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NEU bei RBB - oder eben auch nicht

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von der beobachter, 21. August 2003.

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  1. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    zur info und diskussion von radionews.de:

    Neues Kulturradio vom RBB: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren - Geplanter Sendestart 1. Dezember 2003

    Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat Neues vor: Derzeit laufen im Hörfunk die Vorbereitungen für ein neues Kulturprogramm auf Hochtouren.

    Anregend und innovativ
    Ein anregendes Programm soll es werden, das jüngere wie ältere Hörer neugierig macht auf Kultur in Stadt und Land. Ein Kulturprogramm mit neuem Konzept, das durch den Tag begleitet, Entdeckungen garantiert, den intellektuellen Diskurs pflegt und Genießer zum Verweilen einlädt. Wer Klassik liebt, wird hier richtig sein. Musikalische Höhepunkte sind garantiert.

    Seit Anfang Juni beschäftigen sich Arbeits- und Themengruppen im RBB mit der Entwicklung des Programms. Oberstes Ziel der Programm-Macher: die Gestaltung eines zeitgemäßen und zukunftsfähigen Kulturradios, das neben den bisherigen Kulturradiohörern auch jüngere und neue Hörerinnen und Hörer interessiert.

    "Auch ein Kulturradio muss versuchen, so viele Menschen wie möglich in seiner Zielgruppe zu erreichen, zumal es in unserer Region ein großes Potenzial an Kulturinteressierten gibt", so RBB-Hörfunkdirektorin Hannelore Steer. "Wir leben hier in Berlin-Brandenburg in einer sehr lebendigen, anspruchsvollen wie experimentierfreudigen Kulturregion, die viele Menschen bewegt und begeistert. Dazu gehört ein ebenso lebendiges, anspruchsvolles wie experimentierfreudiges Kulturradio, das veränderten Hörgewohnheiten Rechnung trägt."

    Das Konzept steht
    Das neue Kulturprogramm ist während der Tageszeit als Begleitprogramm konzipiert. Damit ist es auch attraktiv für die Kulturinteressierten, die tagsüber aus beruflichen oder an deren Gründen keine langen monothematischen Sendungen hören können. ... Am Abend und an den Wochenenden prägen längere Wort- und Musikstrecken das Programm - Spezialsendungen aus den Bereichen Musik, Literatur, Feuilleton, außerdem Dokumentationen, Gespräche, Features und Hörspiele.

    Das Kulturprogramm wird ein Wort/Musik-Verhältnis von 40/60 haben. Es ist ein Programm für Klassikliebhaber. Aber auch Jazz, Swing, Blues, Chanson und Musik fremder Kulturen wird es zu hören geben.

    Einem weiten und offenen Kulturbegriff folgend geht es thematisch um Politik, Musik, Literatur, Theater, Bildende Kunst, Kino, Architektur, Wissenschaft, Geschichte, Religionen und Weltanschauungen genauso wie um Lifestyle.

    Informationen über kulturelle Highlights und interessante Angebote in Berlin und Brandenburg sowie die Kulturberichterstattung sind wichtige Programminhalte.

    Ein neues Element im neuen Kulturprogramm des RBB wird ein tägliches Kurzfeature bzw. -hörspiel am Vormittag sein.

    Nach der konzeptionellen Arbeit beginnen nun im RBB die konkreten Vorbereitungen. Geplanter Sendestart ist der 1. Dezember 2003. Das neue Kulturprogramm wird die bisherigen Angebote RADIO 3 und RADIOkultur ablösen.
     
  2. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Was passiert dann eigentlich mit der freiwerdenden Frequenz (in Berlin entweder 92,4 oder 96,3 MHz)? Die wird der RBB doch wohl nicht etwa zurückgeben?
     
  3. postit

    postit Benutzer

    Hm, ganz so neu ist das eigentlich nicht. Die Kulturprogramme von ORB und SFB sollen zu einer Welle fusionieren. Ist eigentlich auch nur sinnvoll. Im Moment werden noch beide Programme parallel gesendet. Radio 3 befindet sich im Zustand der Abwicklung. Aber die Selbstdarstellung finde ich ziemlich frech:

