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UKW vs. OIRT

Dieses Thema im Forum "Radioszene Österreich" wurde erstellt von Antenne2, 28. Juli 2003.

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  1. Antenne2

    Antenne2 Benutzer

    Seit der Entscheidung der IBU dass alle OIRT Sender in den
    "normalen" UKW Bereich wechseln müssen, ist der Empfang (zu mindest bei mir hier) auf UKW schlechter geworden. Ich frag mich wirklich wer da in Ungarn und Slowenien die Frequenzen vergibt!?

    Keine Schutzabstände von Kanal zu Kanal, auch österreichische Sender werden da gestört (die eigendlich schon vorher da waren)...

    Ich denke da muss was geschehen, entweder der UKW Bereich wird erweitert, oder die Sender müssen ihr Sendegebiet ändern...
     
  2. radiodragon

    radiodragon Benutzer

    nun, ich muss jetzt erst mal gestehen, dass ich den begriff "OIRT" nicht kenne. prinzipiell sei vorausgenommen, dass oestliche sender besonders und nicht nur in grenznahen gebieten sicherlich fuer unsere zugewanderten mitbueger wichtig sein moegen und auch ich z.b. hier in graz sehr gerne in den genuss von beispielsweise radio slowenia international komme, weil einfach teilweise andere musik gespielt wird. und selbstverstaendlich koennen reichweiten diverser sender aus physikalischen grunden nur sehr schwer mit den laendergrenzen koordiniert werden. dennoch ist auffaellig, dass besonders in der letzten zeit manche sender in oesterreich auffallend gut zu empfangen sind (aus welchen gruenden auch immer). das problem einstrahlender auslaendischer sender ist freilich schon rel. alt. so kenne ich den fall eines gmundner lokalsenders von vor ca. 2 jahren, der wegen eines stark einstrahlenden (ich glaube) tschechischen senders seine sendefrequenz um 100khz aendern musste, da sich der "eindringling" sehr schlecht auf die reichweite des lokalen auswirkte. sicherlich ging bei dem tschechen, genauso, wie bei den anderen einstrahlenden sendern, alles mit rechten dingen zu, da es ja auch in anderen laendern fernmeldebehoerden gibt, die den funkverkehr regeln. international waere die vergabe von radiofrequenzen eigentlich ueber den genfer wellenplan geregelt, nur scheinen sich die regionalen fernmeldebehoerden nicht daran zu halten oder im wellenplan wurde einfach vergessen, dass auch eine korrekt vergebene frequenz durch ueberreichweiten im nachbarland zum verlust mancher sendefrequenzen fuehren kann. ich weiss es nicht genau, daher hoffe ich, dass hierbei jemand noch durch sein wissen klarheit schaffen kann.
    jedenfalls habe ich vor gut 8 jahren gesehen, wie es sein kann, wenn die frequenzen (auch innerhalb eines landes) nicht genau koordiniert sind, bzw., wenn eine fernmeldebehoerde bei "unkoordinierten sendern" (->schwarzfunkern) zu zoegerlich einschreitet: auf der fahrt zum familiaeren jesolourlaub wechselten einander auf einer (!) radiofrequenz bis zum zielort 10 (!) sender ab....
     
  3. andimik

    andimik Benutzer

    Slowenien hatte NIE und NIMMER OIRT!!!!

    Anfang der 90er hatten die neuen UKW-Sender im Osten Richtung Westen noch eine größere Reichweite (zB Tschechien nach Bayern oder Polen nach Brandenburg), aber Mitte der 90er hat man fast überall die Leistungen heruntergefahren bzw. die Antennen anders ausgerichtet.

    In Slowenien gibt es ähnlich wie bei uns eine Behörde, Ungarn weiß ich nicht. Jedenfalls ist die Radiolandschaft liberaler als bei uns (aber nicht wie in Italien).

    Da manche Länder nichts von einer internationalen Koordinierung wissen wollen, muss ich den öst. Frequenzplan hier einmal kritisieren, der zB in Kärnten mehrere Frequenzen parallel zu jahrelangen ausländischen (aber nicht koordinierten) zulässt bzw. zulassen möchte.

    Ich hatte seit Privatradiostart 5mal den Fall, dass ein ausländischer den inländischen Sender massiv stört(e).

