Die Mittelwelle ist tot. Es lebe die Mittelwelle!


#53
Es gibt viele Länder, in denen AM trotz vollem FM-Band noch eine Rolle spielt. Truck und Mega waren doch Musiksender.
Aber eben nicht mehr in Deutschland. Da spielte sie keine Rolle mehr. Bis auf Liebhaber wovon wiederrum die meisten ausländischen Sender hören werden, hörte keiner mehr MW. Die Jüngern kennen den Bereich schon gar nicht mehr, selbst gleichaltige nicht. Ich verstehe nicht warum manche das nicht einsehen können. Arbeitet ihr nicht? Unterhält ihr euch nicht mir euren Arbeitskollegen?, habt ihr keinen Bekannten- (die keine Radiofreak sind) , Verwanden- und Kundenkreise und die mal befragt wie sie zu MW stehen? Ich schon und kann nur sagen das in meinen Bekannten-, Freundes-, Kollegen-, Verwande- und Kundenkreisen keiner mehr RTL oder DLF über Miitelwelle hörte, mache kennen nicht mal RTL Radio und dachten RTL gibt es nur im Fernsehen und wissen nicht mal wofür RTL steht, für Radio Television Luxemburg.

Ja Truck Radio und Megaradio waren Musiksender? Truck mit Schwerpunkt LKW Fahrer. Aber was willst du damit sagen? Das die Programme deswegen nicht eingeschaltet würden?. Vergiss es, auch da braucht man sich nur umschauen um zu erkennen das die meisten Leute bei uns nur Musiksender wollen, wäre das nicht so würde z.B Kultradio bei uns in Bayern nicht so erfolgreichreich sein. Die meisten wollen im Gegensatz zu unsere Franzosen nicht großartig bequatscht werden. Ich sehe es bei Freuden selbst, wenn da im Radio zulange geredet wird, wird der nächste dudelfunksender eingsstellt oder mp3 wird dann wiedergegeben. Leute die B2, DLFs und co hören haben bis auf vereinzelte alle schon lange auf UKW oder DAB, IP, Sat, Kabel umgeschwängt.
 

Radio Pumuckl

Gesperrter Benutzer
#54
Seltsam ist das ja schon, wenn in einem Land wie den USA, in dem die Anzahl der UKW-Sender in den großen wie kleinen Ballungszentren meist jenseits der 30-40 Programme liegt, trotzdem noch diverse AM-Stationen senden, und diese natürlich auch eingeschaltet werden. Wenn in einem Land mangels wirtschaftlichem Erfolg kurzer Prozess gemacht wird, dann in den USA. Irgendwas müssen diese AM-Stationen also bieten, dass einige Amerikaner trotz diesem "erdrückenden" Angebot an FM-Musiksendern die AM-Wortwellen einschalten. Und dieses Phänomen ist eben nicht ein rein US-amerikanisches. Die Behauptung, die Deutschen ließen AM mittlerweile links liegen, ist nicht bewiesen, da es hier nie ein vergleichbares Angebot auf Mittelwelle gegeben hat.
 
#55
@Kohlberger91 Ich bin Anfang 20 und kenne die Mittelwelle. Hab sie bis vor einigen Jahren auch noch regelmäßig gehört. Falls ich mich richtig erinnere, dann hab ich schon MW gehört, da ging ich noch zur Grundschule. Grund: Auf MW liefen die Fußball-Vollreportagen. Und etwas später hab mir einen KW-Empfänger zum Geburtstag gewünscht, um neben Mittelwelle auch die DW auf Kurzwelle hören zu können!
 
#56
@Ganztagshörerien, ja du, ich auch aber wir sind Radiofraks, sonst wären wir nicht hier. Hast deine Mitschüler und später deine Arbeitskollegen auch mal gefragt ob sie das auch tun? Ich hab da ganz andere Erfahrungen.

Die Behauptung, die Deutschen ließen AM mittlerweile links liegen, ist nicht bewiesen, da es hier nie ein vergleichbares Angebot auf Mittelwelle gegeben hat.
Ist zwar ein Widerspruch aber okay... Überlege mal, wenn es nach deiner Aussage kein vergleichbares Angebot nie gegegen haben soll, dann hatten sie erst recht keinen Grund auf MW umzuschalten und somit erst recht das Band links liegen lassen.

