Deutsches "unterhaltendes" Radio das schlimmste in Europa


#51
Es ist schon lustig wie @icecube919 hier versucht, die junge Generation und deren Umgang mit Musik bzw. den Musikgeschmack einzuschätzen. Das ist wohl das alte Spiel von: Alt versteht Jung nicht (mehr).
Die junge Generation setzt sich also nicht mehr richtig mit der Musik, den Künstlern und Botschaften auseinander?
Die Jugend ist über Instagram und Co enger denn je mit den Künstlern und deren Botschaften verbunden. Da braucht es das Radio als Vermittler nicht mehr, abgesehen von Interviews und Live-Sessions.
Junge Leute gehen nach wie vor in Clubs und auf Konzerte. Festivals sind unfassbar populär. Und da steht, bei allem drumherum, immer noch die (Live) Musik im Mittelpunkt
Es wird also jetzt schon dümmlicher, einfallsloser Müll produziert?
Aktuell beweist Billie Eilish doch das Gegenteil. Unkonventionelle, neue, eigene Sounds, abseits vom Popmusik-Baukasten und damit bei den Jugendlichen der Hype der Stunde.
Nur weil die Musik anders klingt als vor 30, 40 Jahren und man die Hintergründe dazu nicht versteht oder nicht mehr verstehen will (weil man sich vielleicht schon zu weit von der Jugend entfernt hat), ist die Musik von heute nicht dümmlicher, einfallsloser und anspruchsloser als in der Vergangenheit. Deshalb sollte man, meiner Meinung nach, die aktuelle Musik und die jungen Hörer nicht so pauschal vernichtend verurteilen.
 
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#52
Ich hatte die letzten fünf Tage im Urlaub das Vergnügen, recht viel NPO R2 zu hören. Wenn ich mir im Rückblick vorstelle, dass dieser Sender in etwa die gleich Zielgruppe wie WDR 2 hat... dann ist das schon heftig. ...Einzige Erklärung, wie das sein kann: Die Musikgeschmäcker in D und NL sind massiv unterschiedlich...?!
In den Niederlanden gibt es auch Privatsender, deren Musik nicht so viel anders klingt als das, was im deutschen Durchschnittsradio läuft. Aber das ist es eben auch: Das Wettbewerbsumfeld, in dem sich NPO Radio 2 bewegt, ist ein ganz anderes als das von WDR 2.
 
#53
Und dann wird nur noch der dümmliche, einfallslose Müll produziert, der sich jetzt schon durch die Charts zieht, denn vieles ist jetzt bereits "zu anspruchsvoll". Und in naher oder ferner Zukunft findet diese "anspruchsvolle Musik" gar keinen Halt mehr auf dem Massenmarkt.
"Anspruchslose Massenmusik" gab es immer. In den 70ern, 80ern, 90ern. Das ist nun wirklich keine Erfindung der Neuzeit.
 
#54
Dass ein Künstler mit einem Song vielleicht eine Botschaft transportieren will, ist egal.
Auf den Smartphone-Playlist der Jugendlichen finden sich - neben massenhaft zeitgenössischen deutschsprachigen Songs - auch wieder alte Schlagertitel wie "Moskau" von Dschingis Khan, die von Nutzer zu Nutzer begeistert weitergereicht und empfohlen werden. So vie zum Thema Botschaft und Bedeutung der Songtexte... Das Mainstream-Radio verpennt den Deutsch-Trend in der Musik total, schuld daran ist aber nicht nur die fehlende Marktforschung, sondern vor allem die unverrückbaren Fixierungen der Verantwortlichen. Statt von höchster Stelle Formate dezent zu splitten versucht man seit Jahren wie besessen alle Wellen, die noch anders klingen, auf Kurs zu bringen.
 
