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Radio als Nebenjob?

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von JunkFM, 12. Juli 2003.

Status des Themas:
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  1. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Hi,

    gibt es jemanden, der seine Radiotätigkeit nebenbei macht, aber bei einem "richtigen" Radiosender arbeitet?

    Wie schafft man sowas?
    Eigentlich müssten Radiosender doch froh sein, um jeden, der für sie günstig arbeiten will, auch wenn es nur für ein paar Stunden ist?

    Warum werden eigentlich Stellen nur an Praktikanten oder Profis vergeben?

    Ich frage nicht ohne Hintergrund, da ich einfach doch gerne im Radio arbeiten würde. Einfach nur eine eigene Sendung moderieren z.B.
    Sowas wie offene Kanäle gibt es in Bayern ja nicht...

    Und da ich mein Geld mit einem besseren Job verdiene, kann ich natürlich auch kein Praktikum, Volontariat usw. machen.
    Ich will eigentlich nur DJ sein, der einfach mal Musik auflegt und ein bisschen dazu quatscht.

    Wo könnte ich das machen?
    Und warum nicht?
     
  2. r@dioworld

    r@dioworld Benutzer

    Nö!

    Vergiß es! Das wird nichts ohne Talent und Erfahrung!
    (heißt es deutlich im 700. Beitrag)
     
  3. Deason

    Deason Benutzer

    Geht nicht ohne Talent und Erfahrung ?

    Klar geht´s, mach doch mal das Radio an.

    @ Radiosi :

    Nicht entmutigen lassen.
    Es gibt immer einen Weg, man muss den eigenen nur finden.
    Wenn´s dann auch geklappt hat, wird es aber vermutlich nicht viel mit einfach nur Platten spielen und dazu quatschen zu tun haben. Es kann furchtbar sein, oder viel wunderbarer, als man es sich vorher zusammengeträumt hat.
     
  4. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    @radiow@rld:
    Was sagt Dir, dass ich kein Talent und keine Erfahrung habe?

    Beides kommt ausserdem erst mit der Zeit, sprich Talent zeigt sich, wenn man gefordert wird, und Erfahrung wird immer mehr, selbst wenn man schon erfahren ist.

    Daher auch wieder das typische "Nur-Für-Stammgäste"-Problem: Wie kann ich erfahren werden und mein Talent zeigen, wenn man mir gar nicht die Chance gibt?

    Ich denke eher, dass es ein anderes Problem ist: Wenn ich nicht Praktikant bin, dann kann der Sender mich nicht genau nach seinen Vorstellungen formen, man kann nicht mit mir alles machen, und ich bin nicht abhängig vom Sender.

    Zusätzlich kommt hinzu, dass ich eigentlich eher zuviel Erfahrungen hab, und zwar nicht, wie man konkret im Sender XYZ arbeitet, sondern Überblicks-Erfahrung, eigene Intelligenz und vor allem sehr starke eigene Vorstellungen, wo ich mir nicht leicht etwas sagen lasse!

    Ich bin kein Kind, das mal Internetradio gemacht hat und dann glaubt, er sei der große Radiomensch und besser als alle anderen. Nein. Ich habe Internetradio gemacht, um zu experimentieren, um neue Erfahrungen zu machen.
    Und meine Arbeit beim Ausbildungsradio hat mir auch genau gezeigt, wie echtes Radio funktioniert und wo die Unterschiede liegen.

    Ich will abschließend nur noch hinzufügen, dass mir der Chef zum Abschied gewünscht hat, dass ich mein Talent nicht vergeude und es beim Radio probieren sollte, obwohl ich eigentlich meinen beruflichen Schwerpunkt in ein anderes Gebiet gelegt habe.

    Und noch etwas ganz zum Schluss: Radiopionier Jo Lueders hatte von mir auch eine sehr gute Meinung, ebenso sehr Internetradio-Macher, die mich alle kennenlernen durften.
    Es urteile also bitte keiner über mich, der mich nicht persönlich kennt!

    @Deason:
    Danke! Aber leider ist das alles andere als leicht, kommt schließlich bei mir auch noch der Umstand dazu, dass ich ja nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich gebunden bin. Die Möglichkeiten sind so eingeschränkt, dass eigentlich nichts übrig bleibt. Und trotzdem: Ein jeder, der mich kennt, weiß, dass ich Radio machen muss!!! Egal wo und wie...

