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Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von musikzumm, 05. Dezember 2009.

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  1. musikzumm

    musikzumm Benutzer

    Hi,

    habe eine Frage an alle, die sich n bissl damit auskennen, wie man einen Weg in die Musikredaktion einer (zB lokalen privaten) Radiostation finden könnte - außer dem klassischen Redaktions-Volo!...interessiere mich sehr stark für Musikjournalismus und (vor allem) Musikprogrammgestaltung, habe im letzten Jahr mein Diplom gemacht, darüber hinaus diverse Radio-Praktika hinter mir und u.a. schon in der Musikredaktion einer öffentlich-rechtl Popwelle hospitiert. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, ein zweijähriges Volo zu durchlaufen, da wirklich NUR musikredaktion in Frage kommt und ich später nicht z.B. in der nachrichten-redaktion, über lokales oder politik-redaktionell arbeiten möchte...der Einstieg fällt da wohl sehr schwer, da reine Musikredaktions-Volontariate auch nich gerade oft angeboten werden...

    Man braucht Glück klar, muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein...weiß sonst noch jmd zufällig einen weitere Möglichkeit?:)...bin für jede Antwort sehr dankbar...

    musikzumm
     
  2. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Tja, vielleicht zur falschen Zeit "aufgewacht". Damals, als Privatradio in Deutschland an den Start ging, suchten die händeringend nach Leuten, die sich irgendwie mit Musik auskannten und Abba von Springsteen unterscheiden konnten (:D).
    Da gab es alles an "Qualifikation": Solche, die den Darm in irgendeiner Band zupften und meinten, daß sie wüssten, was Musik ist. (:rolleyes:)
    Andere, die eine eigene große Plattensammlung ihr eigen nannten... und und und.

    Die besten Chancen hat meines Erachten jemand, der selbst (Musik-)Programm macht... Denn Muskredaktion ist so ein typischer "Querenstiegsberuf", bei dem es so sehr
    auf feeling, Fingerspitzengefühl und eine "sichere Nase" (für Hits, für gute Songs, auch wenn sie noch unbekannt sind, für gute stimmige Zusammenstellungen, was gehört ins Format und was nicht oder nur zu welcher Tageszeit, Tagesstunde?) ankommt, daß man dies NICHT lernen kann.
    Auf keiner Akademie, keiner Musikschule, sondern draussen im richtigen harten Leben musst Du das lernen und drauf haben. Du kannst die charts der letzten 40 Jahre und die aus DL,NL,UK & USA auswendig lernen und rückwärts aufsagen: Das macht immer noch keinen Musikredakteur aus. Zumindest keinen guten...

    "Ausbildungsberuf" oder gar Volontariat (da kannst Du allenfalls Deinen möglicherweise vorhandenen Riecher mehr entfalten) gibt es bei der Musikredaktion nicht.

    Ich kann Dir die Frage nicht genauer beantworten, da Du sie auch unklar gestellt hast:
    WELCHES Musikprogramm, WELCHES Format möchtest Du denn steuern? Heutzutage lädt man Computer mit Titeln, die (wenn es solche Sender noch gibt) dann format- und treffsicher erfassen und bewerten muß. Oder (häufiger) man verwaltet nur noch den von aussen angelieferten Pool von researched tracks... Oder willst Du Kulturwellen mit Musikanteil auffüllen oder denkst Du an Klassik oder was oder wie?
    Was konkret?
     
  3. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Meinst du damit, als DJ arbeiten? Ich kann mir gut vorstellen, daß viele Musikredakteure nebenbei auflegen bzw. früher aufgelegt haben. Schaden tut das sicher nicht, wenn man reichlich Mugge im Kopf hat. Ob man diese Mugge dann auch spielen "darf" - Stichwort: Dudelfunk, steht auf einem anderen Blatt.


    EDIT: Ein Kumpel von mir, altgedienter DJ, hat sich mal telefonisch bei einem kleineren Sender im Südwesten wegen der engen Rotation beschwert und ist dabei bis zum PD vorgedrungen. Das Ende des Gesprächs ging in etwa so:

    PD: "Dann machen Sie doch Ihre Unterlagen fertig und bewerben Sie sich bei uns!"

    Er: "Nein, ich habe einen guten Job."

