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Türkenbelagerung in Linz?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von radiomann, 02. Februar 2004.

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  1. radiomann

    radiomann Benutzer

    Gleich vorweg, ich hab nix gegen ausländer, aber von Zeit zu zeit hör ich radio FRO "das freie Radio in Linz auf 105,0" beim Durchfahren durch Linz oder im welser Zentrum wie heut vor dem Hofa.

    Mir fällt auf, dass es fast nur türkische Sendungen gibt.

    Finde ich anundfürsich eine gute Sache denn eine Kulturstadt Linz kann somit für viele Gruppen eine Radilandschaft bieten.

    Auch ich finde diese Musik einmal was ganz andres und bei so manchen Musikstücken kann man die Boxen auch schön laut aufdrehen.
    Wer von euch empfängt Radio FRO und wie sieht die sprachliche Aufteilung denn so aus?
     
  2. ercor

    ercor Benutzer

    Radio FRO sendet faktisch unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Wenn Radio FRO auf mehr als 50 Hörer pro Tag kommen würde, wäre das schon eine Sensation. Auch der Empfang ist recht problematisch, weil die Antenne offensichtlich nach NÖ ausgerichtet ist. Zudem ist der Sound auf FRO miserabel, aber für ein nichtkommerzielles Radio reicht es allemal.
     
  3. radiomann

    radiomann Benutzer

    @Ercor, jetzt übertreibst aber a bissl... aber das mit NÖ stimmt, der geht in den Vororten von St. Vallentin manchmal besser wie in Linz selbst.

    Aber weißt du, dass Radio FRO seit geraumer Zeit nur mehr Mono sendet?
     
  4. listener_no4

    listener_no4 Benutzer

    ercor, ab mit dir in die nicht-raunzer-zone! es ist mehr als angebracht über die derzeitige situation der radioszene kritik zu üben. aber nur unqualifiziert motzen, wie in jedem deiner postings, hilft keinem weiter.

    @ radiomann: auf http://www.fro.at/ppg/programm/programm.php findest du eine ausführliche programmübersicht, die wird dir bei deiner frage (bezüglich sprachen) weiterhelfen.
     
  5. radiomann

    radiomann Benutzer

    Ok Listener, danke daran hab ich jeztt echt nicht gedacht.

    Aber selbst wenn, ist es für einige Radiofreaks interessant, welches Feedback und Anschauungen die Hörer haben wenn sie erlich gemeint sind.

    Gruß von Jürgen
     
  6. ercor

    ercor Benutzer

    @listener_4

    Ich stelle Fakten fest, sonst nichts. Dass nichtkommerzielle Radios von staatlichen Subventionen und unseren Steuergeldern leben, das wäre zu kritisieren.
    Aber wie gesagt, mich interessieren Radiostationen, die dem Steuerzahler auf der Tasche liegen grundsätzlich nicht, weil sie mir egal sind.

    Soweit zur Nichtraunzer - Zone.
     
  7. anti-transpirant

    anti-transpirant Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    lieber ercor,

    wenn du schon fakten feststellen willst, dann bitte wirklich.

    1. die staatlichen subventionen für freie radios sind ein witz und werden kontinuierlich verringert wenn nicht sogar gestrichen.
    100% der bundesubventionen wurde radio fro beispielsweise im jahr 2000 gestrichen.

    2. in österreich gibts ein duales rundfunksystem. (kommerzielle) privatradios und öffentlich-rechtliche sender. kommerzielle privatradios (die gesetzlich eben nur als solche verankert sind) beziehen ihr geld durch werbeeinnahmen.

    für den öffentlich-rechtlichen rundfunk orf zahlst du steuergelder. nämlich die rundfunkgebühren.

    freie radios sind gesetzlich nicht verankert und haben weder gesetzlich gesicherten anspruch auf basisförderungen durch den staat, noch bekommen sie einen cent der rundfunkgebühren.

    deine argumentation ist wirklich schlüssig. sie interessieren dich nicht, weil sie dir egal sind. wunderbar...:

    hast du schon mal einen öffentlich-rechtlichen gehört?
    schaust du orf?

    die einzigen die dich dann interessieren dürften, sind die freien unkommerziellen radios, denn die liegen dir als einzige nicht auf der tasche und erfüllen weite teile des öffentlich-rechtlichen programmauftrags, den der orf immer mehr vernachlässigt.

    du sagst es.
     
