1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

Dieses Thema im Forum "Studio- und Sendertechnik" wurde erstellt von dgoersch, 31. Mai 2008.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. dgoersch

    dgoersch Benutzer

    Hallo zusammen,

    habe vermutlich ein simples Anfängerproblem. War der Meinung das eine solche Frage schon öfter aufgetreten sein sollte, konnte aber über die Forensuche nichts brauchbares finden:

    Ich möchte eine symmetrische Audioquelle (Main-Out des Mixers) an einen unsymmetrischen Eingang (Line-In des PC) anschliessen. Auf Wikipedia habe ich gelesen, dass beim unsymmetrischen XLR Cold und Masse quasi gebrückt sind. Heisst das, ich muss einfach nur jeweils vom linken und rechten Kanal Cold und Masse brücken bevor ich damit auf den Klinkenstecker zur Soundkarte gehe? Kann man tatsächlich (da ja linker und rechter Kanal eine gemeinsame Masse haben) Cold + Masse links und Cold + Masse rechts einfach auf die Masse der Klinke legen? Macht es einen Unterschied, ob ich die Brücke im XLR-Stecker oder auf der anderen Seite mache? Beeinflusst eine solche Brücke den Pegel?

    Danke für Eure Tipps.
    Gruß Dominique Görsch
     
  2. timmeyy

    timmeyy Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Hi,

    das ist korrekt so. Masse und Cold einfach brücken.
    Der Pegel fällt dabei um 6dB ab... was ja meistens
    sowieso egal ist weil der unsymetrische Eingang sowieso
    weniger Pegel braucht.

    Dabei kannst du auch durch eventuelle Kurzschlüsse nichts kaputtmachen.



    Gruß
    Timmeyy
     
  3. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Hallo Dominique,

    das sind keine "Anfängerprobleme". Selbst Tonmeister-Studenten kann man mit Fragen zu diesem Thema herrlich aufs Glatteis führen.

    Und es ist sehr wohl berechtigt, sich zu fragen, ob man diesen Kurzschluß Cold-Masse durchführen darf. Da man es darf, müssen folglich alle symmetrischen Ausgänge kurzschlußfest sein. Der kleine eingebaute Widerstand vor der Ausgangsbuchse begrenzt den maximal fließenden Strom also auf für den Ausgangstreiber ungefährliche Werte.

    Das Problem tritt aber nur dadurch auf, daß heute so viele elektronisch symmetrisierte Geräte auf dem Markt sind. Bei denen hängt ja vor "hot" und "cold" jeweils ein Ausgangstreiber, einer von beiden invertiert halt noch das Signal. "Hot" und "cold" sind somit elektrisch gleichbedeutend zu z.B. zwei unabhängigen, unsymmetrischen Cinch-Ausgängen mit identischem Pegel, von denen einer halt das invertierte Signal trägt und die gemeinsam die Funktionalität der symmetrischen Verbindung bewerkstelligen. Schließt man diese Konstruktion an einen Differenzverstärker an, erhält man den doppelten Wert der Einzelspannungen: U - (-U) = 2 U. Schließt man einfach einen (den invertierenden) Ausgang kurz, hat man eben nur noch U, also die halbe Spannung und damit 6 dB Verlust. Die elektronisch symmetrisierte Verbindung ist also nicht erdfrei, beide Ausgänge (hot, cold) sind jeder für sich auf Massepotential bezogen.

    Völlig anders bei der trafosymmetrischen Variante, wie sie in höchstwertigen Geräten noch heute üblich ist und wie sie früher generell für den Begriff "symmetrisch" stand. Dort sind "hot" und "cold" faktisch die herausgeführten Enden einer Trafowicklung des Ausgangsübertragers. Beide haben keinerlei Beziehung zu irgendwelchen Masse- oder Erdpotentialen (von höchstohmigen, parasitären kapazitiven Ankopplungen abgesehen). Zwischen "hot" und "cold" liegt der Studio-Normpegel an, z.B. +6 dBu. Es gibt keinen Bezug zur Masse, sondern nur einen Bezug zwischen "hot" und "cold". Deshalb ist es völlig egal, ob ich einen von beiden auf Masse lege oder nicht - ich erhalte immer +6 dBu und somit bei unsymmetrischem Anschluß auch keinen Pegelverlust von 6 dB. Ich könnte auch z.B. den "cold" auf +1000 V Gleichspannung legen und hätte immer noch zwischen "hot" und "cold" +6 dBu - aber halt nun auf ein Potential von 1000 V bezogen. Solange nichts im Gerät gegen Masse durchschlägt, wäre sowas problemlos möglich. Ich könnte hinter einem Kondensator wieder die Ton-Wechselspannung zurückgewinnen. Deshalb ist die trafosymmetrische Verbindung die einzige, die keinerlei Brummstörungen und Potentialausgleichsströme kennt.

    Noch schlimmer: wenn Du einen "echten" trafosymmetrischen Ausgang unsymmetrisch so anschließt, daß Du zwischen "hot" und Schirm abgreifen willst und "cold" offen hängen läßt, wirst Du gar nichts hören - Du hast keinen geschlossenen Stromkreis. Also muß "cold" zwingend auf Masse.