Deine Aussage stimmt auch nicht ganz, es gab auf MW Programme die es auf UKW nicht gab. Gehört hat es so gut wie fast keiner. Einzige unsere US Soldaten ihren AFN und selbst den haben die abgeschalten. Aber sonst? Ich hab genug Praxis erfahrungen und das sagen zu können. Das ging scho als Kind los das ich neugierig in die Autos schaute die im Stau bzw. Ampeln auf die weiterfahrt gewartet haben. Da war nie die Mittelwelle eingestellt und später in der Arbeit genauso. Auch da könnte ich nicht feststellen das dort Leute gabt die MW hören und die hätten ja gekonnt. Mein damiliger Altgeselle hat lieber über Bayern 1 geschimpft immer, das sie nur noch "Affenmusik" bringen würden usw.... Auf den verweis das er seine Schlager auf unser Baustellenradio über Bayern Plus auf MW 801khz weiterhören könnte hat ihn noch wütender gemacht nach dem Motto das es erst recht eine Frechheit wäre.

Hast mal wenn du schon drüben warst Pumuckl und selbst die gelegenheit hattest auch mal die US Bürger gefragt ob die MW hören und wenn ja warum???
 
#57
Die Frage ist doch, was es für Angebote auf MW gibt bzw. gab. MW habe ich gerne gehört, als es HR info bzw. SWR Info noch auf MW gab. Den DLF gibt es hier auch auf UKW bzw. habe schon auf DAB hören können. Da ist es doch verständlich, dass kaum/ niemand mehr die MW einschaltet. Gerade Wortprogramme eignen sich hervoragend für MW und die Reichweite von MW/LW ist auch nicht zu verachten. In Ländern wie UK, Frankreich oder Spanien ist das Band voll mit Sendern. Wen wundert es dann, dass es gehört wird. In NL hat man leider starke MW-Sender abgeschaltet. Vor einigen Jahren war es auch dort interessant, auf MW zu schalten. Mit den Hobbysendern ist es immerhin was für Freaks, aber aufgrund der schwachen Sendeleistungen nicht wirklich interessant.
 

Radio Pumuckl

Gesperrter Benutzer
#58
Hast mal wenn du schon drüben warst Pumuckl und selbst die gelegenheit hattest auch mal die US Bürger gefragt ob die MW hören und wenn ja warum???
Nein. Wie gesagt: Wären die AM-Stationen in den USA erfolglos, gäbe es sie nicht mehr. Amis fackeln nicht lange, wenn sich etwas nicht mehr rentiert. In Los Angeles habe ich immer KNX, das Nachrichtenradio von CBS auf AM 1070 KHz gehört. Die waren von der Werbeindustrie heiß umgarnt, es liefen reichlich Spots. Glaubt jemand ernsthaft, die Industrie schaltet auf KNX Werbung, wenn diese Station niemand hört?
http://losangeles.cbslocal.com/station/knx-1070/
 
#59
Die Frage ist doch, was es für Angebote auf MW gibt bzw. gab. MW habe ich gerne gehört, als es HR info bzw. SWR Info noch auf MW gab. Den DLF gibt es hier auch auf UKW bzw. habe schon auf DAB hören können. Da ist es doch verständlich, dass kaum/ niemand mehr die MW einschaltet. Gerade Wortprogramme eignen sich hervoragend für MW und die Reichweite von MW/LW ist auch nicht zu verachten. In Ländern wie UK, Frankreich oder Spanien ist das Band voll mit Sendern.
Die Mehrheit hat aber in Deutschland eben nicht mehr diese Sender wie SWR Info HR Info jnd co. über MW gehört und das ist eben der Punkt. Die meisten Deutschen wollen nicht informiert werden sondern bedutelt werden. Die deutsche Mentalität ist eine ganz andere als die in Spanien oder Frankreich zudem hat Spanien sehr lange kein UKW Rundfunk gehabt, da wundert es nicht das MW noch verwurzelt ist.

Ich zitiere mal paar Sätze von Wikipedia:
"In Europa werden die meisten Sendeeinrichtungen von spezialisierten Firmen und Telekommunikationsunternehmen betrieben; die US-Sender betreiben jedoch meist ihre Sendeanlagen selbst und sind für die Ausstrahlung verantwortlich. Die bundesstaatliche Behörde FCC lizenziert die Sender und regelt die Bedingungen der Ausstrahlungen. Während in Europa der Mittelwellenrundfunk seit dem Ende des Kalten Krieges konstant abgenommen hat, gehört er in den USA weiterhin fest zur Radiolandschaft. Besonders Leistungsstarke und damit weit hörbare Stationen auf UKW und Mittelwelle werden „powerhouse stations“ genannt."

