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Volontariat im Privatfunk

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Ansprechpartner, 19. August 2014.

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  1. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Mich würde mal interessieren, in was genau heutige Volontäre beim Privatfunk ausgebildet werden. Viele dieser Sender haben ja noch nicht einmal richtige Nachrichten, allenfalls Schlagzeilen zur vollen Stunde mit ner kräftigen Prise Boulevard drin. Ansonsten gibt es kurz Moderationen, kaum bis keine Wortbeiträge, Gewinnspiele, Horoskope, und das war es im Wesentlichen. Die Musikgestaltung wird von Beratern und dem PC bestritten. Da reicht doch ein Sprechtraining für die Volontäre, oder?
     
  2. Ganztageshörer

    Ganztageshörer Benutzer

    Naja, mittlerweile gibt es freie Hörfunksender, die ein besseres Programm machen als kommerzielle Privatsender ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2014
  3. Peppi

    Peppi Benutzer

    In Knöpfe drücken werden sie ausgebildet, in Knöpfe drücken. Ach ja, und in ständigem Claim- und Sendernamen aufsagen...
     
  4. taTu

    taTu Benutzer

    Das kommt auf den Privatsender an. Es gibt ja genügend (große) Sender, die ein ziemlich ordentliches Programm fahren und dementsprechend viel in die Volontärsausbildung investieren. Bei FFH ist die Ausbildung sehr umfassend, bei Antenne Bayern und radio ffn kann man auch sehr gut das Radiohandwerk lernen - diese jetzt nur als Beispiele, auch die NRW-Lokalsender bieten eine recht ordentliche Ausbildung mit der Möglichkeit, in kurzer Zeit eigenständig zu arbeiten und alle Bereiche kennenzulernen.
    Aber natürlich gibt es auch viele schwarze Schafe, die knapp über dem Hartz4-Satz zahlen und das Volontariat aus Hörerservice und Umfragen besteht. Letztendlich hat man sicher aber auch dort die Chance, andere Bereiche kennenzulernen, wenn man talentiert ist und sich ins Zeug legt. Volontariat ist auch immer das, was man selbst draus macht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2014
  5. Peppi

    Peppi Benutzer

    Das sehe ich anders. Gerade beim NRW-Lokalfunk werden nur Knöpfe gedrückt und Claims sowie Sendernamen aufgesagt.
     
  6. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Mich auch. Das ist mir schon lange ein Rätsel?
     
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  7. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Hier kann ich nicht so ganz folgen. Auch die großen Sender bieten doch keine ernstzunehmenden Inhalte mehr. Wenn man Antenne Bayern zur vollen Stunde einschaltet, erfährt man in drei Minuten zwar das Neueste aus Big Brother, aber die großen nationalen und internationalen Themen fehlen oder werden in lächerlichen zwei bis drei Sätzen abgefrühstückt. Und wenn es diese Inhalte nicht (mehr) gibt, fehlen doch auch die praktischen Beispiele, anhand derer Volontäre ausgebildet werden können, oder? Und was macht so ein fertiger Volontär später? Muss er dann für immer bei den privaten Sendern bleiben, oder reicht sein erworbenes Wissen aus, um zu einem ARD-Sender zu wechseln?
     
  8. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    Entweder "Köpfe drücken" bzw. Maus klicken lernen und Claims aufsagen, dafür dann nen netten Tariflohn (NRW) - oder anderswo "kreatives Radio" lernen und dafür dann oft leider eine unterirdische Bezahlung.
     
  9. Ammerlaender

    Ammerlaender Benutzer

    Da die öffentlich-rechtlichen Sender den privaten Sendern, abgewandelt nach dem Motto "Überholen statt einzuholen", nacheifern, wird es in Zukunft wohl, wenn nicht für die Kulturwellen, so doch für die "populären" Wellen reichen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2014
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  10. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    Aber wehe man arbeitet später als Freier privat und öffentlich-rechtlich.
     
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  11. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Was ist dann?
     
  12. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    Dann kann man beim Öffi oft "Adios" sagen.
     
  13. Radiocat

    Radiocat Benutzer

    @Ansprechpartner: DAS frage ich mich auch. Okay, O-Töne einsammeln, ein paar Nachrichten schreiben, ein paar Kollegengespräche und O-Ton-Mods vorbereiten, das wird schon drin sein. Vielleicht lernen sie in manchen Häusern auch Sachen, die dann gar nicht on air gehen.
    Jedenfalls brauchst Du für 80% der heutigen Unterhaltungsprogramme kein Volo, da bist Du ja überqualifiziert. Freilich werden sie trotzdem angeboten, sind ja billiger als regulär bezahlte Redakteure. Und man kann sich was drauf einbilden, dass man ja dem Nachwuchs eine Chance gibt und ausbildet!
     
