit haben?
Es ist nicht die Schuld der Regierung, daß das Virus vor seinem Einzug nach Deutschland keinen ordnungsgemäßen Antrag auf Einreise gestellt hat.
Und wenn so manch beschissener Deutsche nicht sein beschissenes Deutsch-Sein ausgelebt und sich darüber beschwert hätte, daß für diese beschissenen Deutschen auf der anderen Seite des Gartenzauns andere Regeln gelten als für die beschissenen Deutschen auf der eigenen Seite des Gartenzauns, dann wäre dieses Gremium höchstwahrscheinlich gar nicht notwendig gewesen. Dieses Rumgeflenne, daß die Leute dort drüben das und das dürfen, was hier verboten ist, dieses Neiden von Freiheiten der Menschen hinter den sieben Bergen, das ist einer der ausschlaggebenden Faktoren gewesen, daß man sich schließlich gesagt hat "Okay, dann halt bundesweite Regeln, auch wenn A weniger von dem Virus heimgesucht wird als B." Nicht der einzige ausschlaggebende Faktor, natürlich. Konzentrierung von Know-How war ein zweiter, aber das hätte man auch noch anders regeln können.
Und daß dieses Gremium sich über gewisse Regeln hinwegsetzt, hängt ebenfalls damit zusammen, daß schnell gehandelt werden mußte und nicht wochenlang abgewartet werden, bis die Anträge alle Posten durchlaufen hatten und ins Protokoll für die kommende Sitzung aufgenommen werden konnten.

Wer spaltet denn ganz bewusst die Gesellschaft, indem er Gruppen gegeneinander aufhetzt und als Sündenböcke hinstellt, die sich völlig im Einklang mit Recht und Gesetz bewegen?
Wird auf die Situation ankommen ...

Ich bin dankbar, dass die Fraktion der Linkspartei merhfach im Bundestag darauf hingewiesen und die Hexenjagd auf bestimmte Bevölkerungsteile und den andauernden Entzug von Grundrechten bei ungeimpften Personen kritisiert hat. Das Grundgesetz, die Verfassung der BRD, gilt für alle Menschen, die hier leben, gleichermaßen. Grundrechte sind angeboren, nicht verhandelbar, können nicht willkürlich oder wahlweise einzelnen Personengruppen entzogen und als "Wahlgeschenk" wieder "zurückgegeben" werden. Sie sind auch nicht an Gesundheitszeugnisse gebunden.
Daß Menschen unter Quarantäne gestellt werden, ist also vor Corona in der Bundesrepublik noch niemals passiert ...?

Wenn jemand in den letzten zwei Jahren versucht hat, die Demokratie auszuhöhlen und auszuhebeln (und das so offensichtlich, dass es ein Blinder sehen konnte), dann CDU und SPD. Man muss sich nur mal eine Bundestagsdebatte auf Phoenix in voller Länge anschauen, wie sich u.a. ein Abgeordneter Brinkhaus respektlos und missbilligend dem Parlament gegenüber aufführt, dazwischenruft und sich wie wild gebärdet, während ein FDP-Abgeordneter das Rederecht hat. Nein - so verhalten sich keine Demokraten.
Kommt drauf an, was gerade geredet wird.

Ich empfehle auch dringend mal die Interviews mit dem früheren Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier, der bereits 2018 vor einer "Willkürherrschaft" warnte (stand in der WAZ) und im Frühjahr 2020 eine "Erosion des Rechtsstaates" sah. Im Oktober 2020 bemängelte Papier in der Neuen Zürcher Zeitung die "Aushöhlung der Grundrechte". Das könnte den Blick schärfen, wer wirklich Feinde der Demokratie sind.
Ja, aber die Frage ist, worin er die Aushöhlung der Grundrechte sieht. In den Maßnahmen? Nein, zu keinem Zeitpunkt. Herr Papier dürfte meiner Einschätzung nach der Letzte sein, der fordert, daß der Staat in einem solchen Fall die Füße stillhalten muß. Er hält die Maßnahmen für notwendig. Aber er sagt auch, daß es Maßnahmen gab oder gibt, die falsch oder gar nicht begründet sind, und an der Stelle wiegt der Rechtsstaat den Kopf. Wenn z. B. die Idee war, dem übermäßigen Konsum von Alkohol eine Grundlage zu entziehen, indem man eine Sperrstunde festlegt, dann ist das problematisch, weil - nicht jeder, der zur späten Stunde in der Kneipe kuscheln möchte, muß dabei Alkohol konsumieren. Unter diesem Blickwinkel ist die Maßnahme einer Sperrstunde also nicht angemessen oder geht am Ziel vorbei. Das kritisiert er. Muß er machen. Ist sein Job. Im Kern ruft er also der Politik höchstens zu "Macht es euch nicht zu einfach, Jungs und Mädels!". Ihn als Person schätze ich so ein, daß er durchaus Verständnis dafür hat, daß bestimmte Maßnahmen mit der ganz heißen Nadel gestrickt worden sind; daß er das als Richter anders sehen muß und aus der Schlampigkeit mancher Begründungen eine Gefahr für die Grundrechte ableitet, ist klar. Ich glaube aber, daß er deutlich lauter kritisieren würde, wenn gar keine Maßnahmen ergriffen würden, denn da kämen wir in den Bereich der Verantwortungslosigkeit im Angesicht einer Bedrohung für die Bevölkerung.