    In meinen Augen kapier ich sowieso nicht, warum die rtr Frequenzen vergibt, die nicht 100%ig frei sind. Gut, in einem Fall (106fm) weiß ich, dass der Betreiber eine "Gleichwelle" mit Slo3 so wollte, aber der Rest?
     
  4. Antenne2

    Antenne2 Benutzer

    Beim OIRT Band handelte es sich um das ehemalige Ost UKW Band von 68-74 Mhz.

    Soweit ich weis musste Kroatien bis Ende 2001
    diesen Bereich geräumt haben. Ich denke
    das auch in Slowenien zur Zeit des eisernen Vorhangs in diesem Band gesendet wurde.
    In Ungarn sind noch ein paar Radiostationen aktiv
    zB " Radio Pécs-Fünfkirchen auf 71,25 Mhz".
    Jedenfalls muss dieser Bereich geräumt werden, es wird somit eng auf UKW.

    Das mit den "nicht ganz freien" Frequenzen die die RTR vergibt kenne ich auch. Z.B. 97,9 FM in Graz
    auf der gleichen Frequenz sendet Ö2 Niederösterreich mit 100kW Strahlungsleistung vom Kahlenberg.
     
  5. ercor

    ercor Benutzer

    doppelversorgungen und überschneidungen bei frequenzen gibt es jede menge, das scheint aber die RTR nicht zu stören. In OÖ sendet Life Radio für das Attersee Gebiet auf 102,6 - in Steyr und Umgebung das Kronehit ebenfalls auf 102,6. Der RTR ist es gleichgültig, wer hier wen stört.
    Und die tschech. Sender strahlen so massiv in OÖ herein, daß der Fall Gmunden ja schon ein Paradebeispiel an "koordinierungsfähigkeit" durch die RTR darstellt. Auf 94,0 hat man einem Gmundner Lokalsender die Frequenz zugewiesen und auf 94,1 bläst der tschech. Sender F1 herein. Vorher sendete auf 93,9 - ebenfalls mit diesem Problem - der ORF Landesstudio OÖ, auf dessen Drängen hat man dann die Frequenz auf 93,5 verlegt. Benachteiligungen gibt es durch die RTR nach wie vor - allerdings nur für die privaten Sender. Das ist das Traurige daran und ändern wird sich dieser Zustand sicher nicht.
     
  6. andimik

    andimik Benutzer

    Aber der Dobratsch mit 100kW auf 97,8 ist doch näher ...
     
  7. nullgrips

    nullgrips Benutzer

    bitte mir wird übel.
    erstens ist gmunden ned 94,0 sondern 93,9 - somit 200 khz neben dem tschechen.
    zweitens gibts die rtr grad mal seit 2001, gmunden is7 '99 koordiniert worden, so blame it on the "vorgängerbehörde"
    dass der rtr wurscht ist, wenn wer gestört wird, halt ich für ein gerücht. östarreich hat leider mal kein kaiserliches recht auf frequenzen, es gilt wie für jeden first come first serve. sollte östarreich auf a kilowatt frequenz verzichten, weil sie irgendwo in da pampa gestört wird? ausserdem, kein betreiber wird gezwungen, radio zu machen. wenn ihm die frequenz nicht passt, soll er sie abdrehen oder - für großgoscherte - eine neue suchen. wenns so viele gäbe ... gell ercor?
    die 102,6 in attersee und in steyr hat ebenfalls beides die vorgängerbehörde vergeben. mir wär nie aufgefallen, dass die sich stören, zumal bei frequenzen von der dimension her einem hasenfurz gleichzusetzen sind.
    dass der orf ein gewisses vorrecht in sachen frequenzen hat, steht im gesetz (versorgungsauftrag). auch damit hat die rtr nix zu tun. wenn die in gmunden ned zufrieden waren, konnten sie wechseln, taten das auch. früher war das noch leicht, jetzt nimmer.
    na wenn die 97,9 am kahlenberg so wichtig ist, sollte man sie frühestens in bregenz wiedereinsetzen. bitte, so ein blödsinn, dass der kahlenberg in graz stört.
    zum thema koordinierungen ist zu sagen, dass für manche nationen vor allem wenn man über den brenner fährt die gesetze kaum gültigkeit haben. die habens halt eher leger dort. wird ein privater gestört, muss eine störmeldung abgesetzt werden. bis die durch ist, ist die zulassung 2 mal abgelaufen. hat also nix mit koordinierungsunfähigkeit der österreicher bzw. rtr zu tun.