@Pumuckel. Nochmal in D würde die MW kaum noch genutzt (nicht wirtschaftlich) in der USA eben schon (Wirtschaftlich). Was ist daran zu Schwer? Warum wohl gab es in Deutschland keine Privatsender auf MW?, Es gab zwar kurz welche aber eben nur kurz, dann waren die Pleite. Bitte bedenkt auch, die Bandbreite ist in der USA größer (7khz satt 4.5 khz) womit in der USA die MW schon mal besser klingt als bei uns. Stereo gibt es auch. Ebenso digital über AM. Ist bei uns alles nicht machbar. Das Freqenzband in Europra ist nunmal 4.5khz. Warum lohnt sich das für die US- Sender auf MW zu sein, ganz einfach weil eben im Gegensatz zu uns deutschen der Amerikaner noch diese Band nutzen insbesondere zwischen Gebieten wo UKW kaum was geboten ist und nicht jeder ist berreit Gebühren für das mobile Satradio berreit zu bezahlen. Also wird umgeschalten zu AM. Bei uns in Deutschland hat eben kaum noch einer umgeschalten. Auch die Geräteindustrie hat bei uns ab 2000 die AM Bänder vernachlässigt. Womit viele Empfänger zwar guten UKW empfang haben, auf die AM Bänder aber kaum zu gebrauchen sind.

Aus http://www.radioszene.de/73108/ist-eigentlich-mit-der-mittelwelle.html ist zu entnehmen

Zitat :"In Deutschland hört so gut wie niemand mehr Radioprogramme auf der Mittelwelle. Ganz anders in den USA. Talk Radio und Sportsendungen, 24 Stunden Nachrichtenkanäle, nostalgische Musikprogramme und ethnische Sendungen, das alles kann mann auf der AM Frequenz finden. Noch, muss man sagen, denn die Hörer schalten um.
Ende der 70er Jahre hörten mehr als die Hälfte der Amerikaner Radio über die Mittelwelle. Heute sind es gerade mal noch 11,5 Prozent. Noch 1990 wurden 45 Prozent der Hörfunklizenzen von der Aufsichtsbehörde FCC an Stationen auf der Mittelwelle vergeben. 2014 stehen 10,700 UKW Sender 4700 Mittelwellenstationen gegenüber. Der Trend ist eindeutig, mehr und mehr Hörer schalten weg. Marktanteile gehen verloren. AM Stationen werden abgeschaltet.

KFWB-AM ein Radio Powerhouse in Los Angeles wurde noch vor den glorreichen Radiotagen von Warner Brothers Mitbegründer Sam Warner aufgebaut. KFWB war jahrzehntelang DER Sender in Los Angeles. In den Anfängen des Rock’n Roll wurde die Station auch “Color Radio” genannt, denn hier ging es nur um Musik und die Mischung kam an. Später wandelte man sich zum führenden Nachrichtenkanal mit Außenbüros in ganz Kalifornien. Lange ist es her. In einer Juliwoche zog KFWB nur noch 172.000 Hörer an. Zu wenig im wichtigsten Radiomarkt der USA. Der Topsender, Musikkanal KBIG-FM, erreichte im gleichen Zeitraum fast 3,5 Millionen Hörer. Die Chefetage von KFWB zog die Konsequenzen, ab Ende September wird das Nachrichtenflagschiff ein Sportkanal. Damit will man gezielt Hörergruppen ansprechen, die noch immer die Mittelwelle einschalten.

In San Francisco war KCBS auf Mittelwelle 740 lange Zeit der Sender für News, Verkehr und Wetter. Doch auch hier wurde man von der technischen Entwicklung überrollt. Nach wie vor wird Radio in den USA vor allem im Auto gehört, die Ballungsgebiete mit ihrer Endlos “Rush Hour” laden dazu praktisch ein. Allerdings hat der Hörer mehr Möglichkeiten, und vor allem in besserer Soundqualität zur Hand bekommen. Auf Knopfdruck lassen sich Satellitenprogramme oder Internetradios einschalten. Für Verkehrsmeldungen klickt man auf die Smartphone App, die Mittelwelle scheint überflüssig geworden zu sein. Und als BMW einen Elektrowagen ohne AM im Radioangebot vorstellte, mit der Begründung, die Batterie des Wagens würde den Mittelwellenempfang beeinflussen, gingen Schockwellen durch die amerikanische Radiolandschaft. KCBS strahlt nun auch sein Programm auf der UKW 106,9 aus, einfach, um mehr Hörer zu erreichen.

Die Mittelwelle in den USA scheint angezählt zu sein. Und doch, noch immer setzen Radiobegeisterte auf diese “nostalgische” Welle. Gerade die zahlreichen ethnischen Programme in den USA sind hier zu hören. Die Mittelwelle ist billiger für Feierabendradiomacher und selektive Zielprogramme. Dazu kommt, dass AM eine deutlich größere Region abdecken kann als UKW.