  8. ercor

    ercor Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Antitranspirant: Ich verweise auf den Thread Radio Helsinki - der Beitrag von PIRNI sagt genau das, was über freie Radios zu schreiben ist, die Macher von freien Radios das aber nie hören wollen.
     
  9. Sony

    Sony Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Es ist ein Irrtum zu glauben, daß die Privatradios für den Hörer gratis sind und
    die anderen Radios ( ORF und Freie) den Steuerzahlern auf der Tasche liegen !

    Bei mir ist es so: Ich höre meistens Ö1 und andere diverse Nachrichten des ORF und dafür zahle ich gerne freiwillig die läppischen 3.70 Euro.
    Die zahle ich freiwillig !

    Aber in den Preisen diverser Produkte und Dienstleistungen der Privatfirmen, die im Privatradio werben, sind ja deren Ausgaben für Werbung inkludiert.
    Z.B. bin ich bei der Raiffeisenkassa und die verpulvert auch mein Geld für Hermann Maier und diversen Werbungen in privaten Medien. Mit wäre lieber, die würden die blöde Werbung sein lassen und mir mehr Zinsen zahlen.
    Insofern finanzieren alle Konsumenten, die sich irgendwas kaufen, die Privatradios, auch wenn sie diese nicht hören wollen. Da zahle ich oft unfreiwillig für die Privatradios mit, weil die besagte Firma Geld für Radiospots ausgibt und das Geld hat sie auch von mir.
     
  10. radiologe

    radiologe Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @anti-transpirant

    wenn freie sender keine steuergelder kassieren, wovon leben sie denn dann? von den "radio-abos" alleine lässt sich ihr betrieb sicher nicht finanzieren. es ist vollkommen egal ob sie vom bund, von gemeinden, vom land oder von der eu gefördert werden - das sind in jedem fall steuergelder.

    das kann man bewerten wie man will, aber zu behaupten, freie radios würden nicht zu einem mehr oder weniger großen teil durch steuergelder finanziert ist schlicht falsch.

    ich halte freie radios für wichtig, da sie themen, und ansichten besetzen können, die weder von den privaten noch vom öffentlich-rechtlichen rundfunk abgedeckt werden. sinn macht ein freies radio allerdings nur, wenn es auch eine gewisse breitenwirkung erzielt, denn vom einsamen rufer in der wüste hat niemand etwas. hier muss ein umdenken bei den verantwortlichen einsetzen. die jazzer-redensart, wenn mehr als 10 leute zu deinem konzert kommen, machst du kommerzscheisse - kann nicht die die philosophie eines radiosenders sein.
     
  11. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @sony:

    Du glaubst aber nicht ernsthaft, dass sich Ö1 ausschließlich aus den 3€70 finanziert. Auch Ö1 wird durch Werbung finanziert, nämlich durch jene, die auf Ö3 läuft. Und das ist wertmäßig deutlich mehr, als beim Privatradioverbund RMS.

    Außerdem: Wenn nur die Ö1 Hörer Gebühren zahlten, ginge sich die Rechnung erst recht nicht aus. Dummerweise müssen alle zahlen, egal ob sie es nutzen oder nicht.

    Off-Topic:
    Es gibt auch Banken, die bessere Zinsen zahlen - zB unter http://www.bankkonditionen.at/ - wechsle doch deine Bank, wenn dir die Zinsen nicht passen. Grundsätzlich verhalten sich Unternehmen so, dass sie ihre Profite maximieren - und das ist - unter Einhaltung allgemeiner Ethik - gut so. Wenn das Geld lieber für Werbung ausgegeben wird, als für günstigere Preise, dann gehe ich mal davon aus, dass das aus ihrer Sicht Sinn macht. Als mündiger Konsument kannst du ja entsprechend reagieren.

    Ich habe übrigens gestern auf Radio Orange eine hervorragende Reportage zum Thema Sinti und Roma von den 30ern bis heute gehört. Hätte vom Inhalt her genauso gut Ö1 sein können, der Sprecher war halt kein Top-Profi, dafür Recherche 1a. Kompliment! Dafür sollten die orange Kollegen mal an ihrem Antennenkabel, Modulator und Sender basteln: 300 Watt vom Donauturm müssen bei weitem nicht so mies klingen wie auf 94.0!

