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GEMA/GVL verlangen horrende (Nach-)Zahlungen von Radionomy-Usern

Dieses Thema im Forum "Internetradio allgemein" wurde erstellt von Der Radiotor, 24. April 2015.

  1. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    GEMA/GVL haben nun begonnen User der Streaming-Plattform Radionomy anzuschreiben. Man fordert sie zur Anmeldung auf, außerdem werden Gebühren rückwirkend erhoben. Wer z.B. zehn Streams auf der Plattform hostet, darf über 12.000 Euro pro Jahr nachzahlen. GEMA/GVL verweisen darauf, dass nur belgische User der Plattform von den Gebühren befreit sind. Wird der Stream von mehr als neun Quellen im Netz oder Aggregatoren-Portalen angeboten, können die Gebühren noch steigen.

    Radionomy antwortet dagegen betroffenen Usern, dass in Deutschland KEINE Gebühren anfallen. Ein Rechtsstreit muss wohl klären wer hier recht hat. Offenbar gibt es aber zwischen Radionomy/Belgien und GEMA/GVL/Deutschland kein Abkommen. Somit werden deutsche User wohl rechtens zur Kasse gebeten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2015
  2. DelToro

    DelToro Benutzer

    Quelle?
     
  3. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Ich habe selbst Post bekommen und kenne zwei weitere :)
     
    DelToro gefällt das.
  4. Internetradiofan

    Internetradiofan Benutzer

    Die GEMA ist einfach unersättlich.
    Die wissen schon gar nicht mehr, wo sie noch Gebühren erheben sollen.

    Wenn ich nur an den Schwachsinn mit den gesperrten YouTube-Videos denke: Da werden inzwischen sogar Aufnahmen von FM-Bandscans gesperrt, weil für ein paar Sekunden ein paar Musikfetzen in einer unterirdischen Klangqualität zu hören sind. :wall:

    Am besten einfach mittels eines VPN-Dienstes eine ausländische Identität vortäuschen und denen die rote Karte zeigen. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. April 2015
    Andre.k gefällt das.
  5. chapri

    chapri Benutzer

    @IRF
    Halt Dich doch einfach mal raus, wenn Du zum Thema nix Produktives beitragen kannst.
    Ich würde auf das Übliche pochen: Radionomy ist der SABAM verpflichtet - andere Verwerter haben sich rauszuhalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. April 2015
  6. Skywise

    Skywise Benutzer

    Wenn das Dingens angeklickt wird - isses eine öffentliche Wiedergabe eines urheberrechtlich geschützten Werkes oder isses keine? Klar, is' eine. Allen Einschränkungen zum Trotz von wegen Scheiß-Qualität, nur Auszüge etc. - es ist und bleibt eine öffentliche Wiedergabe, und mehr Ursache verlangt das Urheberrecht nicht. Also steht den Urhebern ein entsprechender Obolus zu. Also hat youtube Recht, wenn sie das Video sperren, immerhin können sie von allen Seiten mit Klagen und Forderungen überzogen werden, ob vonseiten der Interpreten, der Urheber, der Verlage, der Plattenfirmen, ... das eigentliche Krachpotential geht hier nicht von der GEMA aus.

    @topic:
    Ich gestehe, daß ich schon lange nicht mehr auf der Radionomy-Seite war, aber vor einigen Monaten lasen sich die AGBs so, als ob Radionomy nur dann die Verwertungsgesellschaften aus eigener Tasche glücklich machen würde, wenn eine gewisse Höreranzahl erreicht würde. Ich habe keine Ahnung, ob oder wann das geändert wurde (den Passus habe ich jedenfalls spontan nicht mehr auf der Seite gefunden). Könnte es sein, daß sich die Nachforderung auf die Zeit bezieht, in der die andere Regelung noch galt?

