Alkohol und Journalist


Status
Nicht offen für weitere Antworten.
#1
Moin,

mal eine andere Frage, die mir seit Wochen auf den Lippen hängt:

Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr in der Branche. Als ich mit 18 Volontär bei einer Boulevard-Zeitung wurde hatte ich einen netten Chefredakteur, aber er hat furchtbar gesoffen - war Alkoholiker.

Auf meiner weiteren Laufbahn sind mir noch zig Leidensgenossen begegnet. Die Branche Säuft und säuft und säuft.

Ich ermuntere hier zum Erfahrungsaustausch, Stories und zum eigenen Schicksal.

Ich will keine Namen und Hetzereien, sondern nur Postings zur schwierigen Thematik.

GEHÖREN ALKOHOL UND JOURNALISMUS ZWANGSLÄUFIG ZUSAMMEN?!

Gruss - OPTI
 
#3
Wenn Menschen mit ihrer Situation überfordert sind, den Anforderungen, die an sie gerichtet werden, nicht gewachsen sind, egal ob in Beruf oder privat, dann ist die Flasche schnell zur Hand.

Das ist aber kein spezifisches Radio-Problem!
 
#4
stimmt, kein spezielles problem der journalisten, denken wir mal an die ärzte und nicht zu vergessen die lieben politiker. ich denke mal alle jobs, die man zuweilen auch mit zähnen verteidigen muss gegen intriganten und inkompetente chefs
 
#5
In allen Jobs, in denen hart gearbeitet wird, wird auch hart gesoffen! <img border="0" title="" alt="[Sch&uuml;chtern]" src="rolleyes.gif" /> <img border="0" title="" alt="[Breites Grinsen]" src="biggrin.gif" />
 
#7
Jeder, der schon ein mal in der Szene rumgekommen ist kann kaum abstreiten, daß Alkoholprobleme in unserem Bereich überdurchschnittlich, wenn auch nicht dramatisch auftreten.

Über das "Warum" sind wir uns sicher einig. Schlechte Arbeitszeiten -dadurch gestörtes Privatleben-, permantenter Druck und Zukunftsängste. Da liegt der Griff zur Flasche recht nahe.

Ich habe selbst einen Chef zu Grabe getragen, einer hat schon keine Pappe mehr und bei einem wären wir sehr froh gewesen, wenn er "nur" gesoffen hätte. Leider ist er da auch kein Einzelfall.

Ich selbst mußte mich schon von einem freien Mitarbeiter trennen, weil der glasige Blick und die Spuren auf der Konsole eindeutig waren. Eine Ex-CvD von einem früheren Sender von mir ist mittlerweile mit der Nadel im Arm gestorben.

Leider muß ich auch festestellen, daß viele Kollegen und Chefs die Augen zu machen, solange der MA noch "funktioniert".

Aber Leute, "so läufts Business". Schließlich habe ich hier keine neuen Erkenntnisse verbreitet.
 
#8
fast hätte ichs vergessen, man trinkt nicht nur aus frust. ich habe mir heute mal eine gute flasche rotwein gekauft, weil der tag einfach super lief-auch ein grund
 
#10
War bisher bei 2 Sendern. Bier gibts - glaub ich - in der Kantine, am Getränkeautomaten auf keinen Fall.

Ich hatte nen alkoholkranken Sportlehrer, der hat sich eines Tages in der Sporthalle an nem Klettertau erhängt (da war was los).
Ich denke, Alkoholismus oder Drogenmißbrauch allgemein gibts überall. Man sollte das nicht über einen Kamm scheren mit der Medienbranche.
Es gibt so viele Jobs, in denen die Menschen abends, nachts, frühmorgens, am Wochenende, an wechselnden Orten arbeiten müssen.
Mein Sportlehrer hatte da arbeitszeitenmäßig eher Glück.
Nur kennen wir wohl zwangsläufig eher Medienkollegen, die gerne zuviel trinken, als wir bspw. Polizisten kennen - sind halt nicht in der uniformierten Branche tätig, hm?
 
#12
Naja @radiobayern. Irgendwoher müssen ja die guten Ideen kommen.

Ich hab 5 Jahre bei ner grossen Werbefirma gearbeitet. Nun rate mal wie dort ein innovatives Brainstorming ablief.
Eben!

Bier gibts bei unsrem Sender nicht. Nur zur WM als Deutschland spielte. Da aber auch nur alkoholfreies... <img border="0" title="" alt="[Winken]" src="wink.gif" />
 
#13
Cheerio,

find ich ja richtig Klasse, dass schon ein paar Antworten eingetrudelt sind, aber irgendwie drängt sich mir der Eindruck auf, dass wir fast in einer antialkoholischen Branche arbeiten!