Jahrzehntelang wurde das deutsche Programm “Peter Buhrmann Radioshow” auf der Mittelwelle in Nordkalifornien ausgestrahlt. Nach dem Ausscheiden des Moderators übernahm das deutsche Kulturzentrum in Oakland, der Excelsior Center, die Sendung. Anfangs startete man auf der UKW 92,3 durch, bevor man wieder auf einen Mittelwellensender KEST 1450 umstieg. Auf der FM Frequenz wurden zu wenige Hörer erreicht. Mit KEST kann man auch die entfernteren Gemeinden in Nordkalifornien versorgen. Das Programm “Excelsior German Radio” ist etwas für “Liebhaber” des handgemachten Hörfunks. Da schaltet sich schon mal eine “Moderatorin” per Telefon dazu, um Songs an- und abzumoderieren. Es geht hier nicht um einen flotten Musikfluss, um eine flüssige Moderation, um Witzi-Spritzi-Heiterkeit, ganz im Gegenteil. Das “Excelsior German Radio” richtet sich an die vielen Immigranten, die vor langer Zeit hierher kamen, und ja, die selbst in die Jahre gekommen sind. Das Programm hat sich über die Jahre nicht groß verändert. So klang es in den 70ern, den 80ern, den 90ern und noch heute. Ein Nostalgieprogramm auf einer nostalgischen Frequenz. Es hat seinen Charme, doch für wie lange noch?"
 

Radio Pumuckl

Gesperrter Benutzer
#60
Ist bei uns alles nicht machbar.
Diesen Satz lieb ich ja. Das ist die Standardantwort auf die Frage, warum Radio in Deutschland so beschränkt ist. AM, kommerzielle Wellen, die abwechslungsreich sind oder ör Popwellen, die musikalisch und inhaltlich breit aufgestellt, alles (nicht mehr) möglich in Deutschland. Entweder sind die deutschen Hörer beschränkt, oder die hiesigen Macher, oder beide Gruppen. Aber vielleicht sitzen auch einfach nur die falschen Leute an den Schalthebeln. :wall:
 
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#61
ich bezog das auf die Brandbreite und die Tatsache das bei uns in Deutschland kein Stereo in AM möglich ist. Die Bandbreite war noch nie höher. Schon mal was von Wellenplan gehört? Der ist einzuhalten. USA ist 1 Land. Das kann so zimlich machen was es will, muß nicht großartig auf andere Länder Rücksicht nehmen. Da kann man halt auch breitbandig senden. Europa besteht aus x Länder, da kann Deutschland nicht her gehen und mal eben das ganze Band belegen nur damit der deutsche Michel schön brav MW trau bleibt. Was auch nie gewollt war. Nach dem Weltkrieg bekamm Deutschland nur wenig AM Frequenzen, darum würde bei uns UKW ziemlich schnell aufgebaut und auch erfolgreich. Die höherzahlen waren da schon rückläufig. Das unser ÖR damals besser waren, glaub ich weniger. Sonst hätte RTL keinen Erfolg haben können, die haben sie aber auch zum normalen Privatradio dudelfunk entwickelt und waren aus Luxemburg (ich sag das deswegen weil du sagt alles in D nicht möglich). Also auch da kein Umschaltgrund mehr zur schlechtern Qualität der MW, der örtliche Lokalfunk bringt das auch. Es gab später noch Sender auf MW die es auf UKW nicht gibt. So verschwand Schlager in Bayern auf UKW. Es folg aus dem Programm von Bayern 1. Auf MW tat der BR seine Schlagerwelle auf die MW als er merkte das keiner der Jungem Leute sein ON3Radio darüber hörte und es wechselte trotzdem niemand. Die Schlagerhörer hätten ja jetzt ihr Programm über MW hören können und was taten sie? "Da höre ich lieber CD als mir diese Qualität". In Bayern gibt ein Sender namens Kultradio, bei uns am Land hat der Sender eingeschlagen, also es wird immer mehr gehört, es wird sogar DAB+ Geräte dafür gekauft. Ich bin überzeugt wäre Kultradio auf MW gegangen hätten sie keinen Erfolg erzielt und hätte quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesendet. MW zieht in D nicht mehr, da kann das Programm noch zu gut sein. Davon abgesehen die diese AM Bänder heute überall zugenebel werden von allen möglichen elektronischen Geräten. Im Büros, in Firmen ist das Band nicht zu gebrauchen. Manche sagen auf MW sind Sprachsender gut aufgehoben, nur hört das in Deutschland ja kaum jemand, sonst wäre nicht Antenne Bayern das meinst gehörte Programm, sondern DLF, DLF Kultur, Bayern2, B5 usw. Sind sie aber nicht.
 
