Die kleinen Versprecher


Ich kenne es so, dass die Interpreten “Nachname, Vorname“ in der Datenbank eingetragen sind und so auch in der Sendeabwicklung angezeigt werden.
Wohl wahr, sofern nicht senderseitig umbenannt wurde. Aber wie sollen das "die junge Leut" auseinanderhalten, wenn iTunes & Co. beim Einprogrammieren eines Produkts zwingend die Reihenfolge Vorname Name fordert und die diversen "featurings" nicht dem Interpreten, sondern zwingend dem Titel zugeordnet werden müssen? Das lesen sie häufiger als das, was auf dem Studiomonitor steht.
 
Laut dem Wetterbericht nach dem "heute-Journal" ist es in "Serbien oder Jugoslawien" für diese Jahreszeit ziemlich frisch.

Jugoslawien?

Wikipedia meint dazu:
Mit der Annahme einer neuen Verfassung im Jahre 2003 benannte sich die Bundesrepublik Jugoslawien um in „Serbien und Montenegro“. Dies stellte das Ende des Begriffs „Jugoslawien“ als Staatsnamen dar.
 

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Zwei Fälle bei SWR1:

Jochen Stöckle spricht vier Mal hintereinander vom Musikmagazin "Rolling Stones", dann sagt er es noch ein paar Mal richtig.

Stefanie Anhalt nennt die Giant Rooks drei Mal "Giant Rocks", bemerkt dann ihren Fehler und sagt es noch drei Mal richtig.

Irgendwie ulkig. Nicht schlimm, aber nach ein paar Mal will man dann schon mal Hallo sagen!

Stöckle hat auch ein neues Wort erfunden: "Querwolken". Sollte natürlich Quellwolken heißen :)
 
Der BR hat in den 22 Uhr-Nachrichten den "Südwestdeutschen (!) Rundfunk" zitiert.
Den Versprecher hat sich einst schon Ulrich Wickert bei der Abmoderation eines Kommentars geleistet. Die Abkürzung ist aber einfach zu verführerisch.

Etwas peinlicher ist es dann schon, wenn in einer aktuellen Feature-Produktion das eigene Haus nicht richtig benannt wird. Solche Sendungen müssen doch von einem Redakteur abgenommen werden, oder etwa nicht?
 

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Sehr witzig war auch die Schlagzeugerin der Band Kala Brisella im Deutschlandfunk-Interview letzten Sonntag. Die hatte vorher kein Schlagzeug gespielt und fand es zunächst schwierig, mit diesen vier Exkrementen zu spielen... schnell korrigiert, aber was für ein großartiger Versprecher! :wow:

Und in den Nachrichten hieß es kürzlich, 1899 Hoffenheim habe "die Serie von sieben endlosen... Entschuldigung: sieglosen Spielen beendet." :D
 
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Den Versprecher hat sich einst schon Ulrich Wickert bei der Abmoderation eines Kommentars geleistet. Die Abkürzung ist aber einfach zu verführerisch.

Etwas peinlicher ist es dann schon, wenn in einer aktuellen Feature-Produktion das eigene Haus nicht richtig benannt wird. Solche Sendungen müssen doch von einem Redakteur abgenommen werden, oder etwa nicht?
Das klingt so als sei das der Redakteuer SELBST gewesen. Das war doch kein Sprecher.
 
Rotlicht, dieses herrliche Ding stammt aus den 70er Jahren und ist absolute hr-Funkgeschichte! (Leider fehlen in Deiner Aufnahme entscheidende Minuten). Wer Lust hat zu lesen - hier die entsprechende Erklärung "behind the scenes":

Die 16-Uhr-Nachrichtensendung des hr zeichnete sich einige Jahre lang dadurch aus, dass zusätzlich zum Sprecher ein Redakteur ins Studio kam und live sogenannte „Erläuterungen“ verlas. Dies sollte das in der Nachrichtenmeldung Dargestellte ausführlicher erklären und einordnen. Gelegentlich waren es auch gleich zwei Redakteure, die dem Berufssprecher nun von Angesicht zu Angesicht gegenüber saßen, das Mikrofon in der Mitte.