    Gruß
    Skywise
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. April 2015
  7. chapri

    chapri Benutzer

    Meines Wissens gilt der Passus noch. Aber das der Radator mit seinem Posting zugibt, zuwenig Hörer zu haben, steht auf einem anderen Blatt :D
     
  8. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    Es ist etwas anders: Wer nach neun Monaten nicht ausreichend Hörer erreicht, für den übernimmt Radionomy keine Vergütung mehr. Das Unternehmen stellt die User vor die Wahl: Entweder sie verpflichten sich die Abgaben an die SABAM selbst zu zahlen oder die Station wird von der Plattform gelöscht. Die GEMA hat sich in beden Fällen jedoch nicht einzuschalten, weil nach EU-Recht die Abgaben nur einmal gezahlt werden müssen.

    Ganz davon abgesehen werde ich morgen erst einmal bei der GEMA abklären ob der Inhalt der Mail ggbf. gefälscht ist. Wie ich von anderen Radionomy-Usern erfuhr sei so etwas schon öfter passiert, evtl. versucht ein Betrüger auf die Art und Weise an Geld zu kommen. Man weiß ja nie...

    Hier mal der Wortlaut:

     
    Zuletzt bearbeitet: 26. April 2015
  9. count down

    count down Benutzer

    Nur mal am Rande und OT:
    "Möchten Sie Webradio mit Musik veranstalten, so erhalten Sie die Urheberrechte dafür von der GEMA ohne großen Aufwand"

    Was redet denn GEMA da für einen Schwamm? Urheberrechte gehören den Urhebern und werden allenfalls einer Verwertungsgesellschaft (z.B. der GEMA) zur Vertretung (!) der Rechte gegenüber Dritten übertragen. Eine weitere, darüber hinaus gehende Weiterreichung dieser Rechte ist niemals vereinbart, sie wäre sogar ungesetzlich.

    GEMA erteilt in allen Einzelfällen gemeinsam mit der GVL die Senderechte. Der Webradioveranstalter erhält also im positiven Fall die Senderechte, nicht die Urheberrechte.

    Offenbar gibt es auch bei der GEMA Schwachmaten in Hinblick auf deutsche Sprache.
     
    Dave777 und radiobino gefällt das.
  10. Skywise

    Skywise Benutzer

    Hmnjahein ... oder juristisch korrekt: es kommt drauf an.
    Saublöde Frage, aber ich stell' sie mal: hast Du den Radionomy-Stream eventuell auf Deiner Homepage eingebunden? Dann könnte ich mir nämlich vorstellen, was die GEMA stört ...

    Gruß
    Skywise
     
  11. Fiesi

    Fiesi Benutzer

    Guten morgen ;)

    Hört sich ja fast so an wie die Sache mit Sonixblabla aus Kanada.
    Dort war/ist ja das gleiche Thema. Angeblich Legal da lizenziert und so.

    Aber das Problem ist ja das in den Land wo die Hörer herkommen nun mal ja auch eine Lizenz benötigt wird.
    Na klar sind beide auch "Legal" wenn man nur Hörer hätte aus den Land wo es lizenziert wäre.
    Aber viele Verwerter haben ja glaub ich ne Klausel das ab nen bestimmten % Anteil Hörer aus dem Land auch dort dann angemeldet werden muss.
     
  12. chapri

    chapri Benutzer

    Mit SABAM wirds einen GEMA-Vertrag geben, also ist das ganze Ding eine Fälschung. Hätte Radiator den Text mal eher gepostet...
     
    Dave777 gefällt das.
  13. Skywise

    Skywise Benutzer

    Na, mal nicht so hastig.
    Sicher gibt's einen Gegenseitigkeitsvertrag zwischen GEMA und SABAM. Aber es ist die Frage, wie das mit eingebetteten Streams auf Drittseiten aussieht. Da bin ich mir nämlich gar nicht mal so sicher, ob das so ohne weiteres rechtlich möglich ist.

    Gruß
    Skywise
     
  14. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    So, inzwischen bin ich einen Schrtitt weiter. Das Schreiben war keine Fälschung, ich habe von einem anderen Mailaccount die GEMA angeschrieben und folgende Antwort erhalten:

     
  15. Skywise

    Skywise Benutzer

    Wie nett :D Radionomy stellt das allerdings auf der offiziellen Seite nach wie vor ein bißchen anders dar.
    Also nächster Schritt eine Mail an Radionomy, wie ich vermute ...?