    (Erfahrene Radiomenschen reden 1 Minute mit mir, und wissen, dass ich mit Leib und Seele Radio machen will!)
     
  5. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Sorry für soviel Text, aber noch einen kleinen Nachtrag:
    Ich kenne einige Geschäftsführer, als sie selbst noch Moderatoren waren. Trotzdem (oder gerade deswegen?) wollen sie nicht, dass ich bei ihnen arbeite...

    Vielleicht haben auch viele Angst, ich könnte an ihren Stühlen sägen.
     
  6. le corbusier

    le corbusier Benutzer

    tja - bei DEM Selbstbewusstsein...

    Ich trete Dir jetzt ganz sicher zu nahe, lieber radiosi, aber ich muß das einfach loswerden (es ist schließlich ein Forum, da sollte ja jede Form von verbaler Inkontinenz erlaubt sein):

    ... Du klingst sehr selbstbewusst, und das ist eher noch höflich formuliert: Du scheinst etwas zu verliebt in Dich zu sein. Jemandem wie Dir würde ich schon im normalen Leben vermutlich nicht lange zuhören wollen, weil mich Deine Lobeshymnen auf die eigenen Fähigkeiten dauerhaft nerven würden. Warum sollte ich's also am Radio tun?

    Vielleicht hast Du eine gute Stimme. Vielleicht hast Du sogar spontanen Wortwitz (kam in Deinen Postings nicht so rüber), aber hast Du auch die Bereitschaft, Dich vom "Kaffeesatz" aus ans Mikro bzw. "nach oben" durchzuarbeiten?
    Ich meine, trittst Du einem PD oder leitenden Redakteur auch gegenüber und legst sofort den Overdrive ein (Motto: "Bleib' mir mit Deinem Geschwafel fern, ich weiß es eh' besser!")? - WENN das so ist, mußt Du Dich nicht wundern, bislang noch erfolglos auf der Suche nach einem Radio-Nebenjob zu sein.

    Um das abschließend zu sagen: jemand, der "radioverrückt" ist, aber nicht bereit ist, sein Herzblut in die Verwirklichung dieses Traums als Ganzes - sprich, als Hauptberuf - zu stecken, wirkt doch irgendwie schleierhaft...

    Bitte, ich meine das gar nicht böse: jedem, der in dieser Branche Lust und Passion mitbringt, wünsche ich nur das Beste (Stichwort Stuhlsäge) - aber etwas mehr Feingefühl strahlt doch gleich das Quäntchen Sympathie aus, dass Dich als Kollege willkommen macht!
     
  7. Pallek

    Pallek Benutzer

    Hallo Radiosi!

    Im Großen und Ganzen muss ich le corbusier Recht geben!

    Natürlich haben die meisten, die beim Radio moderieren mal klein angefangen.

    Das Argument, dass Dich ein Geschäftsführer deswegen nicht einstellt, weil Du an seinem Stuhl sägen könntest ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen! Glaubst Du wirklich ernsthaft, dass der Chef eines Senders Angst hat, dass ihm ein Neueinsteiger, der ein bisschen nebenbei moderieren will, den Job wegschnappt? Also bitte!!

    Ausserdem schreibst Du, dass so viele Leute von Dir überzeugt sind! Wo liegt dann Dein Problem? Mache Tapes oder Cds von Dir und verschicke Sie an die Sender in Deiner Umgebung. Ruf dort an, knüpfe Kontakte etc.

    Wenn Du wirklich willst und gut bist, dann klappt es schon!

    Diesen Satz solltest Du in Deinen Bewerbungen vielleicht nicht unbedingt verwenden und generell diese Einstellung nochmals überdenken! ;)

    Vielleicht solltest Du nochmal zu einem AFK (Aus- und Fortbildungskanal) gehen - viele der ganz Großen haben dort angefangen!

    Was immer Du auch tust, ich wünsche Dir viel Erfolg dabei.

    Ohne Fleiss kein Preis!

