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Gewalt im Radio

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Radiostart, 31. Oktober 2003.

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  1. Radiostart

    Radiostart Gesperrter Benutzer

    Kein Witz, echte Wahrheit: Liest das mal euch durch beim Surfen habe ich diese wissenschafftlich Studie gefunden:

    Medienpädagogische Studie aus der Universität Leipzig zum Einfluss auditiver Gewalt auf Heranwachsende

    Gewalt im Radio ist Gewalt in Worten. Verpackt wird die Gewalt in Unterhaltung - Unterhaltung auf Kosten anderer. Träger der Unterhaltung und somit auch der Gewalt sind die Moderatorinnen und Moderatoren. Um ihre Hörerinnen und Hörer zum Lachen zu bringen, ist ihnen jedes Mittel recht. Denn Gewalt im Radio heißt: herabwürdigen, lächerlich machen, in die Ecke stellen. Da Unterhaltung im Radio vor allem am Morgen, zur Radio-Primetime, gesendet wird, findet auch Gewalt im Radio vorrangig genau dann statt, wenn Jung und Alt vor dem Radio sitzen. Besonders betroffen von der Gewalt im Radio sind die 12- bis 15-Jährigen. Zwar lachen sie über die Späße der Moderatoren, doch will ihnen dieses Lachen nicht recht gelingen. Denn das, was sie im Radio hören, entspricht oft dem, was sie im Leben erfahren: sie werden herabgewürdigt, zu Außenseitern gemacht, ins Lächerliche gezogen. Gewalt im Radio ist eben nicht lustig, sondern verachtet die Hörerinnen und Hörer.

    Zu diesen Ergebnissen kommt die jetzt veröffentlichte Studie "Gewalt im Radio: Eine Untersuchung zur Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung von Unterhaltung im Hörfunk durch 9- bis 16-Jährige" des Lehrstuhls für Medienpädagogik und Weiterbildung der Universität Leipzig. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML) analysierte das Forscherteam um Prof. Dr. Bernd Schorb und Anja Hartung das Radioangebot und befragte 9- bis 16-Jährige in Einzelinterviews und Gruppendiskussionen danach, wie sie verbale Gewaltangebote im Hörfunk wahrnehmen und bewerten.

    Die Studie erscheint unter dem Titel "Gewalt im Radio" im Vistas Verlag Berlin, zusammengefasste Ergebnisse stehen unter http://www.uni-leipzig.de/~mepaed zum Download bereit.
     
  2. freakfreak

    freakfreak Benutzer

    Nicht von der Hand zu weisen...

    Ich würde sagen das an dieser Studie bedauerlicher Weise einiges dran zu sein scheint.

    Leider ist dies aber nicht nur eine Erscheinung im Radio sondern vor allem im TV. Ich denke da nur an die ständigen Lästerattacken eines Herrn Raab bei PRO7 (er macht das für meinen Geschmack auf unterstem Niveau).
    Aber auch im Radio müsste das eigentlich nicht sein. In einer Zeit in der aber immer mehr nach Quoten und damit nach Kohle gehechelt wird, bleiben halt "die Schwächeren" mal wieder auf der Strecke - wie immer halt (nicht nur in unserer Gesellschaft).

    Als Beispiel für einen dieser Witze könnte wohl auch das "Moviephone" von RTL gelten. Ich erinnere mich da nur an die Folge bei der ein Soldat in der Kaserne angerufen wird. Am anderen Ende der Leitung werden Ausschnitte aus einem amerikanischen Film eingespielt (keine Ahnung welcher das war - macht mich dafür bitte nicht verantwortlich) die ihn einschüchtern und verunsichern sollen. ich denke die meißten werden das Teil kennen... Für die die es nicht kennen habe ich es beigefügt.

    Sicherlich ist das Stück schon recht witzig und fällt eindeutig in den Bereich Comedy - ich hab mich auch sehr darüber erfreut. Bei genauerem Betrachten merkt man aber, dass es genau der Studie entspricht.

    Es ist zwar inzwischen wohl zwecklos dies zu fordern, aber vielleicht sollten wir Radiomacher ab und zu auch an die denken für die wir senden - und das sind nun mal nicht nur bügelnde Muttis sondern eben auch minderjährige auf die es gilt Rücksicht zu nehmen.

    MfG
     

    Anhänge:

  3. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Das ist jetzt schon der dritte Thread zu diesem Thema !
     
  4. oha

    oha Benutzer

    ...was zwei dinge beweist: das thema beschäftigt die gemeinde. und: hier sitzen leute, die sich vielleicht doch auch ihrer verantwortung als medienmachende bewusst sind. die gewalt- und beleidigungsdebatte hat ja mehrere seiten: zum einen sind wir als "macher" verantwortlich für das, was wir erzählen, zum anderen sind wir gleichzeitig "opfer" dieses allgemeinen gesellschaftlichen hau-drauf-dann-bist-du -wer trends. aber neu ist das nicht. es ist m.e. viel mehr eine frage der eigenen haltung: kein mensch zwingt mich, einen sender mit beleidigenden inhalten zu hören und erst recht zwingt mich keiner, solch einen käse zu verbreiten. es gibt immer noch einen presse kodex. der leigt in unserer redaktion auf jedem schreibtisch. und nicht nur als verzierung.
     

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