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Sparwelle im Digitalradio

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von postit, 21. Februar 2004.

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  1. postit

    postit Benutzer

    Habe eben in heutigen SZ einen Artikel gefunden. Wie seht ihr die Zukunft des Digitalradios?

    Gruß postit



    Sparwelle im Digitalradio

    Hessen: Schaltet es bitte ab!



    ARD und ZDF wollen den Ländern im April ihre Sparvorschläge präsentieren, mit denen sich der Finanzbedarf der Anstalten in Grenzen halten ließe. Darauf verständigten sich Vertreter der 16 Bundesländer am Freitag in Mainz mit den Intendanten. Unklar ist aber noch, wie rasch diese Maßnahmen wirken und ob die Erhöhung der Rundfunkgebühr deutlich niedriger ausfallen könnte, als bislang von den Anstalten gefordert. Unter Hinweis auf ein Votum der unabhängigen Gebührenkommission KEF verlangen die Intendanten einen Zuschlag von 1,05 Euro ab Januar 2005, die Abgabe würde dann 17,24 Euro pro Monat betragen. ARD-Chef Jobst Plog, ZDF-Intendant Markus Schächter und Bayerns Medienminister Erwin Huber bezeichneten das Treffen als „Fortschritt“ in der zuvor heftig geführten Gebührendebatte.



    In verschiedenen Arbeitsgruppen der Sender und der Länder sollen nun Sparpotenziale ermittelt werden. Geprüft wird auch, ob sich der digitale Hörfunk noch lohnt. Aufbau und Ausstrahlung digitaler Radiokanäle haben die Gebühren- und Steuerzahler bereits mehrere hundert Millionen Euro gekostet, jedoch gibt es bisher nur einige zehntausend Hörer in Deutschland. Hessen Staatskanzleichef Stefan Grüttner plädierte deshalb für die Abschaltung der Digitalprogramme – was teils auf Zustimmung, teils auf Ablehnung stieß.



    o.k.
     
  2. RadioSuleyman

    RadioSuleyman Benutzer

    wenn die örs ihre digi-wellen einstampfen wollen, ist das thema endgültig gestorben. denn hier sitzen die örs und die privaten ausnahmsweise gemeinsam in einem boot: bloß keine neuen konkurrenten (die ja durch die neue technik platz hätten) zulassen.

    immerhin hatten die örs bisher ein argument zu gunsten der digi-entwicklung: eine weitere, kostenspielege expansion in die 'schöne neue medienwelt', die ohnehin vom gebührenzahler getragen werden sollte (siehe astra-geschichte). weil dieser sich aber dagegen wehrt, und die privaten sowieso die notwendigen investitionen (ganz zu schweigen von den potenziellen neuen konkurrenten) scheuen, bleibt deutschland wieder einmal unter 'ferner liefen'.

    meine türkei wird den digitalen rundfunk noch vor deutschland flächendeckend einführen!

    salaam von suleyman
     
  3. Handydoctor

    Handydoctor Benutzer

    :D Die Türkei ist ja auch ein fortschrittliches Land.In Deutschland bleibt man lieber beim Alten hängen!:rolleyes:
     
  4. alqaszar

    alqaszar Benutzer

    @SuleymanRadyosu:

    Du hast eine eigene Türkei? Coool... ich wollte auch immer mal meine eigene Türkei haben, aber die gibt es nur selten. Rauf Denktas aus Girne hatte mal eine, da auf Zypern, aber jetzt haben sie sie ihm weggenommen.

    Aber das wäre trotzdem schön, so eine eigene Türkei: Döner und Türkce bal bis zum Abwinken...

    Gruß an den Suleyhund!
     
  5. RadioSuleyman

    RadioSuleyman Benutzer

    meine türkei könnte deine türkei sein...

    ... inscha' angie + eddi

    da dies aber unwahrscheinlich ist, mußt du dich vermutlich mit meiner zufrieden geben. tut mir leid für dich.

    salaam von suleyman
    ein liebes 'wüffchen' und im-schritt-schnüffeln von suleyhund
     
  6. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    Digitalradio ist typisch für technische Entwicklungen, die von deutschen und europäischen Bürokraten vorangetrieben wurden.