Gruß
Skywise
 

Topfgucker-SFX

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War die letzte Zeit nicht hier gucken. Und, haben die Forensowjets schon die rote Fahne auf dem Reichstag gehisst? Oder hat Landwehrkanal selbigen zwischenzeitlich etwa mit der Reichskriegsflagge gestürmt? Oder beides - und man trifft sich in der Mitte? - Dann wäre da endlich mal wieder was los, was natürlich strikt abzulehnen wäre.
 

rockon

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Ich bin dankbar, dass die Fraktion der Linkspartei merhfach im Bundestag darauf hingewiesen und die Hexenjagd auf bestimmte Bevölkerungsteile und den andauernden Entzug von Grundrechten bei ungeimpften Personen kritisiert hat.
Da sind sie sich einig mit der AfD. Im Übrigen hätten viele Geimpfte nichts gegen eine völlige Aufhebung der Coronamaßnahmen, ich auch nicht. Aber wenn dann die Intensivstationen wegen ungeimpften Infizierten überlaufen, weiß ich wer am lautesten Zeter und Mordio schreien würde.
 

Radiokult

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Insbesondere Merkels Aussage "Das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden" zu Thüringen lässt aufhorchen, offenbart es doch einen antidemokratischen Geist!
Ach wirklich? Zugegeben, die Aussage von Merkel war ziemlich deplaziert und im gewissen Sinne auch falsch. So hätte sie sich nicht äußern sollen. Aber: Erstmal hat Ramelow zum damaligen Zeitpunt seinen Wahlkreis sehr deutlich klar gewonnen. Kemmerich kam nur über den Listenplatz ins Thüringer Parlament. In seinem Wahlkreis wollte man ihn damals offenbar nicht mehr haben. Die gesamte Thüringer FDP mußte davon ab bis tief in die Nacht zittern, ob sie überhaupt die 5%-Hürde schaffen, um in den Landtag einziehen zu können.
Bei der MP-Wahl selbst stellte die AfD dann einen eigenen Kandidaten auf und wählte diesen nicht. Das ist nicht nur schäbig gegenüber dem eigenen Kandidaten, sondern auch ein kalkulierter Skandal oder besser gesagt ein billiger Taschenspielertrick, was die AfD im Nachhinein auch ohne große Aufregung zugab. Rein juristisch betrachtet kann man das so machen, keine Frage. Aber ob das dann wirklich demokratisch gewesen wäre? Ein MP der nicht mal seinen eigenen Wahlkreis gewonnen hat und der nur mit einer Minimalst-Fraktion überhaupt im Parlament sitzt? Da wären aber gewaltige Zweifel angebracht, ob dass dann wirklich "Volkes Wille" entsprochen hätte.
Die Demokratie hat selbstverständlich Schwächen, was auch noch nie jemand bestritten hat. Diese aber auf eine so unverhohlene Art auszunutzen, wie es bei dieser MP-Wahl damals passiert ist, ist der eigentliche undemokratische Geist, weil das Geschehene ganz offensichtlich eben nicht der Mehrheitsmeinung der Thüringer zum damaligen Zeitpunkt entsprach.
 
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Radiokult

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Ich werfe mal noch was in die Runde. Der NDR hat eine mehrteilige Doku über Kevin Kühnert gemacht, die ich durchaus interessant finde - völlig unabhängig von politischen Sichtweisen und Einstellungen. Zum einen kommt sie ohne jede Kommentierung aus, läßt also nur Bilder aus der jeweiligen Situation heraus sprechen. Und zum anderen gibt sie einen durchaus tiefen Einblick in das "Seelenleben" der SPD der vergangenen drei Jahre.