    Gruß

    Markus

    P.S.: Ich moderiere ebenfalls "nur" nebenbei (4 Stunden pro Woche), habe aber auch mal ganz unten angefangen und lange Zeit gebraucht, bis ich meine feste Sendung hatte.
     
  8. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Habe ähnlich empfunden wie meine Vorschreiber . Eine gute Möglichkeit, irgendwo einen Fuß in die Tür zu bekommen, ist immer, in Vorleistung zu treten. Geh doch ma zu einem Sender hin und biete ihnen eine kostenlose Probe Deiner Fähigkeiten an (Dummysendung, Kurz-Praktikum ö.ä.) Wenn Du die Menschen überzeugst, bekommst Du ja vielleicht Aufträge. Aber hinzugehen und zu sagen: "Ich bin gut - wieviel zahlt Ihr mir?" wird wahrscheinlich weniger funktionieren....
     
  9. K 6

    K 6 Benutzer

    Nur will er ja nicht gebucht werden, sondern "eigentlich nur DJ sein, der einfach mal Musik auflegt und ein bisschen dazu quatscht". Und da muß man wohl sagen...

    Und noch etwas: Irgendwer sagte mal, wer anfängt, sich gut zu finden, hat den ersten Schritt zu seinem Niedergang schon hinter sich.
     
  10. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Falsches Bild

    Hallo in die Runde,

    erstmal ein großes Dankeschön für eure Antworten. Leider ist durch meine Beschreibung wohl ein falsches Bild von mir entstanden.
    Durch euch ist mir erst bewusst geworden, wie ich hier schreibe: Frei! Hier lasse ich alles raus, was ich mich sonst nicht traue, jemandem zu sagen.
    Daher: Selbstbewusst bin ich leider gar nicht so, und das ist eines der großen Probleme gewesen. Denn Selbstverliebt bin ich allerdings wohl wirklich etwas (wie viele Moderatoren, so wie's mir scheint; gehört wohl dazu).

    Was hier von mir zu lesen ist, ist also viel großes Wunschdenken, was ich aber nicht umsetzen kann, da ich in der Realität den Mund dann nicht aufmache, nicht sage, was ich für Ideen habe, und nicht zeigen kann, was (vielleicht) in mir steckt.
    D.h. viele Menschen sehen vielleicht Potential in mir, sehen aber, dass ich nichts draus machen kann. Ich vertrage leider auch Kritik sehr schlecht und habe daher eben große Angst, etwas falsches zu machen, was natürlic verhindert, dass ich mal etwas wage.

    Damit komme ich auch gleich zur Frage, warum, wenn ich das aus voller Leidenschaft machen will, es nicht hauptberuflich machen will: Man hat mir von Grund auf eingetrichtert, dass ich erstmal etwas gescheites lernen muss, etwas, wo man Geld verdienen kann. Ich habe mir die ganzen Fernseh-Moderatoren angeschaut und festgestellt, dass die alle etwas ganz anderes gelernt haben, also schien es mir der richtige Weg.

    Es stellt natürlich heute nun eine sehr ungünstige Situation dar, dass ich den Schwerpunkt woanders habe, als die Leidenschaft (aber es heißt ja auch "Leidenschaft ist das, das leiden schafft"). Wenn mich beim AFK irgendetwas störte (vor allem die CVDs, die sich alle einfach nur profilieren wollten), dann dachte ich mir immer: Ich muss da nicht durch, ich geh zu meiner Informatik.
    Wenn mich in der Informatik die Rechner oder die Leute nervten, dachte ich mir: Ich muss das nicht machen, ich geh zum Radio.

    Tja, und da steh ich nun, mache Medieninformatik (als Assistent) und will aber eigentlich (auch?) Radio machen.

    Vielleicht seht ihr die ganze Situation jetzt etwas anders.

    Viele Leute, die mich beim AFK nicht so gut kennengelernt hatten, hatten eigentlich eine eher schlechte Meinung von mir, und die wenigen, die mit mir mal ne Sendung gemacht haben oder sonstwie mehr zu tun hatten, hatten eine sehr gute Meinung von mir und ermutigten mich immer, dass ich doch nicht schlecht bin und mehr Mut haben sollte!
     
  11. le corbusier

    le corbusier Benutzer

    Respekt!

    ... also, radiosi, das Statement hat Größe! Wenn jemand in dieser Art auf Kritik reagiert, ist das in meinen Augen sogar sehr selbstbewusst!

    Irgendwie klingt Deine Geschichte bedrückend, sie spiegelt die Situation vieler Menschen wider, die gerne einen künstlerischen Beruf ergriffen hätten, deren Bedenken aber lange als Motivationsbremse wirkten – und nun scheint der Zug abgefahren.

    Ganz so ist es ja in Deinem Fall nicht, schließlich hast Du den Ball immer gespielt und nie wirklich verloren – wenn Du darüber hinaus tatsächlich von vielen Seiten Zuspruch und Lob erhalten hast, sind die Vorzeichen doch gar nicht so schlecht?! Ich stimme da einem meiner Vorredner zu: Leute mit Talent finden meistens ein Schlupfloch, gerade dann, wenn es sich um einen eher intuitiven Bereich wie die Moderation handelt. Eine ordentliche Kante redaktionelles Geschick darf da natürlich nie fehlen, wobei das im Überbegriff "Talent" ja irgendwie eingeschlossen ist.

    Woran ich aber festhalte: wenn jemand als Quereinsteiger dieses Business entern will, ist der Wunsch, dies "rein nebenberuflich" zu tun, ganz sicher nicht werbewirksam. Schließlich muß gerade bei ausbildungsseitig eher mäßiger Vita wenigstens die Leidenschaft klar erkennbar sein, und Passionen laufen halt selten auf dem Alternativ-Gleis mit...

    Bleibt nur eins zu sagen: Alles Gute, liebe/r radiosi – vielleicht hören wir uns ja!
     
  12. NewMan

    NewMan Benutzer

    So, guten Tag!

    Jetzt muss ich doch auch mal was sagen.
    Selbst wenn Du Hauptberuflich was anderes machst - wo ist das Problem? Ich denke einem KurzPraktikum im Urlaub steht da ja nichts entgegen. Sicher wollen viele Sender immer gleich Langzeiotpraktis, aber es gibt auch andere, wo man mal 2 oder 3 Wochen was machen kann. z.B. Energy in München - wo Du ja her bist. Wenn Du wirklich zum Radio willst sollte das schon drin sein. Sicher Urlaub ist was anderes - aber ein wenig Einsatz sollte man dann schon zeigen.

    Das größere Problem sehe ich in der Tat darin, daß Du Dir nix sagen lassen willst. Dazu kommt wohl auch noch das man sich beim Radio, am Besten schon bevor man anfängt, n dickes Fell zulegen sollte. Viele Kollegen lassen ihre Launen & Marotten nur all zu gern an anderen aus. Ganz zu Schweigen natürlich von cholerischen PDs :)

    Schau doch einfach mal, ob Du beim AFK noch ein paar Sendungen machen kannst und wenn Du dann nen netten Aircheck hast - verschick den an alles und jeden. Leider ist die Marktlage im Moment ja alles Andere als gut, aber es gibt noch Jobs - wenn man sie sucht und hartnäckig ist.

    Achja - das ich nichts anständiges gelernt habe, höre ich pro Woche mindestens einmal von meiner Mutter. Und? Ich hab wahrscheinlich mehr Spaß an der Arbeit als 80% der Bevölkerung und verdien noch nichtmal schlecht. Lass die anderen die anderen sein - mach das was DU wirklich willst.

    So meine 4 Hits am Stück sind rum - ich muss wieder was tun.
    Schönen Sonntag!
     
  13. JunkFM

    JunkFM Benutzer

    Re: Respekt!

    Erstmal vielen Dank an Euch alle!
    Das, was ihr hier so schreibt, gibt mir schon etwas Mut, gleichzeitig lässt es mich auch verzweifeln, da ich nun erst recht nicht weiß, wie ich das am besten anstelle... (Geld braucht man eben auch, und nichtmal wenig, wenn man in München wohnt.)

    Danke, aber wie mir ein Freund noch sagte, dem ich diese Zeilen hier zeigte, dass ich erst im Nachhinein dieses Selbstbewusstsein zeige. Grundsätzlich fehlt es erstmal, da ich meine eigenen Interessen immer viel zu sehr hinter die der anderen stelle.

    Das ist einer der Gründe, warum ich es hier gepostet habe.
    Die Tatsache, dass nun bei mir einige Jahre ins Land zogen und ich immer das Gefühl habe, an einer Stelle nicht richtig abgebogen zu sein, wird mit der Zeit immer bedrückender.

    Das ist wahr, aber ich glaube, ich hätte es anders nicht ertragen. Ohne mein Internetradio oder die diversen anderen Radio-Aktivitäten wäre es nicht gegangen. Nun habe ich mit Internetradio aufgehört, da es zum Schluss überhaupt nicht mehr das war, was mir eigentlich Spaß machte. Und seitdem fehlt da etwas...

    Ich habe früher immer gesagt, dass ich neben meinem Job noch beim Radio arbeiten will, und davon war ich überzeugt. Dass ich es nicht hauptberuflich machen wollte, lag daran, weil ich gesagt habe, dass ich es aus Spaß machen möchte, und was Spaß macht, sollte Hobby sein, als Ausgleich zum Beruf (der natürlich auch Spaß machen soll und es bei mir auch tut, in gewissem Maße).

    Die Realität zeigt mir aber, dass das nicht geht. Es gibt kein Radio zum Spaß, es ist alles Wirtschaft, überall geht's um's Geld...

    Die harte Realität des Radiobusinesses hat mich an vielen Stellen, wo ich einen Einblick bekam, sehr zurück geschreckt.
    Dies war auch einer der Gründe, warum ich mich nicht wirklich vollends dafür begeistern konnte und dann im Internet mich austobte.
    Aber das ist eben auf Dauer auch nicht befriedigend...

    Ich gebe Dir vollkommen recht und kann die Radio-Unternehmen da auch ganz verstehen. Würde ich auch nicht anders machen.
    Darum vielleicht auch mein fehlendes Engagement in den Bewerbungen (die waren alle grottenschlecht und so ala "ich mag nicht, wie Sie Radio machen und ich hab einen ganz anderen Geschmack, aber weil ich unbedingt Radio machen muss, bewerb ich mich bei Ihnen trotzdem").

    Aber dass Passionen nicht auf dem Alternativ-Gleis laufen, das kann ich so nicht unterschreiben. Denn gerade das ist doch eben typisch, dass man einen Job hat, aber die Passion, die Neigung eigentlich eine ganz andere wäre, aber man es nicht wagt, den "richtigen" Weg zu gehen. Und so geht man seinen Weg und geht seiner Passion, wenn dann im Untergrund nach...

    Zum Schluss noch: Viele Kommentare bei meinen Worten sind immer, dass ich mein eigenes Radio machen muss, wenn ich mein eigener Herr sein will und alles anders machen usw.
    Aber schon beim Internetradio hat sich immer wieder gezeigt: Ich will mein eigener Herr sein, aber nur über die programmlichen Teile eines Radios, garantiert nicht über die geschäftlichen... (obwohl ich auch interessante neue Geschäftsideen schon hatte).

    Es kommt natürlich auch noch hinzu, dass ich keinem traue und dass ich zuviele gesehen habe, die gescheitert sind...

    Danke für die Aufmerksamkeit. Das war's.
     
  14. le corbusier

    le corbusier Benutzer

    Nochmal Hochachtung!

    Ja, da muß ich wohl doch zustimmen - Deine Erklärung, inwieweit Passionen durchaus in der B-Spalte laufen, leuchtet mir ein. Ich dachte vielmehr an die lehrenden Worte meines Vaters, der immerzu sagte, dass die "einzig wahre Leidenschaft, die man im Leben hat - natürlich neben der Liebe und gutem Wein - dringend in möglichst vielen Bereichen des Alltags und eben auch des Berufs vertreten sein muß"!

    Will sagen: Du hast oft erst dann freie Fahrt und echten Esprit, wenn Du zahlreiche Aktivitäten mit Deinen Passionen anreicherst.

    Ich habe ein paar Radioleute erlebt, die das Wort "Macher" nicht mehr verdienen, die von Eitelkeit und Überlebenspanik entstellt wurden. Und für die mir das entsetzlich Leid tut.