  14. Normalize

    Normalize Benutzer

    Immer die gleiche Leier: "Heutzutage...bla....im Vergleich zu den goldenen Zeiten früher...palaver...schwadronier...." Dieser fast zwanghafte Drang zur Pauschalisierung ist nicht gerade ein Zeichen journalistischer Objektivität oder zeitgemäßer Betrachtungsweise. Natürlich gibt es zahlreiche Sender/ Medienunternehmen, die ihren Volontären eine fundierte und umfassende Ausbildung ermöglichen. Sei es durch Seminare, interne Schulungen (z.B. Sprecherziehung, Moderationstraining) oder auch durch erfahrene Kollegen, die ihr Können an den Nachwuchs weiter geben. Schwarze Schafe - unter denen ich beispielsweise die Radio Group vermute - gibt es in Sachen Bezahlung und Ausbildungswert bestimmt auch nicht wenige, aber der ewige Abgesang auf den kompletten Privatfunk hat meines Erachtens mehr Nerv- als Wahrheitsgehalt.

    Und dann ist da noch die Kritik an der Nachrichtengestaltung von ABY (übertragbar auch auf ffn, FFH, RPR und selbstredend aufs Fernsehen, dort gerne bei RTL etikettiert). Da geht es also nur um Big Brother? So ein Käse! Ich kenne keine Nachrichtensendung, die in diesen Tagen ohne die Worte "Gaza-Streifen", "Ukraine" oder "Ferguson" auskommt. Wenn dann noch als Rausgeher eine knallbunte Big Brother-Meldung käme (es ist meines Wissens nicht so), dann entspräche die Redaktion damit lediglich dem Bedarf der Hörer! Denn auch wenn's weh tut, und da hilft alles Jammern nix: Hochkultur, gesteigerter Intellekt und politischer Anspruch sind was für Randgruppen. Womit sich der Kreis schließt, denn jeder noch so herausragend öffentlich-rechtlich ausgebildete Harvard-Volontär scheitert in der Praxis auf ganzer Linie, wenn er am Publikum vorbei sendet...
     
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  15. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Zeitgemäße Betrachtungsweise? Anspruchsvolle Programme nur für eine Minderheit?
    Du bist also der Meinung, dass die Mehrheit der heutigen Hörer geistig so minderbemittelt sind (vielleicht durch die Medien verblödet wurden?), dass sie einem halbwegs niveauvollem Programm nicht mehr zu folgen in der Lage sind?

    Ich hatte übrigens nicht behauptet, dass in den Privatradio-Nachrichten die Wörter "Gaza", "Ukraine" oder "Ferguson" nicht fallen. Aber das war es dann auch. Die Nachrichten bleiben an der Oberfläche.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2014
  16. Redakteur

    Redakteur Benutzer

    Geht aber auch andersrum: Ist zwar schon gut 15 Jahre her, aber mich hat seinerzeit zuerst der Privatsender rausgeworfen, für den ich tätig war.
     
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  17. Normalize

    Normalize Benutzer

    Es ist sicher keine beklatschenswerte Erkenntnis, aber vorbei kommen wir an ihr nicht: solange Dschungelcamp & Co. die dreißigfache Zuschauerzahl einer journalistisch überaus feinnervig gestalteten arte-Reportage verbuchen können, sind Hochkultur und Intellekt ein Fall für die Randgruppe. Zudem sollte einem Volontär sinnvollerweise eines ganz zu Beginn seines Wirkens vor Augen gehalten werden: wir - die Medien - haben keine Erziehungsauftrag. Wir haben einen Informationsauftrag! Und dem werden wir nicht gerecht, indem wir uns an der eigenen geistigen Tragweite aufgeilen. Sondern indem wir liefern, was verlangt wird.
     
  18. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Selbst wenn es null Informationsgehalt hat!
     
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  19. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Naja, das ist doch schon mal wenigstens etwas: Die Medien haben einen Informationsauftrag. Und wann gehen sie diesem Auftrag nach, also die großen privaten Radiostationen? Ist diesem Auftrag mit einer paar Schlagzeilen und einer Handvoll Infohäppchen etwa schon genüge getan?

    Von mir aus können sie in ganz einfachem Deutsch, in ganz kurzen Sätzen informieren. Die Bildzeitung schafft das in ihrem politischen Teil ganz hervorragend. Nur man muss es halt auch tun. Dafür braucht man aber Leute, die das auch können - komplexe Sachverhalte in kurze Sätze runterbrechen, oder mal ein Interview führen und einen widerspenstigen Gesprächspartner einfangen und an die neuralgischen Punkte des Thema zurückführen.
     
