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ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von grün, 08. Mai 2010.

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  1. grün

    grün Benutzer

    Hier wurden ja schon zig-fach Diskussionen geführt, dass sich die ARD-Radiowellen mehr und mehr den Privaten annähern, ist bekannt. Darauf möchte ich aber gar nicht hinaus:


    Wie wäre es denn für eine andere Werbe-Strategie, sprich: weniger für die Inhalte des eigenen Programms werben, sondern mehr für die Empfangswege, wie der eigene Sender empfangen werden kann; sprich: ASTRA, Internet und von mir aus Ukw (obwohl von mir längst fast für tot erklärt). Denn auf diesen Empfangswegen kann ein Privatsender den ÖR-Wellen auf keinen Fall Paroli bieten, weil mangelnde Frequenzversorgung über UKW:

    Ein Beispiel: Einen kleinen Privatsender kann ich nur in deren Sende-Gebiet empfangen und vielleicht noch über Internet, wenn vor Ort verfügbar, und danach geht der Sender mir flöten, NDR2 z. B. deutschlandweit über SAT und teilweise über Kabel.

    Wenn man mit dieser Werbestrategie ankommen würde, wäre der Erfolg der einzelnen Begleitprogramme der ARD mit Sicherheit viel höher, als mit der "Die besten Hits-Strategie", wie von einigen ÖR-Pop-Wellen kopiert, behaupte ich mal. Wie ist Eure Meinung dazu?

    Gruß in die Runde!
     
  2. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Hörer über Satellit ausserhalb des Sendegebietes sind völlig irrelevant für die MA. Punkt, Ende, Aus. Und innerhalb der ARD fände es Bayern 3 wohl auch nicht so toll, wenn NDR 2 jetzt im fremden Gebiet wuchert.
    Ausserdem: Welchen Nutzen hat denn das On Air Teasen auf Sat-Empfang, wenn ein Hörer im Bayern noch nicht mal weiss, dass es ein NDR2 gibt? Dann müsste man eher in Bayern ne Plakataktion lancieren, die den Empfang von NDR2 via Sat promoted...
     
  3. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Werbung über die Empfangswege macht(e) Bremen 1:
    __________
    * Mittelwelle ist ja nun Geschichte, aber die Mittelwellenfrequenz haben sie in typischer Mittelwellenqualität angesagt.
    ** Da bin ich mir nicht sicher, ob es nicht "... und so kriegen Sie uns rein..." heißen muss.
     
  4. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Du hast es auf den Punkt gebracht, Hinztriller. Die Sender bewerben ihre Programme nicht, um den Hörern die Wege zum Empfang aufzuzeigen, sondern um Ihnen für die MA so penetrant wie möglich ins Gehirn zu kriechen.
    Das deckt sich mit dem Posting von Ammerlaender, denn der spricht über vergangene Zeiten, als es bei den Sendern noch anderer Prioritäten (Hörerwohl statt Senderwohl) gab.
     
  5. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Moment! - Diese Eigenwerbung lief noch in diesem Jahr; ob sie zur Zeit läuft, weiß ich nicht, weil ich im Sommer beruflich nicht so häufig Bremen 1 hören kann.
     
  6. dudelfunk8000

    dudelfunk8000 Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Ob jetzt jemand in Bayerm, NDR2 oder Bayern3 hört ist der ARD - wohl im Allgemeinen egal.
    Hauptsache der Hörer konsumiert ein Programm der ARD.

    Anders sieht's bei den Privaten aus. Wenn sich hier ein größerer Sender vom Einheitsbrei abheben, und versuchen würde sich als Marke zu etablieren, könnte es vielleicht von Erfolg gekrönt sein.

    Für die ARD würde es nix bringen denke ich...
     
  7. br-radio

    br-radio Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Ich würde einen anderen Weg gehen: Es stellt sich für mich die Frage der zunehmenden Konkurrenz zwischen (digitalem) Kabel-Anbieter (z.B. KabelBW) und dem Internet-Livestream eines Senders.
    Wenn ich möchte, kann ich auch via iPod, iPhone alles, was die ARD anbietet, dort für mich herunterladen und konsumieren.
    Im Kabelradio, gerade im analogen Kabel, sind manchmal zu viele Privatsender drin, die m.E. mit dem Sendergebiet vor Ort nicht viel zu tun haben. Ich weiß vom Kabelanbieter meiner Eltern, dass es dort Sender gibt, die ich nie hören würde. Ich habe den Eindruck, die Kabelbetreiber beweihräuchern sich ein bisschen zu viel, und machen vieles selbst zunichte. Der Kunde könnte z.B. im Bouquet-Verfahren wählen, welchen Sender er gerne sehen bzw. hören würde. Wenn er gerne mehr ARD-Wellen hören würde, was für die ARD sicherlich gut wäre (steigende Zuhörerzahlen!), dann ist das denk ich, machbar. Also, wenn er z.B. National Alle wählt, und bereit ist, meinetwegen dafür einen Aufpreis von unter 10,00 EUR zu bezahlen, um alle ARD-Wellen am heimischen Kabelgerät hören zu können, fände ich das toll.