    Siehe auch dieser Thread und da vor allem dieses Posting.
     
  4. dira

    dira Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Falls sich mal jemand wundert, daß der 6 dB Abfall manchmal ausbleibt: Es gibt elektronische Ausgangsstufen, die den Kurzschluß kompensieren, also in beiden Betriebsarten gleichen Pegel liefern.
     
  5. dgoersch

    dgoersch Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Danke für alle Antworten, dann werde ich mich nun mal ans Kabelstricken machen...

    Gibt es eine nicht allzuteure Leitung, welche für 2x Mono XLR auf 3,5mm Stereo Klinke zu empfehlen wäre? Darf halt nicht zu dick sein, damit's noch in den Klinkenstecker passt. Die üblichen Quellen (Reichelt, Conrad, Pollin, ...) wären mir ganz lieb.

    Hatte zuerst daran gedacht, einfach so ein 08/15-Klinke-auf-Stereo-Chinch-Kabel zu nehmen, und statt der beiden Chinch-Stecker XLR-Stecker dran zu machen, aber die haben nicht so wirlich gute Qualität.

    Gruß
    Dominique Görsch
     
  6. Pegasus

    Pegasus Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Bei den Metallklinken passt ein 6mm Kabewl ganz genau. Die mit dem Plastikgehäuse solltest du eh soweit werfen, wie sie fliegen.

    Ich hab für sowas immer diese 6mm Gummischlauchleitung genommen, wie sie an Micros dran sind, je nach Anwendung 2-Adrig+Schirm oder 1-Adrig+Schirm
     
  7. dgoersch

    dgoersch Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    An 2adrig+Schirm hatte ich auch zuerst gedacht, allerdings lässt sich das nur sehr unschön am anderen Ende auf 2x mono XLR splitten. Denke da ist 2x 1adrig+Schirm besser geeignet. Im übrigen rede ich von 3,5mm Klinke...

    Gruß
    Dominique Görsch
     
  8. Pegasus

    Pegasus Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    in diesem Fall solltest du normales Stereo-Kabel verwenden, wie du es ansprichst.
    Allerdings wirkt ein Adapter von 3,5mm Klinke auf XLR irgenwie seltsam. Passt von den Grössenverhältnissen nicht zusammen ;) Das ist aber reine Empfindungssache, nix technischen :D
     
  9. dgoersch

    dgoersch Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Der Mixer hat nunmal servo-symmetrierte XLR-Outs und der (Sende-) PC 3,5mm Stereoklinke als Eingang ;)

    Gruß
    Dominique Görsch
     
  10. Radiowaves

    Radiowaves Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Ich weiß nicht, wie folgende beiden Kabel beschaltet sind (fragen!), aber denkbar wäre

    dieses hier und dann ganz normal mit XLR male/female verlängern

    oder

    dieses und zwei von diesen Steckadaptern. Das wird dann aber ein hübscher Hebel, der da in den Buchsen steckt...

    Die XLR-Stecker sollte man in jedem Fall auch öffnen können, um zu richten, wenn was zu richten ist. Eklig ist ja nur die Klinken-Seite.
     
  11. dgoersch

    dgoersch Benutzer

    AW: Symmetrische Quelle an unsymmetrischen Eingang

    Danke für die Links, aber wenn wollte ich schon selber was passendes Löten, gerade um unnötige Übergänge an Adaptern zu vermeiden. Die Beschaltung an sich ist ja soweit nun geklärt, ging mir nur noch um die Leitungsart die dafür zu empfehlen ist.

    Ich denke ich werde hierzu greifen. Mit 2x0,38mm² ist es das dickste was ich bei Reichelt finden konnte, darunter gibts nur noch 2x0,08mm² und 2x0,14mm². Gehe davon aus, dass das ausreicht, Schwachstelle in dem Setup ist ohnehin die Soundkarte. Irgendwann soll da mal was mit symmetrischen Eingängen her, aber zur Zeit steht das nicht zur Diskussion.
    Dazu dann diesen Klinkenstecker und diese XLR-Kupplungen.

    Gruß
    Dominique Görsch
     
  12. codo

    codo Benutzer

  13. eBill

    eBill Benutzer

    3,5mm Klinkenstecker und große Kabeldurchmesser

    Weil Kabeldurchmesser und Kabeleinlass beim 3,5mm (Metall-) Klinkenstecker ein Thema war ... es gibt von Oehlbach einen Klinkenstecker Art.-Nr 4014, der einen Kabeleinlass von 11mm hat. Ich habe selbst schon 2 Kabel mit 6mm Durchmesser (konfektioniertes PA-Kabel in der Mitte durchgeschnitten) problemlos in die Überwurfhülse eingezogen und im Stecker verlötet.

    Der Klinkenstecker ist z. B. beim Rockshop zu akzeptablem Preis erhältlich.

    Für den konkreten Anwendungsfall des Threadstarters wäre eine PCI-Karte bzw. ein Audiointerface mit symmetrischen Anschlüssen die bessere Wahl (Terratec Phase 22 bei eBay etwa 40,-€).


    eBill
     

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Diese Seite empfehlen