    Gruß
    Skywise
     
  16. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

    So, und nun das Ergebnis meiner Recherche:

    Wer auf der Plattform von Radionomy einen Stream betreibt und dabei diesen Stream nirgendwo mit seinem Namen bewirbt, bleibt anonym. Jeder User erhält eine Website, dessen Impressum auf Radionomy in Belgien verweist. Eigentlich wäre auch hier der User seit 1.1. zur Zahlung in Deutschland verpflichtet, aber, wie gesagt: Man bleibt ja anonym, die GEMA weiß nur, dass der Betreiber XY Radio heißt, aber nicht wer dahinter steht und aus welchem land er kommt.

    Sobald man diesen Stream jedoch von einer deutschen .de-Adresse anbietet oder irgendwo auf einer deutschen Website verlinkt, gilt man zumindest laut GEMA als deutscher Betreiber, da die SABAM seit 1.1. nur noch Radios mti Sitz in Belgien lizenziert. Ebenso ist es wichtig den Stream bei Aggregatoren wie radio.de oder TuneIn nicht als deutschen, sondern als belgischen zu registrieren!

    Ich bleibe aber am Ball, spannendes Thema!
     
  17. Skywise

    Skywise Benutzer

    Ist es. Toi toi toi. *daumendrück*

    Und immerhin fühle ich mich in meiner Einschätzung bestätigt.
    *juristisches fingerspitzengefühl - check*

    Theoretisch würde ich jetzt weitersagen: es wäre vielleicht hilfreich, den Stream nicht mehr direkt einzubetten, sondern stattdessen auf den Stream von Radionomy einen Link zu setzen.

    Gruß
    Skywise
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2015
  18. Achterbahn

    Achterbahn Gesperrter Benutzer

    Ich werde auf der Radionomy-Homepage nicht fündig, aber wahrscheinlich sind diese Hörerzahlen so hoch, dass sie kein normales Webradio erreicht. Hinter dem Sender 674.fm steckt ein rund 40-köpfiges Team, er wurde schon in einem großen Artikel in der Welt-Zeitung vorgestellt (bessere Werbung geht kaum) und erreicht tagsüber gerade mal um die 10 Hörer - http://5.9.254.166:8560/index.html?sid=1 - die meisten davon dürften aus eigenen Reihen - Mitarbeiter und enge Freunde - kommen.
    Kleinere Kanäle erreichen selbst nach jahrelangem intensiven Marketing kaum mehr als 10 Hörer über den Tag verteilt:
    http://91.121.169.121:8010/
    Populärere Genres wurden immer schon von den entsprechenden Sendern abgedeckt - da hätte ein neues Schlager- oder Salsa-Radio kaum eine Chance, sich gegen die bereits etablierten Kanäle durchzusetzen. Und für bislang wenig abgedeckte Genres wie Internet-Underground, Amateurmusik etc. gibt es einfach kaum Interessenten.

    Über Shoutcast hören in dieser Minute 912.296 Leute Radio, die sich auf 56.816 Sender teilen. Macht ziemlich genau 16 Hörer pro Sender. Und da sind alle diejenigen "Hörer" mit drin, die mehrfach gezählt werden (passiert z. B. wenn ein langsamerer Online-Zugang für häufiges Buffering sorgt), oder Leute, die ihr Radio einfach laufen lassen, auch wenn sie gar nicht anwesend sind. Ein Sender, der zeitweise 2-4 echte Hörer hat, ist also schon gut im Geschäft dabei.
     
  19. Der Radiotor

    Der Radiotor Benutzer

  20. Kuwe

    Kuwe Benutzer

    Die besagte Stufe ist 130 Std/Tag nach dem neunten Monat. Die Wahlmöglichkeit, die Gebühren selbst zu zahlen gibt es nicht. Entweder man schafft die 130 Std. oder die Station wird gelöscht.

    Grundsätzlich hat jeder rn-Pruduzent einen "Producers Pact" mit rn, der beiderseitig einzuhalten ist. Die Frage ist, wie man rn belangen kann, wenn von deren Seite der Pact nicht eingehalten wird.
     