    leere statements und gerüchte disqualifizieren sich insofern selber, als dass sie hier nicht ausreichend begründet werden. negative beispiele aufzählen ist keine kunst, die falschen leute beschuldigen zeugt auch nicht gerade von fachwissen. dachte, das niveau in diesem thread wäre höher, aus anderen postings ist man anderes gewöhnt. schande.

    wer rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
     
  8. Pirni

    Pirni Benutzer

    Weil da grad von Frequenzen geredet wird, bezüglich der 94.0 / 93.9 in Gmunden entbehrt die Geschichte nicht einer gewissen Amüsanz !
    Die 94.0 war früher die Frequenz von Radio Untersberg und die fühlten sich damals auch schon durch den tschechischen Sender auf 94.10 gestört und wechselten auf 89.0 Mhz. Dadurch war die deutsche! 94.0 in Salzburg frei. In Österreich wurde sie dann für Gmunden - Radio Plus - vorgesehen.
    Da gabe es dann das Debakel um die 107.4 Radio Arabella Salzburg, die wieder um aus Deutschland von Radio Trausnitz gestört wurde.
    ( Ich habe lange vor dem Sendestart damals drauf hingewiesen, daß die 107.4 in Salzburg nicht gehen wird. Sie ging auch nicht und in der ersten Not durfte man auf 107.5 shiften. Weil man meinen Rat nicht befolgte, gingen wertvolle Sendemonate verloren.)
    Daraufhin haben die deutschen Gesellschafter des damaligen
    Radio Arabella in Salzburg dann die ehemalige Frequenz 94.0 nach Österreich geholt und Radio Arabella dann vom Gaisberg auf 94.0 betrieben. Die 107.5 verblieb dann für das inzwischen eingegangene Cityradio und jetzt für KHR und Radiofabrik.

    Da nun aber inzwischen in Gmunden Radio Plus auf 94.0 war, mußte man die Strahlung von Arabella Salzburg Richtung Osten und ins Salzkammergut abschirmen und außerdem wurde Gmunden auf 93.9 verändert damit sich diese 2 Radios sich nicht gegenseitig störten.
    Dadurch konnte Radio Arabella auch nicht im Salzkammergut empfangen werden, was normalerweise vom Gaisberg leicht möglich ist, wie leicht durch den Empfang von Welle1 in Bad Ischl bewiesen ist.

    Das Pikante an der Sache, daß nun aber BEIDE Frequenzen von KHR betrieben werden und Kronehit vom Gaisberg in Salzburg deshalb Richtung Salzkammergut abgeschirmt ist, damit es sich nicht SELBST stört.
    Es gibt im Salzkammergut keinen KHR-Empfang, weil am Rande des Salzkammergutes 2 KHR - Sender stehen, die wohl in das Gebiet einstrahlen könnten, aber nicht zueinander strahlen dürfen. ! Wenn das keine frequenztechnische Pikanterie ist ?
    ( Allerdings geht dort niemandem das KHR ab, aber das ist eine andere Geschichte)
     
  9. ercor

    ercor Benutzer

    ich verzichte freiwillig auf ein statement zu nullgrips - sein statement richtet sich von selbst.
    @pirni: früher hat der ORF OÖ auf 94,0 in gmunden gesendet, soweit ich mich noch erinnern kann, hat aber der tschechische Radiosender F 1 mit so einer großen Leistung bis nach Gmunden reingeblasen, dass der ORF dann auf 93,5 gewechselt hat. Dann hat die RTR die Frequenz 94,0 (Radio Plus) ausgeschrieben und die Tschechen haben weiterhin auf volle Leistung gesendet, sodaß dann Radio Plus den Antrag auf eine andere Frequenz gestellt hat, dann haben sie die 93,9 zugewiesen bekommen. Und dann wäre da noch das Kuriosum mit Radio Arabella 94,0 - dass die von der Wallfahrtskirche Maria Puch am Anfang gesendet haben, hat keiner verstanden, die waren nicht mal in der Stadt Salzburg richtig zu empfangen.
    Ich gebe Dir recht - solche Skurilitäten gibts eben nur bei uns in Ö, weil wir haben ja überhaupt keine Frequenzen *gg* - das wird auch die Welle Wels zu spüren bekommen, die gleich neben Ö 3 (98,1) auf 98,3 liegen.
     