    :D

    Grüßle Zwerg#8
     
  4. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Ein Musikredakteur ist idealerweise nichts anderes als ein kenntnisreicher DJ, der sich auch privat für Musik interessieren und immer wieder neue Entdeckungen beisteuern soll. Über Neuerscheinungen kann man sich ja heutzutage auf Streamingseiten wie Lala.com oder gegebenfalls Last.fm informieren, ansonsten flattert den Sendern jede Menge Promo-Material ins Haus, mit dem sich die meisten leider zufriedengeben.

    Wenn man sich die Musikauswahl der großen Privatsender anschaut weiß man eh nicht, was die Musikredakteure abgesehnen von der Archivpflege und der Programmarbeit noch zu tun haben (vielleicht weiß das ja einer). Auch Sender wie SWR1 oder hr1 bräuchten keine Fach-Expertise mehr, dort läuft mit wenigen Ausnahmen eh immerzu nur Altbekanntes.
     
  5. toktok

    toktok Benutzer

  6. Deutschlandpunk

    Deutschlandpunk Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Gibt's schon. Einige große Privatsender haben ihre Volontariate so ausgerichtet das man z.B. vornehmlich bei den Nachrichten / in der Musik / als Reporter eingesetzt wird.
     
  7. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Die besteht in den meisten Fällen aus einem Computer, dessen Software formatierte Stundenfahrpläne auswirft.
     
  8. dudelfunk8000

    dudelfunk8000 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Sensationell! Das Gesicht von dem PD hätt ich gern gesehen...
    Wenn das so war, solltest du dem der den Faden hier aufgemacht hat, die Adresse des kleinen Senders geben. Da scheint man ja wirklich ne Chance zu haben:D
     
  9. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Hallo!

    Ich will jetzt mal auf einen Satz eingehen, den ich gestern übersehen hatte:

    Mal abgesehen von einer ordentlichen Rechtschreibung, die du auch in einer "Musikredaktion" (Substantiv) an den Tag legen solltest, sollte man als Mitarbeiter einer Radiostation - egal ob privat oder ÖR - m.E. immer versuchen, den "Mädchen für alles"-Job (in DIESEM Sinne von Wikipedia: "eine unentbehrliche Hilfskraft in einer gehobenen Vertrauensstellung...") möglichst gut zu beherrschen. Man sollte "Allrounder" sein, kein "studierter Fachidiot".

    Mitterweile dürfte hier ja hinlänglich bekannt sein, daß ich bei der Geburt von "Energy Sachsen" dabei war. Es gab damals "Moderationsdienste" und "Redaktionsdienste", die 33% schlechter als Moderationsdienste bezahlt wurden - und auch die Moderationsdienste wurden schlecht bezahlt.

    Das war und ist ein allgemeines "Privatfunkproblem": Wenn der Moderator nicht von seiner Gage leben kann, muß er nebenbei Geld verdienen. Mir als DJ hat das nix weiter ausgemacht, aber die dafür aufgebrachte Zeit fehlt halt für die Vorbereitung der nächsten Sendung: Man könnte ja stattdessen zwischen zwei Sendungen neue Jingles produzieren, oder in neue Platten reinhören etc... Eine Sendung wird also nicht unbedingt besser, wenn die "Vorbereitungszeit" fehlt. Und so klingen die Sendungen dann auch. Ich schließe mich durchaus in diese Kritik ein.

    Ich muß dir aber ehrlich sagen, daß ich überaus gern "Redaktionsdienst" geschoben habe, also beispielsweise den Text für die Nachrichten schreiben mußte. Ich habe kein Studium der Journalistik abgeschlossen. Vieles muß man im Leben lernen, auch das Schreiben von Nachrichten. Nach spätestens zwei Wochen hat man den "Nachrichten-Slang" (Sätze möglichst ohne Komma und gesprochen unter sieben Sekunden Länge) drauf. Das klappt schon.

    Nach spätestens 3 Monaten kennt man schon jeden in der (Welt)Politik relevanten Politiker mit seinem Namen, könnte den Namen auch richtig aussprechen(!) und kennt die groben Hintergründe bei irgendwelchen Meldungen.