 
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s.matze

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Während in vielen Bundesländern noch über ein Wahlrecht für Jugendliche diskutiert wird, schafft Berlin Fakten. Dort ist das heute schon Realität! :wow:


"In Berlin haben offenbar Jugendliche ihre Stimme auch für die Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl beziehungsweise den Volksentscheid abgegeben. Das berichten die Zeitungen "Die Welt" und "Tagesspiegel". Die Zeitungen nennen drei konkrete Fälle in den Bezirken Neukölln und Pankow."
 

Grenzwelle

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Der NDR hat eine mehrteilige Doku über Kevin Kühnert gemacht, die ich durchaus interessant finde - völlig unabhängig von politischen Sichtweisen und Einstellungen.
Nun kann man sich natürlich fragen, ob das Begleiten einer politischen Person über drei (!) Jahre und das Aufbereiten in sechs (!) Teilen nicht allein durch die unvermeidbare Nähe und Ausführlichkeit ein Framing erzeugt. Aber da bin ich wahrscheinlich wie immer auf dem Holzweg.
 

Radiokult

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Nun kann man sich natürlich fragen, ob das Begleiten einer politischen Person über drei (!) Jahre und das Aufbereiten in sechs (!) Teilen nicht allein durch die unvermeidbare Nähe und Ausführlichkeit ein Framing erzeugt. Aber da bin ich wahrscheinlich wie immer auf dem Holzweg.
Nein, gar nicht. Die Frage ist durchaus berechtigt. Ich war auch überrascht, warum man ausgerechnet einen zumindest anfangs doch eher unbekannten und vor allem zu dem Zeitpunkt auch völlig unbedeutenden Jungpolitiker über einen solchen Zeitraum begleitet. Andererseits finde ich das in der Doku aber recht gut gelöst, schon alleine weil man wie erwähnt auf jegliche Kommentierung verzichtet. Wenn man danach geht, könnte man jede Doku über Person XY, wenn sie nicht gerade ein Totalverriß ist, zu einem wie auch immer gearteten Framing degradieren.

Während in vielen Bundesländern noch über ein Wahlrecht für Jugendliche diskutiert wird, schafft Berlin Fakten. Dort ist das heute schon Realität! :wow:
Ist es schon längst, zumindest was Kommunalwahlen angeht, übrigens ebenso wie in Brandenburg und sechs weiteren Bundesländern, darunter auch Meck-Pom :p, sowie in Hamburg und in Bremen. Bei Landtagswahlen ist die Wahl mit 16 in immerhin 4 Bundesländern Realität. In Berlin hat man die Besonderheit dass man bei Kommunalwahlen, sprich den Stadtbezirkswahlen mit 16 wählen darf, bei den Senats-, sprich "Landtagswahlen" aber nicht. Das ist hier und da offenbar verbretzelt worden, wie so manches andere auch bei dieser insgesamt sehr skurillen Berlin-Wahl.
Warum man in der halben Bundesrepublik bei Kommunalwahlen mit 16 wählen darf, bei Landes- oder Bundeswahlen aber nicht, ist ohnehin niemanden nachvollziehbar zu erklären - reine Willkür. In Hessen hat einst Roland Koch die Wahl mit 16 auf Landesebene wieder rückgängig gemacht - aus Angst vor dem Wahlverhalten von Teenagern. In diesem Land erklärt man Jugendliche lieber für unfähig und dumm, siehe Fridays for future, als das man sich ernsthaft mit ihren Anliegen auseinandersetzen will. Das ist ein uraltes Problem in diesem Land und wenn man so will historisch gewachsen. Insofern ist es übrigens gar nicht weiter verwunderlich, dass vor allem die Jung- und Erstwähler Grüne und FDP gewählt haben und den "Seniorenparteien" zunehmend die kalte Schulter zeigen. Das Problem ist hausgemacht. Es will nur niemand wahrhaben.
 
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s.matze

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Ich bin der Meinung: Wenn Jugendliche und Heranwachsende, die oft genug nicht einmal in der Lage sind, über den Horizont ihres Autolenkrads hinaus zu blicken, indem sie sich nur allzu oft besoffen und zugedröhnt mit illegalen Drogen hinter das Steuer setzen und somit nicht nur ihr eigenes Leben jäh beenden, sondern leider zumeist das ihrer jungen Mitfahrer, politische Verantwortung übernehmen wollen, indem sie für sich die prädestinierte Aufgabe in Anspruch nehmen, die Zukunft dieses in 16 Jahren Merkel-Bequemlichkeit heruntergewirtschafteten Landes mitbestimmen zu wollen - dann sollen diese erst einmal die Konsequenzen ihres eigenen Handelns tragen. Mit anderen Worten: Wer mit 16 oder 17 wählen will, sollte auch konsequent nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Das würde einige Probleme lösen. Und die Kriminalität spürbar eindämmen.
 