  10. Pirni

    Pirni Benutzer

    Nur kleine Richtigstellungen, Ercor:

    Es heißt nicht Maria Puch, sondern Maria Plain. Puch ist woanders !
    Außerdem wurde von dort anfangs mit der 107.4 gesendet, das war kaum hörbar, da durch Radio Trausnitz gestört. Mit der 107.5 ging es dann immerhin so gut, daß man zweistellige Radiotestquoten erreichte. Allerdings in gewissen Stadtteilen immer noch schlecht.
    Die 94.0 wurde nie vom Plainberg gesendet, sondern gleich vom Gaisberg.
     
  11. nullgrips

    nullgrips Benutzer

    @ercor: kannst du oder willst du nicht kapieren, dass die RTR damit nix zu tun hat? an frequenztechnische details kannst du dich erinnern, aber dass die RTR den rundfunkteil erst mitte 2001 übernommen hat, nicht?

    mein statement richtet sich von selbst *lol*
    yeah!

    schau mal, ercor, wenn die antragsteller keine besseren frequenzen finden und die gschi***** resterlfrequenzen beantragen, kann keiner was dafür. die kommaustria/rtr muss ausschreiben, wenn beantragt bzw. beeinsprucht wird. capisce? nicht die RTR sucht und/oder findet frequenzen, sondern die antragsteller. wär fein, wenn du dir das vielleicht mal verinnerlichst, aber ich schreibs gern auch noch 12 mal ...

    is ja unglaublich.

    übrigens, dieses posting "richtet sich selbst" *g*
     
  12. andimik

    andimik Benutzer

    Lt. http://www.radiotv.cz/radio/radio.phtml/fr1 fährt der Tscheche noch nicht einmal mit seiner ganzen Leistung ...

    Ich glaube, das mit Gmunden ist noch nix gegen Spittal/Drau. Der dortige Sender von Radio Starlet kommt keine 5km weit, wenn allerdings RTL mal ausfällt, kann ich ihn sogar in Villach hören ...
     
  13. Antenne2

    Antenne2 Benutzer

    Ich weis nich in welchem Umfang von den Behörden vorgeschrieben ist, Sender in Grenznähe so im Strahlungsdiagramm abzuändern dass die Einstrahlung ins Nachbarland mehr oder weniger unterdrückt werden.

    Aber solang es Ausweichfrequenzen gibt...

    Ein Beispiel: Slowene Tourist Radio (ex. MM2)
    auf der 102,8. Gesendet wird vom Pohorje bei
    Maribor.--Empfangbar bis nach Niederöstereich.

    97.9 Fm ist fast wirklich nur in Graz empfangbar, etwas ausserhalb ist auf der Fequenz schon Ö2 NÖ zu hören, und auf 97,8 Ö2 KTN. Beides Sender mit 100kW Strahlungsleistung.
     
  14. andimik

    andimik Benutzer

    Wenn du Ö meinst: Gar nicht. Denn die fünfte Frequenzkette, dessen zT 100 kW starke Sender weit ins Ausland hineinstrahlen (Antenne K bis unter Ljubljana, Vbg bis Hessen), sind schon lange international koordiniert und in der Regel auch überall gut hörbar, da kaum bzw. gar nicht gestört.

    Kritisiert werden muss eine Lizenzvergabe einer belegten Frequenz, bzw. wenn auf einer anderen trotz gleicher Leistung mehr Gebiete erreicht werden könnten.
     
  15. nullgrips

    nullgrips Benutzer

    die Frequenz war ja ursprünglich in Bad Gleichenberg für dort koordiniert. In Graz war halt scheinbar mehr Bedarf, daher der Kompromiss. Von "Störung" durch die kW-Bomber würd ich aber nicht reden ... hörbar sind sie allemal.

    bitte zurücktreten, dieses Posting richtet sich von selbst!
     
