DAB+ in Berlin und Brandenburg


Top100 Station sendet inzwischen auf DAB+ in Berlin. Da ich diese Woche beruflich vor Ort war, konnte ich es auch hören. Musik ist etwas anders als bei den übrigen Hitradios, etwas mehr Urban Sounds. Moderieret wurde nix, es gab auch keine News, nur Jingles.
 
Also von einem Berlin-/Brandenburg-Fenster kann ich bei bigFM aber noch nichts feststellen. Gerade kamen Regionalnachrichten, eine dürftige Nachricht aus Deutschland und "die biggsten Staus ab 4 Kilometer" aus Rheinland-Pfalz, wenn mich nicht alles täuscht. Es ist zwar ab und zu mal ein "bigFM Berlin"-Jingle zu hören, aber das Radiodisplay verkündet auch weiterhin: "Berlins biggste Beats kommen bald" (dann hoffentlich ohne stündlichen Akustiktitel... gruselig!). Ob man sich beim "Beat von Berlin" wohl diesen Claim von der Konkurrenz aus dem Süden gefallen lässt?
Seit gestern sendet Bigfm auch den Verkehrsservice für Berlin, aber erst nachdem für BW, RLP und SL.
 
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...aber was wollen die hier alle? Energy, Jam und Kiss haben schon keine richtig hohen Einschaltquoten. Wer soll jetzt noch big FM, Hit 104, Top 100 Station, Maxx FM, nice etc. hören? Wie soll sich das je vermarkten lassen?
 
Berlin halt. Genau wie Rhein-Neckar und Rhein-Main. Von "Jugend Radios" wird man in diesen Gegenden förmlich übeschwemmt. Hier in LU treffen auf UKW YOU FM, DASDING, bigFM, etwas schwächer ENERGY (welcher SWR4 MA von Weinheim sehr stark wegdrückt), hr3 aufeinander. Auf DAB+ geht es gerade so weiter mit planet, Absolut HOT, Energy Digital, sunshine live.
Tolle "Vielfalt"
 
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Interessant werden dürfte übrigens noch der 12C, zumindest im Süden Brandenburgs. Dort sollen noch in diesem Jahr die Tschechen starten mit satten 10 kW von Usti. Mal sehen ob die sich dann nebeneinander vertragen werden.
Heute Morgen ist es passiert. Die Tschechen haben eine ganze Reihe von DAB-Sendern aktiviert. Der 10 kW-Brummer von Usti ist dank der exponierten Höhenlage des Senders in Dresden völlig problemlos zu empfangen und strahlt auch (outdoor) in Brandenburg rein. Irgendwelchen Ärger mit dem benachbarten 12D von Calau gibts aber wohl nicht. Im Paralleluniversum gibts aber schon die ersten Beschwerden, weil durch einige aufgeschaltete Sender wohl auch der DAB-Fernempfang aus Bayern beeinträchtigt bzw. schlicht unmöglich gemacht wird. Aber immerhin, Dresden hat dafür jetzt per DAB+ ein Jazzradio. Mit Kultur isses ja sonst nicht so dicke im mdr-Ländle...
 
Der 10 kW-Brummer von Usti ist dank der exponierten Höhenlage des Senders in Dresden völlig problemlos zu empfangen und strahlt auch (outdoor) in Brandenburg rein. Irgendwelchen Ärger mit dem benachbarten 12D von Calau gibts aber wohl nicht
Hab ich mich gerade erschreckt als ich versehentlich 12D für Teschechien gelesen hatte. Der würde ja dann das große Chaos von UKW nur noch übertreffen. Wie erleichtert ich war als ich dann genauer hinsah und 12C las. Das müsste sich eigentlich miteinander gut vertragen. In Halle und Leipzig kommen der 6B und 6C doch auch ohne Störung miteinander zurecht. Ausserdem liegen zwischen den Blöcken ca. ~2 MHz. Radios die das nicht gescheit trennen können kann man so gut wie ausschließen. Das wäre ja wie wenn ein UKW Empfänger einen Sender auf z. B. 95.2 MHz empfängt aber das Radio ihn noch bis auf 97.2 und 93.2 wiedergibt. Soo schlecht ist selbst der billigste Brüllwürfel mit abgebrochener 5cm Stummelantenne nicht.
 
