Antenne Lübeck: Stell dir vor, du hast eine Lizenz, aber es gibt keine Frequenz


Toboas

Gesperrter Benutzer
ansonsten dürften bei RHL schneller die Lichter wieder ausgehen, als man gebraucht hatte eine Frequenz zu finden...
Kommt mir irgendwie bekannt vor. Bei Kultradio in Bayern war es das gleiche. Irgendwie versuchte man sich über Wasser zu halten, schafte es letztendlich abee nicht wirklich. Was blieb, ist ein Non-stop-Internet-oldi-Dudeler. Dass man mit'm Radio sp viel Scheiße baut in Deutschland ist einfach nur zum kotzen. Beispiel NDR 2:
Ich musste es ertragen weil mein Vater es gerne hört. Mir wurde schlecht und habe umgeschaltet auf unsere Regionalwelle Radio Nordseewelle. Da hört man wenigsten immernoch den Gesündesten Mix.
 

JensHL

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So.... nun ist Radio Lübeck ein Jahr alt geworden. Was ist das Fazit?
Musikmix "am wenigsten schlimm" mit netten "Ausreißern" dabei, für die knappe Personallage durchaus beachtlich, was man hinbekommt und werbepartnermäßig doch schon mittlerweile eine gewisse Akzeptanz vor Ort. Hat man im drögen Norden vielleicht doch nicht alles falsch gemacht....
Ach ja - auch ganz wichtig: die nervigen "wir zahlen Ihre Rechnung"-Claims bleiben einem dort erspart.

Schaun wir mal, wie es langsam, aber stetig weitergeht? Beim örtlichen Marathon hat man sich ja auch mal n bisschen auf einer gut besuchten Veranstaltung gezeigt, um wahrgenommen zu werden.... mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...
 

s.matze

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Kommt mir das nur so vor oder kann es sein dass das komplette Programm (zeitnah) vorproduziert wird, also z.B. die Frühsendung am Abend vorher eingesprochen usw. ??? Irgendwie schon komisch, ich habe noch nie gehört dass die "Moderatoren" dort mal selber die Uhrzeit ansagen. Die versprechen sich auch nie! Die Themen sind völlig zeitneutral, und Polizeiberichte oder Regionalmeldungen (fast immer wird als Quelle die Zeitung angegeben "wie die Lübecker Nachrichten berichten" oder das Sportportal "HL sports".) kann man ja vorher einsprechen. Die Weltnachrichten sind von irgendeiner Agentur zugeliefert. Musik die übliche, viel Werbung läuft schon. :thumbsup:

Zeitansagen gibt es, egal wann ich reinhöre nur in Form von Jingles ("Gleich halb 8").
 
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s.matze

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Da bin ich ja mal gespannt wie es mit diesem Sender weitergeht und ob es die über 2022 hinaus überhaupt noch geben wird.
Musikalisch eine RSH-Kopie, inhaltlich dünn und die Moderation nach meinem Empfinden zu 100% vorher aufgenommen.
Lokale Werbung zur Zeit schwierig weil alles (bis mindestens 7. Januar) geschlossen ist und auf lange Sicht bleiben wird.
Reichweite auf UKW dank NDR Röbel auf gleicher Frequenz nach Süden und Osten bescheiden.
Dazu die Kosten für die unsinnige Doppelausstrahlung UKW und DAB.
 

JensHL

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Da bin ich ja mal gespannt wie es mit diesem Sender weitergeht und ob es die über 2022 hinaus überhaupt noch geben wird.
Musikalisch eine RSH-Kopie, inhaltlich dünn und die Moderation nach meinem Empfinden zu 100% vorher aufgenommen.
Lokale Werbung zur Zeit schwierig weil alles (bis mindestens 7. Januar) geschlossen ist und auf lange Sicht bleiben wird.
Reichweite auf UKW dank NDR Röbel auf gleicher Frequenz nach Süden und Osten bescheiden.
Dazu die Kosten für die unsinnige Doppelausstrahlung UKW und DAB.

Hm, so unterscheiden sich die Eindrücke. Für mich ist das alles andere als eine RSH-Kopie, ich höre dort schicke Titel, die Wittland nicht gespielt hat (oder haben die das in den letzten zwei Jahren geändert?) Die aktuellen Titel müssen halt mit rein, um mehr Leute zu ködern....

Inhalt könnte mehr sein, ja - aber da steht halt mit Geld auch kein Regiokasten oder ne Anstalt dahinter. Und für die Rahmenbedingungen läuft das besser, als ich seinerzeit gedacht hätte. Was Werbekunden angeht, sind ja grad Essen to go hoch im Kurs - auch Kleinvieh macht ein bisschen Mist in der Kasse.

Bei den lokalen News sehe ich es mal so: da bekommt man das Best of der lokalen Medien halt als Hörbuch, die großen Nachrichten kommen wie bei einigen anderen Sendern von dpa audio. Warum auch nicht.

