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Orange 94.0 sieht rot - ob das Projekt 94.0, gut gehen kann?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Dawid R. Wysocki, 26. August 2003.

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  1. Dawid R. Wysocki

    Dawid R. Wysocki Benutzer

    Orange 94.0, das Freie Radio in Wien, kämpft für Basisförderung und Unabhängigkeit

    Basisförderung für Gemeinde Wien vom Tisch *** Protestcamp im Zentrum Wiens *** Wien wieder medienpolitisches Schlusslicht *** Fortbestand und Unabhängigkeit von Orange 94.0 muss verteidigt werden

    Mit Aktionen, Abomarathon und Forderungen an Stadt Wien und Republik Österreich kämpft Orange 94.0 für eine Absicherung des Radiobetriebs. Nach eineinhalb Jahren Verhandlungen erklärte die Gemeinde Wien eine Basisförderung für Orange 94.0 vor wenigen Wochen für gestorben. Die im Vertrauen auf politische Ankündigungen und Verhandlungsergebnisse mit der Stadtverwaltung erstellte Budgetplanung von Orange 94.0 ist damit nicht mehr haltbar.
    Um die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Basisfinanzierung des Freien Radios in Wien zu einer öffentlichen Diskussion zu machen, beteiligt sich Orange 94.0 gemeinsam mit Public Netbase, IG Kultur Wien, Public Voice Lab und Malmoe an einer kultur- und medienpolitischen Grünlandbesiedlung im Zentrum Wiens. Durch das Werben neuer "Radio-AbonnentInnen" versucht Orange 94.0 kurzfristig zusätzliches Geld aufzutreiben, um über den Sommer zu kommen. "Die Gemeinde Wien und der Bund sollen aber nicht aus der medienpolitischen Verantwortung entlassen werden, und mit anderen EU-Staaten vergleichbare Finanzierungen sicher stellen.", erklären die MitarbeiterInnen des Freien Radios.
    Der mögliche Verlust des nicht-kommerziellen Sektors im Radio wirft Wien wieder auf die medienpolitische Schlusslichtposition in der EU zurück, an der sie sich bis zur Legalisierung Freier Radios und dem Sendestart von Orange 94.0 vor fünf Jahren befunden hatte. Weltweit stellen Freie Radios eine demokratie- und kulturpolitisch nicht mehr wegzudenkende Ergänzung zu öffentlich-rechtlichen und kommerziellen Programmen dar, in der in anderen Medien nicht oder wenig berücksichtigte Gruppen zu Wort kommen: freie KünstlerInnen, SchülerInnen, politische und soziale Initiativen, MigrantInnen u.v.a.

    Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen auf, dass die Grundvoraussetzungen, auf denen Freie Medien basieren, in Frage gestellt sind. Erneut muss mit der Politik geklärt werden, dass Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu diesen Grundbedingungen zählen, die erst Offenheit im Zugang, Partizipation und Vielfalt ermöglichen.

    Die Verhandlungen von Orange 94.0 mit der Stadt Wien um eine Basisförderung haben sich über eineinhalb Jahre hingezogen. Konzepte, Budgets und Pläne für eine längerfristige Absicherung des laufenden Betriebs des Freien Radios in Wien wurden vorgelegt – und von Seiten der Stadt für umsetzbar befunden. Bis zum April dieses Jahres schienen die gemeinsam mit dem Offenen Fernsehkanal geführten Gespräche erfolgversprechend, die Budgets seinen vorhanden, der politische Wille auch, ein Antrag im Gemeinderat wäre der nächste Schritt gewesen.

    Ende April brachte einen plötzlichen und kommentarlosen Abbruch der laufenden Verhandlungen. Diese wurden von einem neuen Zuständigen zwar inzwischen wieder aufgenommen – allerdings unter gänzlich anderen Vorzeichen. Das Konzept "Basisförderung" im Sinne einer Strukturförderung zur Sicherstellung eines autonom funktionierenden und agierenden Medienprojekts, ist vom Tisch. Absehbar sind stattdessen Konstrukte, die die Eigenständigkeit von Orange 94.0 wie auch anderer Freier Medien in Wien in Frage stellen.

    Zur Absicherung der Unabhängigkeit braucht es gesetzliche Rahmenbedingungen. Ein Landesmediengesetz könnte einen derartigen Rahmen darstellen, mit dem die Existenz Freier Medien und ihre demokratiepolitische Funktion prinzipiell anerkannt wird. Orange 94.0 kann auf ein Landesmediengesetz aber nicht warten. Daher: Umsetzung der vorliegenden Konzepte – jetzt!



    Orange 94.0 fordert:

    Unmittelbar:
    • die Umsetzung der Zusagen bezüglich der Finanzierung bis zum Jahresende 2003
    • die Umsetzung des im vergangenen Jahr vorgelegten Basisförderkonzepts (3-Jahresplan 2003-2005)

    Langfristig:
    • die Einführung eines Landesmediengesetzes zur finanziellen und poltischen Absicherung der Unabhängigkeit Freier Medienprojekte in Wien


    und hier weitere Infos zu Radio Orange 94.0


    Schönen Gruß an die Gemeinde :cool:


     
  2. ercor

    ercor Benutzer

    Fordern, fordern, fordern.... das können die freien Radios schon recht gut - und ich meine damit die Verantwortlichen der Freien Radios, die um ihre gut dotierten Jobs fürchten. Denn die Mitarbeiter, die unentgeltlich für die freien Radios arbeiten, sehen sowieso nie Geld.
    Und jeder beruft sich auf die Meinungsfreiheit - die freien Radios sind für die wichtig, die es betreiben, zwecks Joberhalt, für die Allgemeinheit spielen die freien Radios nicht wirklich eine Rolle, denn die Hörerzahlen bewegen sich meist im nichtmeßbaren Bereich.
    Die Entscheidung der Stadt Wien war richtig - wer einen Sender betreibt, muss ihn auch selbst finanzieren und nicht auch noch fordernd aufbegehren, die Öffentlichkeit MUSS freie Radios finanzieren. So gesehen - wer senden will, muss auch selbst bezahlen - auch die freien Radios!
     
  3. Sassa

    Sassa Gesperrter Benutzer

    Förderung

    Wenn wir schon bei gerechtfertigten oder ungerechtfertigten Förderungen sind:
    Allein die Salzburger Festspiele, die durchaus von betuchtem Publikum besucht werden und man meinen könnte, gerade diese Klientel könnte ihre Festspiele selbst finanzieren, werden fast zur Hälfte gesponsert und subventioniert.
    Mit den Steuergeldern, die allein in diese Festspiele fließen, könnten alle Freien Radios ein ganzes Jahr lang ein Super Programm machen.
    Man kann sicher nicht endlos nur FORDERN, aber sicher über die gerechte Verteilung der Fördermittel duskutieren.
    Ein gefördertes gutes Radio käme jedenfalls weit aus mehr Menschen im Inland zugute als nur Festspielbesuchern.
     

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