#63
Ich frage mich einerseits, wie diese meist wortlastigen und damit teuren AM-Stationen bei soviel Konkurrenz auf UKW existieren können.
Vielleicht sind sie gar nicht so teuer, da sie einen Großteil der Sendungen nicht selbst produzieren. Beispiel KNSS: Die dreistündige Frühstückssendung wird vor Ort produziert, der Rest sind zugekaufte Sendungen, die auch in Dutzenden oder Hunderten anderen Märkten der USA zu hören sind. KNSS, KSGL, KGSO, KFH und KQAM senden zudem parallel auf UKW.
 
#64
Hier wird immer von den USA gesprochen. Man sollte bedenken, dass in ganz Amerika, also auch Lateinamerika, die Mittelwelle noch sehr populär ist.

Auch in Asien (z.B. China, aber auch Philippinen) ist die Mittelwelle noch sehr populär. Wie es speziell in Russland aussieht, weiß ich nicht. Die LW wurde in Russland abgeschaltet, was für mich - bei so einem Flächenland - unverständlich ist.

Das "Problem" in Deutschland ist, dass hier von Anfang an (seit Beginn der 50er Jahre) alle Programme auch auf UKW verfügbar waren. Es gab keine dedizierten Programme (bis auf den DLF) und einige "Minderheitenprogramme", die nur auf MW verfügbar waren. Im kalten Krieg diente in Europa die MW im Wesentlichen der Propaganda und zur Versorgung des benachbarten Auslands. Beides ist heute, ersteres aus Grund der politischen Lage, zweites auf Grund des Internets, obsolet geworden.

Den von Kohlberger91 beobachtete Trend, dass in Deutschland "Dudelsender" bevorzugt werden, deckt sich auch mit meiner Beobachtung, und dass seit Anfang der 90er Jahre. Dass die Deutschen deswegen "dümmer" seien als Menschen in Nationen, die Nachrichtenprogramme auf AM hören, glaube ich nicht. Sie haben einfach nur den Bezug zum Medium "Radio" als Informationsquelle verloren. Sie nutzen das Medium Radion zur Berieselung.

Wobei es auch einen Gegentrend zu geben scheint, und hiervor scheint vor allem der DLF zu profitieren. Ich höre oft Menschen, die sagen, dass sie den DLF hören. Menschen, von denen man es gar nicht erwartet hätte...
 
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#65
Es gibt sehr viele Punkte, die eine Rolle spielen mögen.

Für den Moment ein paar Überlegungen:

Was mich im Moment aufregt, ist wie DAB versucht wird, durchzusetzen - von der ARD. Geradezu peinlich, diese Werbemaßnahmen (man erkennt die Absicht).

Habe vor ein paar Jahren einen Empfänger gekauft.

Genervt hat mich erstmal der Zeitverzug. Ansonsten: Da ich an vielen Stellen des Zuhauses keinen Empfang habe und die exklusiven Digitalradio-Programme auch nicht so groß anders, besser sind, hat sich das Thema weitgehend erledigt (so lange ich nicht zu DAB gezwungen sein sollte).

Sprich: DAB ist für mich (nicht mehr) als eine sinnvolle Ergänzung. Und umgekehrt: Warum sollte man denn auf etwas Bewährtes, wie Mittelwelle grundsätzlich verzichten ...

Die Rechnung, dass ein einzelner MW-Sender in Erhalt und Betrieb sooo viel kostet, kann ich ja nachvollziehen, aber insgesamt sollte man doch auch in der Hinsicht Augenmaß an den Tag legen.

Mich erinnert die Verbreitungswege_Politik zuweilen an das (Miss)-Management der deutschen Bahn.

Radio-Nutzung und die Art der Programme haben sich über Jahre und Jahrzehnte halt auch geändert (und die Menschen): Früher hat man halt gerne mal Programme aus der weiteren Nachbarschaft gehört (was UKW nicht hergibt). Dann wurden die Programme insgesamt immer "musiklastiger" und die Leute immer "schleckiger".

Gehört wird vorwiegend noch im Auto - und wenn die Autoradios halt nicht zwei, drei, vier oder, wie es nun möglich wäre, fünf Wellenbereiche angeboten werde, sondern nur UKW und oder DAB ...

So viel vorläufig ...
 
#66
Warum sollte man denn auf etwas Bewährtes, wie Mittelwelle grundsätzlich verzichten ...

