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Wie entstehen Playlisten beim Radio

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von KritischerHörer, 30. Juli 2002.

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  1. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Mich würde als Laie mal interessieren, wie Playlisten beim Radio entstehen...

    Beim Musik-TV werden ja die Chartsbezogenen A und B Listen, mit den "Neuen" N1 und N2 (so hab ich das ungefähr für Viva im Kopf)verwendet.

    also ich bezieh das mal auf einen "jungen" Sender...

    [Dieser Beitrag wurde von KritischerHörer am 30.07.2002 editiert.]
     
  2. jojo

    jojo Benutzer

    research,trackings, call outs und kaffeesatz, daß sind die zutaten für den "musikbrei"! meistens spielt der geschmack des pd`s sogar ne rolle!

    in sachen musik wird bei dn sendern wirklich nicht gespart. manche sind da etwas fähiger, manche tun sich da schwerer, da man auch einen gewissen riecher haben muß, denn nicht alles kann getestet werden! bei neuerscheinungen zum beispiel ist das sehr schwierig.
     
  3. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Naja hört sich sehr unausgegoren an... wie hoch ist der Anteil der Neuerscheinungen, wie der Chartsplatzierten oder evtl. Oldies

    wie werden die Researches durchgeführt?? Etwa über Telefon??...*grauenhaft* (wie soll man dann Musik bewerten)

    gibt es noch Musikredakteure, oder zumindest einen der sich dafür hält...

    gibt es eine Musik"farbe" eines Senders ?

    wie hoch ist der Anteil der deutschen Produktionen??


    gibt es (wie etwa bei SWR3) Vorveröffentlichungen zu hören?

    usw
     
  4. radioaktiv2

    radioaktiv2 Benutzer

    wenn das wasser im klo linksrumspühlt POWER
    wenn das wasser im klo rechtsrumspühlt POWER
     
  5. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    @Kritischerhörer: Auf JEDEN FALL gibt es Leute, die sich dafür halten...naja, oder die es werden wollen [​IMG]
    Ich kann ja mal versuchen, Wissen vorzutäuschen. *räusper*

    Korrigiert mich, wenn ich das hier jetzt verpatze!

    "Naja hört sich sehr unausgegoren an... wie hoch ist der Anteil der Neuerscheinungen, wie der Chartsplatzierten oder evtl. Oldies"
    -Das ist von Sender zu Sender, von Zielgruppe zu Zielgruppe unterschiedlich.

    "wie werden die Researches durchgeführt?? Etwa über Telefon??...*grauenhaft* (wie soll man dann Musik bewerten)"
    -Das passiert tatsächlich übers Telefon. Über die Ergebnisse lässt sich streiten.

    "gibt es eine Musik"farbe" eines Senders ?"
    - Jeder Sender (zumindest die privaten) möchte einen Wiedererkennungswert haben, d.h. jede Stunde (oder Viertelstunde) muss typisch klingen. So verschwört sich einer auf Dancepop, einer auf Pop-Rock und so weiter. Die typische Anzahl und Reihenfolge der verschiedenen Kategorien von Titeln lässt den Hörer "seinen" Sender wiedererkennen.
     
  6. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    So...stimmte das jetzt? Zieht mir an der Nase, wenn ich Müll schreibe.
     
  7. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Nein Musikazubi, dass war sehr aufschlussreich und amüsant zugleich...

    also mal ehrlich, Radio definiert sich in erster Linie über Musik, aber was da betrieben wird, ist scheinbar alles andere als professionell...
     
  8. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Um das zu untermauern, was ich gesagt habe, Rock hört sich am Telefon anders an als Dance-Pop.... das müsste eigentlich jedem Laien bekannt sein, kein Wunder das Dance-Pop sich "besser" anhört als Rock...
     
  9. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    Ob das professionell ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen...bin ja schließlich noch grün hinter den Ohren.
    Aber wie sollten die Sender den Deiner Meinung nach vorgehen, damit sie ihren Hörern besser gerecht werden?
    Ich kann nur erzählen, wie es bei uns gemacht wird (hab ich ja gerade...) und da sprechen die MA-Zahlen eigentlich FÜR diese Strategie. Man hat sich ja schließlich was dabei gedacht.
     
  10. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    @musikazubi: Mag sein, das es die einzige mögliche Erhebungsmethode ist. Aber Sinn eines Radiosenders für jüngere Leute ist es doch Trends aufzuspüren, nicht alte Hörgewohnheiten immer wieder aufzuwärmen. Manche potentielle Hits werden erst dazu zum Hit, das sie erst beim mehrfachem Hören zum (evt) Hit werden. Übers Internet könnte man z.B. so eine (akustisch bessere) Aktion starten, oder "on air" eine Hörerresonanz erzeugen....

    Einfach mehr Mut und Innovation....

