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FOCUS: ARD-Finanzausgleich gerät ins Wanken

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Maschi, 04. November 2012.

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  1. Maschi

    Maschi Benutzer

    Mehr dann auch morgen im Heft unter:
     
  2. Ö-R_fan

    Ö-R_fan Benutzer

    Wenn die beiden kleinen Anstalten dicht machen, dann wär das vor allem um das Nordwestradio schade! Aber auch zum Beispiel SR 1 würde mir fehlen!:(
    Na toll... da will der MDR für seine Drecks-Programme auch noch zusätzlich Geld haben, anstatt andere, viel hochwertige Sender zu unterstützen!!! Wie z.B. eben das Nordwestradio...:mad:

    Hier noch ´n Link: http://www.dwdl.de/nachrichten/38233/mdr_und_hr_wollen_offenbar_nicht_mehr_zahlen/
     
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  3. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Aber warum ein Land wie z.B. das Saarland drei komplette Landesprogramme zuzüglich eines zumindest zur Hälfte in Eigenproduktion betriebenen Jugendprogramms und eines zugegeben fast nur aus Übernahmen bestehenden, deutsch-französischen Infokanals haben soll, z.B. aber Baden-Württemberg (gut zehnfache Einwohnerzahl) nur zwei Landeswellen (und die auch nur tagsüber), verstehe ich halt auch nicht.
    Ja ja, da hat einer die SDR/SWF-Fusion noch immer nicht ganz verkraftet. ;)

    Natürlich wäre es um das Nordwestradio schade, meinetwegen auch um SR 1. Das NWR sucht auf deutschem Staatsgebiet seinesgleichen, keine Frage! Aber ob sich die großen Sender sämtliche Beine ausreißen müssen, nur zum Erhalt von SR und RB?
     
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  4. grün

    grün Benutzer

    Eigentlich könnte doch der SR zumindest im Bereich Fernsehen mit dem SWR komplett fusionieren. Viele Sendungen des SWR werden doch eh nur übernommen.
     
  5. Super_collider

    Super_collider Benutzer

    Im Fernsehbereich nähme sich eine Fusion nichts mehr, die fand im Grunde schon längst statt. Da würde sich nur noch der Name ändern. Einzig die Radiosender haben ein ernstes Problem.
     
  6. grün

    grün Benutzer

    Im Bereich Radio müsste man dann acht Wellen des SWR mit vier, wovon die vierte Welle (Unser Ding) noch nicht mal zur Hälfte vom SR gestaltet wird, fusionieren, in der Tat sehr schwierig, weswegen sich die Verantwortlichen beider Anstalten sich darum bisher wenig gekümmert haben. Aber ich schätze mal, die komplette Fusion sowohl im Radio als auch im Fernsehen wird irgendwann kommen, ob wirs in diesem Leben noch erleben werden, steht auf einem anderen Blatt.:)
     
  7. Inselkobi

    Inselkobi Benutzer

    Und zum "größten aller Übel" stellen wir uns vor, der SWR käme künftig nicht mehr aus Stuttgart und Baden Baden, sondern nur noch aus einer der beiden Städte. Damit ließen sich schließlich und endlich nicht einmal mehr, wenn realistisch weiter gedacht würde, die nächsten Jahrzehnte keine Gebührenerhöhungen mehr durchsetzen.

    SO geht das nun wirklich nicht!
     
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  8. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    (Hervorhebungen von mir)

    Da ist die Begeisterung mit Dir durchgegangen!
     
  9. NurzumSpassda79

    NurzumSpassda79 Benutzer

    Mir täte es vor allem um Radio Bremen leid. Bremen 1, Nordwestradio und Bremen 4 sind eine Wohltat im Nordwesten.
     
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  10. raschwarz

    raschwarz Benutzer

    Das Gleiche gilt für die ganzen Zwerg-Bundesländer als solches. Wenn die Bremer und die Saarländer selbst für Ihre Party zahlen müssten, würden sie sich sehr schnell den benachbarten größeren Bundesländern anschließen. Wobei das Saarland fast noch der größere Witz ist als die Hansestadt Bremen. Bis vor 100 Jahren gab es kein "Saarland". Dieses Gebilde ist durch die Wirren der Weltkriege entstanden und völlig unhistorisch. Dieses Gebilde abzuschaffen wäre auch ein Teil der Vergangenheitsbewältigung der beiden Weltkriege.