    Nach spätestens 6 Monaten kann der "Ticker" auch mal ein paar Stunden ausfallen, man liefert die Nachrichten trotzdem pünktlich und "gut genug" ab. Denn den ausgefallenen Ticker ersetzt man einfach durch ein, zwei "ergänzende" Sätze aus dem Gedächtnis! Irgendeine Eräuterung zur Meldung, die man ansonsten nicht gebracht hätte. Nein, kein Blablabla, sondern Informationen passend zur Meldung. Soetwas "weiß" man nach sechs Monaten "einfach" und kann diese Informationen aus dem Gehirn abrufen und in ein, zwei allgemeinverständliche Sätze gießen. Und ab diesem Zeitpunkt macht die Arbeit in einer "Nachrichtenredaktion" richtig Spaß, auch wenn die Meldungen oft "schlecht" sind...

    Um mal ein makaberes Beispiel zu nennen: Man weiß dann einfach, daß beim Flugzeugabsturz bei Lockerbie 1988 (Fakten - keine Wertung!) 259 Insassen des Flugzeugs und 11 Bewohner des Ortes umgemommen sind.


    Ein "Praktikum" dauert im Allgemeinen drei Monate. Klartext: Ein "Praktikant" fängt möglicherweise gerade an "richtig Feuer zu fangen", ist auf dem besten Weg der zweite "Kloeppel" zu werden - und schon muß er wieder weg. Alle "Ausbilder" haben ihre Lern-Munition umsonst verschossen. Natürlich wird der "Praktikant" etwas gelernt haben, für den Sender war die ganze Aktion aber völlig nutzlos, denn er hat nichts gewonnen! Im Gegenteil, denn die "Ausbilder" des Praktis wurden ja von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten.

    @musikzumm: Willst du wirklich NUR in einer Musikredaktion arbeiten, irgendwelche CD-Booklets in den Computer hacken? Das ist doch lächerlich. Als guter Musikredakteur solltest du (notfalls) auch eine Sendung selbst "fahren" können. Oder getraust du dich etwa nicht, weil du nie als DJ auf der Bühne gestanden hast? Das ist eine ganz schlechte Voraussetzung. Es ist ein Unterschied, ob man ein Musikprogramm nur über die Theorie und mit Diplomen (von wem auch immer) zusammenbastelt, oder als DJ diese Nummer auch live durchziehen kann.

    Wäre ich PD eines Senders, ich würde dem Mann (Bewerber) aus der Praxis den Vorzug geben. Ich brauche keine Leute, die nur in der Theorie "dumm rumschwafeln" können, sondern auch mal die Köpfe einer Bandmaschine putzen können.

    Journalismus, Kenntnisse der Audiotechnik und Musik sollten eine Einheit bilden. Vieles davon kann man lernen, einiges muß man aber gleich "im Blut" haben. Sonst wird das nix.


    @musikzumm, wirf mal einen Blick auf den Werdegang von Fritz Egner. Er war auch "nur" Techniker bei AFN, aber ganz tief in seinem Inneren auch ein "Allrounder"...



    Zwergi
     
  10. Zwerg#8

    Zwerg#8 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Das war so. Nur leider hat "der, der den Faden hier aufgemacht hat" sicherlich nicht fast 10000 CDs im Wohnzimmer stehen. Ich rede von Originalen, also gekauft oder bemustert! Davon träumt manch Privatsender.

    Nicht nur unser "Bewerber" hätte dagegen absolut keine Chance.


    vg Zwerg#8
     
  11. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Nun, ich sage es mal aus der Sicht eines PD: Wenn ich einen neuen Musikredakteur bewerten soll(te), würde ich ihm mehrere Stunden mal "pro forma" zur Verfügung stellen und diese mit (passender) Musik von ihm füllen zu lassen (möglichst aus dem vorhandenen Pool).

    Test 2: Dem Kandidaten dreissig Titel/files in die Hand gedrückt, er soll daraus ein in sich stimmiges Programm entwickeln.

    Test 3: Katastrophenfall - Nachrichten und Berichte über entsprechende Ereignisse. Nach einem Bericht über einen Selbstmörder sollte vielleicht nicht unbedingt "Loser" von Beck oder "Schöne Maid, hast Du heut' für mich Zeit" laufen.... Was sucht der Mann für solche Fälle -als gewollte Unterbrechung der sonst vorgegebenen playlist- heraus?

