Der Studiobilder-Thread


Weiß eigentlich jemand, wer damals beim MDR in Halle die akustischen Ausbauten gemacht hat? Ich bin zwar nach wie vor ein großer Fan von Schlitzplatten aus Holz, aber diese Metallpanele sehen ja auch ganz schick aus.

Nach wie vor meine ich übrigens, dass man sich bei einem BCM 104 nicht allein auf den internen Poppschutz verlassen sollte. Derzeit ist das natürlich eh kein Thema, wenn jeder über jedes Mikrofon ein Verhüterli zieht...

Matthias
 
Damals hat MCI gebaut. Dann flogen die Lawo Diamonds raus. Die fahrbaren Tischgestelle sind geblieben und es wurden neue Tischplatten für die DHD Pulte aufgesetzt. Den Umbau hat HFE gemacht.
 
Aber die werden räumliche Ausbauten doch sicher auch an Handwerksbetriebe weitergeben, oder? Ich frage mich nämlich, ob es eine Tischlerei gibt, die Freude daran hätte, mein Büro wie ein 70er/80er-Jahre-Hörfunkstudio auszubauen...

Matthias
 
Und ich diese:

Reg8SprR.jpg

Funkhaus am Dornbusch, Regie 8, Sprecherraum rechts. Hier handelt es sich um die Wandverkleidung, die @Pianist_Berlin meint. Das IRT schreibt in seinen „Rundfunktechnischen Mitteilungen“ dazu:

Ohne Titel 2.png

Über den Hersteller wird nichts verlautet. Und so sind wir so klug als wie zuvor.
 
Üblicherweise kamen damals diese Schlitzplatten von ESO-Akustik Schmelzle aus dem Schwarzwald. Soweit ich weiß, gibt es diese Firma aber schon lange nicht mehr. Ich denke aber schon, dass es auch heute noch Hersteller solcher Platten gibt.

Beim SFB war es damals üblich, abwechselnd geschlitzte und ungeschlitzte Platten anzuordnen, wobei immer darauf geachtet wurde, dass sich an den gegenüberliegenden Wänden jeweils eine geschlitzte und eine ungeschlitzte Platte befinden. Man soll ja auch nicht zu stark absorbieren, und außerdem kann man die ungeschlitzten Module ja als Plattenschwinger gegen die tiefen Frequenzen gestalten.

Wenn ich sowas ernsthaft anpacke, würde ich mich bei den Sendern erkundigen, da wird ja ständig was saniert und entsprechende Aufträge werden vergeben. Da wird man sich schon zu den Holzwürmern durchfragen können, die das letztendlich handwerklich umsetzen.

Matthias
 
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Beim SFB war es damals üblich, abwechselnd geschlitzte und ungeschlitzte Platten anzuordnen
Im o. g. Studio ist zwischen geschlitzter Holzplatte und Wand Dämmaterial angebracht, aber eben nicht überall. Damit erreicht man wohl einen ähnlichen Effekt.

Da wird man sich schon zu den Holzwürmern durchfragen können
„Ei des had doch de Völker-Ernst gemacht! Der is abber schon wie lang nemmehr da.“
 
Damit erreicht man wohl einen ähnlichen Effekt.
In der Regel ist von hinten ein schwarzes Akustikvlies aufkaschiert, als Rieselschutz bei Verwendung von mineralischen Dämmstoffen (meist SSP 1). Wenn man einen zu hohen Lochflächenanteil hat, und feststellt, dass man zu viel absorbiert, kann man Teilflächen von hinten unwirksam machen, indem man ganz simpel ein Blatt Papier hinklebt. Sieht man ja nicht. Allerdings bearbeitet man mit den Schlitzflächen ja nur die mittleren bis hohen Frequenzen. Wenn ein Raum sehr massiv ist, und ungünstige Proportionen hat, dann kommen ja auch noch die Eigenmoden ins Spiel, also die Dröhnfrequenzen. Um die wegzubekommen, sind Plattenschwinger eine mögliche Lösung. Und die baut man dann aus den ungeschlitzten Platten gleicher Oberfläche.

Diese Furnierplatten sind aber eben inzwischen so ziemlich aus der Mode gekommen, obwohl sie mir optisch immer noch sehr gut gefallen. Man kann ja auch helles Birkenfurnier nehmen, dann sieht das sehr modern aus. Meist geht man heute eher in Richtung von Lochblech, aber dann hat man eben kalte Metalloptik. Sinngemäß lässt sich alles oben Geschriebene damit natürlich auch umsetzen, die akustische Wirkung bleibt ja gleich. Mir persönlich gefallen Lösungen mit Holz eben besser.

