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Bastelstunde: DVB-Radio ohne TV - und trotzdem Menü-Zugang

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von Radiowaves, 24. Februar 2012.

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  1. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Gut, viel zu basteln gibt es da nicht. Nur kaufen und zusammenstöpseln. Ich verweise mal auf einen von mir geschriebenen Beitrag aus dem HiFi-Forum, damit ich hier jetzt nicht noch alle Bilder doppelt einstellen muß.

    http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&back=1&sort=lpost&forum_id=234&thread=721

    Ich war es einfach leid, als Bewohner eines fernsehfreien Haushaltes immer nervige Umwege nehmen zu müssen, um die Menüs meines als Radio benutzten Sat-/Kabelreceivers sehen zu können. Seitdem die Kiste aufnehmen kann, brauche ich das Menü ständig und nicht nur zweimal im Jahr bei der Aktualisierung der Programmlisten. Da kamen mir diese kleinen Displays, die man sich angeblich ins Auto packen soll, gerade recht.

    Und es funktioniert, zumindest am Testobjekt bei meinen Eltern:

    [​IMG]
     
  2. tenor

    tenor Benutzer

    Hallo Radiowaves,

    ich habe deinen Leidensweg mit dem OR-294 (?) im Wisi-Forum verfolgt und frage mich verzweifelt: Warum tust du dir dieses Gerät noch an? War da nicht dieses Kanalvertauschungsproblem, für das es auch nach einem geschätzten Dreivierteljahr trotz aller Mitarbeiter-Ankündigungen immer noch kein Firmwareupdate gibt?

    Ich besaß das Gerät selbst ein Weilchen lang, habe habe es aber beizeiten abgestoßen und mir einen – zugegeben koreanischen – Linuxreceiver zugelegt. Der war zwar teurer als der Wisi, kann aber alles, was ich von Twin-Sat-Receiver erwarte. Dessen Display ist zwar auch einzeilig, zeigt aber nicht nur die aktuellen Sender, sondern auch die aufgerufenen Menüpunkte und die zur Auswahl stehenden Werte an. Zum erstmaligen Einrichten jedes dieser Geräte braucht man aber sowieso einen TV/Monitor.

    Als schlichtes (Sat-) Radio sind allerdings beide Geräte zu teuer.

    (P.S.: Die Welt ist kleiner, als man denkt. ;) Gruß janosch)
     
  3. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    Hallo Janosch,

    ja, die Welt ist immer wieder mal erstaunlich klein. ;)

    Der Wisi kam ins Haus, als der elterliche VHS-Recorder Ende 2010 wirklich kaum noch zu gebrauchen war. Ich hatte gehofft, Vater akzeptiere diese Ersatzlösung, aber er lehnte das Gerät ab, wollte sich nicht mehr mit etwas neuem beschäftigen. Er ist Ende 70 und hat sich, obwohl einst Hochfrequenzingenieur, nie mit Digitaltechnik befaßt. Selbst die Programmierung des VHS-Recorders erledigte er so, daß er für die ihn interessierende Doku um 2:30 in der Früh den Wecker stellte, aufstand, sich an die Kiste setzte, den Knopf drückte und wartete, bis es vorbei war.

    Da der Wisi (ein OR252, also DVB-C) sehr günstig als Rückläufergerät zu mir kam (70 EUR), lag die Hemmschwelle niedrig. Laut Datenblatt konnte er vieles von dem, was ich suchte: Sendernamenanzeige, Aufnahme. Dank Vaters Verweigerung landete das Gerät dann bei mir, ich wollte die dBox1 damit ersetzen, mit der ich Radio höre, wenn ich bei meinen Eltern bin. Dabei fielen mir dann die massiven Fehler des Gerätes auf. Für die, die diese Geräteplattform der Firma LaSAT nicht kennen: häufige Stolperer im Ton vermutlich wegen eines Puffer-Leerlaufs, am S/PDIF sind nach zufälligem Muster nach dem Zappen oft die Kanäle vertauscht und wenn sie vertauscht sind dann prinzipbedingt um exakt 1 Sample gegeneinander verschoben, der MPEG-Audiodecoder - läuft in Software auf dem Fujitsu-Chipsatz des Gerätes - hat schwere Decodierfehler, die sich in extremen metallisch-crispen flirrenden Artefakten äußern, die man besonders bei leisen Klassikpassagen wahrnehmen kann, die mir aber natürlich zuerst auf einer Popwelle auffielen. Die Timer überstehen keinen Stromausfall, manche USB-Sticks haben nach Ende einer Timeraufnahme nicht genug Zeit zum Wegschreiben und somit keine Aufnahme drauf undsoweiter.