#55
Aber das ist es eben auch: Das Wettbewerbsumfeld, in dem sich NPO Radio 2 bewegt, ist ein ganz anderes als das von WDR 2.
... was ja eigentlich dafür sprechen würde, dass Radio 2 gerade stärker auf Massenkompatiblität achten muss mit den zahlreichen Privaten als Konkurrenz als WDR 2 mit de facto nur einem Wettbewerber. Und trotzdem: Werbung läuft auf Radio 2 mehr als genug, um den Nachrichtenblock zusammengerechnet kommt es manchmal auf 6-7 Minuten. Der WDR könnte ohne weiteres eines seiner drei (inzwischen) Pop-Dudler für eine musikalisch etwas anspruchsvollere Gruppe gestalten, eben so dass es auch mal klingt wie ein Öffentlich-Rechtliches Programm, eben so ähnlich wie Radio 2 oder auch Radio Eins. Tut er aber nicht, das ist ein Trauerspiel.
 
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#56
Da trifft doch das alte Sprichwort zu "the grass ist always greener on the other side". Absolute Zustimmung, dass deutsches Radio wirklich größtenteils schlecht gemacht ist. Dabei tun sich öffentlich-rechtliche und private Stationen mittlerweile nichts mehr. Alles austauschbar. ABER die These, dass im Ausland alles besser ist, halte ich für sehr gewagt. Fangen wir mal an durchzugehen. Italien wie von s. matze schon angesprochen sind die meisten lokalen Programme für mich nicht anhörbar. Nach jedem zweiten Lied ein Werbeblock und dann auch immer dieselben Werbespots. Dazu teilweise Morgenshows wo sich einem die Fußnägel hochrollen. Dagegen ist Spongebob Kulturprogramm. Ähnlich sieht es in Spanien aus. Die Musikauswahl zwar abwechslungsreicher, aber die ständige Werbung ist für mich ein Abschalt- bwz. Nichteinschaltgrund. Ausnahmen bilden ein paar öffentlich-rechtliche Programme.
Frankreich für mich noch unhörbarer. Mit der Inlandsquote auch sehr hoher Nervfaktor. Da ich kein französisch verstehe, sagen mir die Titel so gar nichts. Ich finde es ist eine schöne Sprache und ab und zu mal einen französischen Titel fände ich absolut ok, aber in der Penetranz einfach too much. Folge; bei Durchreise immer ein USB-Stick im Auto. Radio bleibt bei mir in Frankreich grundsätzlich aus. Immerhin kann man z.B. RTL Radio ja noch recht weit in Nordfrankreich hören. Das ist das schon fast die Rettung, wenngleich auch dies auf Dauer furchtbar anzuhören ist.

Österreich ist ebenfalls nicht besser als Deutschland. Was ist bitteschön an Sendern wie Kronehit besser als an Antenne Bayern was an Ö3 besser als an Bayern 3? 80% der dortigen Radios dudeln genauso wie in DEutschland. Es gibt ein paar wenige Alternativen, aber die gibt's es in Deutschland auch, wenn man nur willig ist die zu suchen. Ähnlich schaut es in Belgien aus. Sicherlich hier Studio Brüssel die große Ausnahme und auch dort gibt es noch einige kleine Sender die sich Mühe geben, aber auch hier oftmals viel Lärm um nichts. Niederlande auch einige Sender die man noch anhören kann, aber insgesamt leider im Laufe der Jahre auch immer dudeliger geworden und hat den "Anschluss" an Deutschland in Sachen Dudelradio fast geschafft. Wenn ich da noch an das alte Radio 10 Gold von vor 20, 30 Jahren denke und mir das heutige Programm anhöre, dann kommen mir immer die Tränen was man daraus gemacht hat. Schlimmer kann man einen Sender kaum gegen die Wand fahren. Auch so Sender wie Q-Music, 538 oder Veronica sind einfach Hitdudler die es hundertfach auch in Deutschland gibt. Beispiel Irland. Aufgrund der wenig besiedelten Gegenden oftmals nur sehr wenige Radiostationen überhaupt zu empfangen. Da kann man in der Provinz froh sein, wenn man so 4-5 Programme reinbekommt. Das "Flagschiff" RTE 2 ist auch eher Fast-Food-Radio. Vergleichbar mit NDR 2 oder WDR 2. Ansonsten gibt es wirkliche Auswahl nur rund um Dublin. Zu anderen Ländern kann ich leider nichts sagen, da mir dazu die Kenntnisse fehlen, aber ich vermute mal, soviel besser ist es dort auch nicht.