Sicher ist der Weggang von Christian Panck ein gewisser Einschnitt, er hat ja nun doch die meiste Erfahrung dort. Aber der erste steinige Weg ist ja geschafft, bauen wir mal drauf, dass er den Rest der Truppe und seine Nachfolgerin gut vorbereitet hat dadrauf.
 

muted

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Mit einem entsprechenden Fundus an Voice Tracks sind genaue Zeitansagen doch heute gar kein Problem mehr. If - Then - Else. Das können gängige Automationen doch schon lange.
 

s.matze

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In vielen europäischen Ländern (v.a. Tschechien, Dänemark)
werden Titel, Interpret, Uhrzeit, aktuelle Temperatur
und manchmal sogar die komplette Moderation mittlerweile
automatisiert oder von einer Sprachsoftware vorgelesen.

Da stört es auch niemanden dass man das deutlich hört.
Hier mal 4 Beispiele, ich finde es gruselig.
Und das sind nicht irgendwelche Stadtradios, sondern große regionale Sender.
In Dänemark hatte sogar mal ein landesweiter Anbieter (Nova)
non-stop Musik mit automatisierten Titelansagen durch Sprachsteuerung.
 

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  • Zeit und Temperatur automatisiert.mp3
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  • Zeit und Moderation Computer.mp3
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s.matze

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Zeitansagen zwischen den Titeln in den kleinen Moderationsfetzen - nur rund um voll und halb ist es halt die Station voice...
Ich habe heute mal wieder reingehört, klingt für mich nach 100% Aufzeichnung! Zwischen 12:30 und 14:15 Uhr gab es vom Moderator nicht eine einzige Zeitansage.
Nur im Nachrichtenjingle zur vollen und zur halben Stunde.

Und es gab auch keinen einzigen Haspler, Versprecher usw. ! Da wird man dann schon stuzig.
Dafür war ein Musikjingle dabei, wo das erste anzukündigende Lied fehlte.
Dazu jedesmal im Verkehr: "liegen uns keine Meldungen vor".
Vermutlich also Konserve. Das hat schon fast RSH-Anmutung.

Im Anhang der Zusammenschnitt von 12:30 bis 14:15 Uhr.

Den Rest der Aufnahme habe ich noch nicht durchgehört, jede Wette dass es auch da wieder keinerlei Zeitansagen vom Moderator gibt.

Und das soll live sein? Im Leben nicht! Wir Hörer sind doch nicht blöd.
 

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s.matze

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Was würdest Du anders machen mit anscheinend sehr begrenzten Mitteln?
Angesichts der Tatsache, dass dieses wenig ambitionierte Stadtradio seine Ursprünge eigentlich in Radio RZ1 hat, welches jahrelang für eine UKW-Frequenz gekämpft hat, wäre ich mit so einem Spar-Programm, das gegenüber RSH und Welle Nord musikalisch wie inhaltlich keinerlei Mehrwert bietet, gar nicht erst an den Start gegangen.
Zumal ja euer OK in der sendefreien Zeit auch nur die besten Superhits der Charts abdudelt.

Wenn man bedenkt, wie die seit vielen Jahren gegen die Windmühlen der Bürokratie gekämpft haben, um endlich über die begehrte UKW-Frequenz auf Sendung gehen zu können, und dann machen sie genau das was RSH auch macht (Konservenfunk mit Superhits und minimalsten Inhalten), hätte man sich das ganze Projekt verkneifen können. Warum macht man das denn, wenn das Ergebnis so klingt? Die Verantwortlichen wussten doch vorher, worauf man sich einlässt, wie der Businessplan aussieht, welches Budget man hat, wie der Markt eingeteilt ist und welche Konkurrenzsender im UKW-Spektrum der Hansestadt zu finden sind. Radio HL wirkt völlig leidenschaftslos gemacht.

Gebt die Frequenz Leuten, die Bock darauf und Geld dafür haben!
Oder schaltet es ab. Der Nutzen eines solchen Stadtradios ist gleich Null. NDR 1 hat auch mehrfach am Tag um kurz nach Halb Lokales.
 
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Johnny

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Ich habe heute mal wieder reingehört, klingt für mich nach 100% Aufzeichnung! Zwischen 12:30 und 14:15 Uhr gab es vom Moderator nicht eine einzige Zeitansage.
Nur im Nachrichtenjingle zur vollen und zur halben Stunde.

Und es gab auch keinen einzigen Haspler, Versprecher usw. ! Da wird man dann schon stuzig.
Dafür war ein Musikjingle dabei, wo das erste anzukündigende Lied fehlte.
Dazu jedesmal im Verkehr: "liegen uns keine Meldungen vor".
Vermutlich also Konserve. Das hat schon fast RSH-Anmutung.

