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Geld verdienen in "Frei-Wochen"

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Schnorrer, 30. August 2004.

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  1. Schnorrer

    Schnorrer Benutzer

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass viele "Freie" von euch auch immer mal wieder eine oder vielleicht sogar 2 Wochen frei haben, in denen man sich entwder langweilen, ein Buch schreiben oder noch etwas Geld verdienen kann...
    Zum letzten Punkt hab ich nämlich einen kleinen Tipp: Call Center.
    Das klingt zwar im Vergleich zum Moderieren im Radio nach einem tiefen Absturz, aber wenn man sich erst mal überwunden hat, ist es gar nicht so schlecht.
    Man muss es sich einfach mal überlegen: im Radio verkaufen wir ein Produkt an Kunden. Das gleiche macht ein Call Agent auch. Und wenn man z.B. Zeitschriften wie den Spiegel oder den Stern vertreibt ist das vielleicht sogar anspruchsvoller als so manches Radioprogramm.
    Das tolle ist: wenn man mit einer Sprechausbildung vom Rundfunk zu einem Call Center kommt wird man von denen richtig "rumgehoben", man bekommt einen viel höheren Stundensatz als "normale" Menschen und da die meisten Center mit Provisionen arbeiten, sollten wir durch den geübten Umgang mit Menschen schnell verhältnismässig gut verdienen.
    Ich selbst habe das ausprobiert und habe bei 4 Stunden Telefonieren (die Uhrzeit kann ich natürlich nach belieben aussuchen) mehr verdient als z.B. ein normaler Freier bei Radio Regenbogen am Tag.
    Dazu kommen dann noch die Aufstiegsmöglichkeiten als Coach für neue Call Agents.

    Meiner Meinung nach ist das besser als zu Hause zu sitzen und sich zu ärgern, dass man nicht eingeteilt wurde.

    Also: viel Spaß beim Telefonieren!!!

    P.S.: Das geht übrigens auch von zu Hause aus....
     
  2. xeroxtechno

    xeroxtechno Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Was verdient denn ein Freier Mod bei Radio Regenbogen??
     
  3. Schnorrer

    Schnorrer Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Ups, das hab ich blöd formuliert, das bezieht sich nicht auf Mods, die verdienen mit Sicherheit mehr, sondern auf freie Mitarbeiter im Allgemeinen, sprich Reporter etc.
    Und die verdienen nicht viel, aber genug zum überleben ;)
     
  4. MichaNRW

    MichaNRW Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Spekulationen anstatt relevante Informationen. Lesen wir nun im Kaffeesatz? Ein Sender, der Moderatoren fürstlich honoriert, der zahlt auch freien Journalisten angemessene Honorare. Oder anders herum: Arbeiten Moderatoren für einen Apfel und ein Ei, erhalten die Journalisten auch nur ein Stück trockenes Brot.

    Ein Freiberufler, der "immer mal wieder" wochenlang ohne Aufträge dasteht, der macht etwas falsch. Nebenher in einem Callcenter arbeiten oder Betriebsfeste moderieren zu müssen ist ein Zeichen dafür, sein eigenes Marketing gründlich zu überarbeiten. Das sollte zumindest für alle gelten, die hauptberuflich Freiberufler sind. Seinen Lebensunterhalt ausschließlich durch das Medium Radio zu bestreiten, halte ich ohnehin für sehr gewagt. Es gibt nur wenige Freiberufler, denen dies gegönnt ist. Anstatt als Callcenter-Agent zu agieren, empfiehlt es sich Medien übergreifend zu arbeiten. Viele Freiberufler könnten zusätzlich auch für das Fernsehen oder für Print- und Onlinemedien tätig werden.

    Hat man sich freiwillig für die Selbstständigkeit entschieden, so wird es den Betroffenen bedeutend leichter fallen, Medien übergreifend tätig zu werden, als solchen, die in die Freiberuflichkeit gedrängt wurden, und Jahrzehnte lang nichts anderes als Radio gemacht haben. Verfügt man hingegen über keine fundierte Ausbildung im Medienbereich oder kann nur "die Hits der 80er, 90er und das Beste von heute" sagen, hat man den Beruf verfehlt. Damit meine ich nicht Schnorrer, sondern werfe es allgemein einfach mal in die Runde.
     