  21. Achterbahn

    Achterbahn Gesperrter Benutzer

    Dieser Wert ist mit neuen kleinen Stationen illusorisch.
     
  22. Kuwe

    Kuwe Benutzer

    Nicht wirklich. Ist absolut machbar. Das sind dich gerade mal durchschnittlich 5,4 Dauerhörer.

    Die GEMA schreibt ja in dem Brief von "Ihr Radio muss lizensiert werden".
    Ich würde da aber mit einer anderen Sichtweise herangehen. Der Radiobetreiber ist rn. Wir/Du/Ich sind lediglich Produzenten. Letztendlich kann jedoch rn auf deinem Channel schalten und walten, wie es will.
     
  23. chapri

    chapri Benutzer

    1. Satellifax schreibt nur von hier ab - das sagt nix aus.
    2. Ich bin davon ausgegangen, dass Widgets mit dem Stream von Radionomy verbreitet wurden - dann wäre SABAM hauptsächlich Ansprechpartner. Wenn es überhaupt stimmt, dass SABAM seit 1.1. geändert vorgeht, ist SABAM der Informationspflicht nicht nachgekommen. Ich habe keinerlei Info irgendwo gesehen!!!
    Fall für einen belgischen Rechtsanwalt, denn Radionomy verbreitet für eine belgische Site hergestellte Produkte.
    3. Wenn das Ganze eine neue Abmachung zwischen GEMA und SABAM sein sollte, ist auch die GEMA Ihrer Veröffentlichungspflicht nicht nachgekommen und alles ein Fall für einen deutschen Rechtsanwalt - denn was können die (zwar deutschen) Produzenten dafür, wenn deutsche Hörer ein für Belgien hergestelltes Produkt in Deutschland weiterverbreiten?

    Marktlücke: Rechtschutz für Onlineanbieter?
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2015
    Dave777 gefällt das.
  24. Achterbahn

    Achterbahn Gesperrter Benutzer

    Die meisten Shoutcast-Sender z. B. erreichen diesen Wert bei weitem nicht. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, muss man als Betreiber ein paar einfache W-LAN-Radios kaufen und den eigenen Stream 24/7 dudeln lassen.
     
  25. DrFink

    DrFink Benutzer

    Ich hätte da Frage an diejenigen, die Post von der GEMA/GLV bekommen haben (z.B. "Der Radiotor"):

    Woher kennt die GEMA/GVL Eure Postadresse? Die kann ja nur aus einem Impressum stammen (zu der ja deutsche Webseiteninhaber verpflichtet sind), auf der nicht nur die Radiostation verlinkt ist, sondern von der auch hervorgeht, dass man Betreiber der Radiostation ist.

    Die GEMA/GVL wird ja wohl schlecht in die Profile der Radionomy-Betreiber schauen können. Und selbst wenn: Dort muss man zwar Adressdaten hinterlegen, aber die prüft ja keiner nach. Allgemein stell ich mir da die Frage: Wie definiert GEMA/GVL, was eine "deutsche" Radiostation ist? Die Angabe des Landes im Profil der Radiostation? Eine deutsche IP-Adresse (und wie kriegt die GEMA/GVL das raus, ohne derzeitige Vorratsdatenspeicherung in Deutschland)?

    Hintergrund der Frage: Wer "nur" die Standard-Radioseite von Radionomy - diese Seite mit der Domain "playtheradio", also z.B. www.meinradio.playtheradio.com - als Webseite nutzt, wird kaum Gefahr laufen, Post von der GEMA/GVL zu bekommen - oder doch? Einträge von Radiostationen auf Seiten wie TuneIn oder radio.de sind auch von Dritten möglich, und da kann der Dritte halt das Land auswählen, wozu er gerade Lust hat.

    Der Radiotor weist in seinem Post von 11:24 Uhr ja auch darauf hin, dass man so lange nicht "gefährdet" ist, so lange man anonym bleibt. Meiner Meinung nach ist man auch nicht "gefährdet", wenn ich als Dritter das deutsche Radio in meine deutsche Seite einbaue - ich bin ja schließlich nicht der Betreiber des Radios. (Analog Einbettung von YouTube Videos).
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2015

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