Im Anhang der Zusammenschnitt von 12:30 bis 14:15 Uhr.

Den Rest der Aufnahme habe ich noch nicht durchgehört, jede Wette dass es auch da wieder keinerlei Zeitansagen vom Moderator gibt.

Und das soll live sein? Im Leben nicht! Wir Hörer sind doch nicht blöd.
Es ist ja nicht so, als würde Radio Lübeck Radio LiveLive nennen.
 

Dr. Fu Man Chu

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ich frage mich, von was einige Foristen so träumen. Kleine Lokalsender, die ein tolles Liveprogramm machen. Ja, das hat mal funktioniert, als die Zeiten noch analog waren und es keine nichtlinearen Angebote gab.

Ich habe ein paarmal bei den Lübeckern reingehört. Mein persönlicher Geschmack war es nicht und ich halte nicht viel von Konservendosenkonzepten. Wie ich hier schon zigmal geschrieben haben. Vorne ein Pinguin, der auf feine Welt macht und in der Küche ist das wichtigste Gerät ein Konservenöffner. Das hat sogar in der Gastronomie mal funktioniert, aber das ist gut 60 Jahre her. Selbst Burgerschmieden fahren Signature-Konzepte. Warum wohl???

Programm kostet Geld, das will erwirtschaftet sein. Wie das bei einem beständig schrumpfenden Einzelhandel gehen soll, ist eine interessante Frage. Zumal ich viel schärfer und effizienter via Online meine Zielgruppen erreichen kann. Ich brauche für 3/4 aller Angebote nicht die Zielgruppe ALLE. Oder, andersrum formuliert, ich habe Streuverluste ohne Ende.

Der Nutzen eines Lokalradios, das mehr oder weniger die gleiche Musik wie die Platzhirschen spielt, erschließt sich mir auch nicht. Zumal, bei den Wettbewerbern ist jeder Titel researcht ohne Ende. Da kann ein tapferer Redakteur, der nebenbei den Musikplan erstellt, einfach nicht mithalten.

Die Lösung wäre natürlich ein ganz anderes Konzept zu fahren. So ähnlich wie Schwarzwald Radio, aber die bedienen sich halt aus dem nationalen Markt und da ist die Nische für ihrem teilweise irre Mix groß genug. Nur die Jungs aus dem Süden moderieren richtig Old School. Einiges mir persönlich zu betulich, aber die schaffen Interaktion und mir persönlich gefällt es, aber darum geht es nicht.

Tja, also muss der Rest sprich die Moderation und die Beiträge lokal sein und Lübeck-Feeling transportieren. Kann man hinbekommen, ist nicht einfach. Aber mit VC? Facebook, bei dem es scheinbar fast nur um Verlosungen geht. Mit ner Webseite, die Visitenkartencharakter hat? Mit ner Miniredaktion?

Wie soll das alles finanziert werden? Mit ein paar Lokalkunden, ohne echte nationale Einbindung? Ich rede gar nicht von der Corona-Krise. Wir schreiben 2020 und die nicht lustigen fetten 80er und 90er Jahre. Selbst wenn linear via DAB+ gehört wird, dann gibt es eine Formatkonkurrenz wie in den USA. Wenn die alte Faustregel, 90% ist die Musik gilt, dann ist jedes Middle of the Road Format hoffnungslos verloren. Denn im Zweifel gibt es immer einen, der es besser und konsequenter macht bzw. der Hörer zappt sich sein Programm zusammen. Was da letztendlich in kleinen Märkten, Lübeck ist klein, an Hörern für so ein Senderkonzept rauskommt, ist eher übersichtlich. Tja, Hörer heißt im Radio auch immer Einnahmen.

Ansonsten, zeigt mir mal einer eine Frequenz bei der nicht kräftig geschoben wurde. Da sind schon so viele Bewerber auf der Strecke geblieben und die liegen heute alle auf dem Friedhof der Radiosender.

Wirklich alles Glück den Machern von Ministationen. Aber, ich frag mich ernsthaft, was für Chancen die sich ausrechnen?
 

s.matze

Benutzer
Ja, das ist ja auch alles richtig.
Aber warum lässt man es dann nicht gleich bleiben?
Die Wachstumsaussichten sind gering.
Der (regionale) Werbekuchen begrenzt.
Bundesweit ist man in HL zu unbedeutend.
Musik spielt RSH fast das Gleiche.
Radio für Bürger gibt es im Offenen Kanal.
Bei den Nachrichten hat die Welle Nord die Nase (um Längen) vorn.
Die Polizeimeldungen aus Lübeck kann ich im (gratis) Wochenblatt lesen.
Für Veranstaltungen reicht es, die LN einmal am Kiosk durchzublättern.

Warum also der Aufwand und der Kampf für die UKW-Lizenz?
Nur weil man einmal mit den ganz Großen spielen möchte?
 
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