    @radiologe:

    Der öffentlich-rechtliche Auftrag sollte ausgeschrieben werden, Private(kommerzielle und nichtkommerzielle) sowie öffentlich-rechtliche sollten sich darum bewerben und dann sollten die Etats entsprechend vergeben werden.

    zB Der Staat will, dass über Minderheiten berichtet wird, um Toleranz zu fördern. Er schreibt diese Sache aus, Medien von Ö3, Ö1 über HiT FM, Kronehit und Party FM, orange und FRO bewerben sich mit Konzepten - der Etat wird vergeben (nach EU-Richtlinien) und entsprechend umgesetzt. (natürlich auch unter Berücksichtigung der GRP´s) Wenn man dem ORF zu Gute hält, Privatradios wie Ö3 zu betreiben um öffentlich-rechtliches Programm zu finanzieren, warum kann man nicht auch Privatradios zu Gute halten, Geld für die Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufträge zu erhalten.
     
  12. anti-transpirant

    anti-transpirant Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @radiologe

    freie radios beziehen einen großteil ihrer finanzierung aus eigenmitteln.

    soll heissen: verkauf von sendezeiten an kultureinrichtungen bzw. produktionsaufträge, freiwillige hörerInnengebühr, projektförderungen, etc..

    @ercor:

    die anzahl der hörerInnen hängt sicher zum größten teil davon ab, welche sendung gemacht wird.

    beispiel türkische radiosendungen: österreicherInnen werden das programm wahrscheinlich kaum hören. für die (nicht gerade kleine) türkische community in oberösterreich ist das aber beispielsweise die einzige möglichkeit muttersprachliches programm zu hören. teilweise fahren die leute in das sendegebiet, damit sie die sendungen hören können. das ist schon beachtlich.

    die professionalisierung des programms ist sicher ein ziel, dass auch verfolgt wird.
    und da hat sich auch schon einiges getan. du darfst nicht vergessen, dass die radiomacherInnen zum größten teil amateure sind und das ehrenamtlich neben ihrem beruf machen. da bedarf es auch einiger zeit, bis sich das professionalisiert. sendungsmacherInnen die das sendungsmachen ernst nehmen und dementsprechend anspruchsvolle inhalte behandeln, verwenden auch viel zeit dafür, eine sendung vorzubereiten und zu produzieren. das geht ja auch nicht einfach so.

    die erfahrung hat gezeigt, dass sendungen, bei denen es um nichts geht bzw.
    wo halt ein bisschen geblödelt wird, ohnehin nicht lange auf sendung sind, weils ihnen nach ein paar mal eh fad wird, bzw. ihr programm durch ein inhaltlich anspruchsvolleres ersetzen.

    bei 400 sendungsmacherInnen ist es überdies ein ziemlicher kraftaufwand einen reibungslosen ablauf zu garantieren. zu unterstellen, dass daran aber nicht gearbeitet wird, ist einfach falsch.
     
  13. hirni

    hirni Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Hallo Ercor, leider muss ich dich darüber aufklären, dass unser Mediensystem grundsätzlich ein subventioniertes System ist. Auch kommerzielle Privatradios (zumindest jene an denen Tageszeitungen beteiligt sind) sind indirekt subventioniert. Tageszeitungen erhalten nicht unerhebliche Summen an Presseförderung. Was Tageszeitungen damit machen, brauchen sie nicht nachweisen. Die Presseförderung kann also dazu dienen, die Verluste Ihres Privatradioengagement abzudecken. Folglich duerfen dich also auch alle kommerziellen Privatradios, an denen Tageszeitungen beteiligt sind, nicht interessieren.
     
  14. radiologe

    radiologe Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @anti-transpirant


    kannst du deine aussage konkretisieren? mich würden genaue zahlen interessieren. wie setzen sich die einnahmen eines freien radios (z.b. fro) genau zusammen.

    und:

    wenn sich aus steuergeldern geförderte kulturinitiativen sendezeiten kaufen, ist das eine indirekte subventionierung des freien radios
     
  15. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @radiologe: Und wenn die Wirtschaftskammer Spots auf Kronehit OÖ kauft? Oder der Ernstl Kaltenegger Spots auf der Antenne Steiermark schaltet, für die er nachher eine Wahlkampfkostenrückerstattung bekommt? SPÖ und ÖVP HeiFi und Benita Spots bei der RMS kaufen? (zwar keine Rückerstattung, aber die beiden Parteien finanzieren sich auch nicht ausschließlich über Kursgewinne bei Investmentfonds....)