Die Rechnung, dass ein einzelner MW-Sender in Erhalt und Betrieb sooo viel kostet, kann ich ja nachvollziehen, aber insgesamt sollte man doch auch in der Hinsicht Augenmaß an den Tag legen.
und die wären?, wechler Vorteil hat den die MW gegenüber UKW oder meinerwegen DAB+? Ich sehe nur einen und zwar der das die in die Abend/Nachtstunden weiter zu hören ist als Tagesüber. Tagsüber (Bodenwelle) erreicht sie auch nur einen Radius von ca 100km, das schaft 100kW UKW durchaus auch. Was soll da bewärt sein? In machen Regionen war das Band tagesüber auch recht leer. Im bayerischen Wald ging die MW schon immer schlecht, sei es die 801 khz von Dillberg, Ismanig oder der DLF 549khz. Nachts könnte man schon eher was anfangen, aber Tagsüber, von der Störanfälligkeit ganz zu schweigen. Daher nochmal die Frage, was ist das bewährt? Katastrophenschutz bezüglich Bevölkerungswarnung dürfte UKW, DAB+ ebenso besser geeignet sein. Mitterweile gibt auch schon Kurbelradios mit DAB+/UKW (Sangean MMR-88). Also auch bei einen Blackout kann man die Notstrombetrieben Öffentlichen rechtlichen UKW, DAB+ Rundfunksender weiter hören, sofern man sich vorhab sich so ein Radio besorgt hat. Im Kiegzustand ist MW auch im Nachteil, ein Anschlag auf die wenigen MW Anlagen und weg sind sie im Äther. Also wo soll na der große Vorteil dann bitte liegen? Warum überhaupt die Mittelwelle und nicht der Kurz- oder Langwelle? Warum hat da keiner ein Problem das dort keine deutschen Sender mehr daruf sind bzw. zu hören sind???. Die Störanfälligkeit ist zwar dort die selbe, doch werden damit wenigsten höhre Reichweiten erzielt. Aber auch da wird man keinen Massenhörer mehr loggen können. Bis auf uns Radiosfreaks hat doch kein deutscher mehr diese 3 Wellenbereiche mehr wahrgenommen. Der Schritt mit der Abschaltung war schon längst überfällig. Man muß das auch mal so sehen, warum sollen die GEZ Zahler eine Technik mit finanzieren die sie schon lange nicht mehr nutzen. Ich frage mich was wohl gewessen wäre wenn man die 3 Bänder zwar nicht stillgelegt hätte aber digitalisiert hätte, aber warscheinlich hätte das auch nicht gepasst. Machen wir uns nichts vor, es geht doch machen von uns doch nur um das Amplitudenmodulationfeeling, das feeling der Atmospäre ;)
 
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Radio Pumuckl

Gesperrter Benutzer
#67
Zunächst ist die Aussage, die Reichweite der MW liege tagsüber pauschal bei 100 KM, falsch. Die Frequenz 1.440 KHz von Radio Luxemburg soll bei einer Sendeleistung von 1.200 KW tagsüber in einem Radius von 300 KM ausgestrahlt haben. Ansonsten bestand der Fehler darin, den AM-Bereich beizeiten nicht mit attraktiven, alternativen Wortangeboten gefüllt zu haben. Im Falle von RTL hat das Herumdoktern mit diversen Musikformaten nach 1990 zum Niedergang geführt.
 
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#68
Ich bezog meine Aussage auf die zuletztverblieben MW Sender in Deutschland und da hatte keiner eine Tangesreichweite von über 300KM mit normalen Radios. Zumal das auch nicht viel ist. Daher nochmal warum nicht Lang- oder Kurzwelle, da hätte man bessere Reichweite.

Thema "attraktiven, alternativen Wortangeboten". Gibt diese auf UKW oder DAB+?. Kann man Bayern 2, die DLFs co als attraktiven, alternativen Wortangebote gelten laßen? DLF war ja über MW. Dann wechle einschaltquoten haben die? Wenn man mit diesen Format "attraktiven, alternativen Wortangebote" in Deutschland quoten machen könnte, gäbe es auch deutsche Privatsender mit diesem Format und nicht nur im Ausland, gibt es aber nicht, so und dann muß man weiter fragen, warum nicht?, und dann kommt man drauf das dass Medium Radion bei uns einen andern Stellenwert hat. Sie nutzen es zur Berieselung, in andern Ländern ist das nicht so. Es gibt ein Land, ich weiß aktuell nicht wechles da spielt das Medium Radio überhaupt keine Rolle sondern das Fernsehen. Da laufen überall TV-Geräte satt Radios, sogar an jeden Arbeitsplatz, wäre in Deutschland auch undenkbar.

