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Äther-Täter oder "Die Schnulze im kalten Krieg"

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von Radiokult, 06. Juli 2010.

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  1. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    Wie der Zufall es will, fiel mir heute eine Ausgabe der (DDR-)Zeitschrift "Melodie + Rhythmus" aus dem Jahre 1976 in die Hände. In dem damals (und heute übrigens wieder) geschätzten Musikmagazin, stand zu jener Zeit auch so mancher Artikel, den man nur durch die rosarote Brille betrachten konnte. Wenn man zwischen den Zeilen lesen kann, stellt man schnell fest, dass nicht unbedingt alles falsch ist was da steht. Allerdings wirken allein die Propaganda-Formulierungen vom "bösen Klassenfeind" im Westen, der sein Heil in den Schlagerschnulzen sucht, schon wie ein Stück aus der Comedy-Abteilung... :wow:
     
  2. radiovictoria01

    radiovictoria01 Benutzer

    AW: Äther-Täter oder "Die Schnulze im kalten Krieg"

    Interessante jpgs... Zitate daraus:
    "So stellen sich das die Unternehmer vor; Eine Fabrik, in der der Arbeiter so gerne schuftet und daß der Schweiss nach Veilchen duftet"
    "Hier erfüllt der Schlagerindustrie ihre wichtigste Funktion: Die Jugendlichen werden entpolitisiert, von ihren eigenen Interessen abgelenkt"
    "Mit Musik geht alles besser - die Ausbeutung auch"

    Tja, unter diesem Aspekt müssten wir alle Popwellen abschaffen, egal, wie eng oder wie weit sie dudeln. Allen voran die Schlagerwellen, deren Texte man ja versteht.
    ricochet mit seinem Eintreten für den klassischen Schlager wird als Erzfeind der Arbeiterbewegung mit Bild abgedruckt...
    Ein werter Kollege nachts würde nicht mehr ins Studio kommen....

    Oh ja, so ähnliche Thesen lese ich noch heute, sogar hier in diesem Forum.
     
  3. Radiokult

    Radiokult Benutzer

    AW: Äther-Täter oder "Die Schnulze im kalten Krieg"

    Wie gesagt: Ohne das "schmückende, sozialistische Beiwerk" sind die Thesen ja nicht ganz falsch. In dem Artikel werden aber gleich mehrere Dinge schlicht unterschlagen! Zum einen hat es die DDR in großen Teilen mit ihrer Musik auch nicht anders gehalten und zum anderen haben Teile des Schlagers, übrigens genauso wie große Teile des Pops, überhaupt nicht den Anspruch weltbewegend und politisch unbequem zu sein.
    Und davon unabhängig gibt es natürlich auch den anspruchsvollen, kritischen Schlager. Den gab es damals und den gibt es auch noch heute. Der als Schmalz-Banause verschriene Howard Carpendale hat schon in den 70ern kritische Titel über die Apartheit in seiner Heimat Südafrika geträllert und tut es noch. Wer einnert sich an "Der ewige Soldat" von Dominique, der dt. Fassung von "Universal soldier"? Zur damaligen Zeit ein Skandal allererster Güte.
    In der öffentlichen Wahrnehmung findet sowas nur halt selten bis gar nicht statt.
    Im Osten war es übrigens nicht anders. Da gab es sehr wohl auch kritische Musik, wenn auch weniger offen. Genauer suchen mußte man dank allumfassender Zensur natürlich auch. Ich erinnere da nur mal an Gruppen wie die Pension Volkmann (gab es bis zum Tod von Reinhard Buchholz 2007) oder auch Gerhard Schöne, der bis heute ab und an als Reinhard Mey der DDR betitelt wird. Zugegeben, beides gehört eher in die Ecke Singer-/Songwriter, aber vom Prinzip her trifft es das Problem.
    Kurzum: Der Artikel ist schlicht zu einseitig und nach nur wenigen Zeilen offenbart sich der Sinn und Zweck des Geschreibsels sehr offenkundig. Es war bzw. ist halt nur Propaganda. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
     
  4. Kobold

    Kobold Benutzer

    AW: Äther-Täter oder "Die Schnulze im kalten Krieg"

    Zu großen Teilen hat es meines Wissens in der DDR keine Chancengleichheit gegeben. Und zu großen Teilen hat es in der DDR meines Wissens Meinungsmanipulation und Propaganda gegeben. Da liest es sich mit einem müden Lächeln, das gerade die Unterhaltungsmusik in der BRD die Leute dumm gehalten haben soll. Und das in den 70ern. Das ist wirklich niedlich.

    Das kannste mal der Die.Linke schicken, die werden das in großen Teilen auch noch heute glauben. *grins*
     

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