    Wenn wir dem Geld wirklich ein Mascherl geben, das bei Transfers dranbleibt, dann gibt es wahrlich nichts nicht-subventioniertes. Ich denke, wenn eine Media-Leistung gegenüber einem Auftraggeber erfüllt wird, dann sollte man das nicht als Subvention sehen. Wenn die Vergabe transparent war. Was wir - vor allem aus der Sicht des Subventionsempfängers=Auftraggebers - hoffen wollen.
     
  16. ercor

    ercor Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    du hast recht hirni, mich interessieren die kommerziellen privatradios sowieso nicht, ich höre sie auch nicht mehr. Nicht alle Privatradios haben Verlagsgruppen hinter sich, wo die Subventionen durch die Presseförderung gefördert werden. Ein negatives Beispiel der subventionierten Radios ist zb Life Radio in OÖ, wo das ÖVP Parteiorgan DAS NEUE VOLKSBLATT an Life Radio beteiligt ist, und dieses ÖVP Sprachrohr viel Presseförderung erhält. Noch dazu ist es kurios, daß negativ bilanzierende Zeitungen wie zb das Neue Volksblatt sich an Life Radio beteiligt, nur um die Politik der oö ÖVP ins rechte Licht rücken zu können. Nur haben die kommerziellen Radios wenigstens Hörer, das können die nichtkommerziellen Radios nicht einmal im Ansatz vorweisen - und das ist das Dilemma.
     
  17. holo

    holo Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Ich erlaube mir an dieser Stelle mal einen kleinen Einwand zu liefern, da zur Abwechslung mal wieder etwas "werfen wir mal alle in einen Hut" betrieben wird.
    Das Campusradio 94.4 in St.Pölten erhält KEINEN CENT öffentliche Förderungen nicht von Stadt, Land, Bund, EU oder sonstigen. (leider)

    Jeder Euro, der direkt an AKM, Behörden,.. weiter wandert, wird für entsprechende Gegenleistung erarbeitet. Und das ohne einen einzigen Mitarbeiter der auch nur einen Cent für seine Arbeit bekommen würde.

    Natürlich leidet die Qualität darunter, aber so ist das Leben. Anders wärs den Machern auch lieber.
    Abgesehn davon wird auch das lernen und besser werden als ein Ziel des Senders gesehen und nicht breitenwirksamer Erfolg ala Ö3.

    In diesem Sinne
    LG Holo
     
  18. anti-transpirant

    anti-transpirant Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @radiologe:

    das ist ein totschläger argument und hat nichts mit staatlichen förderungen (sprich subventionen) zu tun.

    eigentlich wollte ich ja auf etwas anderes hinaus: dass freie radios trotz ihrer ungeheuren leistungen zur wahrung der meinungs- und medienvielfalt keine staatlichen subventionen beziehen ist in wirklichkeit unverantwortlich. der staat hat als garant für meinungs- und medienvielfalt eine pflicht zu erfüllen, die er nicht wahrnimmt. im gegenteil: die regierung agiert restriktiv gegen freie radiostationen - gerade im moment soll ein neues privatradiogesetz beschlossen werden, dass die etablierung freier radios in österreich massiv erschwert wenn nicht sogar unmöglich macht.
    den beitrag zu einer vielfältigen, offenen und pluralistischen medienlandschaft, den freie medien und insbesondere freie radios leisten, ist den regierungsverantwortlichen gegenüber wirtschaftlichen interessen leider oft keinen groschen wert. lieber finanzieren sie (wie im neuen prg vorgesehene) bundesweite kommerzsender, die formatradio mit 0 content fahren.

    und (selbstgestaltetes) minderheiten-, kultur- und informationsprogramm steht hinten an.