    Rheinland-Pfalz ist aus preußischen, bayerischen (und ein paar anderen) Teilen entstanden. Das Saarland war ebenso preußisch/bayerisch. Zeit, die Gebiete wieder zusammenzufügen (Trier-Saarbrücken-Homburg-Kaiserslautern), die zusammen gehören. Der SR darf da nur den Anfang machen.
     
  11. Radioecki

    Radioecki Benutzer

    Eine ähnlich politische Mißgeburt ist Bremen. Weil dieses nach Ende vom WK II die amerikanische Enklave im Norden war als Anlegepunkt für deren Nachschubschiffe, hatte man durchgesetzt, daß Bremen und Bremerhaben ein eigenes Bundesland wurden, durchschnitten von Niedersachsen.
     
  12. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    @ Radioecki:
    Nicht ganz richtig:
    Bremen ist Reichsstadt seit 1186 und konnte seinen Status als solche auch über die historischen Daten 1803/06 bzw. 1815 (die meisten Reichsstädte wurden aufgelöst), 1866 (Frankfurt/Main verlor seine "Reichsfreiheit") und 1937 (Lübeck verlor seinen Status) über die Jahrhunderte behalten.
    Das Saarland ist eine Geburt im Zusammenhang mit dem Versailler Vertrag, als das Saargebiet ein Mandatsgebiet Frankreichs mit der Maßgabe einer Volksabstimmung nach 15 Jahren wurde. Ähnlich war der Status nach dem Zweiten Weltkrieg dann wieder.

    Also zwei gänzlich verschiedene Hintergründe der Existenz beider Länder der Bundesrepublik Deutschland.
     
  13. Ö-R_fan

    Ö-R_fan Benutzer

    Du vergisst Funkhaus Europa!!! Ebenfalls eine Wohltat!!!:) Hör ich auch hier in Berlin jetzt immer öfter!
    ---
    Deswegen bin ich ja dafür, in Bremen und Niedersachsen einen "Nordwestrundfunk" aufzumachen und mit diesem dann die Radio Bremen-Programme weiter zu führen. Der NDR ist dann weiter in den 3 anderen Bundesländern zu empfangen. NDR Info könnte man unverändert bei beiden Anstalten weiterführen!
     
  14. Ö-R_fan

    Ö-R_fan Benutzer

  15. freiwild

    freiwild Benutzer

    Ich wette hiermit, dass wir am Ende dieses Jahrzehnts nur noch fünf Landesrundfunkanstalten der ARD haben. Und davon werden nur zwei Landesrundfunkanstalten im wahren Wortsinne, also nur für ein Bundesland zuständig sein, nämlich WDR und BR. Die restlichen vierzehn Bundesländer werden durch eine Vierländer- und zwei Fünfländeranstalten versorgt werden.

    Nach derzeitigen Umfragen stehen die Chancen gut, dass Hessen und Niedersachsen nach den nächsten Landtagswahlen rot-grüne Landesregierungen bekommen.

    Im Südwesten (BW, RP, SL, HE) gäbe es dann zwei rot-grüne, eine grün-rote und (im kleinster der vier Länder) eine schwarz-rote Landesregierung. Hessen und das Saarland werden, wenn sie schlau sind, noch solange um eine gemeinsame Anstalt verhandeln, solange es noch etwas zu verhandeln gibt, und kein "Notverkauf" ihrer Anstalten ansteht. Ohnehin kooperieren SR, SWR und HR schon auf vielen Ebenen miteinander. Anders als Inselkobi glaube ich übrigens, dass auch ein vergrößerter SWR sowohl aus Stuttgart wie aus Baden-Baden senden wird. Die badisch-schwäbischen Animositäten würden etwas anderes gar nicht zulassen.