  5. iknow

    iknow Gesperrter Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    ZITAT:"Ein Freiberufler, der "immer mal wieder" wochenlang ohne Aufträge dasteht, der macht etwas falsch. Nebenher in einem Callcenter arbeiten oder Betriebsfeste moderieren zu müssen ist ein Zeichen dafür, sein eigenes Marketing gründlich zu überarbeiten. Das sollte zumindest für alle gelten, die hauptberuflich Freiberufler sind.
    wann lernst du es endlich zu begreifen, daß viele leute nicht "ausgelastet" sind oder sein können"?
    ZITAT ENDE


    ein freiberufler der 1 oder 2 wochen frei machen muß macht also was falsch?
    geht es in dein hirn rein, daß es leute gibt die einfach auch mal nicht soviele aufträge bekommen KÖNNEN, weil die situation in diesem land einfach mal anders aussieht, als du es dir "lehrbuchmäßig" ausmalst.
    nicht jeder freiberufler hat die möglichkeit VOLL zu arbeiten.
    du scheinst, und das manifestiert sich seit unserer "lohndiskussion", in einem wolkenkuckucksheim zu leben!!?

    soviel borniertheit kann es doch gar nicht geben!?

    p.s. betriebsfeiern zu moderieren ist keine schande, denn da kann man richtig kohle nebenbei verdienen. manche moderatoren, die ich schon kennengelernt habe, verdienen damit ihr geld, ohne jemals im radio und tv gearbeitet zu haben. ich finde es ist ein guter nebenerwerb. da lassen sich am abend gut 1000-2000 euro verdienen ;)
     
  6. U87

    U87 Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    @MichaNRW:

    Wirklich harter Tobak, den Du da von Dir gibst. Aber mit Deiner Ansicht bist Du nicht alleine - ist wohl eine typisch deutsche. In Frankreich, Spanien oder um mal wieder die USA zu erwähnen, ist es keine Schande, mehrere (vom "Niveau" her unterschiedliche) Jobs zu machen. Da kann man doch nicht von Fehlern im Selbst-Marketing sprechen...

    Ich gönne niemanden etwas schlechtes - allerdings würde es Dir vielleicht gut tun, ähnliche Erfahrungen wie der Kollege zu machen, der dieses Thema eröffnet hat.

    Denk mal drüber nach, bevor Du Kollegen so abqualifizierst !
     
  7. MichaNRW

    MichaNRW Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Ich bin nicht dagegen, aber... Das sind so typische Sätze, die das Gesagte genau ins Gegenteil umkehren. Aber egal.

    Ach so, manch Freiberufler kann in den Medien Radio, Fernsehen, Print- und Online nicht ausreichend Aufträge an Land ziehen, um derartige Zwangspausen zu umgehen. Schon klar! Es gibt ja nur einige tausend Publikationen, denen man Beiträge anbieten kann.

    Nein, das Problem sehe ich eher darin, dass manche einfach nur verwöhnt sind, und nur für die Wellen arbeiten wollen, deren Programm sie so wahnsinnig toll finden oder Aufträge nur vor der Haustür suchen. Aber 300 Kilometer für nur einen Beitrag zu fahren, kommt wohl nur denjenigen in den Sinn, der multimedial oder zumindest für mehrere Stationen über derartige Events berichtet. Noch Fragen?

    Nein, wohl eher in den 70er Jahren, wie jemand schrieb. Das Wort "Lohn", in diesem Zusammenhang, sagt jedem Selbständigen eigentlich alles. Vor Freitagabend werde ich mich leider nicht wieder an der Diskussion beteiligen können. Weshalb wohl?
     