    "RBB Radio 3 - die Klassik-Kulturwelle des Rundfunks Berlin-Brandenburg - ist mit ihren freundlich, unterhaltsam und kompetent moderierten Musiksendungen in Brandenburg und Berlin flächendeckend zu empfangen. Konsequent auf klassisches Repertoire ausgerichtet, ist Radio 3 für alle Musikfreunde eine ATTRAKTIVE ALTERNATIVE JENSEITS DES KLASSIK-MAINSTREAMS DER PRIVATEN KONKURRENZ. Radio 3 ist die sichere Adresse für Musikkenner und -liebhaber. In einem WORT/MUSIK-VERHÄLTNIS VON 10:90 bietet das Programm in bewährter Form die gesamte Klassik, vielstimmig, anregend und kurzweilig zugleich. Radio 3 - WOHLKLANG WERBEFREI. Rund um die Uhr eine gut bekömmliche Mischung mit Anspruch: 12 Stunden tägliches Programm aus Brandenburg und Berlin, 6 Stunden sorgsam ausgewählte Musik vom Klassiksender NDR Kultur und 6 Stunden ab Mitternacht hellwach und reichgestaltet das ARD-Nachtkonzert."
    http://brandenburg.rbb-online.de/_/unternehmen/hoerfunk/radio3/index_jsp.html

    Ist aber alles Übergang. Der SFB ist ja schon 2000 aus der Drei-Länder-Kooperation Radio 3 ausgestiegen, der NDR hat sich Anfang des Jahres verabschiedet. Wer sich für eine Komödie der Irrungen interessiert:

    http://hoererinitiative.xantho.de/geschichte.htm

    2 Kulturprogramme für eine Sendeanstalt sind einfach übertrieben und zu teuer. Die Fusion ist deshalb zu begrüßen. Für bedenklich halte ich allerdings die folgende Aussage: "Für ganz besonders zeitgemäß halten Intendanz und Hörfunkdirektion es, die Wortbeiträge tagsüber auf ein Minimum zu begrenzen. "Tagesbegleitprogramm" heißt der Ausdruck dafür, dass man Klassik-Musikschnipsel mit einigen "frischen" (also kurzen) Worteinsprengseln garniert. Bloß keine langen Magazinsendungen mehr - nur über 50-Jährige schalten diese angeblich gezielt ein, so die Erkenntnis der Hörfunkdirektorin Hannelore Steer. Und die sind anscheinend keine Zielgruppe mehr für das Kulturradio.
    taz Berlin lokal Nr. 7096 vom 5.7.2003
     
  4. postit

    postit Benutzer

    Nur damit es keine Mißverständnisse gibt: ich kritisiere damit die neue Linie der Öf-re-Kulturradios (nicht die "private Konkurrenz")!
     
  5. K13

    K13 Benutzer

    Ich frage mich die ganze Zeit, warum die das Kulturradio neu erfinden. Die bräuchten doch einfach nur Radio Brandenburg zu reanimieren ...
     
  6. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Interview im Deutschlandradio:

     
  7. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Und hier noch der Artikel aus der Berliner Zeitung, auf den Bezug genommen wird:
     
  8. postit

    postit Benutzer

    Danke, berlinreporter, für die Info. Wann ist das Interview im Deutschlandradio datiert?

    Ich denke, dass die in Berlin jetzt eine Riesenchance haben, Öfre-Kulturradio neu zu definieren. Aber ich finde es schwierig, über ein Programm zu urteilen, dass noch nicht existiert. Die Inhalte werden sicher den bisherigen Kulturwellen sehr ähnlich sein. Ich frage mich, was sich an der Präsentation ändert. Matejka und Hildebrandt stehen für eine Traditionslinie. Mal sehen, wie sich das Produkt anhört. Weiß schon jemand etwas über Verpackung, Jingles u.ä.? Wort/Musik 40:60 klingt jedenfalls schon vielversprechender als 10:90.
     
  9. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Wenn ich dann meine Frage nochmal loswerden dürfte:
     
  10. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    21.08.03. Der Artikel aus der Berliner Zeitung ist übrigens schon von Anfang Juli.
     
  11. postit

    postit Benutzer

    Danke, das erklärt einige Widersprüche.

    Ich frage mich nur noch, was Frau Steer als Gegenwartsmusik bezeichnet (Filmmusik, Musicals, New Classics?).
     
  12. K 6

    K 6 Benutzer

    Was glauben Sie denn, ist Kultur?!

    Geht nicht, der Sender hatte zu viele Ecken und Kanten. Das neue KulturRadio (...) muß aber nach dem, was man hier so liest, schön klingen, mit den zweiten Sätzen aus den größten Hits des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Sind sie allerorten unverstanden, die alten Rabra-Fans? Scheint so...