    Im Norden sieht es ähnlich aus: Sollte ab dem nächsten Frühjahr Stephan Weil als Ministerpräsident in Hannover agieren, hätte der komplette Norden rote Ministerpräsidenten, und die CDU würde nur noch in Meck-Pomm und dort als Juniorpartner regieren. Für Bremen böte eine gewollte Fusion jetzt (statt einer finanziell erzwungenen in fünf-zehn Jahren) die Möglichkeit, dass man für Bremen ein besseres Landesfunkhaus (mit dem Erhalt einiger zentraler Produktionen) auf Dauer sichern könnte. Bremen Eins und Butten&Binnen blieben im NDR sowieso erhalten, 3nach9 und "höchstpersönlich" auch, und eventuell sogar das Nordwestradio. Nur Bremen Vier und RadioBremen.tv würden bei einer Fusion vermutlich wegfallen. Und in Niedersachsen würde wohl auch der altoldenburgische Landesteil (der sich bis heute nur wenig mit Hannover identifizieren kann) durch den Einbezug Bremens aufgewertet werden, und eventuell würden sogar noch ein paar Hamburger Produktionen nach Hannover abwandern.

    Am schwierigsten dürften die Verhandlungen zwischen den RBB- und den MDR-Ländern werden. Zwar kooperieren beide Anstalten schon auf einigen Gebieten (gemeinsame Sendungen der Kulturradios und des Fernsehens), aber sowohl die Programmphilosophien als auch die politischen Färbungen unterscheiden sich deutlichen. Vor allem die Rolle Sachsens darf nicht unterschätzt werden; die sächsische Staatskanzlei versteht sich als Interessenverwalter der CDU in der Medienpolitik; der sächsische Staatsminister Johannes Beermann koordiniert die CDU-Medienpolitik auf Bundesebene und hat dafür zu sorgen, dass der MDR nicht politisch ins "falsche" Lager abdriftet. Die Bevormundung durch die Sachsen nervt sogar die CDU-geführten Regierungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Aber wenn sich in Sachsen was ändern sollte, ist durchaus denkbar, dass sich Rote und Schwarze im Osten bezüglich des Rundfunks einig werden. Ohnehin gibt es in drei der fünf Ländern große Koalitionen, und in Brandenburg könnte es auch bald wieder eine geben.
     
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  16. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Ich wette dagegen. Das öffentlich-rechtliche Sammelsurium wird eher mehr als weniger.
     
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  17. freiwild

    freiwild Benutzer

    Hier übrigens ein paar statistische Daten zu den von mir projektierten Rundfunkanstalten:

    Einwohner (2011)
    SWR/SR/HR: 21,891 Mio.
    BR: 12,596 Mio.
    WDR: 17,842 Mio.
    NDR/RB: 14,846 Mio.
    MDR/RBB: 14,669 Mio.

    Fläche
    SWR/SR/HR: 79.289 km²
    BR: 70.550 km²
    WDR: 34.092 km²
    NDR/RB: 87.777 km²
    MDR/RBB: 85.413 km²

    größter Abstand: Luftlinie | Straße*
    SWR/SR/HR: 466 km | 571 km
    BR: 400 km | 528 km
    WDR: 274 km | 323 km
    NDR/RB: 503 km | 620 km
    MDR/RBB: 414 km | 580 km

    Vermögen (2009)
    SWR/SR/HR: 2,716 Mdr. €
    BR: 1,342 Mrd. €
    WDR: 2,317 Mrd. €
    NDR/RB: 1,593 Mrd. €
    MDR/RBB: 1,581 Mrd. €

    Programmanteil Das Erste
    SWR/SR/HR: 26,85%
    BR: 15,95%
    WDR: 21,4%
    NDR/RB: 18,35%
    MDR/RBB: 17,45%

    Hörfunkprogramme**
    SWR/SR/HR: 18
    BR: 5
    WDR: 6
    NDR/RB: 11
    MDR/RBB: 14

    Zusammengestellt nach besten Bemühungen. Sollten mir Fehler unterlaufen sein, so bitte ich um freundliche Korrektur.