    @ercor:

    woher willst du wissen, dass freie radios keine hörerInnen haben?
    das wissen nicht einmal die freien radios selbst. weil sie als unkommerzielle sender in keiner erhebung aufscheinen und eine erhebung in relation zu den budgets, mit denen die sender auskommen müssen, unleistbar ist.

    und wenn die fremdsprachigen sendungsmacherInnen in einer 2-stündigen sendung 50 anrufer haben, spricht das nicht gerade für eine null-hörer-quote.
    ebensowenig, wenn leute extra ins sendegebiet fahren. der bedarf darf da nicht unterschätzt werden. ich sehe dein beschriebenes dilemma nicht.

    freie radios senden programm, das gesellschaftlich und medial marginalisierten gruppen und minderheiten artikulationsraum bietet. sie haben die möglichkeit quotenunabhängiges programm zu machen, dass sich nicht dem mainstream (dem massentauglichen formatprogramm) unterordnen muss. dadurch wird es auch möglich, inhalte nicht nur in 10-wort-meldungen zu vermitteln, sondern inhaltlich anspruchsvolles programm zu fahren. die qualität desselbigen fällt natürlich auch nicht vom himmel.
     
  19. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @anti-transpirant
    Totschläger Argument, naja, mal nicht übertreiben in der Wortwahl...

    Wieso bieten deiner Meinung nach Formatradios keine Content?? Worauf stützt sich dein Urteil?

    Ich habe den Gesetzentwurf auf der HP des BKA´s gelesen - von einer Finanzierung des kommerziellen Radios durch den Staat o.ä. habe ich da nichts gelesen. Deine Quelle?

    Wieso macht das neue Gesetz die Etablierung freier Radios unmöglich? Werden etwa FRO, orange, helsinki und Co die Lizenzen entzogen?

    Wenn du mehr Frequenzen für Freie Radios forderst: Warum trittst du als erstes gegen bundesweites Privatradio auf (also gegen die Chancengleichheit kommerzieller Anbieter mit Ö3), und forderst nicht das Hinterfragen von ORF 5(!)-fach Versorgungen, durchaus in urbanen Gebieten.

    Wenn du mit der Lage des Freien Radios nicht zufrieden bist: Wie viel von der Misere ist hausgemacht? zB die schlechte technische Versorgung mit der 94.0 in Wien ist zu 80% hausgemacht. (Details schicke ich dir gerne via PN)

    Wie verträgt sich "Meinungsvielfalt" mit "Quotenunabhängig". Wenn die Quote egal ist, dann kann man auch Webradio machen. Oder kann man sich bereits bei Angebotspluralismus auf die Schulter klopfen?

    Erhebung/Radiotest: Habt ihr mal mit Fessel/GfK gesprochen, ob sie euch einen Spezialtarif machen? Ich bin überzeugt, andere Lizenznehmer wären bereit, dass ihr weniger zahlt und trotzdem eure Tagesreichweiten ausgewiesen bekommt. Oder habt ihr es aus ideologischen Gründen nie versucht?

    Und: Warum glaubst du, dass du unabhängig bist, wenn du vom Staat Geld bekommst. Weil der Staat einem Verein Geld in die Hand drückt, ohne Einfluß zu nehmen? Na sicher...

    In westlichen Ländern zeigt man bei der Finanzierung Eigeninitiative, bei uns will man reflexartig an die Steuergelder. Und manchmal habe ich das Gefühl, aus der Sicht Österreichs ist überall Westen. (Außer vielleicht in Deutschland)

    Mein Standpunkt: Freies Radio, ja, bitte - Steuergelder: Meinetwegen in dem von mir weiter oben beschriebenen Modell - der oft geforderte inhaltliche Blankoscheck kann´s nicht sein. (Staat zahl, aber misch dich nicht ein) - oder basteln wir gleich ORF-II, weil Steuergelder ethisch besser als Werbegelder sind.
     
  20. radiologe

    radiologe Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @anti-transpirant


    mich würden wirklich konkrete zahlen interessieren.


    ich halte freie radios prinzipiell für wichtig. was mich stört, ist die offenbar weit verbreitete einstellung der macher, dass alleine eine gültige lizenz für ein freies radio aussreichen muss, um subventionen kassieren zu können. hier müssten verbindliche richtlinen und vorgaben für den erhalt von förderungen eingerichtet werden.

    die höhe der subventionen sollte sich danach richten, wie gut oder schlecht diese richtlinien von einem freien sender umgesetzt werden. soll heissen, in welchem ausmaß setzen die freien sender ihre selbst postulierte rolle (siehe charta der freien radios http://www.freie-radios.at/charta.php)
    um.

    denn steuergelder können nicht ohne kontrolle und ohne einen leistungsnachweis vergeben werden.
     