    Man hatte die Idee im Kopf, Deutschland, Europa und dann die ganze Welt mit digitalem Hörfunk zu beglücken und den dahindümpelnden europäischen Unterhaltungselektronikkonzernen auf die Sprünge zu helfen. Der Traum dürfte ausgeträumt sein. Dass Digitalradio auf technischen Standards basiert, die inzwischen mehr als zehn Jahre alt sind, darf man dem System wohl nicht vorwerfen. Das System ist aber ziemlich frequenzhungrig und kann Hörfunk nur in Bündeln von 4-7 Programmen ('Ensemble') verbreiten. Die Eurokraten fanden das Anfang der 90er vielleicht schick, als es vor allem in Deutschland nur dier ARD-Senderketten und wenig Privatfunk gab, von lokalen Anbietern ganz zu schweigen. Radio-Länder wie die USA lehnen Digitalradio aber schon aus diesem Grund ab, von marktpolitischen Gründen ganz zu schweigen.

    In Deutschland hat man Digitalradio nur halbherzig Frequenzen zugewiesen. Für die verbreiteten Programme sind die Landesmedienanstalten verantwortlich. Frequenzmangel und Kleinstaaterei bei der Programmlizensierung waren der Entwicklung des Systems nicht gerade dienlich. So hat man Digitalradio über die Jahre kaputtreguliert. Nichtmal für die bundesweit einheitliche Versorgung der unter Frequenzmangel leidenden Deutschlandradios hat es gereicht.
     
  7. uwe

    uwe Benutzer

    Trotz allen Beteuerungen der Verantwortlichen an DAB festzuhalten, scheint das Digitalradio stillzustehen. Es gibt kaum Programme, für die es sich lohnen würde, einen DAB-Empfänger zu kaufen. An der Digitalisierung des Radios kommt man früher oder später nicht vorbei aber ob es DAB sein wird, über das man man Digitalradio empfangen kann, wage ich zu bezweifeln. Nur ein Kanal für DAB und die mediale Kleinstaaterei ist DAB mehr als hinderlich. Zudem machen Fehlentscheidungen bei den LMA's DAB nicht allzu attraktiv. Die wenigen über DAB sendenden Programme sind oft ein Abklatsch der über UKW sendenden Dudelprogramme und die Ensembles sind sehr einseitig konzipiert. Man sollte endlich einsehen, bestehende attraktive Programme, die via Kabel und Satellit deutschlandweit senden, in DAB-Ensembles aufzunehmen und diesen Unsinn, extra für DAB Programme aus dem Boden zu stampfen (MDR-Klassik, BR-NEWS, BR-BUSINESS usw.) sein lassen. Vielleicht ließe sich durch attraktive deutschlandweite DAB-Programme die Nachfrage bei den Hörern nach Endgeräten und dann auch die Nachfrage bei den Sender nach Frequenzen steigern, denn DAB ist ansich keine schlechte Technologie.

    Uwe
     
  8. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    "Die wenigen über DAB sendenden Programme sind oft ein Abklatsch der über UKW sendenden Dudelprogramme und die Ensembles sind sehr einseitig konzipiert. Man sollte endlich einsehen, bestehende attraktive Programme, die via Kabel und Satellit deutschlandweit senden, in DAB-Ensembles aufzunehmen..."

    Ähnliches predige ich seit langem. Aber da kann man sich in diesem Forum als Hörer den Mund fusselig reden. Hier regieren zuviele kleingeistige Besitzstandswahrer.
     
  9. radiohexe

    radiohexe Benutzer

    @ Tom

    Nun ja, ich fürchte, so einfach ist das nicht. Da bleibt ja noch das Dilemma mit den Endgeräten und deren mangelnder Abnahme durch den Verbraucher. Teure Programme sind derzeit wie Sekt in der Klospülung. Bevor die viel gelobte blühende Digitalradiolandschaft kommt, sollten wir uns mal an eine ordentliche Kommunikation der Möglichkeiten machen, die Digitalradio eröffnet. Frag mal außerhalb der Fachwelt nach DAB. Dass in diese Richtung zu wenig passiert, kann in dem Falle dann doch an kleinlicher Besitzstandswahrung liegen.
     