  8. Schnorrer

    Schnorrer Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Ich denke dass Menschen wie MichaNRW daran Schuld sind, dass es Leute gibt, die sich für einen guten Job schämen.
    Die Logik erschliesst sich mir auch nicht so ganz, anscheinend findet es jeder Sender ganz toll, wenn seine Mitarbeiter noch bei 5 anderen Sendern gleichzeitig arbeiten.
    Wobei ich laut Micha so viel ja gar nicht falsch gemacht haben kann: als ÖR-Mitarbeiter bin ich beim Radio, arbeite für's Fernsehen, bin Synchronsprecher, schreibe für Zeitschriften und Online-Redaktionen.
    Leider gibt es so tolle Regelungen, nach denen man z.B. bei 1Live maximal 10 Tage im Monat arbeiten DARF.
    In der restlichen Zeit kann ich eben ein bissel an meinem Haus rumrenovieren (Menschen mit Familie wollen nicht unbedingt 2 Wochen im Monat 700km von zu Hause weg sein) oder sonst was machen und ich hab mir gedacht: setz dich mal in einen Call Center. Und weil ich die Erfahrungen, die ich dort gemacht hab gut fand (u.a. lernt man Verkaufsstrategien kennen, mit denen man als normaler Journalist nie konfrontiert werden würde), empfehle ich es eben hier meinen Kollegen.
    Und wenn die dabei noch leicht etwas Geld verdienen können, kann es ja so schlecht nicht sein.

    P.S.: So sehr ich's versuche, ich kann mir die Frage nicht sparen: wo arbeitet Micha, dass es da noch nicht mal Internet gibt?
     
  9. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Internet wird's da schon geben. Aber da Micha, im Gegensatz zu uns, knackig zu tun hat, weil er sich, im Gegensatz zu uns, richtig reinkniet, kommt er, im Gegensatz zu uns, einfach nicht dazu, hier reinzuschreiben.

    Manche Leute müssen wohl tatsächlich erst aus ihrer öffentlich-rechtlich gepolsterten Jobcouch geworfen werden, um zu erkennen, daß es andere gibt, die trotz aller Bemühungen nicht auf fünfstellige Eurobruttos kommen. Teilweise übrigens, weil Leute wie er gleich in mehreren ÖR-Stationen Stellen besetzen und diese damit für andere blockieren.
     
  10. chefkoch

    chefkoch Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Ja, Micha, das ist unglaublich realistisch. Mal überlegen. Wer als Freier bei einem landesweiten arbeitet, kriegt solche Aufträge nicht, weil es sicher ein Regionalstudio in der nähe gibt bei dem keiner 300 km fahren muss. Wer als Freier bei einem Lokalsender arbeitet, kriegt solche Aufträge nicht weil Termine so weit weg i.d.R. nicht relevant sind.

    Und wenn sie mal wirklich relevant sind, weil es vielleicht um ein supigeiles Event geht. Dann werden die wenigsten wirklich hinfahren KÖNNEN, weil sie mit 40-50 Euro Honorar (Der Satz bei einigen bayerischen Locals) noch nicht mal die Spritkosten decken, geschweige denn nach dem Tanken noch was zum Leben haben.

    Dann lieber ins Callcenter.

    Micha, Du hast schon mal in einem anderen Thread angesprochen, wie fürstlich Du Dich für Deine offenbar unschätzbaren Dienste bezahlen lässt. Denk doch vielleicht mal drüber nach, dass Du in Düsseldorf ganz andere Themenfelder beackern kannst als zum Beispiel jemand in der Eifel, Franken oder auf der Schwäbischen Alb. Großkotzige Töne spucken kann jeder, nur hilft das den wenigsten arbeitslosen Kollegen.