    --
    * SWR/SR/HR: Lörrach - Bad Karlshafen; BR: Berchtesgaden - Kahl/Main; WDR: Hellenthal - Petershagen; NDR/RB: Bad Bentheim - Seebad Heringsdorf; MDR/RBB: Geisa - Brüssow
    ** als Hörfunkprogramm definiere ich solche Aussendungen, die mindestens 70 Stunden pro Woche eigenständiges, redaktionell betreutes Programm ausstrahlen, d.h. max. 98 Stunden/Woche Übernahmen anderer Programme oder Wiederholungen oder computergenerierte Sendestrecken.
     

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  18. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    @Freiwild

    Was willst Du bei diesem Thema mit Argumenten?
     
  19. freiwild

    freiwild Benutzer

    Der Bremische Rechnungshof hat festgestellt, dass die Eigenkapitalquote bei Radio Bremen auf 0,2% gesunken ist (beim hr liegt sie bei 1%, sonst überall zwischen 19 und 28%, ausgerechnet bei MDR und SR sogar darüber), dass die laufenden Ausgaben nur zu 84% durch die Einnahmen gedeckt werden (davon 70 %p aus Rundfunkgebühren), und dass sich die Situation in Zukunft weiter verschärfen wird, da man die gegenwärtigen Betriebskosten aus Krediten finanziert, die in Zukunft Rück- und Zinszahlungen nach sich ziehen werden.

    Der Bericht: http://www.rechnungshof.bremen.de/sixcms/media.php/13/Sonderbericht Radio Bremen V2.pdf

    Die Lösung sieht der Bericht darin, den ARD-Finanzausgleich zu ändern, um eine Querfinanzierung durch andere Bundesländer zu ermöglichen. Ich habe meine Zweifel, dass es dazu kommt. Aus meiner Sicht können die Hörer in Bremen und Drumrum jetzt schon anfangen, von ihrer Landesrundfunkanstalt Abschied zu nehmen. Denn entweder übernimmt der NDR, oder Radio Bremen muss die Substanz in seinen Programmen so zusammenstreichen, dass im Fernsehen nur noch ein Abendmagazin und im Radio nur noch werbeattraktive Wellen übrigbleiben.
     
    Dr. Fu Man Chu und Johny24 gefällt das.
  20. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

  21. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Bei Radio Bremen geht es um eine Unterdeckung von rund 2,8 Mio. Euro. Da könnte man rundum durch alle Landessender bei 16 Intendanten ein wenig am Jahressalär sparen, und schon wäre das Problemchen gelöst.
     
  22. Dr. Fu Man Chu

    Dr. Fu Man Chu Benutzer

    Wenn den Bremern ihr Programm so wichtig ist, könnte Sie auch zusätzliche Gebühren entrichten. Warum soll jemand in Süddeutschland für Radio Bremen zahlen? Zumal ein guter Teil des Defizits aus den Pensionen her rührt. Die sind bekanntermaßen bei der ARD mehr als üppig. Ein eigener TV/Radiosender für nicht einmal 1 Mio. Menschen mit dem entsprechenden Wasserkopf ist mehr als üppig. Analog gilt das auch für den Saarländischen Rundfunk. Hamburg und Berlin haben keine eigenen Sendeanstalten.
     
  23. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Da muß dann der Niedersachse das "Hamburg Journal" mitbezahlen, ob es ihm gefällt oder nicht.
    Was ist so verwerflich daran innerhalb eines Senderverbundes kleineren Partnern zu helfen?

    Die Gebetsmühle bezüglich der Pensionen kannst du langsam mal abstellen. Es nervt nur noch und zeigt, daß du von historischen, wirtschaftlichen Zusammenhängen überhaupt keine Ahnung hast. Betriebliche Altersversorge war nach dem Krieg in ALLEN Branchen üblich. Auch VWs, Bayers andere damals tätige und heute noch existente Unternehmen stöhnen heute über diese Altlasten. Da wird heute für jeden gestorbenen Rentner in Personalabteilung und Firmenführung ein Piccolöchen aufgemacht.
     
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  24. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Was wäre so verwerflich daran, innerhalb eines Senderverbundes mal auf ein paar teure Dopplungen ganz zu verzichten. Laden dichtmachen!
     
  25. BlueKO

    BlueKO Benutzer

    Und das sind dann alle Kulturwellen, die eigentliche Aufgabe aller Anstalten, oder wie?
     

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