  10. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    wie machen das denn die engländer, da soll dab ja gut laufen?

    wie wärs mit der abschalten des kompletten ukw-bandes zu ende 2004? dann gäbe es erst gemurre und wenn sich der nebel gelegt hätte, würden sich die leute über die vermehrung der programme freuen.

    so ein szenario würde auch die geräteindustrie in schwung bringen und den übergang für den verbraucher mit dadurch kostengünstigen geräten finanziell verträglich gestalten.
     
  11. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    'wie machen das denn die engländer, da soll dab ja gut laufen?'

    1. Mehr und bessere Frequenzen (sog. L-Band wird nicht benutzt, dafür mehr Kanäle im reichweitenstärkeren VHF-Band)
    2. Kein kleinstaaterisches Gezerre um die Programmplätze.
     
  12. uwe

    uwe Benutzer



    So einfach das UKW-Band abschalten ist wohl ein sehr radikaler Schritt, der sicher nicht nur leises Gemurre hervorrufen würde. ;)
    DAB muß neben dem bestehenden UKW schrittweise durch mehr
    Kanäle erweitert werden . Es sind neben den bestehenden Länderensembles mindestens 2 deutschlandweite Ensembles nötig, die man mit bestehenden bundesweit über SAT und exklusiv via DAB sendenden Programmen bestücken müßte. Zu nennen wären u.a. Sender wie Nova-Radio, Sunshine-Live, DLF, D-Radio und weitere Sender verschiedener Ausrichtung.

    Weiterhin braucht man dringend preiswerte Geräte. Die Fahrzeugindustrie muß bereit sein DAB-Radio's in ihre Kisten einzubauen. Es laufen Bemühungen dies auf den Weg zu bringen.

    Mehr Info's dazu gibts unter www.pro-dab.de/forum.htm

    Uwe
     
  13. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Also ich halte das DAB trotz vieler Vorzüge für etwas totes (totgeredetes). Auch das zurückziehen einiger Sender aus dem Projekt spricht dafür.
    Die Schuld daran kann man vielem geben. Erst einmal fehlt auf jeden Fall die Akzeptanz beim Hörer. Diese resultiert wiederum aus dem relativ hohen Preis der Endgeräte und dem eher geringen Mehrwert (in der Form von mehr bzw. speziellen Sendern / Spartenprogrammen). Damit wären wir bei der hier schon zitierten "kleinlichen Besitzstandswahrung". Außerdem waren wir in Dt. bei der Einführung technischer Neuerungen ja noch nie Weltmeister. Die Wirtschaft selbst (Autoindustrie) zeigt, wie hier auch schon geäußert) ebenfalls nicht gerade großes Interesse, DAB-Radios standartmäßig einzuführen.
    Man sollte außerdem nicht außer Acht lassen, das es auch per DVB-T möglich ist, Radioprogramme zu übertragen. Und mit diesem System werden wir uns (früher oder später) alle anfreunden müßen, da ja bekanntlich bis 2010 im TV-Bereich alles umgestellt werden soll. Und um zu vermeiden, das wieder X inkompatible Systeme nebeneinander laufen, wird es wohl eher auf letzteres hinauslaufen.
     
  14. uwe

    uwe Benutzer

    DVB-T ist nur eben nicht so gut wie DAB für den mobilen Empfang im Auto geeignet.

    "Erst einmal fehlt auf jeden Fall die Akzeptanz beim Hörer. Diese resultiert wiederum aus dem relativ hohen Preis der Endgeräte und dem eher geringen Mehrwert"

    Das stimmt so überhaupt nicht !

    Manche dieser Endgeräte "können" mittlerweile viel mehr als nur DAB empfangen. Das Woody 52 von BP bietet neben dem DAB-Empfang auch noch einen sehr guten UKW-Tuner, kann Mittelwelle empfangen, MP3 CD's und MP3's von einer MMC abspielen, das Woody 53 kann sogar aufnehmen, also bekommen die Käufer ein überaus interessantes Gerät mit vielen Funktion. Dies darf man bei der Diskussion nicht außer acht lassen.