  16. progresson

    progresson Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    das von etlichen mittel- und osteuropäischen staaten für ihren FM-hörfunk eingesetzte ukw-band 65,9 bis 73,1 mhz wird neuerdings "FM low" (siehe entsprechende radios bzw. radiorekorder von "sony", "thomson" etc.) bezeichnet - polnisch z.b. "dolny okres" ('unterer bereich'), tschechisch "VKV-1" bzw. "VKV-OIRT" (VKV = UKW). OIRT deswegen, weil die betroffenen staaten mitglieder der internationalen hörfunk- und fernsehorganisation OIRT waren mit sitz in prag (die OIRT war das "sozialistische" pendant zur westeuropäischen EBU). es wurde also unterschieden zwischen FM-OIRT ("low") und FM-CCIR ("high"). erstaunlich, aber wahr: der FM-hörfunk begann z.b. in der tschechoslowakei (prag-vinohrady 89,5 mhz ab januar 1950), polen (Warszawa-Fort Mokotow 97,6, Opole 95,0 und Katowice bzw. damals Stalinogrod 89,8) und ungarn (budapest 89,5) im CCIR-band. später wurden diese länder g e z w u n g e n, ihre FM-sender auf die OIRT-norm umzustellen. der kanalschritt war im OIRT-band stets 30 khz, d.h. die senderfrequenzen waren 65,90 - 65,93 - 65,96 - 65,99 - 66,02 - ...mhz -wer sich die frequenzlisten mal anschaut, wird's bemerken.
    ende der 50er/anfang der 60er jahre wurde von der OIRT ein frequenzplan ausgearbeitet, der für jedes OIRT-land vier ukw-sendernetze vorsatz, drei nationale und ein zusätzliches, das regional aufgesplittet werden konnte. die frequenzen selbst wurden dannn auf den regionalen funkverwaltungskonferenzen von genf 1960 (68 - 73,1 mhz) bzw. stockholm 1961 (65,9 - 68 mhz) vergeben bzw. zugesprochen. die stereonorm variierte von mitgliedsland zu mitgliedsland: in der UDSSR und bulgarien wurde das polarmodulationsverfahren eingesetzt, in ungarn, der CSSR z.b. die europäische version des pilottonverfahrens. dies alles gilt n i c h t für die DDR oder z.b. jugoslawien!

    der umzug der sender vom OIRT- ins CCIR-band verlief sehr unterschiedlich. erste sender der CCIR-norm tauchten z.b. in der CSSR oder etwa ungarn schon kurz nach der genfer wellenkonferenz 1984 auf: praha-cukrak 102,5, bratislava-kamzik 101,8, sopron 102,0 mhz etc. in tschechien war der komplette übergang im sommer 1995 abgeschlossen, dies war das erste land. bis heute arbeiten sender der OIRT-norm in ungarn ("Kossuth Radio URH"), rumänien, bulgarien und in den nachfolgestaaten der UDSSR. in den zur UDSSR einst gehörenden baltischen staaten litauen, lettland und estland arbeitet schon seit jahren kein OIRT-FM-sender mehr. sogenannte zwei-normen-geräte mit beiden ukw-bändern gibt's bis heute, das lettische unternehmen RRR-Radiotehnika Riga stellt receiver mit beiden bändern u n d beiden stereo-normen her. viele westliche firmen (blaupunkt, panasonic) aber auch die gerätehersteller der DDR lieferten exportversionen ihrer radios mit dem OIRT-band. dazu gab's konverstoren, die das OIRT- ins CCIR-band umsetzten bzw. umgekehrt (was aufgrund der größeren bandbreite "delikat" war...) alles in allem war der hörfunk im OIRT-band eher mit schwierigkeiten und komplikationen verbunden. die umstellung der norm lief und läuft international koordiniert ab, da gibt's keinerlei alleingang!
     