    Dadurch merkt man wieder, das der Sender was für die Hörer tut (ohne das es was zu gewinnen gibt)
     
  11. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    Richtig! Und dazu geben gewisse Programmstrecken Gelegenheit, die die Neuvorstellungen (natürlich noch nicht getestet) und die relativ neuen Songs (ganz frisch getestet) spielen. Jeden Tag eine Stunde zum Beispiel. So kriegen die bereitwilligen Hörer diese evtl. gänzlich unbekannten Songs regelmäßig auf die Ohren gehauen. Und entweder sie mögen sie dann nach dem 3. Mal oder die Songs fliegen halt wieder aus dem Programm.
    Bei uns dürfen die Hörer dann per E-mail entscheiden, welche Songs sie gern in dieser Stunde hören wollen. Und da sind wir auch ganz pingelig ;)
     
  12. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Naja, ist schon ein relativ guter Ansatz...aber bitte bedenke, die Zeit wo Radios noch einen Hit gemacht haben ist längst paseè

    manchmal bedarf es halt schon Powerplay um einen Titel chartsreif (wenn ich es so sagen kann) zu machen. Also so etwa eine Woche lang mehrfach zu spielen, damit der Hörer es 2-3 mal hört (Bedenke der Hörer hört Euch nur eine 1h höchstens täglich)...
     
  13. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Noch etwas:

    Ihr müsstest wieder mehr Mut und Selbstvertrauen haben, nicht alte Hörgewohnheiten gerecht werden...

    Es müsste wieder mehr Spezialsendungen geben, wo Musikrichtungen Ihren Platz finden...

    Nur so kommt ihr dem unbekannten Wesen,dem Hörer, der sich nie und nimmer irgendwelcher Umfragen enttarnt hat wieder entgegen....
     
  14. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    Stimmt schon. Aber wir starten ja keinen Powerplay, ohne vorher zu testen... Es ist ein Teufelskreis. [​IMG]

    Etwas mutiger wäre wohl jeder "Radiomacher" gern. Aber da es ja nur ums Geld geht (`tschuldigung), hält man natürlich lieber an der bewährten Strategie fest. Gelle? Trotzdem habe ich die mutigen Playlist-Experimente schon mitbekommen. Zum Beispiel: Tagsüber (zwischen 10 und 18 Uhr) keine Wiederholungen. Die Hörer fanden`s schei...! Eben darum, weil sie nur 2 Stunden zuhören und ihre Lieblingstitel (ja, die abgelatschtesten, nervigsten, totgespielten) gerne öfter hören wollen.
    Keine Ahnung, was das gekostet hat, aber solche Experimente gehen oft nach hinten los.
     
  15. KritischerHörer

    KritischerHörer Benutzer

    Gott sei Dank, dass cih nicht mehr bei Privaten höre....


    (siehe Tread: Private werden immer langweiliger) Ich denke auf Dauer gesehen (!!) habt ihr dennoch viele Hörer verloren

    (mir ist klar, dass Du am wenigsten dafür kannt)
     
  16. homer

    homer Benutzer

    Tach!
    Jetzt mal so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig das wichtigste in Kurzform!

    Natürlich hat jeder Sender (i.d.F private) eine Musikfarbe! Die Musik ist und bleibt das Wichtigste, was ein Sender hat! Jede Viertelstunde wird so aufgebaut sein, dass sie zum Sound und Klangbild, das für diesen Sender "typisch"/gewollt ist, passt!

    Zum Research: Ja, natürlich findet der wöchentlich per Telefon statt! Den Leuten werden kurze Hooks der relevanten,aktuellen Songs vorgespielt, die sie dann bewerten nach Bekanntheit, Beliebtheit etc....

    Zudem wird nahezu ausnahmslos jeder Sender halbjährlich einen großen Basis-Research durchführen, in dem die Basis-Titel, die den Unterbau zu den Power-Rotation-Songs bilden, getestet werden. Dieser findet natülrich nicht per Telefon, sondern i.d.R Face-2-Face in einem MaFo-Institut statt!

    Zu den Neuheiten: Hier kommt es auf das Gefühl der Musikredaktion an, genau SOLCHE Titel neu reinzunehmen, die das entsprechende Hit-Potential haben und auch zur o.g. Klangfarbe der Station passen!
    Diese Titel werden dann "warmgespielt", d.h. 4-5 Einsätze pro Tag verbunden mit zwingender An- und/oder Ab-Moderation, um sie dem Hörer "vorzustellen"!

    Nach ca. 50 Einsätzen lohnt es sich erstmals richtig, den Titel im Research zu testen, da man dann (hoffentlich) auf ein Wieder-Erkennen bei den Befragten (Zielgruppenhörern) hoffen kann, um zu sehen, ob die Auswahl gut war, und der Titel fest in die Rotation kommt, oder halt nicht...
    Das Hit-Potential eines Titels entscheidet sich natürlich nicht beim erstmaligen Hören am Telefon...logisch. Deshalb "Warmspielen" on air und dann testen!

    so, alle glücklich?
     
  17. Musikazubi

    Musikazubi Benutzer

    Vielen Dank für die gut verständliche Zusammenfassung homer!

    Glücklich.
     

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