    Wegen der nicht mehr zu bespielenden UKW-Frequenzen: Pfeif... däumchendreh... iß was?

    Mich sollte es jedenfalls wundern, wenn der Fall anders ausgeht als seinerzeit bei der 98,2 MHz, die -- schwupps -- weg war, nachdem Lojewski das Programm für die vier U eingestellt hatte. Auch wenn es möglich sein sollte, "nur" die eher funzelige 106,8 (neben den Stadtsendern Frankfurt und Cottbus, aber die sind ohnehin nur Randnotizen) opfern zu müssen.
     
  13. monotonie

    monotonie Benutzer

    @berlinreporter:

    Die Konzepte lassen mich vermuten, daß eine regionale Kopie des Konzeps von Deutschlandradio Berlin geplant ist, was meiner Meinung nach die gleichen fatalen Folgen, wie die gegenseitige Konkurenz von Radio 3 und Radio Kultur haben dürfte, da Deutschlandradio Berlin (im Gegensatz zu diversen anderen Regionen) im RBB-Sendegebiet flächendeckend über UKW empfangbar ist.

    @postit

    Siehst Du Chancen, daß Anliegen der Hoererinitiative im Zusammenhang mit dem neuen Programm wenigstens minimale Beachtung fanden/finden?

    @Makeitso:

    Zu den Frequenzen ist wohl das große Rätselraten noch im Gange, die Frage ist nur welche. Die 106.8 dürfte wohl die geringste Leistung haben, aber z.B. die 93.1 ist mancherorts trotzdem schlechter zu empfangen...
    Vielleicht versucht man die sich aber auch für Sondersendungen zu reservieren...
     
  14. postit

    postit Benutzer

    @ monotonie

    Da bin ich leider völlig desillusioniert. Seit wann interessieren sich Radiosender für den Hörer? (Bitte wenden Sie sich an das Callcenter, da werden Sie nicht geholfen, sondern vertröstet ....)
     
  15. K13

    K13 Benutzer

  16. sk-baby

    sk-baby Gesperrter Benutzer

    Korrekturen
    RBB verändert von April an das umstrittene Programm von Kulturradio

    Nach drei Monaten „Praxistest“, wie es der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) formuliert, gibt es im Programm des Kulturradios einige Änderungen. Dazu sollen am Morgen und am späten Nachmittag die Kulturthemen verstärkt und zwischen 10 und 15 Uhr längere Musikstrecken gesendet werden. Die wichtigste Neuerung: Von 1. April an wird die Sendung „Lesung“ statt wie bisher um 8 Uhr 30 um 14 Uhr 30, aber in der gewohnten Länge von 30 Minuten ausgestrahlt. Der Sendeplatz um 23 Uhr 05 bleibt für die „Lesung“ erhalten. Zu hören sind ab 1. April „Die Metamorphosen des Ovid“ in der Prosaübertragung von Gerhard Fink, gelesen von Peter Simonischek. Der RBB hält am Ziel fest, mit dem neuen Kulturradio bei den ab 40-Jährigen Hörer zu gewinnen, ohne die traditionellen verlieren zu wollen. Die Verlegung der „Lesung“ biete laut RBB den Vorteil, dass am Morgen die Einstiegsmöglichkeit mit Musik und aktueller Information erhalten bleiben.


    www.tagesspiegel.de
     
  17. radiowatcher

    radiowatcher Benutzer

    Es ist wie bei jeder radikalen Programmreform. Man verliert sehr viel Hörer und bekommt nicht gleichzeitig die gleiche Anzahl neue !
    Aber anders, als bei den A/C-Wellen gibt es auch viel weniger Alternativen, wenn man mal von Klassikradio und DLF/DLR absieht.
    Der Ansatz, das Kulturradio "durchhörbarer" zu machen, ist für mich durchaus nachvollziehbar. Allerdings stellt sich auch die Frage, wo die neuen Hörer herkommen sollen. Eigentlich fällt mir da spontan nur die Radio1-Klientel ein.

    ps: Beim neuen Fernsehprogramm wird es mit Sicherheit ähnliche Probleme geben !
     
  18. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Nein, die werden viel massiver sein. Kein Wunder, wenn man auf einen Schlag quasi die gesamte (West-)Berliner Klientel vor den Kopf stößt...
     

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