Auch im Falle vom RTL bin ich überzeugt das auch ohne Reformen die MW Hörer zu Jahr zu Jahr zurückgegagen wären bzw. die Hörerer bessere Tonquellen wie Sat, Kabel und später Internet bezorzugt hätten. Reformen kommen ja nicht von ungefähr, wenn ein Programm gut lauft, es gute Quoten schreibt und somit gute Werbeeinnahmen bringt, dann brauch ich nicht renovieren.
 
#69
Ich bezog meine Aussage auf die zuletztverblieben MW Sender in Deutschland und da hatte keiner eine Tangesreichweite von über 300KM mit normalen Radios. Zumal das auch nicht viel ist. Daher nochmal warum nicht Lang- oder Kurzwelle, da hätte man bessere Reichweite.
Die Mittelwellen mit niedriger Frequenz kamen doch recht weit. Ich kann mich erinnern, dass DLF 549 KHz aus dem nördlichen Ruhrgebiet mit seinen vergleichsweise geringen 100 KW an der dänischen Nordseeküste Ortssender war (aber nur an der Küste, wenn man etwas ins Land reinfuhr, nicht mehr). Ebenso Langenberg 720 KHz.

Thema "attraktiven, alternativen Wortangeboten". Gibt diese auf UKW oder DAB+?. Kann man Bayern 2, die DLFs co als attraktiven, alternativen Wortangebote gelten laßen?
Durchaus ja, nur mit dem Unterschied, dass diese hier nicht den Zulauf haben wie z.B. France Inter, RTL oder Europe 1 in Frankreich. Wobei der DLF ja mittlerweile durchaus auch auf Reichweiten im Millionen-Bereich kommt, und sich bei der Mittelwellen-Abschaltung nicht wenige beschwert haben.

DLF war ja über MW. Dann wechle einschaltquoten haben die?
2015 kam der DLF tagsüber auf 1,65 Millionen Hörer.

Wenn man mit diesen Format "attraktiven, alternativen Wortangebote" in Deutschland quoten machen könnte, gäbe es auch deutsche Privatsender mit diesem Format und nicht nur im Ausland, gibt es aber nicht, so und dann muß man weiter fragen, warum nicht?
So ein Programm wie der DLF kostet Geld. Guck' Dir mal das Funkhaus an, die verschiedenen Abteilungen die es dort gibt, die Menschen die dort arbeiten. Imposant! Da geht es ja nicht nur um Moderation vor dem Mikro und Musik einspielen. Da wird richtig Recherche-Arbeit betrieben, da werden Zeitungen gelesen, Bücher, Manuskripte geschrieben, die hinterher vorgetragen werden. Sowas kann ein Privatsender einfach nicht leisten. Ich glaube auch nicht, dass RTL und Europe 1 in Frankreich so eine große Organisation sind wie es der DLF ist.

Wenn man Privatfunk betreiben möchte, hat man ja am Beispiel RadioRopa Info gesehen, die ehrgeizige Pläne hatten - muss man auf das Geld achten. Und darf keine großen Ausgaben haben. Dann kann man auch keine Qualität liefern. Finanziell rechnet sich das nicht.

und dann kommt man drauf das dass Medium Radion bei uns einen andern Stellenwert hat. Sie nutzen es zur Berieselung, in andern Ländern ist das nicht so. Es gibt ein Land, ich weiß aktuell nicht wechles da spielt das Medium Radio überhaupt keine Rolle sondern das Fernsehen. Da laufen überall TV-Geräte satt Radios, sogar an jeden Arbeitsplatz, wäre in Deutschland auch undenkbar.
Das wäre mal interessant, welches Land das denn ist.

Auch im Falle vom RTL bin ich überzeugt das auch ohne Reformen die MW Hörer zu Jahr zu Jahr zurückgegagen wären bzw. die Hörerer bessere Tonquellen wie Sat, Kabel und später Internet bezorzugt hätten. Reformen kommen ja nicht von ungefähr, wenn ein Programm gut lauft, es gute Quoten schreibt und somit gute Werbeeinnahmen bringt, dann brauch ich nicht renovieren.
Die Anzahl der 1440 KHz Hörer wären bestimmt zurückgegangen, da es heute neue Verbreitungswege gibt, die es damals nicht gab. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass der "Dudelfunk", so wie wir ihn heute kennen, dem aufkommenden Privatradio in den 80er und vor allem denn dann folgenden 90 Jahren zu verschulden ist. Man musste halt "Geld verdienen", und darunter leidet alles.

