Bitter Lemmer Dezember 2003


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RayShapes

Gesperrter Benutzer
#1
Bitter Lemmer Dezember 2003

Schön geschrieben, eine Frage hätte ich da:

Welches ist denn die Hitradio-Mainstream Kopie eines Privatradios beim RBB??


Zur Rundfunkgebühr:

„Ein paar Euro Kosten einsparen, die sich komischerweise nie auf die Rundfunkgebühr auswirken. Müßte die jetzt nicht eigentlich sinken, nachdem SFB und ORB zur RBB fusioniert sind?“


Durch die Zusammenlegung wird zwar so einiges gespart (auch wenn SFB und ORB ja nie den größten Etat der ARD-Anstalten hatten), aber man muss auch sehen, dass es wiederum neue Ausgaben für ARD-Gemeinschaftssendungen (z.B. im Sportbereich) und andere gibt. Dadurch spart man beim RBB unterm Strich für das Jahr 2004 nicht. Die Fusion war ein dringend notwendiger Schritt, um die Kosten nicht noch mehr zu erhöhen.
 

Tom2000

Gesperrter Benutzer
#2
Christoph Lemmer über das ör System

Auszug:

Staatsferne?...
Wer Rundfunkrat wird, bestimmt die Politik, und zwar auf ganzer Linie. Da gibt es einerseits die Vertreter der Landtage – das sind ungetarnte Politiker, nicht staatsfern... Wer gesellschaftlich relevant genug ist um im Rundfunkrat vertreten zu sein, das bestimmen natürlich auch die Politiker (staatlich, nicht staatsfern). Intendant wird am liebsten immer jemand, der das mehrheitsfähige Parteibuch besitzt oder sich zumindest als „nahestehend“ zu einer Partei bekannt hat...

Wären ARD und ZDF staatlich, müßten sie auch staatlich finanziert werden, also aus Steuern. Werden sie das? Offiziell natürlich nicht. Aber offiziell ist nur der Anstrich...
Hinter der Fassade sieht das eher nach einem gigantischen Rundfunkfinanzamt aus, das eine Rundfunksteuer einzieht...

Wieviel Geld das System bekommt, sucht es sich selbst aus...die Sender berufen sich...immer auf die gesetzlich garantierte Entwicklungs- und Bestandsgarantie, die die Erhöhung leider unausweichlich mache...

Damit Information, Bildung und Unterhaltung zur Grundversorgung zählen, müssen sie halt nur von öffentlichen Sendern stammen... Nicht zur Grundversorgung gehört, was FAZ und Bild, RTL und NTV, Spiegel und Coupé und natürlich sämtliche Privatradios machen...

Liebe Medienpolitiker: Denkt doch einfach mal von Null darüber nach, ob und – falls ja – welche Form des öffentlichen Rundfunks wir wirklich brauchen. Formal: Muß es eine derart verschachtelte und komplizierte Struktur sein? Oder darf die öffentliche Hand vielleicht auch offiziell der Träger des öffentlichen Rundfunks sein? Programmlich: Muß der öffentliche Rundfunk wirklich in jedem Bundesland den Hitradio-Mainstream der Privatradios kopieren? Mit denselben Konzepten und Inhalten? Warum soll ein öffentlicher Rundfunk nicht viel mehr experimentieren dürfen? Einfach immer mal wieder etwas wirklich Neues ausprobieren? Ohne Verpflichtung auf schnelle Quote? Ein solcher öffentlicher Rundfunk könnte Trends setzen statt sich auf fahrende Züge aufzuschwingen. Es wäre ein öffentlicher Dienst im Wortsinn, dessen öffentliche Finanzierung dann auch außer Diskussion stünde. Gesellschaftlich relevanter Rundfunk statt gruppenrelevantem Proporz.

Hören wir auf, „die Hörer“ kollektiv zu entmündigen. Sonst tun die das einzig intelligente: Immer weniger Radio hören. Öffentlich wie privat.

http://www.radioszene.de/bitterlemmer.htm


Was denkt Ihr?
 
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