Wie bereits oben geschrieben soll das KEINE Verteidigung des deutschen Radios sein, nur die These es ist überall besser, möchte ich so nicht stehen lassen. Es kommt eben immer auf die Sichtweise an.
 
#57
Wenn ich da noch an das alte Radio 10 Gold von vor 20, 30 Jahren denke und mir das heutige Programm anhöre, dann kommen mir immer die Tränen was man daraus gemacht hat.
Nun gut, musikalisch ist der Sender über weite Strecken nicht origineller als das hiesige Angebot. Im Gegensatz zu früher würde ich ihn nun nicht mehr nur wegen der Musik hören. Trotzdem, als unterhaltendes Radio hat er einige entscheidende Vorzüge. Es ist mehr im Hier und Jetzt, während im deutschen Radio ständig darauf hingewiesen wird, was schon war und was noch kommt. Sie führen richtige Gespräche, z.B. mit Hörern, während hier oft nur Verstümmeltes gesendet wird, oder gleich nur WhatsApp-Nachrichten vorgelesen werden. Sie bestreiten das Wortprogramm nicht mit so vielen hohlen Floskeln, nicht jedes Programmelement wird mit irgendwelchen Werbeslogans begonnen und abgeschlossen. Radio 10 wirkt, zumindest in der Primetime, dadurch auf mich sehr viel lebendiger, unterhaltsamer, herzlicher und überraschender als vergleichbare deutsche Sender. Da würde ich ihnen sogar "Sweet Dreams" oder "Losing My Religion" verzeihen. Vielleicht. Überhaupt, wo haben wir hier Moderatoren wie Gerard Ekdom oder Rob van Someren??
 
#60
Tweety, Deine pauschale Behauptung, das Radio sei in allen europäischen Ländern gleich schlecht, ist falsch. Ich hatte zu gleichlautenden Behauptungen anderer Foristen bereits auf Seite 1 dieses Themas in den Beiträgen 9, 14 und 18 ausführlich Stellung bezogen. Insbesondere zu Italien habe ich sehr dezidiert geschrieben.

Es reicht nicht, subjektive, kurzfristig gewonnende Eindrücke für allgemeingültig zu erklären. Du musst beispielsweise den Titelpool eines Senders schon über eine längere Zeitachse analysieren.

Zeige mir ein relevantes (reichweitenstarkes) deutsches Programm, das auch nur in die Nähe von NPO Radio 2 kommt. Vergleiche den jeweiligen Titelpool von Antenne Bayern mit Qmusic (NL), oder Radio Veronica musikalisch mit RBB 88.8. In Bezug auf Veronica ist es wichtig zu wissen, daß die Reform aus dem Jahre 2011, die den Titelpool drastisch verkleinert hatte, bereits vor Monaten (wenigen Jahren?) rückgängig gemacht wurde.
 
#63
1985, 1987 und 1990 sind die drei großen Platten, davor und danach hat es mich auch nicht interessiert. Die 1987er ist King!

STS haben mich im direkten Vergleich viel länger interessiert, die haben erst ab 1998 geschwächelt.
 
#64
Habe gerade nochmal meine Internetradio-Entdeckungen durchgestöbert und siehe da, es gibt doch eine Hot AC-Alternative zu unseren Meduza-Ava Max-Alice Merton-Hörer-Quälprogrammen. Mit spürbarem Rock-Anteil und auf deutschen Stationen aus unerklärlichen Gründen ignorierten neuen Hits, darunter beispielsweise:
1. Taylor Swift: "Cover" (2019)
2. Calum Scott/Leona Lewis: You are the reason" (2018)
3. Elton John/Taron Egerton: Love me again (2019)
http://live.mystreamplayer.com/100hitz?autoplay=9
 
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