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass in Redaktionen mehr Stoff konsumiert wird, als in anderen Branchen.

Da gab’s mal einen Chefredakteur, der vor der Abend-Konferenz um 19 Uhr erst mal einen Hiwi losschickte eine Flasche Metaxa zu kaufen. „Und bitte mit sieben Sternen.“

Der Geschäftsführer des Senders (ein fähiger und sehr netter Mann!) kam in der Regel so gegen ½ 8 in sein Büro, schloss die Tür und genehmigte sich 2 bis 3 Gläschen Sekt. „Ist nur, um meinen Kreislauf anzukurbeln.“ (Vielleicht ja auch nur, um wieder ein bestimmtes Level zu erreichen?)

In diesem Team wurde gesoffen was das Zeug hält und jeder noch so kleine Anlass wurde gern wahrgenommen.
Hauptnahrungsmittel waren Aspirin. Die wurden morgens des öfteren dringend benötigt J

Oder der Chefredakteur eines anderen Senders, der abends schon mal im Studio anrief: „Heeey... -rülps- ...duu machst heu, heute maaal... -lall- ...ne prüma Säändung, Alter...!“

Sei’s drum!

Packt Eure Anekdoten aus. Geschichtchen rund um’s Medium. Was habt Ihr selber erlebt?!

Gruss vom OPTI
 
#14
Was jedes mal wieder witzig ist: am Tag nach der MA-Verkündung(=MA-Party) durch die Sender zu schalten. Da ist dann doch die ein oder andere krächzende Schnappsleiche zu hören :)
 
#15
Also OPTI, was erzählst du denn da für einen Schwachsinn...?

Wo gibt's denn einen Chefredakteur, der um 19 Uhr (!!!) noch einer Konferenz persönlich beiwohnt...?
 
#17
Ich hatte vor mal vor 5 Jahren zu Thema Alkohol eine tolle Statistik in der Hand.

Alkoholiker nach Berufen:
Platz 1: Seefahrer/Matrosen/Flußschiffer
Platz 2: Ärzte/medizinisches Personal
Platz 3: Journalisten

Die habe ich mir gemerkt. Dann kamen relativ weit oben noch Berufssoldaten, Verwaltungsbeamte und Köche.
 
#18
@ AC

Sorry, aber ich muss jetzt mal persönlich werden!
_________________________________________

"Also OPTI, was erzählst du denn da für einen Schwachsinn...?"
_________________________________________

Lieber AC,

ist schon schlimm genug, dass Du ********* einen prominenten Nick gewählt hast.

Aber ich lass mich Dir nicht beschimpfen, nur weil ich vor über 10 Jahren bei einem Sender war, der einen Chefredakteur hatte der noch echter Journalist war und Du als ewiger Prakti dahin dämmerst!

Schreib Dir das hinter Deine Löffel Du Stoffbeutler. Keiner hat Dich gebeten auch diesen Thread durch Deinen Müll zu verunstalten!

OPTI
 
#20
also ehrlich gesagt glaube ich(und weiß es auch), daß in keiner branche soviel gesoffen und auch gek.... wird wie bei radio und tv. der druck ist sehr goß, es wird gemobbt, man fühlt sich manchmal richtig überlastet, da "hilft" ein ausflug mittels glas oder nase ;).
öööhm, iss nur ne subjektive beobachtung *grins* aber vielleicht sollten wir alles zusammentragen und ein buch a là dieda bohlen schreiben !!!!!!
 
#24
Also ich kenn auch einen aus der Radio-Szene,
der nach reichlich Alkoholgenuss ausfällig wird,
und das meistens so um 0:30 nachts, wo er dann
bei Internet-Konkurrenz-Radios in deren Chat
rumflegelt. Sowas ist schon krank, besonders wenn
man vornedran steht. <img border="0" title="" alt="[Ver&auml;rgert]" src="redface.gif" />
 
#25
Was macht eigentlich Frau MARGOT ?
Ich bin fest davon überzeugt, daß MARGOT zu diesem Thema schönste Geschichten erzählen könnte.
Wie war das so früher im Schnulzenschlößchen und angrenzenden Immobilien zwischen Rothenbaumchaussee und Mittelweg ? - Früher war das jedenfalls sehr lustig!
 
Status
Nicht offen für weitere Antworten.
Oben