1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Maximale Musiklautstärke

Dieses Thema im Forum "Internetradio allgemein" wurde erstellt von APRChriZ, 24. August 2012.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. APRChriZ

    APRChriZ Benutzer

    Hallo ihr lieben da draussen.
    Ich bin neu hier in diesem Forum und wollte mal fragen, ob mir jemand die Frage beantworten kann, ob es eine Maximale Lautstärke gibt, mit der ich senden darf, soll heißen, wie hoch darf ich meine Musik maximal gainen???

    liebe grüße
    ChriZ
     
  2. Hefeteich

    Hefeteich Benutzer

    Die kannst Du so laut spielen, bis Du keine Hörer mehr hast, die das noch hören wollen. Vorschriften gibt es da keine. Im Internetradio darf jeder so viel schlechten Sound produzieren, wie er mag.
    Wie sinnvoll das ist, steht hier ja nicht zur Debatte.
     
  3. McCavity

    McCavity Benutzer

    Vielleicht noch einige Hinweise: wenn mit "senden" "senden im Internet" gemeint ist, dann ist Dein Verbreitungsweg ein Digitaler. Digitale Verbreitungswege haben in der Tat ein Art Lautstärkebegrenzung: "Digitalisierung" einer (in ihrer Natur analogen) Schallwelle bedeutet, daß der Computer in bestimmten Zeitinterwallen "t" mißt, wieviel Schall "n" denn vorhanden ist. "t" nennt man dabei "Samplingrate" und "n" ist ein Zahlenwert, der im Wertebereich des Computers dargestellt werden kann. Da jede Schallmessung ("Sample") als eine einzelne Zahl vom Computer dargestellt wird, hängt die "Auflösung" direkt mit den Zahlen zusammen, als die die Samples dargestellt werden können.

    Kleines Beispiel: mit einer "8-bit-Auflösung" können Zahlen im (dezimalen) Wertebereich zwischen 0 und 255 gespeichert werden. "0" könnte man dabei so definieren, daß absolute Stille am Eingang anliegt, während der "lauteste" Pegel mit 255 dargestellt wird. Hier zeigt sich auch das Problem, warum es eine "Maximallautstärke" bei der Digitalisierung gibt: sendet man ein Signal an den Rechner, das lauter ist, als die vorhergesehene Maximallautstärke, kann der Rechner in unserem Beispiel dennoch keine Zahl >255 verwenden, wei er dafür nicht eingestellt ist. Stattdessen nimmt er entweder wieder die 255 - oder es kommt zu einem "Überlauf" der Zahl, was der Rechner auf verschiedene Arten und Weisen quittieren kann, je nach Programmierung. In jedem Fall kommt es aber, wenn man das digitalisierte Signal wieder hörbar machen will, zu Verzerrungen, da ein Teil des Originalsignals unrettbar verloren ist. In der Fachsprache wird das auch als "Clipping" bezeichnet (die "Spitzen" des Signals werden "abgeschnitten").

    In der "analogen" Tontechnik ist dieses Problem nicht ganz so wild: da sind die Bauteile oft so ausgelegt, daß sie eine gewisse Toleranz mitbringen und Übersteuerung meist eher schleichend einsetzt - ab und zu hat man das sogar ganz gezielt eingesetzt, um bestimmte Effekte ("Tonbandkompression", zum Beispiel) zu erreichen. Im digitalen Bereich funktioniert das nicht. Clipping ist Clipping und das solltest Du vermeiden. Die Folge: Du solltest Dein digitales Signal so aussteuern, daß Du immer ein kleines bißchen Luft läßt (Stichwort: "Headroom").

    Abgesehen davon ist die Frage aber nach einer Maximallautstärke, mit der gesendet werden darf, hinfällig: Stell Dir die digitale Übertragung wie ein Rohr vor, an dessen Boden ein Tau verläuft: das ist absolute Stille, die durch das Rohr übertragen wird. Schlägst Du nun an Deinem Ende das Tau in die Luft, wird sich die Welle durch das Rohr bewegen (wir lassen an dieser Stelle so häßliche Dinge wie "Dämpfung" mal außer acht, da es die im digitalen Bereich auch nicht zu beachten gilt ;)). Die Decke des Rohres ist Deine Maximallautstärke: schlägst Du das Seil zu wild, wird es an der Decke anschlagen und die Welle wird nicht sauber übertragen werden => Clipping. Allerdings sagt das, was Du über den digitalen Weg verbreiten *kannst* noch nichts darüber aus, wie es denn angehört wird. Der Empfänger stellt sich das so ein, wie er es haben möchte. Das kann sehr leise oder sehr laut sein; Du als Sender hast jedenfalls kaum Einfluß darauf.

    Fazit: es gibt eine Art Maximallautstärke, die im digitalen Verbreitungsweg begründet ist. Das ist eine technische Vorgabe, die man kennen und beachten sollte, ansonsten ist das Signal schnell bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Man sollte die Möglichkeiten dieses Weges so weit es geht ausnützen, denn, um bei der Analogie des Rohres zu bleiben: wenn ich nur die Hälfte der Höhe nutze, habe ich im digitalen Zahlenbereich auch nur die Hälfte der möglichen Zahlen verwendet und die andere Hälfte verschwendet. Die goldene Regel digitaler Tonverarbeitung lautet: der höchste Pegel, den Du zu senden gedenkst, sollte ganz knapp unter dem maximal darstellbaren Wert liegen, um den Wertebereich der zahlen optimal auszunutzen. Liegen Spitzen darüber, kann es zu unschönen Verzerrungen kommen, liegt man zu weit drunter, "verschwendet" man den ungenutzten Bereich.

    Wenn Du Dir das mal in einem Selbstversuch deutlich machen willst (es wird *sehr* häßlich klingen, aber durchaus heilsam sein ;)): Schließe ein Mikrofon an Deinen Rechner an und nimm Dich selbst auf. Stelle die Aufnahmelautstärke so ein, daß, wenn Du flüsterst, das Signal gut ausgesteuert ist. Flüstere etwas ins Mikro, wiederhole den Satz noch einmal bei normaler Lautstärke und dann, wenn Du Dich traust, schrei. Höre Dir danach die Aufnahme davon an. ;)

    LG

    McCavity
     
    StageManager75 gefällt das.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen