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Werbeverbot ARD

Dieses Thema im Forum "Radioszene Deutschland" wurde erstellt von Radiostart, 21. Oktober 2003.

Status des Themas:
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  1. Radiostart

    Radiostart Gesperrter Benutzer

    Sollen die öffentlichen Sender dazu gezwungen werden weniger Werbung zu senden wie es ein sehr bekannter und beliebter Politiker fordert(Edmund Stoiber, Bayern) was haltet Ihr davon?

    Was soll der Erfolg dabei sein wenn die öffentlichen Rechtlichen mehr keine Werbung senden dürfen?
    Ich finde diese Aktion äußerst sinnlos und für falsch, was soll es den Privaten bringen?
     
  2. berlinreporter

    berlinreporter Benutzer

    Nicht nur Stoiber fordert das - sondern auch (verständlicher Weise) Haim Saban (aus: Kontakter):
     
  3. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Wo der Mann recht hat, hat er recht!
     
  4. radiodiplom

    radiodiplom Benutzer

    @radiostart: Stoiber ... beliebt ???:mad: ... Na ja, die Bayern werden es hoffentlich früher oder später auch merken, das man mit flachen Stammtischparolen keine wirklich erfolgreiche Politik machen kann ...

    Nett finde ich ja auch den Seitenhieb von Herrn Saban ("Ich habe noch 40 Milliarden Dollar, von denen ein Teil zu investieren sei ....", heisst wohl: also Edmund, mach gefälligst, was ich will, damit ich mein Geld in Bayern lasse, siehe
    w&v

    ... aber zurück zum Thema ...

    Werbeverbot für ÖRs im RADIO (und bitte nicht wieder mit Fernsehen verwechseln, liebe Gemeinde) hat ja angeblich Vorteile für die Privaten (mehr Werbeeinnahmen). Vielleicht tatsächlich kurzfristig, aber dann?

    Szenario:
    a) Quote der Privaten sinkt weiter, denn bislang habe ich noch keine Studie gelesen, wonach Werbung zur Hörerbindung beiträgt, sondern eher ein Abschaltfaktor ist. Das wird Mittelfristig zur Folge haben, das die Werbepreise sinken müssen ...

    b) Die Agenturen schalten sowieso weniger, weil sie nicht mehr die ganze Zielgruppe erreichen können, siehe diese sehr interessante Studie zur Radiowerbung

    So Long...
     
  5. Jasemine

    Jasemine Benutzer

    Warum wäre ein Werbeverbot, Sponsoringverbot und Verbot von Nonspotwerbung bei öffentlich-rechtlichen Medien gut für private Medien?

    Aus drei Gründen:
    1.) Wichtigster und leider unbekanntester Grund: Die öffentlich-rechtlichen könnten durch Werbepreisdumping nicht weiterhin die Geschäftsgrundlage der privaten empfindlich stören ( "Guten Tag, ich komme vom XY-Rundfunk. Wie sie zahlen bei Privatradio XZ diese Summe nur für einen kleinen Regionalisierungsbereich in einem Bundesland? Lächerlich, bei uns bekommen Sie für ein klein bisschen mehr gleich drei Bundesländer, hoho".)

    2.) Wenn die öffentlich-rechtlichen keine Werbung, Sponsoring und andere Nonspotwerbung mehr machen dürfen, dann wird es langfristig auch nicht mehr haltbar sein, Formate anzubieten, die als Werbeumfeld ausgelegt sind (im Radio kennt ihr alle Beispiele, im Fernsehen wäre es beispielsweise "Verbotene Liebe"). Haben öffentlich-rechtliche Sender nicht mehr die Triebfeder wie private Kommuniktaionskraft aufzubauen, um diese zu vermarkten, führt das auf lange Sicht (eventuell auch auf Druck der Medienpolitik) zu weniger kommerziellem Programm.

    3.) Wird das Programm weniger kommerziell wird es auch weniger massenattraktiv. Warum? Weil nur private Programme fette Majorpromotions, Außenwerbekampagnen usw. während der Mediaanalyse machen dürfen. Wie sollte man es den öffentlich-rechtlichen durchgehen lassen, während einer Werbemedienquotenerhebung Millionen rauszuschmeißen, um dort ausgewiesen zu werden, wo sie doch gar keine Werbung haben?
    Das heißt: Denkt man das Werbeverbot zu Ende, dann würde man nicht nur die ASS auflösen müssen, sondern auch die komplette AG.MA-Ausweisung öffentlich-rechtlicher Medien verhindern. Und das wäre schlussendlich selbstverständlich enorm positiv für die privaten Medien.
    Das Gegenargument, Kommunkationskraft für die Werbekunden würde flöten gehen und so dem Medium an sich Schaden zugefügt werden, gilt dann nicht, da die Kommunikationskraft der öffentlich-rechtlichen nicht mehr meßbar, ergo nicht mehr vorhanden wäre.

    Aber das ist selbstverständlich alles rein hypothetisch und nicht durchführbar und ob es wünschenswert wäre, stellt die Jasemine mal dahin.
     
  6. Finchen

    Finchen Benutzer

    Also ich sehe das so:

    Rundfunkgebühren für alle, soll heissen, Gelder werden aufgeteilt nach Einschaltquoten laut MA.

    Oder Rundfunkgebühren abschaffen.nach dem Motto: "Es lebe die freie Marktwirtschaft !"

    Ich plediere für Werbeverbot für alle, die Rundfunkgebühren zur Finanzierung des jeweiligen Programms bekommen. Warum sollte eine Sender doppelt abkassieren dürfen???
    Und jetzt bitte nicht mit dem "Öffentlich-rechtlichen Auftrag" kommen !!!
    Jeder Sender nutzt zum Beispiel die 0137-Nummern um nochmal Geld zu scheffeln. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender haben zum Beispiel von 9Live gelernt. Ist das der "ÖR"-Auftrag? Das ist doch absurd !!! :confused:
     
  7. müllstation

    müllstation Benutzer

    Einspruch Jasemine.
    Das Preisdumping haben die Privaten und Ihre Vertreterlein in den letzten Jahren doch nicht unerheblich mitbetrieben. Ein Medienverkäufer, dem es an "pride&passion" fürs Produkt fehlt, machts halt nicht über Argumente, sondern über Rabatte.
    Wer kann es dem Kunden verübeln, wenn er lieber im Großen bucht und mit gestandenen Verkäufern feilscht, als 10 regionale Ex-Autohändler zur Audienz zu bitten, die Ihm noch nicht mal in die Augen schauen können, weil sie den Höfling mimen.
     
  8. müllstation

    müllstation Benutzer

    Einspruch Jasemine.
    Das Preisdumping haben die Privaten und Ihre Vertreterlein in den letzten Jahren doch nicht unerheblich mitbetrieben. Ein Medienverkäufer, dem es an "pride&passion" fürs Produkt fehlt, machts halt nicht über Argumente, sondern über Rabatte.
    Wer kann es dem Kunden verübeln, wenn er lieber im Großen bucht und mit gestandenen Verkäufern feilscht, als 10 regionale Ex-Autohändler zur Audienz zu bitten, die Ihm noch nicht mal in die Augen schauen können, weil sie den Höfling mimen.
     
  9. PFL

    PFL Benutzer

    die andere seite....

    hier noch ein paar betrachtungen, ergänzungen oder präzisierungen zum posting von jasemine


    zum einen ist der werbemarkt bei öffentlich-rechtlichen eh schon reguliert. in den ö/r-staatsverträgen gibt es bei den meisten sendern beschränkungen. und bislang ist mir kein privatsender bekannt, der aufgrund des preisdumpings oder der ö/r-konkurrenz in den sack gehauen hat. das gilt für hörfunk und fernsehen.

    zum thema fernsehen: klar haben die ö/rs einen grundversorgungsauftrag. sie sollen informieren und bilden. aber auch dafür muß ein passendes umfeld geschaffen werden. denn programme, die nur aus tagesschau und aspekte oder der großen tierdoku bestehen, ziehen nicht unbedingt massig zuschauer. damit würdest du die ö/r sender automatisch zu spartenprogrammen machen - und damit die gebührendiskussion noch mehr anheizen ("ditt kiekt doch eh keene sau, warum soll ickn dafur ooch noch löhnen") - wäre also kontraproduktiv.

    und: auch unterhaltung zählt für mich zur grundversorgung und es soll ja durchaus auch menschen geben, die entertainment nach ö/r style mögen.

    gruß

    pfl
     
  10. Unwissender

    Unwissender Benutzer

    Ich finde ja, dass es den ARD-Radios weiter erlaubt sein muss, Werbezeiten zu verkaufen. So viel ist es ja nicht und die Regeln sind relativ eng. Viel wichtiger wäre die Frage, ob sich das Gesamtsystem nicht überlebt hat, der eigentliche Auftrag nicht mehr zählt und gerade viele ör-Sender, die schwerst nach Kommerzfunk klingen, irgendeine Sonderreglung bekommen sollten, die den tatsächlichen Gegebenheiten folgt. Soll heißen, wirtschaftliche Unternehmen unter dem „Hauptgesellschafter“ ARD, ohne Rundfunkgebühren. Denn welches ör-Formatradio hat denn noch was mit dem eigentlichen Auftrag zu tun?
     
  11. radiodiplom

    radiodiplom Benutzer

    @Unwissender

    Auch wenn ich mich hier glaube ich zum fünften mal wiederhole, aber auch der angeblich unwissende möge sein Wissensspektrum erweitern :)

    Die "Kommerzsender" der ÖRs im Radio erhalten - zumindest bei beiden, die ich in dieser Tiefe kenne - KEINE GEZ-Gelder (siehe z.B. Diplomarbeiten über EinsLive), im Gegenteil: Die deutlichen Überschüsse, die diese Sender durch Werbeeinnahmen erwitschaften fließen in den großen Anstaltspott und finanzieren die Randprogramme (wie WDR 3)... U.a. ein Grund dafür, warum der Radioanteil an GEZ relativ niedrig ist,
     
  12. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Es ist doch völlig irrelevant, ob die ARD-Kommerzwellen Überschüsse an andere ARD-Programme abführen. Entscheident ist der marktverzerrende Einfluss von SWR 3 & Co. Werbedumping und den Wegkauf beliebter Moderatoren von den Privaten dürfte der ARD aufgrund ihrer Gebühren-Mrd. nicht schwerfallen. Ich kann es doch keinem Mitarbeiter eines privaten Senders verdenken, wenn er die ör Hängematte (die zumindest bei Festeinstellung winkt) vorzieht.
    Der utopisch hohe Finanzbedarf der ARD entsteht im übrigen durch folgendes:
    1) Kauf von teuren Rechten auf dem kommerziellen Markt (Sport, Kinofilme)
    2) Ständige Ausweitung von Projekten und (Sparten-) Programmen bei gleichzeitiger Abnahme von anspruchsvollen Programmplätzen im "Ersten"
    3) Verschwendungssucht (wie Aufschalten aller WDR-TV-Regionalprogramme digital auf ASTRA)
    4) Zuviel Mitarbeiter - Ich war immer "fasziniert", wieviel Mitarbeiter beim WDR-Hörfunk unproduktiv herumhingen
    Die Gebühren könnten sogar sinken, wenn die ARD sich nicht dermassen dem Kommerz (Punkt 1) hingeben würde. Da sind die Werbeeinnahmen aus der Hörfunkwerbung leicht zu verschmerzen.
     
  13. Steinberg

    Steinberg Benutzer

    Mensch Tom, altes Ofenrohr, das wurd aber auch Zeit. Ich hab mich schon gewundert, wo du bleibst. Hattest wohl deinen guten alten Thesenzettel verbummelt, was?
    Naja, also: erst einmal muß ich dich aufmerksam machen; nämlich darauf, daß es wieder einmal eine dummdreiste Unverschämtheit von dir ist, im Zuge deiner Krakeelerei Kollegen "unproduktives Herumhängen" zu unterstellen. Soweit ich weiß, kennst du den WDR nur von Führungen. Weißt du, was die Leute dort arbeiten? Vielleicht waren sie beim Herumhängen ungeheuer produktiv! Also wieder einmal rate ich dir zur Vorsicht mit solchen gemeinen und aus der Luft gegriffenen Behauptungen.

    Aber mal was anderes: Lieber Tom, wieder einmal ratterst du in deiner ewigen Litanei wieder einmal auf den geschätzen Kollegen des FERNSEHENS!!! herum. DARUM GEHTS DOCH HIER ABER GAR NICHT! Das, was die armen Schlucker vom Radio abbekommen, ist ein klitze-Fitzel gemssen an dem Gesamtbetrag, der hoffentlich auch von deinem Konto regelmäßig abgebucht wird.
    Tom.....

    Ich mach dir mal ganz im Ernst einen Vorschlag: gib mir deine bankverbindung, und ich zahle dir höchstpersönlich für die folgenden 3 Monate deine GEZ für den Hörfunk. Ist echt mein Ernst. In dieser Zeit hast du ja in Sachen Radio und deiner sogenannten "Zwangsgebühr" hier nichts mehr rumzumosern, weil es ja auf meine Kappe geht. Du hörst Radio für Nüsse, freust dich drüber und denkst mal nett an mich. Dafür tauchst du aber auch in dieser Zeit hier nicht mehr auf und verbreitest deinen Blödsinn stattdessen in einem der zahlreichen TV-GEZ-Auweia-die -Welt-ist-schlecht-Foren, wie es sie zuhauf gibt und die sicherlich auch alle kennst.
    Abgemacht?
    Ich steh zu meinem Wort - ey, ich schwör, Alta...
     
  14. Radiostart

    Radiostart Gesperrter Benutzer

    was zum lachen

    Hier ein Beitrag der nicht ausdrücklich gesagt nicht meiner Meinung entspricht aber trotzdem finde ich ihn ziemlich witztig manche Leute müssen alles kritiesieren. Ich finde diese Leute haben einen kleinen Schaden hier liest es euch und macht selbt ein Eindruck davon:Der Lifetime-Award 2003 geht an die Gebühreneinzugszentrale - GEZ für deren unermüdlichen Einsatz bei der bedingungslosen Ermittlung von Schwarzseherinnen und Schwarzhörern. Ohne Rücksicht auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, beschafft sich die GEZ seit Jahren regelmäßig und systematisch Daten von Meldebehörden, von öffentlichen Stellen, von Adresshändlern und äußerst fragwürdigen weiteren Quellen, um Menschen zu finden, die keine Rundfunkgebühren bezahlen, selbst wenn diese an der Nutzung von Hörfunk und Fernsehen kein Interesse haben.

    Die GEZ und die Gebührenbeauftragten der Rundfunkanstalten sammeln dabei in einem Übermaß Daten, dringen unter Überrumpelung von Menschen in deren Wohnung ein und nötigen die Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zur Offenbarung von eigenen Daten."

    Die Gebühreneinzugszentrale zieht seit dem Jahr 1976 für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die Gebühren für Rundfunk und Fernsehen ein. Hierbei wurde von Anfang an das Datenschutzrecht von Millionen von Menschen und deren Anspruch auf ein transparentes Verfahren ignoriert. So geriert sich die GEZ nur als verlängerter Arm der jeweiligen Rundfunkanstalten, für die sie Daten im Auftrag verarbeite. Tatsächlich findet die gesamte Datenverarbeitung über Gebührenzahler und vermeintliche Gebührenpflichtige bundesweit und faktisch eigenverantwortlich durch die GEZ statt. Rechtlich tut sie jedoch so, als handele sie ohne jede Verantwortung im Auftrag der Rundfunkanstalten. Dies hindert die GEZ abernicht, sämtliche Daten in einem großen Topf zu verwalten. Auf dem Zentralrechner der GEZ werden mehr als 37 Millionen Teilnehmerkonten geführt, die immer wieder Begehrlichkeiten auch rundfunkfremder Stellen zwecks zweckwidriger Nutzung wecken.

    Einer umfassenden unabhängigen Datenschutzkontrolle entzieht sich die GEZ - außer in den Ländern Berlin, Brandenburg, Bremen und Hessen - durch einen Trick: Sie behauptet fälschlich, für sich das Medienprivileg, also das Grundrecht der Pressefreiheit, in Anspruch nehmen zu können. Doch hat das "freie Sammeln von Daten" über wirkliche und fiktive Gebührenschuldner nichts, aber auch gar nichts mit einer freien Berichterstattung zu tun. Für die Datenschutzkontrolle zuständig sind dennoch nicht die öffentlichen Datenschutzbeauftragten, sondern vorwiegend spezielle Rundfunk-Datenschutzbeauftragte, deren Tätigkeit sich der kritischen Öffentlichkeit entzieht und denen die Unabhängigkeit von ihren Anstalten abgeht - eine Unabhängigkeit, die von der Europäischen Datenschutzrichtlinie zwingend gefordert wird.

    Praktisch die gesamte Datenerhebung der GEZ basiert auf der bürgerfeindlichen und zugleich falschen Unterstellung, alle Menschen in Deutschland, die keine Gebühren für Rundfunk und Fernsehen bezahlen, seien Schwarzhörer und -seherinnen. Mit der Änderung des Melderechtsrahmengesetzes ließ sich die GEZ den Zugriff auf die Ummeldedaten aller deutschen Meldeämter (außer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) mit acht Kerndaten einräumen, egal ob die Umziehenden sich bei der GEZ korrekt gemeldet haben oder gar keine Rundfunkgeräte bereit halten. Diese Vorratsdatenspeicherung, die praktisch zur Errichtung eines zentralen Bundesmelderegister bei der GEZ führte, erfolgte von Anfang an gegen den Widerstand der Datenschutzbeauftragten, die darauf hinwiesen, dass ein solches Register gegen den verfassungsrechtlichen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verstößt.

    Beim Auffinden nicht gemeldeter Rundfunkgeräte erweist sich die GEZ als hochgradig kreativ. So kommt es vor, dass sie bei Kfz-Zulassungstellen nachfragt, welche Kfz-Händler Autos für Kfz-Käufer kurzfristig auf sich angemeldet haben. Ziel der Anfragen ist es, von den Kfz-Händlern Gebühren für die Autoradios zu erheben, wohl wissend, dass auch diese Form der Datenbeschaffung rechtswidrig ist. Oder es kommt vor, dass sich die Gebührenbeauftragten in touristischen Kommunen Listenauskünfte über die Zweitwohnungssteuer zu verschaffen versuchen, wieder vorsätzlich unter klarer Missachtung des Steuergeheimnisses.

    Eine weitere Form der Datenbeschaffung durch die GEZ besteht darin, dass sie sich beim privaten Adressenhandel bedient. Dies führt dann schon einmal dazu, dass nicht gebührenpflichtige minderjährige Kinder aufgefordert werden, ihr Rundfunkgerät anzumelden. Oder korrekt zahlende Gebührenzahler werden auf Grund von Abgleichfehlern unter Drohungen aufgefordert, endlich ihre Geräte anzumelden. Diese Form der Datenbeschaffung ist aber nach den anwendbaren Datenschutzgesetzen unzulässig. Die GEZ beschafft sich auf der einen Seite zwnagsweise Daten wie eine Behörde. Da das ihren Datenhunger noch nicht stillt, tut sie einfach wie eine Privatfirma, die sich zusätzlich auf dem freien Datenmarkt bedient.

    Gelingt die Beitreibung der Rundfunkgebühren nicht über staatlichen Zwang, so meinte die GEZ wie ein normaler Kaufmann handeln zu können. Bereits seit den 80er Jahren übermittelt sie derart die Daten der Säumigen an ein privates Inkassobüro, das dann mit seinen Mitteln die Schuldner zum Zahlen zu bringen versucht.

    Wie eine Ordnungsbehörde tritt sie aber auf, wenn sie vermeintliche Schwarzhörer anspricht bzw. anschreibt. In den Anschreiben an Nichtgemeldete bzw. an Personen, die nur ein Radio angemeldet haben, wird der Eindruck vermittelt, die Betroffenen hätten die Pflicht, wiederkehrend Auskunft zu geben, dass keine weiteren Rundfunkgeräte vorhanden sind. Mit jedem der drei Formschreiben der GEZ wird die Tonart ruppiger. Bei den Betroffenen wird systematisch wahrheitswidrig der Eindruck vermittelt, sie hätten diese Schreiben in jedem Fall - portopflichtig - zu beantworten.
    Von richtiggehenden Übergriffen durch sog. Rundfunkbeauftragte wird immer wieder berichtet. Diese verschaffen sich teilweise unter Vorspiegelung falscher Umstände, durch polizeiähnliches Auftreten oder durch einfaches Drohen Zutritt zu Wohnungen, um diese auf nicht angemeldete Geräte hin zu inspizieren.

    Wer sich, wie z.B. Rentner, Studierende oder Arbeitslose, wegen zu geringem Einkommen von der Rundfunkpflicht befreien lassen möchte, wird - zumeist unter Vermittlung durch die Sozialämter - zu Angaben gedrängt, die in mancher Hinsicht weit über das hinausgehen, was zur Berechnung der Sozialhilfe erfragt wird. Angegeben werden müssen entgegen dem Wortlaut der Befreiungsverordnung Telefon- und Handygebühren, Heiz- und Stromkosten, Kabel- und Internetgebühren bis hin zu den Kosten für die Unterhaltung eines PKW, was durch Belege nachgewiesen werden muss. Und dies alles nur, um die Zahlung von 17 Euro im Monat zu vermeiden.

    Fast unmöglich ist es, bei der GEZ ein Rundfunkgerät abzumelden. Statt einer Bestätigung erhalten die bisherigen Gebührenzahlenden ein Schreiben, in dem sie - wieder ohne Rechtsgrundlage - aufgefordert werden, die Gründe für die Aufgabe ihres Gerätes mitzuteilen sowie die dritte Person zu benennen, die das bisherige Gerät übernommen hat, inclusive Geburtsdatum und GEZ-Teilnehmernummer. Diese Dritten werden erst gar nicht gefragt. Immer wieder geschah es auch, dass regelgerecht abgemeldete Rundfunkteilnehmer wieder in Mailing-Aktionen einbezogen und deren Daten nicht gelöscht wurden.

    Der gesamte teuere administrative Aufwand einer teilweise gesetzeswidrigen Gebühren- und Datenerhebung ließe sich dadurch vermeiden, dass die Gebühren nicht mehr am "Bereithalten eines Rundfunkgerätes" anknüpfen, sondern vielmehr von allen Volljährigen einheitliche Abgaben erhoben werden. Technologiebedingt ist es kaum mehr möglich, zwischen Rundfunk- und anderen multifunktionalen Kommunikationsgeräten wie Internet-PC, UMTS-Mobiltelefon usw. zu unterscheiden. Daher haben die Datenschutzbeauftragten im Jahr 2000 gefordert, im Interesse der Kosten- wie der Datenvermeidung ein einfacheres pauschales Finanzierungsmodell zu wählen. Schon im Jahr 1999 forderte die CDU die Einführung einer pauschalen Gebühr. Der Vorsitzende des Bundesfachausschusses Medien der CDU wird damit zitiert, dass diese Abgabe auf die Hälfte der bisherigen Gebühr reduziert werden könne, u.a. auch weil die gewaltigen Datenverarbeitungs- und Verwaltungskosten bei der GEZ entfallen würden. Die Ministerpräsidenten der Länder haben im Herbst 2001 beschlossen, die Rundfunkgebühr künftig haushaltsbezogen zu erheben. Wenn die GEZ unterstellt, alle Haushalte hätten heute ein Rundfunk und ein Fernsehgerät, so kann sie auch die Konsequenz daraus ziehen, ohne Verletzung des Datenschutzes alle finanziell gleich zu belasten. Tatsächlich hat sich aber bis heute nichts getan.

    Aktiv bleibt die GEZ mit ihrer Lebensaufgabe, unter Missachtung des Verbots der Vorratsdatenverarbeitung und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung die Menschen in Deutschland zu drangsalieren. Auch wenn sich die ganzen Ermittlungen und Datenabgleiche finanziell für die GEZ nicht lohnen sollten, so hat sie jedenfalls dafür von uns den Lifetime-Award verdient.

    Herzlichen Glückwunsch - GEZ.

    Quelle: http://www.big-brother-award.de/2003/.life/
     
  15. Makeitso

    Makeitso Benutzer

    Also, witzig finde ich diesen Artikel ganz und gar nicht, denn er beschreibt sehr genau die traurige Realität. Die GEZ ist, wie im vorletzten Absatz angeführt, ein unnötiger bürokratischer Klotz, der Millionenkosten verursacht und grundsätzlich jeden Deutschen unter Kriminalitätsverdacht stellt; ihre Methoden sind rechtlich fragwürdig bis ungesetzlich und ihre Vertreter führen sich auf, wie eine Ersatzpolizei. Der ganze Laden gehört schnellstens abgeschafft.
     
  16. Radiostart

    Radiostart Gesperrter Benutzer

    prvate Radio Vermarter drängen auf Werbeverbot für ARD

    Hier ich habe von einem Bekannten folgenden Interessanten artikel bekommen als Quelle wurde mir angegeben:

    http://www.musikmarkt.de/content/news/news_2.php3?bid=7447&th=7447

    Hier den Bericht den Ich euch weitergebe:Radiomarkt unter großem Druck

    28.10.2003

    München - Der anhaltend schlechte Werbemarkt macht dem privaten Hörfunk schwer zu schaffen. "Die Situation ist bedrohlich", erklärt Wilfried Sorge, Geschäftsführer der RMS Radio Marketing Service, dem größten Vermarkter im privaten Hörfunk. "Das Radio hat auf der Einnahmeseite stark verloren. Wenn sich die Wettbewerbsbedingungen nicht verändern, wird das Sendersterben weitergehen", warnt auch Hans-Jürgen Kratz vom Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) und Geschäftsführer der Antenne Thüringen.

    Das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtet, dass in den ersten neun Monaten die Werbeeinnahmen um 2,4 Prozent auf knapp 650 Millionen Euro zurückgingen. "Die Bedeutung des Radios wird geringer. Deshalb müssen alle Hörfunkbetreiber bei der Vermarktung zusammenarbeiten. Wir dürfen nicht vom Begleit- zum Verzichtmedium der Werbewirtschaft werden", so Achim Rohnke, Geschäftsführer von ARD-Werbetochter Sales & Services.

    Deshalb fordert Kratz: "Wir brauchen mehr Deregulierung statt Regulierung." Doch bislang sind kostensparende Kooperationen enge Grenzen gesetzt, um eine möglichst hohe Programmvielfalt zu gewährleisten. Von einer Deregulierung würden insbesondere die Großen der Radiobranche wie die Bertelsmann-Tochter RTL Radio Deutschland, der Axel Springer Verlag oder Burda profitieren, warnen Insider bereits.

    Hauptproblem der privaten Radios ist aus der Sicht des VPRT die "übermächtige" ARD. "Die Werbepreise der ARD sind Dumpingpreise. Das ist unfairer Wettbewerb", klagt sich Kratz über den Konkurrenten. Doch die ARD weist diesen Vorwurf zurück. "Nur wegen der älteren Zuhörer bei einzeln Radiosendern sind wir billiger. Die Werbewirtschaft interessiert sich nunmal vor allem für die 14- bis 49-Jährigen", erklärt ARD-Mann Rohnke.

    Unterdessen attackiert der VPRT den öffentlich-rechtlichen Rundfunk frontal. Er fordert einen Verzicht auf Werbung und eine Reduzierung des Radioangebots. "Die immer weitere Aufspaltung im öffentlich-rechtlichen Hörfunk entspricht nicht dem Grundauftrag. Wir wollen daher eine Beschränkung auf drei Radioprogramme pro ARD-Anstalt", sagt Kratz. Derzeit betreibt die ARD bundesweit 61 Radios.
     
  17. honk

    honk Benutzer

    moin, moin,

    ich schmeiß mich weg vor lachen!

    was heißt wir dürfen nicht werden?

    [SIZE=4]AUFWACHEN, Herr Rohnke. Wir sind es längst geworden.[/SIZE]
    und das aus mehreren gründen:
    1.
    weil keine MARKEN kommunikation radio betrieben wird, sondern nur ein regionales dahinwurschteln aller beteiligten stattfindet. jeder für sich. und kommt mir nicht mit der "wer hören will müss fühlen" aktion (oder ähnlichem unfug). das ganze mag ja noch nett sein, wenn dann aber im vertrieb und in der kommunikation mit den werbekunden von begleitmedium, ergänzungsmedium und so ein zeug gefasselt wird, darf man sich nicht wundern, wenn die leute dementsprechend buchen.
    2.
    es wird vielzuwenig über den vorteil des radios gesprochen. wir sind vor ort, mitten unter unseren hörern, schnell und - wenn es gutgemacht ist - unterhaltend.
    3.
    wir uns gegenseitig im wettbewerb unterbieten und bei unseren lächerlich machen. da ist das desaster 2001 (mit der neuen cati- erhebung sollten die preise explosinsartig angehoben werden) nur eines von vielen beispielen.
    in der tat sind zu viele ex-hotelbettenverkäufer als ängstliche "mediaberater" unterwegs. die sind zwar billig, doch verzapfen die so viel müll, das tut schon weh. es gibt leider selbst in den vertriebsführungsebenen zu viele schlechte beispiel. einwandmarketing kennen die meisten in der theorie, aber nicht aus der praxis. kaum einer LIEBT sein medium oder identifiziert sich mit seinem produkt (SENDER!) wirklich.
    ich nenne hier mal ein paar GUTE beispiel, wie man es gut macht:
    gunnar hamel (RTL) und maria m. (TOP-Radio) mit ihren teams.
    und dann wird es auch schon eng.
    und glaubt mir, ich kenne die meisten von diesen sogenannten mediaberatern und ihren chefs.
    HARRSTRÄUBEND wäre noch geprahlt.
    da solltet ihr euch mal die TV-kollegen anschauen. die (meisten) wissen wie es geht.

    und das dann auch die ör´s den selben töpfen hinterherlaufen wie die privaten macht diue sache nicht besser. alle sind nur hinter der kohle her. ohne sinn und verstand.
    wenn wir die gebühren-diskussion schon führen, sollten wir als erstes chancengleichheit schaffen.
    also entweder bekommt jeder was den gez-gebühren oder die gez-empfänger verzichten auf werbung. die folgen hat jasemine ja oben hinlänglich und zu treffend geschildert.
    bravo jasemine.

    die artikel lassen sich im übrigen unendlich weiter aufzählen, so zahlreich sind sie.
    der letzte - und das meine ich zeitlich - war fett in der BamS. und es soll mir keiner kommen das die ass nicht wie von jasemine beschrieben daher kommt.

    das sie das tut kann ich nur aus eigener erfahrung bestätigen.
     
  18. postit

    postit Benutzer

    Hallo honk,

    ich muss dir in vielem zustimmen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ein Werbeverbot tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation der Privaten, oder nicht viel eher zu einem drastischen Rückzug von Werbeinvestitionen im Hörfunk generell führt.

    Im März diesen Jahres sind die "Frankfurter Thesen" der ARD Werbung erschienen:
    http://www.ard-werbung.de/showfile.phtml/frankf.thesen_4.3.03.pdf?foid=6879
    Natürlich auch nicht unvoreingenommen, aber zwei Argumente sollten doch bedacht werden.

    1.) Werbung in öffentlich-rechtlichen Programmen bietet die Möglichkeit, positive Wechselwirkungen zwischen Produkt- und Werbeträgerimage zu nutzen: Öffentlich-rechtliche Programme genießen hohe Glaubwürdigkeit und Ansehen.
    2.) Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichert die Existenz des Werbeträgers Radio. Ohne sie wäre Radio keine relevante Alternative mehr im Wettbewerb mit anderen Werbemedien: Große Teile der Hörerschaft wären nicht mehr erreichbar. Der Niedergang des Radios als Werbemedium bedeutete schlussendlich auch einen Kahlschlag in der Privaten Radiolandschaft.

    Wie gesagt, das ist eine Äußerung aus der Perspektive der ARD-Werbung. Aber ich denke, dass Privatradio an Image und Glaubwürdigkeit arbeiten sollte. Nur den Konkurrenten Öfre auszuschalten bringt die Werbenden noch nicht dazu, ihr Budget auf die Privaten umzuverteilen. Mehr als die Hälfte der Hörfunknutzung entfällt in Deutschland auf die ARD Programme. Wenn diese in der MA nicht mehr ausgewiesen werden, sinkt auch die Bedeutung des Mediums in Vergleich zum Fernsehen oder anderen Medien und damit die generelle Attraktivität für Werbung.

    Gruß postit
     
  19. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    ''Öffentlich-rechtliche Programme genießen hohe Glaubwürdigkeit und Ansehen.''

    Ja, dabei zehrt man aber kräftig vom Imagekuchen der Vergangenheit. Wenn ich mir Programme wie SWR3, das neue hr3 oder Sputnik antue, wird der bald gegessen sein.
     
  20. postit

    postit Benutzer

    Dass einzelne Programme an Qualität verlieren ist möglich, kann ich aber nicht beweisen. Ich kenne keine neuen Studien, habe aber auch den Eindruck. Wobei Wandel des Gewohnten häufig als Verlust gewertet wird (geht mir auch so). Trotzdem ist das positive Image nicht nur durch die Vergangenheit erklärbar. Das Programmbouquet als Gesamtheit überzeugt.

    Ich tendiere ja auch eher zu einem Werbeverbot, allerdings aus programmlichen Gründen. Ob das allein tatsächlich den erhofften Nutzen für die Privaten hätte, wage ich allerdings anzuzweifeln.

    Gruß postit
     
  21. Tom2000

    Tom2000 Gesperrter Benutzer

    Also im Sendegebiet von NDR, SWR oder auch MDR, womit bald halb Deutschland abgedeckt sein dürfte, ist die Qualität wohl mehrheitlich abhanden gekommen.
     
  22. Grenzwelle

    Grenzwelle Benutzer

    ''Wobei Wandel des Gewohnten häufig als Verlust gewertet wird (geht mir auch so).''

    Wahre Worte, die man nie vergessen darf.

    Dennoch - ich bin Mitte 30, Akademiker und sog. besserverdienender Single. Zumindest für diese Zielgruppe glaube ich sprechen zu können und finde bei der ARD kein Programm mehr, in dem ich mich als interessierter Radiohörer halbwegs aufgehoben fühle.

    Aus Verzweiflung gebe ich mir ein Wechselbad der Extreme: XXL und Deutschlandfunk.

