Ab 2015 Anteil der deutschsprachigen Musik im Rundfunk gleichgeschaltet?


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
In der Facebook-Gruppe "Wieder mehr deutsche Musik im Radio" hat jemand eine Mail vom ARD-Generalsekretariat bezüglich des Anteils deutschsprachiger Musik im Rundfunk gepostet. Darin heißt es:


Sehr geehrter XY,

wir danken Ihnen für Ihre Email an den ARD-Vorsitzenden Herrn Marmor vom 16. November dieses Jahres. Das ARD-Generalsekretariat ist gebeten worden, Ihnen hierauf zu antworten.

Da ein zentraler Punkt Ihres Schreibens die Präsenz deutschsprachiger Musik in den ARD-Radioprogrammen betrifft, bitte ich Sie bis Ende des Jahres noch um ein wenig Geduld für eine ausführlichere Antwort auf Ihre Fragen und Argumente. Hintergrund der zeitlichen Verzögerung einer Antwort ist, dass wir derzeit ARD-weit eine aktuelle Zusammenstellung über den deutschsprachigen Anteil unserer Musikprogramme durchführen. Diese Abfrage unter den ARD-Sendern läuft derzeit noch. Über das Ergebnis, das kurz vor Weihnachten vorliegen wird, werden wir Sie dann gerne informieren und auch auf andere Punkte Ihres Schreibens eingehen.

Insofern bitte ich Sie, diese Mail als Zwischennachricht zu verstehen. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

ÝX

Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

ARD-Generalsekretariat
Was bedeutet das? Ich verstehe das so, dass da jetzt eine Kommission bestimmt, welche Titel und wie viele davon vom deutschsprachigen Sektor deutschlandweit auf den verschiedenen "Ex"-Schlagersendern zu laufen haben. Und dann überall die gleiche Musik, auch auf ehemaligen Schlagersendern wie hr4 oder SWR 4. Mir graut es.

Oder verstehe ich das falsch und damit ist sogar das Gegenteil gemeint, dass der Anteil deutschprachiger Titel erhöht wird?
Wie dem auch sei, eine Gleichschaltung scheint das schon irgendwie zu sein.
 
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#6
Ich sehe das so: In der Diskussion um immer weniger "Schlager"-(!)-Musik im Radio und der damit von deren Publikum verbundenden Forderung nach "mehr" wird am Ende herauskommen: "Was wollt Ihr? Im deutschen Radio wird summa summarum annähernd 20% deutschsprachige Musik gespielt." Das ist zwar noch keine Franzosen-Quote von 30/70, aber immerhin. Womit dann die separate Diskussion speziell um das "Schlager"-Genre erstickt werden würde.

btw: Hat eigentlich der Herr ARD-Generalsekretär meine Kontonummer? Seine seltsam genannte "Zusammenstellung" habe ich auf Knopfdruck hier.
 
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#7
@count down legt macht auf die richtige Stelle in diesem zitierten Schreiben aufmerksam. Das ARD Zentralkomitee tut so, als bedürfe es einer akademischen Abfrage, um (bis Weihnachten) herauszufinden, wie hoch der Deutschanteil in den einzelnen Sendern ist. Das müsste bei den heutigen technischen Systemen aber eine Antwort sein, die man sofort am Tag der Fragestellung erhalten kann.
Also ist das Schreiben ein Nebelwurf, der eine (lästige?) Frage auf die lange Bank schiebnt und den Fragesteller ruhig stellt. Warum? Weil man weiß, dass in der Antwort ein Stinkthema steckt, das man lieber nicht groß aufrühren will.
 
#8
Für den Deutschanteil auf Knopfdruck müsste die Datenbank ja hergeben, daß es ein deutschsprachiger Titel ist und nicht nur eine deutsche Produktion. Oder eine Auslandsproduktion, aber in deutscher Sprache. Und dann noch berücksichtigen, ob der Titel (samt Zeitangabe in der Datenbank) voll ausgespielt wurde. Scheint wohl nicht möglich zu sein, oder warum benötigt man dafür 5-6 Wochen?
 
#9
Um die Antwort hinauszuzögern?