    Aber: manni sagte es auch schon.... heute bedienst Du maximal einen Computer, der playlists herausspukt. Vielleicht, wenn überhaupt, bist Du der, der diese dann auf Fehler abklopft (selbst das passiert heutzutage zu selten).
    zwerg erwähnte auch ganz richtig -wie ich-, daß irgendeine Praxis vorhanden sein sollte. Also schon mal selbst Programme zusammengestellt zu haben (internet?) und auch eine Erfahrung als DJ kann nicht ganz falsch sein (auch wenn man da manches mitbekommt, was im Sendebetrieb erst wieder abgewöhnt werden muß).

    "Volontariate", um in der Musikredaktion reinzuriechen, gibt es heute vereinzelt noch... (deutschlandpunk erwähnte das). ABER das ein Volontariat zu nennen... etwas pompös? Du lernst zu verwalten und die Sendesoftware / das Musikprogramm zu bedienen und ggf. mal ein paar neue Titel zu erfassen. Vielleicht noch wöchentlicher, eher monatlicher Austausch der Titel in der Rotation. Das war's.

    Bis Du mal DER bist, der den MusikPC auch steuert und selbst bewertet und eingibt und vorgibt, ist es ein langer Weg. Und die Zeit ist eigentlich vorbei.
    Vielleicht kommt es mit neuen Formaten mal wieder, oder ein neuer Sender braucht eine solche grundsätzlich aufbauende Hilfe.
    (Aber dann sind Leute ganz anderen Kalibers gefragt)
    Du mußt Dir irgendwie auch einen "Namen" aufbauen, und sowas gelingt (auch in der Moderation oder als Nachrichtenmann) erst beim Durchlaufen mehrerer Sender.

    Ich würde an Deiner Stelle auf jeden Fall bei einem kleinen Sender anklopfen, es gibt genug in Deiner Gegend- und selbst bei den "Ketten" (Gong oder Charivari) hat man da eine Chance, wenn man deren Format einhalten kann.

    Ohne eigene Kenntnisse hat man aber auch da kaum eine Chance -siehe Plattensammlung. Etwas über Musik irgendwo mal "studiert" zu haben, da lächeln alle müde darüber... inkl. mir.
    Also wohin soll die Reise gehen?
     
  12. Deutschlandpunk

    Deutschlandpunk Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Du arbeitest nicht beim Radio, oder? Wenn doch: Such Dir mal nen anderen Sender. Macht ja keinen Spaß, wenn es so ist. Und wird auch keine Hörer haben. Kannst übrigens zu einem komplett durchformatierten Privatsender gehen, dort wird die Musik nicht von einem Computer ausgeworfen.
     
  13. ricochet

    ricochet Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Wie sagte mal ein Insider so schön: Wenn dein Radioprogramm nur noch so klingt wie ein I-Pod mit Werbeunterbrechungen, ist es besser, du kaufst dir einen I-Pod ohne Werbeunterbrechungen.
     
  14. dira

    dira Benutzer

  15. Helge

    Helge Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Die Jobs in diesem Bereich sind sehr selten geworden. Eigentlich geht hier nichts mehr ohne Beziehungen.....
     
  16. musikzumm

    musikzumm Benutzer

    AW: Traumjob Musikprogrammgestalter - Wege in die Musikredaktion...

    Wenn's sein muss, gerne;)....ich bin zwar ausgebildeter (online-)journalist, und natürlich ist es so, dass man als musikredakteur (auch und vor allem bei den ö-rechtlichen) einfach ein allrounder (fachwissen, journalistische ausbildung, gespür und ein ohr für formattaugliche musik etc.) sein muss, aber ich würde ja am allerliebsten auch das machen, was die ö-rechtlichen musikredakteure neben der journalistischen/redaktionellen Tätigkeit tun: die Musik für die unterschiedlichen Sendungen planen/zusammenstellen, mehr nicht. Klar, diese Jobs sind insgesamt sehr selten gestreut, aber solange man noch träume hat, gelle;)....die sache beim WDR (trainee musikredaktion EINSlive) is mir bekannt,danke dennoch. Die Bewerbung is schon draußen;)....alles in allem stimmt es wohl, dass in erster Linie "connections" und glück (zur rechten zeit am rechten Ort und sowas) dazugehören, um in die musikredaktion zu gelangen...
     

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