  17. progresson

    progresson Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    die fernmeldebehörden müssen natürlich bei den von ihnen verantworteten sendeanlagen die international koordinierten parameter garantieren, sonst gibt's riesen-ärger. zu den festgeschriebenen und einzuhaltenden parametern gehört neben exaktem standort, antennenhöhe, frequenz, leistung, polarisation natürlich auch das strahlungsdiagramm: arbeitet der sender mit rundstrahlung strahlt er in alle himmelsrichtungen mit derselben leistung ab, arbeitet der sender mit richtstrahlung, strahlt er in bestimmte richtung(en) mit jeweils unterschiedlicher leistung. beispiel: der tschechische ukw-sender ceske budejovice (budweis) auf dem 1083 meter hohen klet (schöniger) darf z.b. auf 91,1 - 94,1 - 102,9 - 104,3 Mhz eigentlich mit maximal 100 kw (ERP) arbeiten. tut er aber nicht, sondern mit etwa 80 kW (ERP). und das nur in der hauptrichtung (ost). richtung südost (oberösterreich) strahlt er mit etwa 20 kW (ERP), richtung west (bayern) mit etwa 10 kW (ERP). dennoch kann man vom klet auf 102,9 das landesweite private RADIO IMPULS in fast ganz oberösterreich hören, auf der A1 geht's im autoradio bis kurz vor salzburg. sogar am ost-ufer vom chiemsee kann man IMPULS auf 102,9 zumindest stellenweise empfangen (im autoradio). die wellen machen halt vor landesgrenzen nicht halt, werden z.b. von bergen reflektiert etc. als man noch im OIRT-band arbeitete, das ja z.b. in deutschland und österreich weitgehend "frei" war, hatten die tschechischen sender in bayern eine noch höhere reichweite. im gegenzug war z.b. in der CSSR das CCIR-band "frei", damit konnte mabn z.b. "Ö3" oder "bayern 3" bis hinter prag in stereo hören. das geht heute nicht mehr. tschechische ukw-sender kann man dennoch auch heute bis weit nach bayern hören, vor allem die sender ceske budejovice-klet, plzen-krasov und cheb-dylen. im autoradio erscheinen tschechische sender in etwa auf einer linie chiemsee-dingolfing-abensberg-amberg-bayreuth-hof.
     
  18. andimik

    andimik Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    Sehr guter Artikel, aber etwas schwer zu lesen.

    BTW: An diesen Thread konnte ich mich gar nicht mehr erinnern ...
     
  19. progresson

    progresson Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    was ist denn ein thread? progresson, etwas ratlos.
     
  20. progresson

    progresson Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    ja noch was: es gab bzw. gibt übrigens mehrere ukw-normen

    amerika:
    87,5-108 MHz (kanalschritt: 87,5 - 87,9 - 88,3 - 88,6 usw.)

    europa/asien/afrika:
    CCIR-norm: 87,6-108 MHz (kanalschritt: 87,6 -87,7 - 87,8 - 87,9 usw.)
    OIRT-norm: 65,9-73,1 MHz (kanalschritt: 65,90 - 65,93 - 65,96 usw.)
    (die OIRT-norm galt übrigens auch in der mongolei und natürlich auch im asiatischen teil der UdSSR, auch auf kuba soll's einen OIRT-UKW-sender für die dortigen russischen militärberater gegeben haben)

    japan:
    76-90 MHz
     
  21. radio_watch

    radio_watch Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    Kanalschritt in den USA ist aber 200 kHz (zumindest in LA als ich dort war)
     
  22. DX-Project-Graz

    DX-Project-Graz Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    @radio_watch: Ja, das stimmt, also z.b. 88.1, 88.3, 88.5, ...
    Es nennen sich zwar Sender z.b. Love 94 aber die senden auf 93.9...
     
  23. Schuttwegraeumer

    Schuttwegraeumer Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    Sicher?
    Wir haben 87,5-108, die Amis haben laut mancher Tabelle nur 88-108 MHz.

    Das war mir neu.
    Angeblich hat auch Australien kein UKW Rundfunkband was ich eigentlich nicht glauben kann.

    Schutti
     
  24. DX-Project-Graz

    DX-Project-Graz Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    Japan 76-90 MHz
    Australien 87-108 MHz
    Europa 87.5-108 MHz
    USA und Kanada 88-108 MHz in 200 kHz-Schritten
    :)
     
  25. Schuttwegraeumer

    Schuttwegraeumer Benutzer

    AW: UKW vs. OIRT

    Ah, mal etwas konkretes.
    Unterscheidet sich der japanische Bereich ausser durch die Frequenz durch noch etwas?
    (Etwas kleiner ist der Bereich)

    Wir haben doch 300 kHz Schritte?
    Liegt es nur daran dass das RDS Signal nicht auch noch aufmoduliert ist?

    Schutti
     

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