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Ukulele

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Jugendliche und Heranwachsende, die oft genug nicht einmal in der Lage sind, über den Horizont ihres Autolenkrads hinaus zu blicken, indem sie sich nur allzu oft besoffen und zugedröhnt mit illegalen Drogen hinter das Steuer setzen und somit nicht nur ihr eigenes Leben jäh beenden, sondern leider zumeist das ihrer jungen Mitfahrer
So sind Jungendliche und Heranwachsende. Das tun Jugendliche und Heranwachsende den Lieben langen Tag lang in ihrer Mehrheit. Du hast es wieder mal erfasst.
 

thorr

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So sind Jungendliche und Heranwachsende. Das tun Jugendliche und Heranwachsende den Lieben langen Tag lang in ihrer Mehrheit.
Du musst schon die feinen Nuancen aus Matzes Beiträgen herauslesen! Nicht alle Jugendlichen und Heranwachsenden setzen sich allzu oft besoffen und zugedröhnt mit illegalen Drogen hinter das Steuer und beenden ihr Leben jäh - es gibt ja in Matzes Rechnung auch noch die jungen Mitfahrer, deren Leben von den Jugendlichen und Heranwachsenden, die sich allzu oft besoffen und zugedröhnt mit illegalen Drogen hinter das Steuer setzen, jäh beendet wird.

Wenn wir jetzt also mal so einen statistischen Quatsch wie die 1,53 Mitfahrer pro Person (Statistiken sind ja eh immer gefälscht, haha) außer Acht lassen, müssen die jungen Mitfahrer ja mindestens 50 Prozent der Jugendlichen und Heranwachsenden ausmachen, deren Leben von den anderen anderen 50 Prozent der Jugendlichen und Heranwachsenden, die sich allzu oft besoffen und zugedröhnt mit illegalen Drogen hinter das Steuer setzen, jäh beendet wird.
 
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Radiokult

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Wer mit 16 oder 17 wählen will, sollte auch konsequent nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden.
Und was genau hat jetzt der Jugendliche damit zu tun, ob das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt? Im Grunde recht wenig, denn es liegt im Ermessen des jeweiligen Richters welches Strafrecht angewendet wird.
 

Mannis Fan

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Dann halt nochmal ganz genau: Junge Menschen dürfen so lange nicht wählen, wie sie selbst für sich oder ihre Eltern für sie noch Kindergeld beziehen.
 

Beyme

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Nun kann man sich natürlich fragen, ob das Begleiten einer politischen Person über drei (!) Jahre und das Aufbereiten in sechs (!) Teilen nicht allein durch die unvermeidbare Nähe und Ausführlichkeit ein Framing erzeugt.
Wenn man Framing nicht immer nur als Kampfbegriff benutzen möchte, sondern sich mit der Wissenschaft dahinter ernsthaft beschäftigt, findet man übrigens heraus, dass ein Framing immer stattfindet.
 

Ukulele

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Dann halt nochmal ganz genau: Junge Menschen dürfen so lange nicht wählen, wie sie selbst für sich oder ihre Eltern für sie noch Kindergeld beziehen.
Genau. Und für andere Leistungsempfänger (Hartz IV, ALG 2, Rente, Pflegegeld oder -leistungen) das Wahlrecht auch gleich abschaffen! Das haben die Väter des Grundgesetzes mit allgemein und gleich gemeint. Ganz sicher.
 
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Radiokult

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Dann halt nochmal ganz genau: Junge Menschen dürfen so lange nicht wählen, wie sie selbst für sich oder ihre Eltern für sie noch Kindergeld beziehen.
Darf ich dann im Umkehrschluß fordern das Senioren nicht mehr wahlberechtigt sind, so bald ihr Kinder in irgendeiner Form für sie im Alter sorgen müssen?

Sorry, aber das Kindergeld-Argument ist einfach nur daneben! Ob jemand noch mit über 20 Kindergeld beziehen kann oder nicht ist von so vielen Faktoren abhängig, welche rein gar nichts über die geistige Reife oder die Persönlichkeit des jeweiligen Jugendlichen aussagen, das es mit Verlaub einfach nur Quatsch ist.
 