Matthias
 
Zu diesen Bildern habe ich drei Fragen an die Experten:

- Wann sind die Bilder entstanden? Dass das noch das alte Studio unten im Kudamm-Karree ist, leuchtet mir ein :)

- Diese DOS-basierte Cartwall auf dem mittleren Monitor auf dem unteren Bild kommt mir irgendwie bekannt vor (N-JOY sendete meines Wissens auch damit) und irgendwo laß ich, dass dafür Spezial-Hardware für die MPEG2-Decodierung von Digigram erforderlich war. Weiß jemand, wie diese Software hieß? War das ein Produkt direkt von Digigram?

- Ich kann auf den Fotos kein System erkennen, was die Musik abspielt. Stimmt das Gerücht, dass 104.6 RTL bis ~2004 (bis der Umzug in die neuen Studios erfolgte) im Tagesprogramm mit CDs gesendet hat, die der Moderator selbst wechseln musste?

Viele Grüße

muted
 
Das beantwortet die Frage von @muted: Das Gerät über den beiden linken Cartmaschinen ist ein CD-Spieler (EMT 981)

Andererseits: Ziemlich viel Cart installiert, und es liegen kaum CDs herum … Könnte also sein, daß die Musik auf den physischen Carts lag. Daher auch die schiere Menge an Sonifexen. Die Morgencrew hatte dann 175 Titel zur Auswahl.

Auch interessant: Der Havarie-Verbreitungsweg.

Tüte.png

[Editiert nach Entdeckung des anderen Bildes. Südfunk]
 
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Und auch klar: Der verbliebene 948er (rechts ist er schon ausgebaut) wird als Ablage verwendet. Ist auch besser so, denn wäre er geöffnet, ginge beim 981 dahinter die Klappe nicht mehr auf.

Ich könnte stundenlang solche Fotos gucken!
 
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Ein paar aktuelle Innenansichten von Studio 12 am Rothenbaum.

Hinter der großen Glasscheibe befand sich die Regie, gegenüber in der Ecke beim hohen, schmalen Fenster rechts vom Wandgemälde befand sich der M-Raum (die Glasscheibe ist verdeckt worden).
In etwa auf halber Strecke zwischen Glasscheibe und der Gruppe Musiker befand sich die Runde aus 8 Sprechertischen mit jeweils Mikrofon (Schoeps Mk4), Kopfhörer und Leselampe; diese trapezförmigen Tische mit eingelassener Teppichfläche. Ich meine mich an ein Fabrikschild von Neumann zu erinnern.
Weitere Veränderungen sind der Bodenbelag, vorher lag dort dicker Teppich, und die erneuerte Beleuchtung, sowie ein bodentiefer, raumlanger, dicker Vorhang an der Fensterseite.
Studio12Panorama.jpg
Die Wände sind frisch gestrichen worden und die Artefakte der früheren Nutzung (Anschlussfeld, siehe das Loch rechts unterhalb des Regiefensters) nur grob entfernt, ansonsten sieht das Studio aus wie im Betrieb. Sogar das Brett oberhalb des Regiefensters ist noch da, auf dem ein Paar O96 als Einspiel-Lautsprecher stand. Die dazugehörigen Anschlüsse Strom und NF sind ebenso noch da wie die große Studiouhr.
In dieser Ecke, etwas rechts vom Flügel, befand sich der Disco-Platz.
Durch die Tür am linken Bildrand gelangt man in das Foyer des Rolf-Liebermann-Studios.
Studio12_1.jpg
Noch einmal das Wandgemälde, leider sind mir Künstler und Entstehungszeit nicht bekannt.
Studio12_2.jpg

Trotz der eindrucksvollen Größe war die Akustik ausgesprochen unauffällig und sehr trocken, nahezu kein wahrnehmbarer Nachhall. Das erklärt auch, warum vor der aktuellen Nutzung als Probenraum Parkett verlegt wurde.
Zwischenzeitlich war das Studio Instrumentenlager für das NDR Sinfonieorchester, das nun NDR Elbphilharmonie Orchester heisst und in die neue Spielstätte umgezogen ist.
Schön, dass es nun wieder halbwegs bestimmungsgemäß genutzt wird.
 
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