    Noch ein anderer Gedanke ist mir zum Thema gekommen: Das Mauerblümchendasein mancher ör-Sender, v.a. avantgardistische Sender wie BR-Klassik, SWR2, NDR Kultur, etc. Wenn man diesen ein peppiges, nicht übertrieben jugendliches, aber im Kern modernes Aussehen gibt, könnte ich mir vorstellen, dass einige wieder auf den Geschmack dieser Sender kommen und sagen: Super, das ist ein guter Sender!

    Auch die Informationssender sollten wirklich nicht übersehen werden. Sie sind sehr gut, manchmal habe ich den Eindruck, die besten in Europa. Ob B5 Aktuell, MDR Info, SWR.contra. Kein anderes Land hat so ein dichtes Korrespondentennetz wie Deutschland. Und dies spiegelt sich auch in den Infosendern wider, die nachts, so habe ich hören dürfen, ein sehr gutes Programm abgeben. Natürlich etwas monoton, aber doch informativ, wissenswert und hörenswert.

    Ein weiterer Punkt ist die Frage nach den DRadios, also dem DLF, DRadio Kultur, und DRadio Wissen. Wenn man hier stringent gut mit den jeweiligen Landeswellen zusammenarbeitet, und sich vom Geschwätz um etwaige Auflösungen nicht kümmert, würde dies auch gute Hörer gewinnen.

    Die Marktmacht der privaten Stationen, die finanzielle Unabhängigkeit derselben, macht es leicht, Entwicklungen, auch negativer Art, muss man klar sagen, schneller voranzutreiben. Damit bringt man die ör-Wellen in Zugzwang. Interessanterweise verfolge ich immer die Frage, welche Gewinnspiele, auch wenn es lustig klingen mag, die Sender BAYERN 1, BAYERN 3 und ANTENNE gerade am Laufen haben. Manchmal sind die Gewinnspiele in ihrer Art und Weise gleich, unterscheiden sich nur in der Ausführung. Antenne beginnt ein Gewinnspiel, um Hörer zu generieren, BR 1 + BR 3 müssen, um nicht zuviel zu verlieren, sich auf die Schnelle auch manche Gewinnspiele ausdenken. Das schafft auf kurz oder lang den Super-GAU der Massenwellen. Das immer Hinterherhecheln der ör-Stationen hinter Entwicklungen der privaten Stationen müsste eigentlich gar nicht sein, wenn man sich, so meine ich, auf die Kernbasis des Hörerdialogs besinnt. Was waren früher die Wellen BAYERN 1, SDR 1 und soweiter schön, weil sie den geneigten Hörer mitnahmen, und ihm das Gefühl gaben, dass ihr Radiosender für sie ein Höchstmaß an Service, Qualität, Seriosität und Information war. Bei manchen Wellen haben vor allem Qualität und Seriosität gelitten, die sich den privaten Sendern wie billiges Opferfleisch zum Fraß vorgeworfen hatten. Manchmal habe ich den Eindruck, bewusst zum Fraß vorgeworfen, um einfach in deren Strudel mitzuschwimmen. BAYERN 1 ist so ein Negativbeispiel.

    Hören Sie sich einmal die freundlichen Worte der 80er-Jahre an, die man auf der Internetseite http://www.radiojunkie.de/ zusammengestellt hat, mit welcher Liebe manche Moderatoren Sendungen geführt haben und welche "political correctness" heute für einen Moderator gelten muss, um überhaupt "anzukommen".

    Ich finde, die idealistischen Radiomoderatoren und -sendungen der früheren Jahrzehnte sind in der Gemengelage des "kastrierten Musik-, Rotations- und Quotenradio" zum Opfer gefallen. Heute zählt die Quote, weil sie Geld bringt, und keine idealistische Form des Moderierens und des Wagnisses, neue Wege einzuschlagen.

    Die ARD-Wellen befinden sich, nicht alle, aber doch manche, in den Weg in den Dornröschenschlaf des vollgedudelten Formatradios, das ohne Seele ist, ohne Herzblut, ohne Lust und Leidenschaft an der Moderation, sondern nur noch, um es mit der amerikanischen Künstlerin Rihanna zu sagen, "Russian Roulette" ist, oder wie es Darwin sagt, "survival of the fittest".
    Leider fallen diesem russischen Roulette oder dem Überleben der fittesten Radiostationen komischerweise die idealistischen Kultur- und Infosender zum Opfer, weil mit ihnen wenig Geld zu machen ist.

    Stärken wir daher sie, um Qualität gegen die meist glattgebügelten und qualitätsmäßig wenig hochwertigen privaten Konkurrenten anzugehen, um sie durch Qualität, nicht durch Quantität zu schlagen versuchen.
    Das gilt auch für die Massenwellen!
     
  8. Tweety

    Tweety Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    Das wäre ja wohl für jeden Sender der journalistische Offenbarungseid. Das würde ja auf das Motto "unser Programm ist zwar sch.... , aber dafür können Sie uns fast überall hören" hinauslaufen. Was soll sowas bringen?:confused:
     
  9. muted

    muted Benutzer

    AW: ARD-Wellen: Mehr für sich selbst werben, statt gegen private Konkurrenz!

    @rbb-berlin888: Alle ARD-Wellen sind nicht nur europaweit über Satellit empfangbar sondern auch unverschlüsselt und digital in den meisten Kabelnetzen. Für weitere Informationen suche er nach "ARD Hörfunktransponder". Der wird nämlich in Frankfurt noch einmal kabeltauglich zusammengekleistert und an die entsprechenden Netzbetreiber übergeben.
     

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