    Uwe
     
  15. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    'also bekommen die Käufer ein überaus interessantes Gerät mit vielen Funktion.'

    Offenbar wollen es die Käufer aber nicht haben. Bei Saturn ist das Gerät schon länger nicht mehr im Sortiment. Otto-Normalverbraucher kauft ohnehin schon lange kein Autoradio mehr zu, sondern akzeptiert die Anlage, die werksseitig im Auto integriert ist. Meines Wissens gibt es kein Auto auf dem deutschen Markt mit werksseitig eingebautem DAB oder wenigstens der Option außer einem A8 für 100.000 Euro.
     
  16. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    @Uwe

    was die Qualität im digitalen Bereich angeht war das DSR mit Abstand das beste Übertragungssystem. Nur ist das ja bereits vor geraumer Zeit verschwunden.

    Ein Grund, das die Käufer für Endgeräte wegbleiben ist übrigens auch, das über das DAB immer nur geredet wird aber an den entscheidenden Stellen nie einer klar sagt "wir machen das jetzt und fertig". Diese Diskussionen um das DAB gibt es doch nicht erst seit gestern. Auch sowas schreckt zahlende Kunden gewaltig ab ...
     
  17. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Was denn jetzt? Weiter die Quadratur des Kreises: Zu wenig Frequenzen für DAB = wenig Programme = kein Interesse des Konsumenten?
    Oder doch der Befreiungsschlag?
    Was soll dieses hin und her?
     
  18. Andreas W

    Andreas W Benutzer

    @Grenzwelle:
    ...z.B. Ford....
    DIE TUN WAS!!!
     
  19. MarleyMarl

    MarleyMarl Benutzer

    neulich hab ich mich mitm ami unterhalten: der meinte
    "do you remember the times when FM took over.???"

    davor lief auf mittelwelle wohl auch nur seichter
    unterhaltungskram,
    big bands etc..

    erst FM hat dann rock+popformate populär gemacht.
    tja..

    als die cd eingeführt werden sollte, wars genau so ein hazzle,
    dass wollte erstmal keiner.

    die digitale platte wurde ja schon mitte der 70er präsentiert
    und es hat über 10 jahre gebraucht, bis sie sich im markt durchgesetzt hat.

    #was so schlecht daran, wenns mehr spartensender geben könnte.

    klar ist die taktik , einfache imitate von ac formaten auf dab zu legen und dann denken, das wird schon.....
    etwas daneben.
    das haben die engländer kapiert.
    aber meistens kommt das hier ja dann auch 5 jahre später an.

    hoffen wers ma.
     
  20. Almigurt

    Almigurt Benutzer

    Der Markt will es wohl einfach nicht

    ..nach 380 Mio EUR und etlichen Jahren sollte man akzeptieren, dass man einen Markt nicht zwingen kann, etwas anzunehmen.

    Und schliesslich: was ist eigentlich von den alten Träumen in der Realität noch übrig geblieben?

    - Mehrwert digitalter Dienste: gibt es in Ansätzen sogar bei UKW verwirklicht (RDS) und mittlerweile in zig Möglichkeiten, das auch ohne DAB darzustellen.

    - Programmqualität: ach ja, das war der kaum hörbare, höchstens messbare Unterschied zu UKW.

    - Empfangsqualität: im Auto mit 250 Sachen hui. Im Haus, zumindest beim Datenempfang - naja.

    Und zuletzt das eigentliche pRoblem: Wie schafft man den Umstieg. Antworten haben zig Selbsthilfegruppenseminare der LMAs ebenso wenig finden können, wie die Summe der einzelnen Radioprofis dieses Landes. Allein das WorldDAB-Forum kommt zu der etwas merkwürdigen Interpretation dass es doch längst ein Erfolg wäre - dieses DAB.

    Da lob ich mir die Amis, die in bekannter pragmatischer Art ihr HD Radio zusammengeschraubt haben, dass zwar technisch nicht überlegen ist, aber wenigstens nicht auf dem Rücken irgendwelcher Gebührenzahler in den Markt gebolzt wird.
     

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