Die ARD ist Kunde von Musictrace. Ein Auftrag zur Ermittlung des deutschsprachigen Anteils am ARD-Programm machen die ebenfalls auf Knopfdruck, auch mit der Bedingung der Zeitangabe und "Voll ausgespielt" (90 Sekunden gelten als voll ausgespielt). Ich vermute mal mit Nichtwissen, dass die vom "ARD Zentralkomitee" beauftrage "Zusammenstellung" ungenauer und teurer sein wird.

[ironie] Wo käme die ARD auch hin, wenn eine Fremdfirma solche Erhebung schneller, präziser und kostengünstiger liefern könnte, als der eigene Laden?
[/ironie]
 
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#11
Ich wehre mich gegen die verordnete "Deutsch-Quote" zumindest im Pop- und Rock-Radiobereich entschieden, und zwar aus folgendem Grund: Es gibt für mich nicht so viele gutklassige deutsche Stücke dieses Genres. Wenn diese Quote tatsächlich einmal kommen wird, dann wirste in den Popwellen mit Unheilig, Rosenstolz & Co. zugedröhnt. Mir grauts!

Bei den "ehemaligen" Schlagerwellen stimme ich allerdings zu.
 
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#12
Das ist Ansichtssache. Wir haben genug Frequenzen für 1-3 rein deutschsprachige Sender, der Rest kann dann soviel anglophonieren wie er will. Wenn der printseitige Werbepopanz auf der UKW Geschmacksmonopole schafft muss man eben unter Rückgriff auf alternative Finanzierungsmodelle und Marktforschungsinstrumentarien voll auf DAB setzen. Viel Zeit gebe ich dem UKW-Printwerbeklüngel ohnehin nicht mehr.
 
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#13
Ah, es ist wieder Spekulatius-Zeit! Also wieder - ganz "deutsch" - Dinge herauslesen, die nicht absehbar sind und diskutieren, was niemals Thema wird.
Fest steht nur, dass innerhalb der ARD herumgefragt und dann notiert wird, wie hoch der Anteil der deutschsprachigen Musik ist. Punkt, aus, nix weiter!
[Ironie] Und jetzt hört alle auf einmal "Indianer kriesche niet" von den Bläck Föös"! Ist deutsch - man glaubt es kaum![/Ironie]

 
#14
Ich wehre mich gegen die verordnete "Deutsch-Quote" zumindest im Pop- und Rock-Radiobereich entschieden, und zwar aus folgendem Grund: Es gibt für mich nicht so viele gutklassige deutsche Stücke dieses Genres.
Wundert Dich das?

Solange einheimische Produktionen (mit Ausnahme der unten von Dir aufgeführten politisch-korrekten Alibi-Produktionen) vom Radio boykottiert werden, lohnt es sich nicht, etwas hochwertiges zu produzieren.

Wenn diese Quote tatsächlich einmal kommen wird, dann wirste in den Popwellen mit Unheilig, Rosenstolz & Co. zugedröhnt. Mir grauts!
Aber vielleicht wäre das gar nicht so schlecht, um die Verantwortlichen zu schocken?!

Bei den "ehemaligen" Schlagerwellen stimme ich allerdings zu.
Das würde ich aber nicht am Genre "Schlager" festmachen, sondern es fehlen generell inzwischen mit Ausnahme von SWR4 und HR4 Wellen, in denen sowohl landestypische, als auch regionaltypische / regional gefärbte Musik gespielt wird. Und zwar sowohl privat, als auch (und das ist eigentlich ein Skandal) öffentlich-rechtlich.
 
#17
Ich wehre mich gegen die verordnete "Deutsch-Quote" zumindest im Pop- und Rock-Radiobereich entschieden, (...)

Bei den "ehemaligen" Schlagerwellen stimme ich allerdings zu.
"Lieber Herrgott;

mach, dass die in Berlin ein Gesetz erlassen, dass meine Nachbarn künftig ihr Laub direkt wegzufegen haben, sobald es fällt.
Aber vergiss nicht, dass die in Berlin mich von dem Gesetz verschonen sollen!"

Oh @grün, oh grün.
 
#18
Samma, gehts noch? Daß Dir meine Meinung hier überwiegend nicht passt, ist mir bekannt. Aber Du musst nicht jedesmal zwanghaft darauf warten, mich hier "anpissen" zu wollen. Deine Meinung akzeptiere ich ja auch. Und ich kann durchaus einiges ab, aber es nervt langsam!
 