    Und ich kenne eine Handvoll anderer, deren Herz auch nach Jahren, nach Tiefschlägen, nach Gängelei und Perspektivarmut dennoch für den Hörfunk schlägt. Das sind die Macher, das sind die, die sich vom großen Rest unterscheiden, der nur eines im Sinn hat: an der Supermarkt-Kasse anhand seiner Stimme als Lokalprominenz entlarvt zu werden. Hossa!

    Aber in Bezug auf Deine Bedenken, Dich aufgrund des Formatradio-Diktats nirgends austoben zu dürfen, muß ich zum Einen den Vater Katherine Hepburn's zitieren, zum anderen einfach die hoffnungsvolle Vermutung anstellen, dass gute Ideen nie auf taube Ohren stoßen - im Wortsinne.

    Das Zitat zum Schluß: "Reite Dein Pferd selbst!" Klingt belanglos, oder? - Ich find's sehr stark...
     
  15. der beobachter

    der beobachter Benutzer

    @radiosi:
    Junge, dein Statement hat Format. Hebst dich ein wenig deutlich auf den Präsentierteller, aber lässt richtig was über dich raus. Alle Achtung.

    Ein Widerspruch von meiner Seite:
    "Es gibt kein Radio zum Spaß, es ist alles Wirtschaft, überall geht's um's Geld..."

    Ich gehöre ja zu den "Spätberufenen", habe nie Radio gehört, bis ich 23 war. Dann SWF3 gehört, es geil gefunden und gedacht, "das kann ich auch". Motivation: der reine Spaß.

    Und wie sieht die Realität aus? Es gibt "Radio zum Spaß". Ich finde manchen Kollegen unerträglich, ich finde die derzeitige Interpretation des Begriffs Formatradio unerträglich und schlicht dumm, ich finde vieles niveaulos, langweilig und pseudo-witzig. Es gibt tausend Gründe, etwas ganz anderes zu machen. Ich hatte eine Zeitlang keinen Job beim Radio und habe mich woanders umgeguckt. Aber ich musste zurück, denn nirgendwo bin ich so motiviert und auch so gut wie beim Radio. Einfach weil es mir Spaß macht. Unglaublich viel Spaß! Was aber eben nichts daran ändert, dass ich davon Leben muss, das Geschäft nicht aus den Augen verlieren darf, dass ich mich nach den Vorgaben anderer richten muss. Aber all das mache ich eben nur, weil ich im Gegenzug dafür Radio machen kann - ohne mich über den Tisch ziehen zu lassen. Denn es gibt natürlich Leute, die diese Begeisterung sehen und meinen, "der ist abgeflippt, dem müssen wir nicht viel geben, dann ist er schon glücklich". Da beginnen dann die unschönen Seiten, ändert aber nichts an meinem Spaß am Medium. Die Balance zu finden zwischen Spaß und Geschäft, bleibt aber schwierig. Finde ich.
     
  16. kk

    kk Benutzer

    Ich muß sagen, ich kann Dicgh gut verstehn -
    ich hab möglicherweise auf einem ähnlichen Weg die andere (richtige?) Abbiegung genommen.
    Aber eines bleibt mir doch noch anzumerken:
    Bei so viel Begeisterung hätte doch eigentlich ein Praktikum (4 Wochen, z.B. im Urlaub) drin sein müssen, oder?
    Ich möchte Deine Begeisterung nicht bremsen, aber mit 'Plattenauflegen' und Drumrumgequake hat Radio eigentlich nichts zu tun...
    Talent und Stimme sind auch nur dann wirklich gut, wenn es Dir auch gelingt, das gut zu vermarkten, sprich Radiobeiträge 'verkaufen' zu können.
    Es gibt, denke ich, kein Metier, in dem so viel Vorleistung erwartet wird wie in den sog. elektronischen Medien, sprich Radio und Fernsehen. Und dazu gehört leider auch eine gehörige Portion Risiko, die Durststrecke, das Stühlesägen, mitunter der Umzug alle zwei Jahre quer durch Deutschland, kräftige Ellenbogen, eine gehörige Portion Fatalismus und die Erkenntnis, daß man nur genau so gut ist, wie der Redakteur vor einem sich das denkt, und das meistens auch nicht wirklich interessant ist.
    Und - dazu gehört auch ein Name, den man sich macht. Und deswegen wird's mit dem Nebenbei-Job erst dann was, wenn man lange Jahre hauptamtlich gearbeitet - und extremes Marketing in eigener Sache betrieben hat. Da spielt es auch keine Rolle, was für einen Preis Du nimmst . Mit Deinen günstigen Preisen arbeitest Du sogar eher contraproduktiv; die anderen Mod's werden dadurch nämlich nur noch im Preis gedrückt - und Dein Angebot ist dann das Argument...
    Ach ja -
    Radio und/oder Fernsehen ist immer Teamplay. Ob als PD oder Praktikant. Es geht nicht anders. Und das bedeutet auch Vertrauen - auch wenns schwer fällt!