    Das weckte die technische Neuiger, die Audiofehler habe ich dem Hersteller alle unausweichlich dokumentiert, allein: es passiert nichts. Oder doch: die aktuelle Firmware hat die normkonforme Bitstreamausgabe gekillt, einige Nutzer können keinen 5.1-Ton mehr aus dem Gerät ziehen. Im herstellereigenen Forum (immerhin gibt es so etwas, für den Endkundenservice ist eigentlich der OEM-Kunde zuständig) gehts da heiß her und ich habe da auch schon paar nette Leute kennengelernt. Hat also durchaus was genutzt. ;)

    Das Gerät tut derzeit, was es soll: Aufnahmen machen, hin und wieder. Zum TV-Gucken hat das elterliche Gerät seinen eigenen DVB-T/C/S-Tuner, Aufnahmen sollen jetzt plötzlich doch sein, nachdem ich Vater eine DVD von einer ihn interessierenden Sendung gebrannt habe. Und aufnehmen kann die Kiste ja, auch wenn ausgerechnet eine der beiden Aufnahmen der letzten Nacht nicht mehr auf dem VLC abspielbar war, ProjectX meckert wegen "picture decoding not possible, not enough data in buffer" und ich erst einen Ausschnitt in ProjectX demuxen mußte, um was sehen zu können. Zum Radiohören nehme ich weiterhin die dBox1 mit DVB2000. Ein hochwertigereres Gerät als Ersatz wäre sinnlos, selbst den Wisi zum Listenpreis hätte ich meinen Eltern nicht gekauft.

    Privat habe ich Sat und da gerade die alte Lemon Volksbox (voller Bugs) durch einen Technotrend S845 ersetzt, wegen des 43er Gehäuses und des 16-stelligen Displays. Auch für dieses Gerät hatte ich binnen weniger Stunden eine Bugliste erstellt, bis dahin, daß er am S/PDIF dauerhaft das Emphasisflag gesetzt hat und damit an allen externen Wandlern viel zu dumpf klingt. Das muß doch jemandem auffallen! Der Unterschied zu LaSAT: bei Technotrend gibt es keinerlei Reaktion. Nichtmal, wenn man sich bis in die Erfurter Entwicklungsabteilung durchtelefoniert. Völlig verkommener Sauladen.

    Soviel auch zum Thema "Made in Germany" oder im Falle Technotrend "Developed in Germany". Ich mache mir bzgl. der Zukunftsfähigkeit dieses Landes keine großen Hoffnungen mehr. Aus meinem Industriejob, der mir Ende März abhandenkommen wird, weil das Unternehmen der asiatischen Konkurrenz nicht gewachsen ist, kenne ich ähnliches. Was hatten wir immer für Freude mit Anlagenherstellern aus Europa. Es zählen andere "Werte", als ausgereifte Produkte auszuliefern. Das wäre viel zu teuer.

    Aber 600 oder noch mehr Euro für einen dicken 43er Technisat auszugeben, dafür ist mir das heutige Radio dann doch nicht mehr wert genug. Und inzwischen bin ich mir sicher: einen DVB-Receiver ohne ernsthafte Bugs gibt es nicht. Habe letztens nach DVB-C-Alternativen gesucht und nichts brauchbares gefunden.
     

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