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Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Otto99, 06. Mai 2005.

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  1. Otto99

    Otto99 Benutzer

    Im Zusammenhang mit Radio Helsinki dem "freien" Radio in Graz sind mir bei der Recherche für einen Artikel über freie Radios einige Ungereimtheiten aufgefallen:

    Radio Helsinki ist unabhängig;

    1. Wie lässt es sich dann erklären, das eine Angestellte des Hörfunkveranstalters gleichzeitig in Graz das Amt eines stellv. Bezirksvorstehers innehaben kann??

    2. Wie lässt es sich mit den Radaktionsstatut und der Gestzeslage vereinbaren, das ein Sendungsmacher gleichzeitig in Seiersberg Gemeinderat sein kann??

    In wie weit sind solche kombinationen Medienrechtlich überhaupt vereinbar; speziell unter dem Deckmantel der angeblichen nichtbeeinflussung durch politische Parteien?

    Wie kann soetwas durch die angeblichen Kontrollmechanismen diverser freier Hörfunkveranstalter durchrutschen??

    Sind freie Radios (obwohl sicherlich der linken Reichshälfte verbunden) eigentlich wirklich so frei??

    In wie weit sind freie Medien Sprachrohre von Parteien??


    Sind solche Mitarbeiter nicht sofort freizustellen??


    Sollten solche Vorgänge nicht auch der RTR zugänglich gemacht, und somit einer Überprüfung der tatsächlichen Unabhängigkeit dieser Medien dringenst durchgeführt, und im Falle eines tatsächlichen Verstosses gegen die Statuten und Zulassungskriterien sofort eine Einstellung des Sendebetriebes nach sich ziehen? Oder als Minimum die sofortige Ablöse solcher "nichtfreier" Mitarbeiter als Gebot stehen??

    Otto
     
  2. RadioJOEY

    RadioJOEY Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    Lieber Otto!

    Ich denke, dass siehst du alles etwas zu eng.
    Nur weil ein oder zwei Mitarbeiter ein kommunales politisches Amt innehaben ist die Unabhängigkeit des Senders noch nicht gefährdet.
    Etwas anders wäre die Lage, wenn ein Sender vorwiegend aus Geldern einer Partei finanziert wird.
    Dann wäre die Unabhägigkeit nicht mehr gegeben.

    Probleme mit dem Medienrecht oder gar der RTR wird Radio Helsinki deshalb nicht bekommen.
    Ich könnte mir vorstellen, dass der Verband der freien Radios, dem ja Helsinki angehört ein Problem damit hat.
    Aber das einzige war der machen kann ist Helsinki auszuschließen und sonst nichts.
    Helsinki könnte trotzdem genauso wie vorher weitermachen.

    Ich denke auch nicht, dass Helsinki von der RTR stark beobachtet wird, da es ja eh unter ausschluss der öffentlichkeit sendet.
    die hörerschaft des sender beschränkt sich doch auf die mitarbeiter und deren freunde.
    daher wiegen medienrechtliche verstöße auch nicht so schwer, wie bei einem kommerziellen sender, der das zig-fache an hörern erreicht.

    Meines Wissens ist das Grundprinzip eines freien Radios, dass jeder dort Sendungen machen kann, solange die Inhalte nicht gegen gesetzliche Regelungen verstossen.
    Wenn man einen MitarbeiterIn ausschließen würde, nur weil er auch ein kommunales Amt innehat, würde dies doch gegen dieses Grundprinzip verstossen.
     
  3. wasat

    wasat Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    Personen, die sich gesellschaftlich engagieren - z.B. in der Gestaltung von Rundfunksendungen - neigen nun einmal dazu, sich auch in der Gemeindepolitik zu betätigen. Ich nehme an, dass praktisch alle Mitarbeiter der Freien Radio politisch in irgend einer Art aktive Menschen sind. Somit wird auch der Anteil jener, die ein politische Amt ausüben, deutlich erhöht sein. Würde man diese Leute alle "entfernen", wäre das wahrscheinlich das Ende der Freien Radios.