    Herzlichst Chefkoch
     
  11. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Eine teilweise recht merkwürdige Denkungsart, die sich hier darstellt. Mir will sich so gar nicht erschließen, warum ich als Freier, der Radio macht, bei der Suche nach weiteren Einnahmequellen überhaupt die Medien ins Visier nehmen sollte.
    Gilt denn, ein wenig oder ein wenig mehr bei einem Medium arbeiten = vollständig für Medien arbeiten? Das würde mich sehr wundern. Bisher dachte ich, ich schaue, was ich kann und ob sich damit Geld verdienen lässt. Das mag beim Radio als Moderator der Fall sein. Folgt daraus, ich soll weitere Radio- und in der Folge dann Print-, Online-, TV-Jobs ins Visier nehmen? Gilt nicht zu ergründen, was ich da besonders gut kann und daraus auftragsfähige Angebote zu entwickeln?
    Wer gut Themensendungen moderiert, sucht sich weitere Einnahmequellen zB im redaktionellen Bereich; wer seine Hörer im guten Sinne unterhalten kann, sucht sich weitere Einnahmequellen zB bei Moderationen von Betriebsfeiern; wer mit Hörern besonders gut kommunizieren kann, nun, der sucht sich eben im Call-Center einen weiteren Job.
    Natürlich gibt es viele, die über mangelnde Jobs klagen und einfach den Hintern nicht hochkriegen. Genauso gibt es aber auch Kollegen, die einen (zu) engen Job-Horizont haben und ausschließlich bei "den Medien" arbeiten wollen, dabei aber übersehen, dass sie mit ihren Fähigkeiten außerhalb der Medien ebenfalls gute Aufträge an Land ziehen können. Es ist also, MichaNRW, nicht unbedingt der Mangel an Engagement, dass Radioleute Dir deine Aufträge nicht wegschnappen und ins Call-Center abwandern. Es ist oft genug einfach eine völlig andere Interessens- und Fähigkeitslage, wenngleich ich Dir gar nicht widersprechen will, dass manche Leute zu bequem sind und deshalb jammern.
     
  12. MichaNRW

    MichaNRW Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Wie unabhängig ist ein Selbständiger, der nur für ein Unternehmen tätig ist? Da drängt sich doch das Wort Scheinselbständig auf. Daher halte ich es, für beide Seiten, für äußerst sinnvoll, die Tätigkeit der Freiberufler zu limitieren. Du möchtest sicherlich nicht plötzlich Sozialabgaben der vergangenen x Jahre nachzahlen und das Unternehmen möchte Dir keine Möglichkeit bieten, auf Festanstellung klagen zu können.

    Der Haken ist ein anderer: Die öffentlich-rechtlichen mögen es nicht, wenn man in deren Verbreitungsgebiet für die privaten Mitbewerber tätig wird. Offiziell wird Dir dies niemand bestätigen, aber unter vorgehaltener Hand werden es Dir etliche Kollegen bestätigen können. Was bleibt sind andere ÖR-Stationen, wie z. B. der DLF oder die DW oder aber andere Medien.

    Künstlersozialkasse (KSK) verträgt sich nun einmal nicht mit der Tätigkeit als Callcenter-Agent. Und wer möchte schon auf die Vorzüge, die die KSK bietet, freiwillig verzichten? Oder die Nebentätigkeit muss so gering sein, dass sie für die KSK nicht relevant ist.

    Behauptete ich, dass es dort keine Internet-Zugänge gibt? ;)

    Angenommen jemand würde Dir 175 statt 40 Euro für einen Beitrag anbieten. Du würdest das Angebot dann ausschlagen, weil Du Deine erbrachte Leistung sonst für "offenbar unschätzbar" halten würdest? Wohl kaum. Außerdem war nicht ich es, der die Mindesthonorare ausgehandelt hat. Die gelten für jeden des betreffenden Senders. Wer als ÖR-Freier hingegen keine Zahlen nennt, der wird auch nicht dumm angemacht. Es wird mir eine Lehre sein. Dabei sollte es doch eigentlich Sinn und Zweck eines Forums sein, Informationen auszutauschen anstatt sie zu verheimlichen.

    Ja, der Standort Düsseldorf ist von Vorteil. Die Standortwahl steht jedoch jedem frei. Wer hingegen z. B. aus familiären Gründen in einer weniger vorteilbehafteten Gegend wohnen möchte, der muss mit dem Kompromiss leben und wird wohl überwiegend standortunabhängige Beiträge anbieten müssen.

