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Sendeautomaten verdrängen immer mehr Zuspielgeräte im Studiobereich

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von MargareteHub, 08. Oktober 2013.

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  1. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    :) Hallo,

    im Studiobereich hat sich ja die Radioautomation seit einiger Zeit fest etabliert. Immer mehr Geräte wie CD Player,
    Mini Disc Player, Videocassetten (VHS) und Recorder, Vinyl werden ausgemustert und stattdessen werden Softwarebasierte Automationen eingesetzt. Für eine Radio Facharbeit bin ich derzeit auf der Suche nach folgenden Fragen:

    - Was waren die Ursprünge der Sendeautomationen wie wir sie heute kennen
    - Was waren die Vorläufer
    - Wer hat die Sendeautomation eigentlich erfunden ?
    - Wie hat man damals das Problem in den Anfängen mit dem Speicherplatz hinbekommen (es gab ja damals noch keine
    TB Festplatten)
    - In welchem File Format wurden die ersten Musiktitel auf PC Basis gespeichert
    - Welche Sender hatten damals schon eine eigene Automation aus dem Computer
    - Gibt es in der heutigen zeit noch Sender, die keine Automation sondern reguläre Zuspielgeräte benutzen ?


    Also bin auf Eure Antworten gespannt ! :)
     
  2. Tonband

    Tonband Benutzer

    Du bist auf der Suche nach Fragen?
    Dazu brauchst Du doch nur Deine Fragezeichen konsequent setzen. ;)

    mfg. TB
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Oktober 2013
  3. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    Hier muss man Unterscheiden zwischen Deutschland / Europa und den USA.
    Bei der Deutschen Welle gab es mal ein Abwicklungssystem das Teile automatisiert hat, aber ich finde meine Infos auf die Schnelle nicht, ggf. dort mal nachfragen. Die USA betreffend findest Du hier genügend Infos:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Broadcast_automation

    Das kann man wohl nicht genau sagen, jeder hat sich da was zusammen gefrickelt

    Es gab Sendeautomationen z.B. mit 6 Tonbandgeräten auf denen 6 Bänder (sortiert nach Musikformaten, wie current, 80s, 70s etc.) lagen mit je 90 Minuten Bandmaterial (liefen auf 19,05 cm/s), an jedem Titelende war ein analoger Steuerton von ca. 30 Hz, die die nächste Maschine angetriggert haben. Die Maschinen waren an einen PC angeschlossen, der die Bänder dann in der definierten Reihenfolge abgefahren hat, je nach Musikfahrplan.

    Von Dolby gabs mal ein Datenreduktionsverfahren, komme aber gerade nicht auf den Namen, die ersten 360 Systems DigiCarts haben es verwendet, ansonsten hatte der AuDisk (2x 1 GB Platte, 5 1/4 Zoll, Doppelte Einbauhöhe, SCSI, schweineteuer in den 90ern) auch ein propreitäres Format. Hier mehr zum Audisk: http://www.northpine.com/broadcast/webc/chapter8.htm oder hier: http://rwonline.com/article/hard-disk-lawsuit-threatens-stations/23595

    Die Frage ist: Was ist "damals".
    Die Automation kam oft nach und nach. Erst Werbung / Jingles, später noch Beiträge und am Schluss die volle Palette.

    Frag mal bei Radio Neckarburg nach.
     
  4. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    Danke Euch ! Schreibe gerade an meiner Facharbeit. Das heisst, jeder hat etwas Programmiert und man kann den eigentlichen Erfinder nicht mehr ausfindig machen richtig ?

    Auch Videocassetten (VHS Bänder mit Schrägspur) werden ja nicht mehr so häufig eingesetzt. Wir im Sender haben aber noch Videoplayer und Videorecorder.

    Kam die Automation ende der 1989 Jahre auf ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Oktober 2013
  5. shorty.xs

    shorty.xs Benutzer

    Ich weiß nicht, ob Dir das bei Deiner Arbeit hilft, aber ich wurde mal auf diese beiden Videos aufmerksam gemacht.


    Sicherlich aber interessant mal anzusehen. Vor allem, wer nur noch digitale Medien kennt.
     
  6. Radioverrückter

    Radioverrückter Benutzer

    Ich kann mich auch noch an Kassettendecks erinnern, die 6 oder 8 Einschübe hatten und dann in einer Dauerrotation liefen. Oh weh es gab Bandsalat !
     
  7. Bend It

    Bend It Benutzer

    Hier ein Beitrag aus der HÖR ZU vom Januar 1969.
    Bald "dampft" das Radio nicht mehr!

    Hör-Zu_1966_Radiobeitrag.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Oktober 2013
  8. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    Wow ! Das Ihr solche Artikel noch habt ! Da staune ich nicht schlecht ! Das ist aber alles gut für meine Facharbeit ! Danke !

    Manche Sender in den späten 90er Jahren haben noch auf Videocassetten manche Sendungen für das Archiv aufgezeichnet. War es damals so üblich VHS Kassetten einzusetzen ?
    Heute werden wahrscheinlich Sendemitschnitte auf Harddisk aufgezeichnet oder ?
     
  9. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    Oftmals, ja. Aber es gab auch extrem langsam laufende Bandmaschinen auf 2,375cm/s, das reichte für Dokuzwecke allemal. Natülich nicht fürs HQ-Archiv.
    Heute sind HDDs normal.
     