Grenzwelle

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Wenn man Framing nicht immer nur als Kampfbegriff benutzen möchte, sondern sich mit der Wissenschaft dahinter ernsthaft beschäftigt, findet man übrigens heraus, dass ein Framing immer stattfindet.
Ohne jede Frage. So wie Reibung in Physik und Technik immer stattfindet. Man weiß darum und versucht den Effekt gering zu halten. Oder auch nicht.
 
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Topfgucker-SFX

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So sind Jungendliche und Heranwachsende. Das tun Jugendliche und Heranwachsende den Lieben langen Tag lang in ihrer Mehrheit. Du hast es wieder mal erfasst.
Und ich muss sagen: Es war eine schöne Zeit.
Ohne jede Frage. So wie Reibung in Physik und Technik immer stattfindet. Man weiß darum und versucht den Effekt gering zu halten. Oder auch nicht.
Framing and Nudging: Die freundlich daherkommenden Vorboten des Propaganding and Zwinging.

Wer noch ganz knusper ist, begehrt bereits bei ersterem auf.

... Okay, es ist ein Radioforum, kein Journalistentreff. Dann nicht.
 

Beyme

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@Topfgucker-SFX Es gibt keinen Grund, gegen Framing "aufzubegehren", denn Framing findet immer statt. Das ist zum Modewort und Kampfbegriff geworden, dabei ist es nichts neues, dass Sachverhalte aus einer bestimmten Perspektive und einem Wertesystem des Absenders heraus in einer dazu passenden Sprache beschrieben werden. Das ist auch nicht per se etwas schlimmes. Journalismus muss dagegen nicht aufbegehren, sondern Frames erkennen können. Man kann nicht nicht framen, sondern nur einen anderen frame verwenden als den des Absenders, wenn man ihn für unpassend hält, die Wirklichkeit zu beschreiben.
 

Grenzwelle

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Ich habe mir nun die ersten zehn Minuten von Teil eins angesehen.

Das sorgenvolle Gesicht des Protagonisten bildschirmfuellend (journalistisch objektiveDistanz sieht schon rein optisch anders aus) untermalt mit emotionalisierender Musik und O-Ton-Rufen aus dem Off wie "Kevin, rette die SPD".

Also die Macher haben sich entschieden, das auf eine sehr emotionale Ebene zu bringen. Damit wird aber die kritische Distanz fuer objektive Berichterstattung mindestens schwierig, wenn nicht gar unmoeglich. Ich hatte das ja schon in Unkenntnis der Filme vermutet nur angesichts der Fakten "Drei Jahre begleitet und sechs Teile"

Hier findet sehr wohl Framing statt. Aber wie ich von @Beyme lerne, ist das nix schlimmes. Dumm nur, wenn das Wertesystem des Absenders regelmaessig einem bestimmten politischen Lager zuzuordnen ist.
 

Topfgucker-SFX

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Hier findet sehr wohl Framing statt. Aber wie ich von @Beyme lerne, ist das nix schlimmes. Dumm nur, wenn das Wertesystem des Absenders regelmaessig einem bestimmten politischen Lager zuzuordnen ist.
Ja, ich glaube, das war es dann wohl, was mich am Framing und Nudging immer so gestört hatte.

Eine Internetseite für maßgeschneidertes Zaumzeug ... oder so ... veröffentlichte, passend zur Erleuchtung, einen offenen Brief eines ARD-Mitarbeiters. (Hoffe, ich verlinke gerade keine Nazi-Seite, lese sonst keinen Reitschuster. Google wars!)


@Grenzwelle Ich glaube, Kevin hat ein sehr großes Herz und auch sonst überhaupt keine Ahnung von Marktwirtschaft! JUSO halt. Braucht man nicht viel Grips dafür. Er wird noch lernen müssen, dass das Kapital ein scheues Reh ist. Ich hasse es, das sagen zu müssen - kotzt mich doch der Raubtierkapitalismus genauso an wie Kevin! Und auch dass Löwen Antilopen jagen und töten! Schlimm. Oder die Krokodile! Oder was die Dinosaurier sich früher gegenseitig angetan haben - ohne jetzt zu weit ausholen zu wollen. Selbstregulierend, ätzend.

... Aber nicht nur die Investoren sind schuld daran, dass beispielsweise Wohnraum immer knapper und teurer wird. Auch Frauke Petry trägt eine gewisse persönliche Mitverantwortung, weil die soviele selbstgemachte Kinder in die Welt gesetzt hat. Die müssen ja auch alle wohnen irgendwie. Und verstärken somit die Nachfrage, die kleinen Racker.
 
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