Der Sprecher Wolf-Detlef Mauder verlas die erste Meldung und endete mit den Worten „Hören Sie hierzu weitere Informationen“. Redakteur Peter Joschko hub an zu erläutern. Nun hatte sich dieser allerdings vor Dienstbeginn eine neue Frisur zugelegt, die in den 70ern hochmodisch war - man nannte sie „Minipli“ -, die ihm aber ein, sagen wir, gewöhnungsbedürftiges Aussehen verlieh. Der Sprecher seinerseits hatte die neuen Locken des Kollegen noch nicht wahrnehmen können, denn Joschko war auf leisen Sohlen ins Studio geschlichen, während der Sprecher schon konzentriert aus seinem Manuskript vortrug.

Mauder blickt auf, sieht den Kollegen mit der neuen, schick-lockigen Mähne und stößt ein langgezogenes „Pfffff…“ aus. Doch der Damm hält – noch. (Joschko fehlt auf dem Mitschnitt)

Nach der nächsten Meldung - Ölkrise - der zweite Redakteur, Wolfgang Lumma, mit seiner Erläuterung. Er beginnt souverän, hat dann aber seine Schwierigkeiten bei den Wörtern "Destillationsanlagen" und „Raffineriekapazitäten“. Es klingt eher nach „Rfinrrrfn“. Der Minipli-Redakteur prustet los. Der Berufssprecher tut es ihm gleich. Neuer Anlauf des Dritten: „riffanrrrfff..“ Dann drei gestandene Nachrichtenmänner mit dem heftigsten Lachanfall der hr-Radio-Geschichte. Die Sendung endete irgendwo im Nirwana. Die Hörer riefen in Scharen an: „Bitte tun Sie den Herren nichts. Wir haben uns köstlich amüsiert“ und gar „Können Sie uns davon eine Aufnahme schicken?“

Die "Telefon"-Qualität resultiert daher, dass der Mitschnitt vom sogenannten "Assmann" stammt, einem langsam laufenden (3,8 cm?) Dokumentationstonbandgerät.
 
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Lieber Onkel Otto,

danke für diese schöne Making-Of-Story. Das macht die ganze Geschichte ja noch einmal um einiges köstlicher, als sie ohnehin schon war. Jetzt kann ich mir das langsam auch noch bildlich vorstellen. Das dürfte ja in dem alten Nachrichtenstudio im linken Seitenflügel gewesen sein, wo das SM 69fet über dem Sprechertisch hing und irgendwo noch der Gong rumstand.

Ich habe das irgendwann in den 80ern bei HR 3 mitgeschnitten, als die solche Pannen zu Silvester sendeten, ich glaube moderiert von Jörg Bombach. Leider hatten sie da schon so einiges herausgeschnitten und mit erklärenden Worten garniert. Ich hätte mir auch lieber den kompletten Unfall gewünscht. Aber vermutlich war die Redaktion der Meinung, dass der Hörer das nicht versteht.

Die Assmann-Anlagen liefen auf 2,4 cm/s und die Spuren waren 1 mm breit, wenn ich mich recht entsinne. (Zum Vergleich: Der Rundfunkstandard für Sendeband war 38,01 cm/s und die Spuren 2 x 2,775 mm) Da wundert es nicht, dass es klang wie aus dem Vox-Haus und die Nachbarspuren übersprachen, vielleicht war es auch der Kopiereffekt, den man da hört.
 
Sogar nur 2,4... Holla! Kein Wunder, dass das Vox-Haus diesem Klang überlegen war ;). Korrekt, Rotlicht, das war eine Aufnahme aus dem alten Nachrichtenstudio 2 im Verbindungsgang zwischen Rundbau und Brunnenbau, wo's Mikrofönsche an langer Metallstange von der Decke baumelte. Wenn sich zwei Leut' gegenübersaßen, musste man immer die Kapseln verdrehen.
 
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Wenn die sich gegenübersaßen, dann haben die sich ja auch direkt ins Gesicht gekichert und gegluckst. Das erklärt ja auch noch einmal einiges. So eine Geschichte gab es auch mal in Köln. Egon Hoegen und Gaby Kowalski saßen in der 12 im Reichardt-Haus und sollten einen Beitrag für den Landfunk für WDR 3 live vortragen. In diesem Beitrag ging es um Hasen als Haustiere, der Autor war ein gewisser Heinz Kohlhaas. Da sind die beiden wohl nicht drüber hinweg gekommen. Da sie sich ständig gegenseitig wieder ins Gesicht gelacht haben, kamen sie aus der Nummer auch nicht wieder heraus. Danach sind die Beiträge für den Landfunk dann grundsätzlich vorproduziert worden. Die Nummer ist hier bestimmt auch schon irgendwo gepostet worden.
 
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