    Das ehemalige Bizarre-Festival auf der Loreley bietet sich als Beispiel geradezu an. Für den DLF berichtete ich Jahr für Jahr über das Festival. Weshalb ich die Zuschläge bekam und nicht ein Kollege aus der Region, das fragst Du am besten die zuständige Redakteurin. Ich kann es Dir jedenfalls nicht sagen.

    Für andere Stationen stand nicht das Festival im Vordergrund, sondern die Tatsache, dass ihre "Heimatband" vor einem derart riesigen Publikum spielte. Für eine Musikzeitschrift waren die geführten Interviews interessant.

    Gelingt es einem, ein Ereignis mehreren Kunden schmackhaft zu machen und kundenspezifisch aufzubereiten, so kann sich auch eine weite Anfahrt rechnen. Das DLF-Honorar hätte alleine übrigens nicht Fahrtkosten sowie zwei Arbeitstage gedeckt. Wer sich hingegen lieber jeden Tag pünktlich um 16.45 Uhr an seine Frau kuscheln möchte, der braucht hier auch nicht zu jammern.

    Siehe Prognosetage! Und wenn ich nur acht oder zehn Tage "darf", dann muss ich eben auch in fremden Gehegen wildern, um zu überleben. Wie gut, dass ich keinem Redakteur die Pistole an die Schläfe halte und ihn zwinge, Beiträge von jemanden einzukaufen, der nicht im Sendegebeit lebt.
     
  13. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Lieber Micha, mal ganz ehrlich: und du machst keine Fahrtkostenabrechnung? Bei 300 Kilometern?

    Ansonsten halte ich es mal mit dem Beobachter - jeder so, wie er mag.
    Nur das mit den Sendern im gleichen "Verbreitungsgebiet"... da solltest du noch mal nachhaken. Ich denke, da wird nichts hinter "vorgehaltener Hand" geraunt, sondern es ist schlicht und einfach verboten.
     
  14. MichaNRW

    MichaNRW Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Um ganz ehrlich zu sein: Wenn die Fahrt tatsächlich rein beruflich bedingt war, mache ich Reisekosten geltend. Im Fall Bizarre-Festival lies ich die Fahrt als Privatvergnügen durchgehen. Ich wäre auch dorthin gefahren, hätte ich nicht über die Ereignisse berichtet. Ein Pfennigfuchser bin ich ja nun auch nicht. ;)

    Verbieten dürfen sie es nicht. Allerdings kann man wohl davon ausgehen, dass schwarze Listen geführt werden. Und wenn plötzlich keine Beiträge mehr angenommen werden, brauchen sie die ablehnende Haltung nicht begründen. Anders verhält es sich, wenn man "fester Freier" ist, aber dann hat man eh einen Vertrag unterzeichnet, in dem meist eine freiwillige Erklärung abgegeben wird eben nicht für private Mitbewerber im Sendegebiet tätig zu werden. Spätestens hier beisst sich die Katze nun selbst in den Schwanz. ;)
     
  15. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    na gut, offiziell vielleicht nicht, aber mir erscheint es auch ohne langes Überlegen mehr als sinnig, daß ich in einem Bundesland nicht zwei direkte Konkurrenten beliefere. Und obendrein ist es wohl auch eine Stilfrage.
    Was die Frage nach den Fahrtkosten angeht - es ist einfach, von Kollegen zu fordern, daß sie auch mal ein paar Kilometer fahren könnten, wenn man selber in der Situation ist, daß man auch noch die Fahrt ordnungsgemäß bezahlt bekommt (außer es ist ein Privatspaß, der sich auch noch ordentlich lohnt).
    Aber daraus resultiert wohl auch die hier an dir geübte Kritik. Ich denke, daß du in vielerlei Hinsicht durchaus richtig liegst und professionell denkst, ich denke aber auch, daß du offenbar bei Sendern arbeitest, bei denen es dir sehr, sehr gut geht. Es liest sich jedoch zumindest so, als ob du das nicht ganz mitdenkst, bzw. macht es den Anschein, daß du diese sehr bequeme Lage auf die Branche generalisierst.