  10. fotoralf

    fotoralf Gesperrter Benutzer

    Aus eigener Erfahrung und Anschauung:

    Bei der Deutschen Welle lief seit den 70er Jahren eine Teilautomatisierung für Livesendungen. Dabei wurde der jeweils nächste Schritt (Beitrag von Band oder Mikro auf) wahlweise durch eine 50 Hz-Modulation am Bandende (ich habe hier noch M10-Kopfträger mit dem entsprechenden Zusatzkopf liegen) oder durch eine Taste auf dem Sprechertisch abgerufen. Programmiert wurden die einzelnen Schritte über Tastenfelder. Dazu gab es eine zentrale Senderegie, bei der die Techniker nur noch die Bandmaschinen mit den jeweiligen Beiträgen zu bestücken hatten. Ich kenne das aber auch nur vom Ansehen bei gelegentlichen Besuchen bei den Kollegen 'nebenan'.

    Beim BFBS war bis Ende der 70 Jahre um Mitternacht (oder um 1 Uhr morgens?) Sendeschluss. Anschließend wurde für den durchgehenden Sendebetrieb während der Nacht eine Schafer-Anlage installiert.

    Ralf
     
  11. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    Ich habe das Video der Schafer Anlage nicht genau verstanden,
    kann aber trotzdem Englisch. Wer kann mir das vielleicht erklären, wie so eine Anlage
    funktioniert ? Wie hat man diese programmiert ? Es gab doch noch keine
    Windows Computer damals ? Lief es auf MS Dos ? Hmmm. da werde ich nicht schlau draus....
     
    Zuletzt bearbeitet: 08. Oktober 2013
  12. Tonband

    Tonband Benutzer

    Die ersten digitalen Tonaufnahmen wurden m.W. auf Betamax-Recordern Ende der 70er gemacht. Das hat uns auch die krumme Abtastfrequenz von 44,1 kHz beschert, die dann für die CD-Produktion übernommen wurde.:rolleyes:
     
  13. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    Achso, ich dachte die 44.1 kommen von den 74 Minuten, die für Beethovens 9te in der Furtwängler Aufnahme aus 1951 auf eine Compact Disc passen müssen sollen hätten geworden sein :)
     
    chapri, Nobier und Tonband gefällt das.
  14. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    Lustig fand ich dieses SEKAMOS-System, das der SDR noch in den 80er-Jahren ausgebaut hatte. Zu viel Ausfälle und der Fortschritt in der Computertechnik machten diesem kost- und platzintensiven Speichermedium dann aber bald den Garaus.
     
  15. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    Was ist ein SEKAMOS-System ?

    Und zum zweiten: Ich habe noch immer nicht verstanden, wie so ein Schaffer Automationssystem System funktioniert. Nirgends sieht man eine Programmplanung am Computer und man sieht auch keine Uhrzeit. War die Computer Technik beim Schaffer System im Hauptschaltraum vielleicht ausgelagert ? Lief das Schaffer System auf MS Dos, weil Windows war damals ja noch nicht existent oder ?
     
  16. Hinztriller

    Hinztriller Benutzer

    Das geht auch ohne MS-DOS, Betriebssysteme gabs ja auch schon viel früher. Lochstreifenkarte etc. Irgendwo müssen ja nur die Schaltzustände hinterlegt werden, welches Band in welcher Reihenfolge kommt.
     
  17. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    http://www.sdr3-history.de/technik.htm
    Besser kann ich es auch nicht erklären. In einem der damaligen SÜDFUNK-Hefte wurde es mal etwas ausführlicher erklärt, aber die sind leider in die Altpapiersammlung gewandert.
     
  18. shorty.xs

    shorty.xs Benutzer

    Ich kenne das Schaffer System auch nur aus den Videos.... zu der Zeit habe ich noch als Quark im Schaufenster gelegen.

    So wie ich das verstehe, gibt es keinen Computer, so wie wir ihn heute kennen. Es gab ja noch gar keine x86 Prozessoren oder MS-DOS.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mikroprozessor#Geschichte
    http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebssystem

    Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, dann war das ein 80008, auf dem ich das erste mal programmiert habe. Das Programm wird dabei direkt als HEX Code in den Speicher eingegeben und konnte noch nicht einmal fest gesoeichert werden. Die Ausgabe erfolge über LEDs, und die Eingabe über eine Tastenmatrix. Wurde bei uns in der Ausbildung zum Radio- und Fernseh Techniker noch ausgebildet und es hat mir sehr geholfen, moderne Digitaltechnik zu verstehen.

    Die Planung geschieht entweder über das Bedienpult im Studio, in dem ja auch die Uhr angezeigt wird oder über das Schreibmaschinene ähnliche Gerät, mit dem man dann in relativ kryptischen Zahlenkombinationen die Lochrasterstreifen erzeugt.

    Durch Eingabe der Lochrasterstreifen läuft dann die Automation und Schreibt auf der "Schreibmaschine" ein Protokoll.

    Mag sein, dass ich da komplett falsch liege, aber so würde es einigermassen Sinn ergeben.

    Greetz
    Malte
     
  19. fpfleumer

    fpfleumer Benutzer

    Hallo MargareteHub,
    besorg' Dir doch einfach das Buch ZEITSCHICHTEN: die Geschichte des Magnetbands von 1928 bis 2004 auf 700 Seiten DIN A4 mit ca. 800 Bildern und Tabellen - als e-book (PDF-Datei): http://www.beam-ebooks.de/ebook/40085 (€ 19,95)
    Ab S. 463 findest Du eine Zusammenfassung der Anläufe zur Sender-Autoamtisierung und im Quellennachweis diverse Literaturverweise.

    Guten Erfolg wünscht
    fpfleumer
     
  20. MargareteHub

    MargareteHub Benutzer

    Hallo fpflbreuner,

    Danke ! Ein guter Tip von Dir !!! Das kauf ich mir, schau gleich im Internet nach !!! Das scheint ganz interessant zu sein !!!
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2013

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