    Neben dem Älterwerden und Missen von Gewohnheiten gibt es aber schon messbare Qualitätskriterien:

    Wenn z.B. der Wortanteil bei hr3 zu 25% aus Claims besteht (ich hab's nicht gemessen, kommt mir aber bald so vor), dann ist wohl etwas faul. Außerdem leiden die Nachrichten der Popwellen an Schwindsucht (nein, ich will keine 15 Minuten-Nachrichten, aber 4-5 dürften es doch schon sein, oder). Dafür werden die Nachrichten vor der Werbung geteast, wobei die Teaser-Schlagzeilen kaum mehr enthalten als die eigentlichen Meldungen fünf Minuten später....

    Eine enge Musikrotation mit vornehmlich aktuellem Plastikpop kann man getrost objektiv als schlecht bewerten, ohne sich als unverbesserliches Gewohnheitstier bezeichnen zu müssen.

    hr1 mache ich nun auch nicht mehr an. Statt melodischer Albumtitel mit Aha-Effekt gibts dort jetzt nur noch abgelutschte Hits der letzten 20 Jahre plus Robbie Williams und Shakira. Ist DAS musikalische Kompetenz?
     
  23. Dave

    Dave Benutzer

    Tja, und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter mit meinen Wünschen: Ich hätte gerne einen Sender, auf dem nur Musik gespielt wird. Keine Werbung, keine Nachrichten, keine Beiträge! Unterhaltsame Moderationen und vielleicht mal eine Comedy sind noch erlaubt, aber sonst will ich kein gesprochenes Wort hören! Und wer könnte das besser - ohne Werbeeinnahmen - realisieren als die ÖRs? Meinetwegen können sie da auch Musik spielen, die noch nicht so bekannt ist, von wegen "Bildungsauftrag". Und ruhig ein paar "Ecken und Kanten" in der Musik, aber nicht zu eckig oder zu kantig.

    Ich sehe schon vor mir, wie ich hier mit Kontras zugebombt werde... *g*
     
  24. Hutzel

    Hutzel Benutzer

    zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust

    Solange ich bei den Privaten war, hab ich über die zunehmende Volksverblödung und die massive Beschränkung journalistischer Arbeit geflucht. Seit ich beim ÖR bin, geht mir die Beamtenmentalität und die unglaubliche Geldverschwendung auf den Geist. Aber bei allem Verständnis für euer Begehr: weg mit den Werbeeinahmen für den ÖR, der soll mit den Gebühren auskommen! Ich weiß, es gibt jede Menge Sesselpupser, Festangestellte, die, ich weiß nicht für was, gut bezahlt werden, jedenfalls nicht für ihre Arbeit am Programm. Ich weiß, es gibt kuriose Einrichtungen, wie z. b. die "Klangkörper" genannten Rundfunkorchester, die Unsummen verschlingen. Ich weiß, es gibt Paralellstrukturen, die nur aus Eitelkeit beibehalten werden, Doppel- und Dreifachbesetzungen in Korrespondentenbüros u.v.m. die Liste ist lang. ABER was ist damit: Die Ausbildung beim ÖR ist vorbildlich, ein Volo beim Privaten verdient diese Bezeichnung inzwischen nicht mehr.
    Fortbildung wird gewünscht und auch noch bezahlt! Es gibt auch für Freie eine gewisse Fürsorgepflicht, der Rahmenvertrag gibt finanzielle Sicherheit! Die Arbeit wird angemessen honoriert. Bei den Privaten bekommt eine Handvoll Zugpferde im Hörfunk und beim Fernsehen die Kohle hintenreingeschoben, der Rest muss sich Brosamen begnügen. Man kann journalistisch arbeiten, ohne sich schämen zu müssen.
    Das alles kostet Geld, nur mit Gebühren ist das jedenfalls zur Zeit nicht zu bezahlen. Natürlich könnte man gründlich einsparen, das wird ja auch gemacht, es geht aber langsam voran. Man kann nicht Strukturen, die seit Jahrzehnten bestehen, von heute auf Morgen radikal umwerfen. Da würden jede Menge Leute auf der Strecke bleiben. Wenn das ein Konzern macht, ist der Aufschrei groß. Warum muss eine Zeitung Werbung machen? Weil sie ohne Werbung so teuer wäre, dass kein Mensch sie kaufen würde. Ohne Werbung müssten die Gebühren entsprechend steigen, dammit wäre der ÖR am Ende. Wollt ihr das wirklich? Keine Klassik, keine Kulturberichte, keine Features, keine Hörspiele, keine Dokumentarfilme, keine journalistisch erstklassigen Reportagen, keine Überraschungen mehr, nur noch billige Massenware. Guckt euch die Innenstädte an - dort sieht es jetzt schon so aus, wie die Rundfunk- und Fernsehlandschaft bald aussehen wird. wahre Vielfalt, der beste Mix. Würg!
     
  25. nilssternel

    nilssternel Benutzer

    ist der "ÖR-'Auftrag' " nicht eh längst dahin?! - seit (begründeter) entstehung des systems, zu ende des 2. weltkrieges sind doch quasi alle gründe weggebrochen, diese 'steuer-eintreibung' der GEZ weiterhin aufrecht zu erhalten...

    ich denke es muss eher heissen: werbefreieheit & damit (überlebens-)chancengleichheit für alle.

    werbeverbot ist meiner meinung nach ein schritt in die falsche richtung.
     

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