#19
Über Sinn und Unsinn einer Deutschquote kann man ja streiten. Aber dass mehr deutsche Titel in den Programmen am Ende auch qualitätsvollere Titel bedeuten würden, ist schlicht eine Frage der statistischen Wahrscheinlichkeit.
 
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#20
Über Sinn und Unsinn einer Deutschquote kann man ja streiten.
Eine zu erfüllende Quote hat im Augenblick niemand gefordert. Wie ich aus der Antwort des "ARD-Generalsekretariats" herauslese, wird in der Mail an den ARD-Vorsitzenden Marmor eine mangelnde "Präsenz deutschsprachiger Musik in den ARD-Radioprogrammen" beklagt. Nun sollen die mal Stellung nehmen.
Aber dass mehr deutsche Titel in den Programmen am Ende auch qualitätsvollere Titel bedeuten würden, ist schlicht eine Frage der statistischen Wahrscheinlichkeit.
Sehr richtig.
 
#21
Beim Barte des Buddah, das schreibt jemand ein Mail an den guten Lutz, der ist natürlich nur für seinen Sender verantwortlich und geantwortet wird auf typischer Behördenart: "...wir arbeiten eh an einer Zusammenstellung..." Nach dem Motto: "Wenn man nicht weiter weiß, gründet man nen Arbeitskreis" Daraus mutiert dann munter die "Deutschquote", allerdings nur wenn das Schreiben sehr fantasievoll interpretiert wird.

Schon geht es hier munter los. Nur was gern vergessen wird, die letzte Musikquote hatte wir in der DDR, die ja bekanntlich eine astreine Diktatur war. Wenn der Gesetzgeber eine "Deutsch-Quote" vorschreiben würde, dann ist das ein Eingriff in der Pressefreiheit. In begründeten Fällen kann natürlich der Staat die Pressefreiheit begrenzen. Ich empfehle einfach einmal einen Medien-/Verfassungsrechtler dazu zu befragen. Selbst EU-Recht wäre davon betroffen, denn für alle Anbieter fremdsprachlicher europäischer Musik würde das ja eine Wettbewerbsbeschränkung bedeuten, denn ein Großteil der Musik ist kommerziell.

Ansonsten, wenn Deutschquote, dann im Sinn der CSU auch ganz konsequent, sprich auch in Migrantenhaushalten. Ich meine was nützt das, da läuft vielleicht die beste Deutsch-Mucke aller Zeiten im Radio und kein Schwein hört sich das an? Das geht doch nicht! Wir sollten also die Bundesdeutschhörkammer gründen und regelmäßig wird das Hörverhalten der Haushalte überprüft. Das machen dann die Deutsch-Hörwarte. Bei Verstößen gibt es Bußgelder. Das ganze wird über über Solidariätsbeitrag zur Förderung der Deutschen Musikkultur, der auf die Rundfunkabgabe aufgeschlagen (+10%) wird, finanziert.

Felix Deutsches Radio, glücklich wenn ein Land diese Probleme hat.
 
#24
Schon geht es hier munter los. Nur was gern vergessen wird, die letzte Musikquote hatte wir in der DDR, die ja bekanntlich eine astreine Diktatur war. Wenn der Gesetzgeber eine "Deutsch-Quote" vorschreiben würde, dann ist das ein Eingriff in der Pressefreiheit.
Ich halte auch nix von der Quote. Der Markt ist stark genug um selbst für ein ausgewogenes und nutzerfreundliches Angebot zu sorgen, aber wie man weiß ist das auf Absprachen beruhende deutsche Radiogeschäft meilenweit von einer freien Marktwirtschaft entfernt. Hier obwalten Dirigismus und Gängelung wie weiland in der DDR.

Wenn du meinst dass die Deutschquote gegen die Pressefreiheit (als Sonderform der Meinungsfreiheit) verstößt kann ich dich beruhigen. Erstens ist so eine Radioklitsche keine Zeitung, andererseits bleiben die unternehmerischen Freiheiten nur so lange gewahrt als der Unternehmer keine von Gremien beaufsichtigte staatliche Anstalt und der Gesetzgeber in seiner Regelungswut kein rechter Korinthenkacker ist.
 
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