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"Die Verbreitung des Senders MEGA Radio auf dem Berliner DAB+-Kanal 7 B wird zum 1. März 2019 eingestellt. Das Verwaltungsgericht Berlin und das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatten in mehreren Entscheidungen bestätigt, dass der Sender im Rahmen des Eilrechtsschutzes keinen Anspruch auf Duldung bzw. vorläufige Zulassung für eine DAB+-Verbreitung in Berlin-Brandenburg hat. Auch das Bundesverfassungsgericht hat mehrere dagegen gerichtete Eilanträge zurückgewiesen. Damit wird die Entscheidung des Medienrates der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) vom 30. Januar 2018 umgesetzt, der den Antrag für eine DAB+‐Kapazität in Berlin abgelehnt hatte.
Der Veranstalter konnte im Eilverfahren nicht glaubhaft darlegen, dass eine Abschaltung bis zu einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet. „Das Oberverwaltungsgericht hat zudem nach vorläufiger Einschätzung auch Zweifel an der Veranstaltereigenschaft von MEGA Radio geäußert, da der Sender in einem hohem Maße finanziell von dem staatlichen russischen Medienunternehmen Rossiya Segodnya (Russland heute) abhängig sei“, so mabb‐Direktorin Dr. Anja Zimmer. MEGA Radio erhält täglich ca. zwölf Stunden zugeliefertes Programm von Rossiya Segodnya und dafür eine Vergütung.
Die grundsätzliche Frage, ob Sender, die umfangreiche Programmzulieferungen von staatlichen Unternehmen erhalten, eine Rundfunklizenz erhalten können, wird voraussichtlich in einem Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Kassel geklärt. MEGA Radio hatte in Hessen eine bundesweite Lizenz beantragt.
"

https://www.mabb.de/uber-die-mabb/p...-zum-1-maerz-2019-in-berlin-abgeschaltet.html
 
In Bayern gibts aber nur das normale Programm ohne SNA Einlage, die bekommt man nur in Hessen und eben halt bis zum Freitag noch in Berlin. Witzigerweise haben aber fast alle MEGAs in Deutschlands die selbe ID 131A obwohl es stellenweise völlig verschiedene Programme sind. Geht aber nur, da sich die Sendegebiete sich nicht überschneiden
 
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Megaradio SNA hat zumindest ein Finanzierungsmodell... vielleicht der einzige Sender, der über DAB Geld verdient!? Wundert mich, dass das nun auf einmal abgeschaltet wird, nachdem die Stimme Russlands und deren Nachfahren viele Jahre im Berliner Äther herumschwirren durften. Erst auf der Mittelwelle, später über Radio Impala, dann über Megaradio, und nun erst erkennt die Medienanstalt ein bzw. das Problem?
 
Wundert mich, dass das nun auf einmal abgeschaltet wird, nachdem die Stimme Russlands und deren Nachfahren viele Jahre im Berliner Äther herumschwirren durften.
Ich halte es irgendwo einen Eingriff in die Rundfunkfreiheit und freie Meinungsbildung. SNA Radio muss man nicht mögen, aber sie machen das wohl modernste und jüngste Wortprogramm Deutschlands mit Moderatoren, die schon bei Fritz! oder You FM gearbeitet hatten. Journalistisch absolut hochwertig.

Es ist alles ein Politikum: Hätte Putin nicht die Krim einverleibt, wäre es nicht zum Konflikt in der Ostukraine gekommen, hätte man nicht den ein oder anderen AfDler oder Linken zuviel ans Mikro gelassen (angeblich übrigens, weil die anderen Parteien nicht mit ihnen reden wollten), hätte es wohl nie Probleme gegeben. Das Programm wurde ja auch genau so lizenziert wie es jetzt ist, der Anteil der Russen am Vorgänger Impala war sogar höher (18 Stunden, jetzt 12).

Ganz davon abgesehen: Wer tatsächlich an SNA interessiert ist, kann das Programm freilich im Internet weiter hören. https://de.sputniknews.com/radio/ . Ohne dass die Medienwächter da eingreifen können.

Noch absurder wäre es, wenn das VG Kassel im Grundsatzurteil den Medienanstalten Recht gibt. Das würde nämlich bedeuten, dass deutsche Privatradios gar keine Programmelemente staatlicher Rundfunkanstalten mehr übernehmen dürfen. Also auch Benefiz-Konzerte etc. Und das wäre richtig Mist.
 
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Schade, dass die regionalen Versionen von radioeins (Cottbus und Frankfurt/Oder) sowie von Antenne Brandenburg (Cottbus, Frankfurt, Perleberg, Prenzlau) abgeschaltet wurden.
 
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