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  20. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    Echt? Kommt selten vor. Den Privaten ist es meistens egal, wenn es stimmt, was aus der Kiste kommt. Aber bei den Öffis heisst es sofort: "Wenn Sie für uns arbeiten, dann wollen wir Sie auf X nicht mehr hören. Wir wollen sie exclusiv!" Beispiel: Moderation privat und hin und wieder mal Reporter bei einem Öffi gehen z.B. schon nicht. Gut. Soll auch Sonderfälle geben. Die sind aber sehr selten und meist ist der 2. Radio-Brötchengeber dann im Ausland oder in einem anderen Verbreitungsgebiet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. August 2014
  21. Ganztageshörer

    Ganztageshörer Benutzer

    Seltsam ... besonders die letzten Tage wurden die tagesthemen-Sportberichte auch von ehemaligen 90elf-Reportern gemacht - sind also freie Reporter. Höre ich die nun nicht mehr im Privatfunk?
     
  22. Radiofreak11

    Radiofreak11 Benutzer

    Glaube kaum, dass ein freier TV-Reporter der Öffis noch Bock hat, bei einem Privaten was zu kommentieren und damit ggf. seine Karriere zu gefährden. Denn die Öffis zahlen bekanntlich sehr sehr gut. Kommt aber immer darauf an wer es ist und wie und wo es zu hören ist.
     
  23. Nomos

    Nomos Benutzer

    Also ich hab vor vielen vielen Jahren ein Volo im Privatfunk gemacht (ich bin ja auch schon steinalt und jetzt kommt natürlich die Leier; früher war alles besser ;)) und da gab es einen sehr umfangreichen Ausbildungsplan mit Seminaren bis hin zum Presserecht. Zusätzlich rotierten die Volos durch die Außenstudios, mussten Reporter begleiten, den Moderatoren zur Hand gehen, Nachrichten, Sport, Beiträge usw. es war alles dabei. Ich hatte auch einen festen Volo-Mentor, das war der stellv. CvD, und der hat den Ablauf des Ausbildungsprogramms überwacht und auch Qualitätseinschätzungen und Manöverkritik gegeben. Und nach zwei Jahren kristallisierte sich dann raus, wo die Talente (heute würde man Kernkompetenz bzw. skills sagen) so liegen, und man landete entweder bei den Nachrichten oder in der Moderation oder ging als Reporter ins Außenstudio.
    Das war ziemlich gut. Aber bereits ein zwei Jahre nach meinem Volo ließ man die Volontärsausbildung sehr schleifen. Externe Seminare gab es garnicht mehr, allles war learning by doing, und gekümmert hat sich um die Volos eigentlich niemand mehr so richtig. Es ging dann nur noch darum, möglichst schnell jemanden vors Mikro zu bringen, der die vorbereiteten Moderationen vorlesen konnte, Beiträge gab es keine mehr, deswegen musste niemand wissen, wie man die baut. Und zum Schluß gab es dann ein Rotationssystem, bei dem die älteren Volos die jüngeren angelernt haben und nach zwei Jahren rausflogen, wie die jüngeren Volos anderthalb Jahre später auch. Da war ich dann aber schon raus aus dem Sender.Volontariate im eigentlichen Sinne waren das nicht mehr, besseres Praktikantum.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich daran inzwischen was geändert hat. Auch wenn ich natürlich die Volo-Praxis in Häusern wie Antenne Bayern oder FFH nicht kenne. Aber der Kostendruck ist ja überall - und was man so on air hört ... Deswegen sollte man unbedingt vor dem Start in ein Volo bei einer privaten Station prüfen, ob das Volo seinen Namen verdient und es einen Ausbildungsplan gibt, den man auch ausgedruckt mit nach Hause nehmen kann ;) Und ohne von den alten und natürlich goldenen Zeiten früher zureden ;) Privatfunk ist heute etwas ganz Anderes als noch vor 15 Jahren. Die Privaten gehen andere Wege, die nur noch sekundär mit Journalismus zu tun haben. Deswegen hat das journalistische Handwerk dort nur noch wenig Bedeutung. Das sage ich völligz kritiklos. Es sind andere Sachen wichtig. Wer zum Beispiel On-air-designer werden will, also die ganze Verpackung und Elemente produzieren will, der hat beim Privaten eine Wahnsinnspielwiese vor sich. Das hat wiederum früher kaum eine Rolle gespielt. Insofern wäre ein Producer-Volontariat jetzt empfehlenswert. Gruß
     
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  24. Mannis Fan

    Mannis Fan Benutzer

    Genau so ist es! Darum ist auch zu unterscheiden: Macht jemand eine Ausbildung zum Journalisten, oder macht jemand eine Ausbildung zum Privatfunker. Das sind zwei völlig verschiedene Metiers.
     
  25. Ansprechpartner

    Ansprechpartner Gesperrter Benutzer

    Also ist festzuhalten, dass die Sender überwiegend oder ausschließlich über kein journalistisch ausgebildetes Personal verfügen. Ist das konform zu den Lizenz-Auflagen der Sender sowie den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen in den Ländern?
     

Status des Themas:
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