    Viele Freie Radios senden auch politisch eindeutig zuordenbare Sendungen. So gibt es bei FRO in Linz und 107,1 in Freistadt Sendungen des SPÖ-Pensionistenverbandes. Doch wen stört es? Ich halte es sogar für vorteilhaft, wenn sich Leute deklarieren, anstatt unter dem Deckmantel der Unparteilichkeit Parteipolitik zu betreiben, wie das bei vielen "unabhängigen" Printmedien hierzulande fast die Regel ist.
     
  4. Otto99

    Otto99 Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    Ja, aber immerhin werden dadurch doch alle belogen. Es kann mir keiner sagen das er unabhängig ist, wenn er gleichzeitig ein politisches Amt ausübt. Selbst wenn sich die Person bemüht, vertritt diese Person einen Standpunkt doch immer aus der Sicht einer Partei. Das ist es was ich als Lüge dem Hörer gegenüber betrachte, da die Meinung (wenn der Hörer glaub eine unabhängige Meinung zu hören) doch Parteipolitisch beeinflusst wird. Somit wird nicht nur der Hörer sondern auch die RTR damit beinhart belogen.
     
  5. encendedor

    encendedor Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    Es heißt doch nicht, dass der Sender in irgendeiner Form politisch abhängig ist, nur weil ein paar (ehrenamtliche) Mitarbeiter eine politische Funktion ausüben. Freies Radio heißt immer noch freie Meinungsäußerung.
    Ich kann wasat nur zustimmen!
     
  6. skyper

    skyper Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    naja, es ist alles relativ - auch in einer demokratie.
    was würdet ihr sagen, wenn ein paar effen dabei wären?
    es geht also ums prinzip.
     
  7. wasat

    wasat Benutzer

    AW: Radio Helsinki & Unabhängigkeit der Mitarbeiter

    Wer sagt, dass nicht auch politisch "unabhängige" Personen lügen? Ich gehe davon aus, dass auch jeder "unabhängige" Radiojournalist insgeheim eine bestimmte politische Richtung bevorzugt und damit ideologisch nicht völlig unabhängig ist. Nur haben ausgebildete Journalisten gelernt, gründlich zu recherchieren und Dinge gegebenenfalls mit einer gewissen Distanziertheit darzustellen.

    Die völlig unabhängige Meinung ist eine Illusion. Wir haben doch alle unsere vorgefassten Meinungen. Wenn wir etwas hören, beurteilen wir das Gehörte nach unseren subjektiven Maßstäben. Entspricht es, halten wir die Meinung für "unabhängig", entspricht sie nicht unserem Weltbild, gilt sie als "parteiisch".

    Man glaubt also immer das, was man hören will. Genau mit diesem Mittel arbeitet aber heute die gesamte Politik und Wirtschaft. Die psychologischen Grundlagen haben wir einem Österreicher - Ernest Dichter - zu verdanken, der in den 1930er-Jahren in die USA ging und zum Vater der Motivforschung wurde. In der Folge werden wir heute inständig "belogen", weil jeder relevanten Gruppe das erzählt wird, was sie gerne hören will. Journalisten, die meinen, gegen den allgemeinen Trend anschreiben zu müssen, gelten erst recht als prteiisch.

    Bei Freien Radios darf man freilich keine allzu hohen journalistischen Standards erwarten. Dort ist alles sehr subjektiv. Allerdings ist das Berichtete meist von so harmloser Thematik, dass kein Grund gegeben ist, jemanden deshalb in die Verbannung zu schicken.

    Die vermeintliche Gleichschaltung innerhalb der Parteien ist auch eine Illusion, die leider ständig vermittelt wird, weil Geschlossenheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für Wahlerfolge ist. Hinter den Kulissen wird aber heftig gestritten und von einheitliche Standpunkten kann oft keine Rede sein.
     

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