    Beispielsweise fällt mir ein, daß das fürstliche Gehalt beim WDR sicherlich auch wegen deiner bestimmt guten Arbeit gezahlt wird, aber es ist doch wohl auch deshalb so hoch, weil man dort nur 10 Tage im Monat als Freier arbeiten darf, oder?
     
  16. MichaNRW

    MichaNRW Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Darüber kann man vortrefflich streiten und dies untermauern die Beiträge zum Thema hier deutlich. Grundsätzlich ist es kein feiner Zug, für einen direkten Mitbewerber zu arbeiten. Andererseits widerspricht es einer selbständigen Tätigkeit, wenn man - mehr oder weniger - an seinen Kunden gebunden ist. Ein abgelehntes Thema bedeutet nämlich auch, nicht unerheblich viel Zeit investiert zu haben, die man in den Sand gesetzt hat. Es sei denn, man bietet das Thema einem Print- oder Onlinemedium an. Sind wir damit wieder beim Thema Medien übergreifendes Arbeiten angelangt?

    Reisekosten lassen sich nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen mit dem Sender abrechnen. Was jedoch jedem bleibt, ist, die Kosten steuerlich geltend zu machen. Und dies steht nun wirklich jedem zu, ganz gleich wie groß sein Auftraggeber ist. Wo also ist Dein Argument?

    Über ein paar Textauszüge, die dies untermauern, würde ich mich freuen. Dass sich die von mir geschilderte Situation nicht auf Lokalradios übertragen lässt, ist klar. Bei lokalen Stationen lässt es sich, meiner Meinung nach, nur als festangestellter Mitarbeiter, nicht jedoch als Freiberufler, überleben.

    Nein, denn dafür wären die Honorare - so fürstlich sie sein mögen - viel zu gering. Rechne doch mal nach: 10 Prognosetage zu 175 Euro. Was 1750 Euro für einen Selbständigen sind, kannst Du hier nachlesen.
     
  17. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    AW: Geld verdienen in "Frei-Wochen"

    Wenngleich nicht zu wenige Freie froh wären, solche Einkünfte regelmäßig einfahren zu können. Dein Hinweis darauf, dass all Deine Ausführungen für Lokalradios nicht gelten, ist neu. Entsprechend wirst Du nachvollziehen können, was an Deinen Äußerungen teilweise als arrogant aufgefasst wurde, bevor Du diese Einschränkung gemacht hast.
    Hinzu kommt: Wenn Du einmal "drin" bist, wirst Du Themen erheblich schneller unterbringen, als ein Neuer es tun wird, der den gleichen Aufwand betreibt, noch nicht bekannt ist, und oft genug die Hälfte seiner Themen in die Tonne kloppen kann, weil sie keine Abnehmer gefunden haben. Die Erwartungen vieler Sender und anderer Medien sind meiner Erfahrung nach nämlich oft derart unklar, dass Du sie erst nach dem vierten oder sechsten Angebot triffst. Frühestens. Try and error ist aber ein schlechtes Arbeitsprinzip, wenn man davon leben muss und eben (noch) nicht in der komfortablen Lage ist, 1750 Euro für "viel zu gering" halten zu können.

    Dein Argument, Call-Center passe nicht zu den Bedingungen der vorzüglichen Künstlersozialkasse, stimmt zwar, mach aber ein weiteres Fass auf. Abgesehen davon, dass viele gar nicht drin sind (obwohl sie ggf. könnten), kannst Du in manchem Zweit-Job in "Frei-Wochen" so viel mehr verdienen, dass die KSK-Vorteile schlicht nicht mehr vorhanden sind. Aber natürlich gibt es auch Journalisten, die es für nicht statthaft, für einen Verkauf ihrer Journalistenehre, für Verrat am Berufsethos etc. halten, der KSK den Rücken zu kehren und reichlich unjournalistisch/-publizistisch/-künstlerisch zu arbeiten.
     

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