  21. anti-transpirant

    anti-transpirant Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    @radio_watch

    kommerzielle privatradios bieten keinen content weil sie gewinnorientiert ausgerichtet sind. sie müssen eine möglichst breite masse an hörerInnen gewinnen, damit sie werbung schalten können. das ist ihr finanzierungsmodell.

    im kommerziellen privatradioprogramm laufen nachrichtenmeldungen. mehr nicht.

    kommerzielle radios sollen auch nicht finanziell gefördert werden. davon habe ich auch nichts geschrieben. sie bedürfen auch nicht einer solchen förderung. sie haben ein anderes finanzierungsmodell. kommerzielle anbieter werden aber gegenüber freien radios bevorzugt:

    die stellungnahme des vfrö (verband freier radios österreich) zum geplanten privatradiogesetz.

    die presseaussendung: http://www.freie-radios.at/ausendungen.php?id=21
    bzw. die gesamte stellungnahme:

    http://www.fro.at/aktuelles/StellungnahmePRGnovelle04.doc

    ich trete gegen bundesweites privatradio auf, weil bundesweites privatradio keine medien- und meinungsvielfalt herstellt, im gegensatz zur programmvielfalt, die ein freies radio gewährleistet.

    ich kenne die technische versorgung von radio orange nicht. "hausgemacht" heißt was?
    freie radios müssen mit sehr wenig ressourcen auskommen. technische geräte und personal kosten geld.

    meinungsvielfalt und quotenunabhängigkeit schließt sich insofern nicht aus, dass durch quotenabhängiges programm - also gewinnorientiertes massenprogramm - keine meinungsvielfalt gewährleistet kann.
    das impliziert nicht, dass freie radios keine hörerschaft erreichen wollen.

    soweit ich weiß wurde noch mit keinem meinungsforschungsinstitut wegen eines spezialtarifs gesprochen. das ist nicht oberste priorität - obwohl es natürlich interessant wäre zu wissen wieviel leute zuhören. wobei das - wie gesagt - sehr stark von sendung zu sendung tendiert. ich glaube dass es aufgrund der programmvielfalt sehr schwer ist, ein repräsentatives ergebnis zu erzielen.

    weil subventionen zu beziehen per se keine abhängigkeit erzeugt.

    kulturvereine können, dürfen und sollen subventionen beziehen. weil es einen grund gibt, dass sie finanziert werden. der ist meist gesetzlich festgeschrieben. (gemeinnützigkeit wäre hier beispielsweise ein stichwort)

    100%ig unabhängig kannst du bei subventionsbezug _finanziell_ natürlich nicht sein. weil du ja mehr oder weniger vom subventionsgeber finanziell abhängig bist.
    inhaltlich muss die subvention natürlich argumentiert werden und deshalb kannst du auch inhaltlich unabhängig sein ohne "regierungsziele" verfolgen zu müssen. stell dir eine solche kulturlandschaft mal vor...

    subventionen werden ja nicht auf verdacht oder willkürlich vergeben. man muss viel mehr darum kämpfen. und das mit stichhaltigen fundierten argumenten die ja nicht von irgendwoher kommen.

    freie radios finanzieren sich zum größten teil durch eigenmittel.
    "reflexartig" an die steuergelder zu wollen, ist eine freche unterstellung.
    die idee des freien radios existiert nicht ohne grund.
    sie beinhaltet die gewährleistung der medien- und meinungsvielfalt unter berücksichtigung unterrepräsentierter minderheiten durch den offenen zugang. nichts anderes leisten freie radios.
    der staat hat als garant für medienvielfalt dafür zu sorgen, dass ebendiese gewährleistet wird. eine uniformierung und monopolisierung der medienlandschaft ist nie erstrebenswert. und mit demokratischen verhältnissen gar nicht vereinbar.

    dem kann ich nicht widersprechen. wenn es auch nicht hundert prozentig politisch korrekt sein mag.

    welches modell?
    ich kann es leider nicht aus deinem posting herauslesen.

    es gibt bereits ein finanzierungsmodell der freien radios - das bisher nicht umgesetzt wurde.

    siehe http://www.freie-radios.at/files/Foerderungsmodell.pdf

    den einerseits beschriebenen "blankoscheck" gibts auch nicht.
    der staat hat wie gesagt eine aufgabe. die muss er erfüllen. und zwar durch finanzielle förderung.

    steuergelder sind insofern im allgemeinen moralischen verständnis vertretbarer als werbeeinnahmen, weil sie (wieder) der allgemeinheit zugute kommen und nicht der bereicherung eines/r einzelnen. das ist meine meinung.

    darüber hinaus gibt es keine basisfinanzierung der freien radios. (aufgrund der fehlenden gesetzlichen verankerung der freien radios).