    Ich weiß, ich hab ein sehr düsteres Bild gemalt vom Rundfunk. Aber so siehts - nicht erst seit gestern - leider aus. Die Begeisterung, die Dich treibt, trieb viele vor Dir - und andere wußten das wirtschaftlich zu nutzen.

    Also - mein Rat:
    Entweder, Du gehst volles Risiko (mit allem, was das für Dich bedeutet) - oder Du mußt Dich leider von Deiner Leidenschaft (zumindest dem, was Du Dir darunter vorstellst) verabschieden - alles andere hat keinen Sinn!
    Trotzdem viel Erfolg

    So long ...
     
  17. Angel

    Angel Benutzer

    Zitat Radiosi:
    -----------------------------------------------------------------------------------
    "Was hier von mir zu lesen ist, ist also viel großes Wunschdenken, was ich aber nicht umsetzen kann, da ich in der Realität den Mund dann nicht aufmache, nicht sage, was ich für Ideen habe, und nicht zeigen kann, was (vielleicht) in mir steckt.
    D.h. viele Menschen sehen vielleicht Potential in mir, sehen aber, dass ich nichts draus machen kann. Ich vertrage leider auch Kritik sehr schlecht und habe daher eben große Angst, etwas falsches zu machen, was natürlic verhindert, dass ich mal etwas wage."
    -----------------------------------------------------------------------------------



    Äh - entschuldige mal!!! Wie, bitte schön willst Du moderieren wenn Du Deinen Mund nicht aufkriegst? Wenn Du nicht mal zeigen kannst, was in Dir steckt, wird das mit dem Moderieren erst recht nichts!
     
  18. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Re: Re: Respekt!

    Ist das nicht eine Frage des Typs? Ich zähle mich zu den Optimisten, habe Spaß an meinem Leben so wie es ist - auch wenn ich nicht das mache, was ich früher mal vorhatte. Ich hatte z.B. immer bestimmte Ideen von Radio - fast keine davon hat sich mit der Wirklichkeit gedeckt. Aber ich habe auch in den tatsächlichen Anforderungen Spaß gefunden. Wenn man gefordert ist z.B. live exakt 39 Sekunden zu reden, kann man sich darüber ärgern - oder den Ehrgeiz entwickeln, exakt 39 Sekunden sinnvoll und grammatikalisch einwandfrei zu füllen und wenn man es geschafft hat, kann man das langweilig finden oder sich diebisch drüber freuen, dass man etwas kann, was andere nicht können. Immer eine Frage der Einstellung......
    Sieht man sich als Macher oder Star, dann wird man zumeist enttäuscht werden - sieht man sich als Dienstleister, dann kann dieses "Dienen" , also das Erfüllen der Anforderungen, allein schon Riesenspaß machen. Und die Kreativität kann man erst dann einbringen, wenn man zuvor die Anforderungen erfüllt hat.

    Zur Nebenberuflichkeit: Ich glaube, das spielt keine große Rolle. Wenn Du eine Sendung haben willst, dann wird es nebenberuflich normalerweise nur am Abend oder am Wochenende sein. Dazu muss dein Aircheck beim PD schon mal in der Schublade mit der Aufschrift "Gut" liegen - und du musst eben entweder bereit sein, wenn irgendwo ein Sendeplatz frei wird - oder Du musst dem Geschlechtsführer klar machen, dass Du die Mehrkosten gegenüber dem Automaten wieder einspielst. Und Letzteres ist relativ schwierig, es sei denn Du arbeitest gratis......
     

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