    @radiologe

    die prozenzwerte weiß ich nicht auswendig. die muss ich erst recherchieren.

    eine lizenz ist nicht so einfach zu bekommen. für freie radios im speziellen noch schwerer. unter anderem deshalb, weil die gesetzlichen rahmenbedingungen fehlen: die gesetzliche verankerung der freien radios und die damit verbundene staatlich gesicherte finanzierung. zum beispiel. (siehe neues prg und die stellungnahme des vfrö)

    d.h. genauso dass eine lizenz keine versicherung dafür ist, eine subvention "kassieren" zu können. die muss extra beantragt werden und ist ebenfalls nicht einfach zu bekommen.

    siehe dazu den aktuellen lizenzbescheid der rtr für die frequenz 107,1, die dem freien rundfunk freistadt zugesprochen wurde:
    http://www.rtr.at/web.nsf/lookuid/B86AA58314947DCCC1256E59005B9317/$file/Zulassung%20Freistadt%20107,1%20MHz.pdf

    bzw. (wenn der link nicht so funktioniert wie er sollte):
    http://www.rtr.at/web.nsf/deutsch/R...ungen_ZulassungHoerfunkFreistadt?OpenDocument

    ..in dem die argumentation der lizenzvergabe dokumentiert ist.

    die charta der freien radios ist keine richtlinie sondern eine erklärung, die die freien radios selbst verfasst haben und sich selbst auferlegt haben.

    ein lizenzbescheid ist ebenfalls daran gekoppelt. nicht aber weil er gesetzlich festgeschrieben ist (eine gesetzliche verankerung der freien radios gibt es wie gesagt bis dato nicht), sondern weil sich freie radios selbst dazu verpflichten.

    das alleine schon ist eine unverantwortlichkeit.

    das die freien radios ihren eigenes auferlegten programmauftrag erfüllen, ist leicht zu beweisen. die zahlen sprechen für sich:

    400 programmmacherInnen
    100 sendungen
    12 sprachen

    sämtliche kultureinrichtungen in linz haben eine sendung auf radio fro (kupf, posthof, stifterhaus, ars electronica center, architekturforum, landesgalerie, ok centrum für gegenwartskunst, etc..)

    es gibt eine professionelle inforedaktion, die das werktägliche infomagazin frozine gestaltet.

    es existiert eine eigene seniorenschiene, eine jugendschiene, eine frauenschiene, etc..)

    darüber hinaus gibt es eine vielfalt an musiksendungen (rock, pop, techno, jazz, klassik, raggae, drum and bass, garage, punk, metal, down beat, schlager, etc..)

    es gibt regelmäßige ausbildungsmaßnahmen für neue sendungsmacherInnen.
    die sendungsabwicklung verläuft strukturiert, kontrolliert und nicht willkürlich.

    radioprojekte (ars electronica festival, festival der regionen, etc..) finden statt...

    technologische entwicklungen werden vorangetrieben. (z.b. das digitale audioarchiv der freien radios: cba - cultural broadcasting archive http://cba.fro.at)
     
  22. ercor

    ercor Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Radio FRO furzt mit 24 kb im Internet herum - schwache Leistung.

    Zum Hören im Internet bleibt einzig Radiofabrik - die haben auch eine satte Internet - Live Stream Leistung.
    So schaut aus................. :D
     
  23. DX-Project-Graz

    DX-Project-Graz Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Ach ja... Kronehit hat 10 kbit/s im Livestream... *rolleyes*
     
  24. anti-transpirant

    anti-transpirant Benutzer

  25. ercor

    ercor Benutzer

    AW: Türkenbelagerung in Linz?

    Anti Transpirant: Wir reden hier von LIVE Streams ! - und das ist es ja wohl nicht. :mad:
     

Status des Themas:
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