Wenn es das Programm "Radio Luxemburg", so wie es es damals gegeben hat, mit Persönlichkeiten hinter dem Mikrofon, mit einer Musikauswahl die nicht unbedingt einem Format entsprechen muss, nicht an die Wand gefahren worden wäre und weiterhin existieren würde, hätte das Radio heute vielleicht einen anderen Stellenwert. Da aber mittlerweile im Radio (bezogen auf die Dudelsender) alles gleichgezogen ist, gibt es hier kein Alleinstellungsmerkmal mehr.
 
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Radio Pumuckl

Gesperrter Benutzer
#70
Vielleicht muss ich mal kurz skizzieren, wie ich mir ein RTL-Programm, das zu 2/3 aus Wort besteht, vorstellen könnte:

05:30 Berichte und Interviews zum Tagesgeschehen
08:30 RTL Spielshow
09:30 Hörer kommentieren und diskutieren das Tagesgeschehen sowie sprechen über sonstige sie aufreibende Themen
11:30 Berichte und Interviews zum Tagesgeschehen
12:00 RTL 12 Uhr mittags - Das Highlight / die Spielshow aus der Zeit 1975-1981 (Live-Übertragung aus deutschen Städten / modernisiert)
14:00 Service-Magazin - Beiträge aus den Bereichen Gesundheit, Geld, Recht, Hobbies, Auto
16:00 RTL Spielshow
17:00 Berichte und Interviews zum Tagesgeschehen
19:00 Kabarettisten lästern über das Tagesgeschehen ab
20:00 Persönliche Show: Verkupplungen, intime Themen (mit Hörerbeteiligung)
22:00 Berichte und Interviews zum Tagesgeschehen
23:00-05:30 Das Beste aus dem Tagesprogramm

Musikalisch würde ich auf eine breite Auswahl von Titeln, die zwischen 1960 und 2000 veröffentlicht wurden, setzen. Entsprechend dem Anteil (1/3) am Gesamtprogramm könnten pro Stunde fünf bis sechs Tracks laufen. Neben Musik aus den USA und Grossbritannien würde ich zu 20% Titel aus dem sonstigen Europa sowie Südamerika spielen, also Tracks aus Italien, Frankreich und dem lateinamerikanischen Raum.
 
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#73
Die Mittelwellen mit niedriger Frequenz kamen doch recht weit. Ich kann mich erinnern, dass DLF 549 KHz aus dem nördlichen Ruhrgebiet mit seinen vergleichsweise geringen 100 KW an der dänischen Nordseeküste Ortssender war (aber nur an der Küste, wenn man etwas ins Land reinfuhr, nicht mehr). Ebenso Langenberg 720 KHz.
Dauerhaft Tagsüber zu jeder Jahreszeit? Ich hab da andere Erfahrungen gemacht und bin der Meinung das für solche Entferungen Kurz- und Langwelle besser geeignet sind.

Das wäre mal interessant, welches Land das denn ist. .
Ich habs gegoogelt, Mexiko ist es. In der drei-Milionen-Metropole soll es 1998 nur drei Radiosender gegeben haben. Ob das heute noch so ist weiß ich nicht. Die wurden täglich auch am Wochenende jeweils von Mitternacht bis sechs Uhr früh abgschalten und dann war das UKW Band leer. Im TV dagegen 24-Stunden Vollprogramm. Zitate: "statt wie bei uns das Radio, haben viele Mexikaner an ihrem Arbeitsplatz einen portablen Fernseher im Hintergrund laufen" "Ähnlich wie bei uns das Radio allgegenwärtig vor allem am Arbeitsplatz dudelt, ist es in Mexiko das Fernsehgerät. In jedem Restaurat (auch gehobene Klasse), an jeder Wechselstube, in Shops usw. flimmert mindestens ein portabler s/w-TV, den man bei uns bei Marktkauf für 19,90 € bekommt. Selbst in so manchen Taxen während der Fahrt"
Dann noch ein Zitat von "Du Mont: "Richtig reisen" - Mexiko", Originalauflage, 1988 : "Fernsehen
Die Lieblingsbeschäftigung der Mexikaner ! Es gibt vier unterschiedliche Programme (alle in spanischer Sprache) auf den Kanälen 2,4, 5 und 9; das letzte ist ein ausgesprochen kulturelles Programm. Darüber hinaus gibt es acht Kabelprogramme, darunter die US-Sender CBS und ABC; gesendet wird rund um die Uhr."
 
#75
Vorweg: Ich habe als Kind das deutsche Programm von Radio Luxemburg und mein Telefunken-Kofferradio mit der grünen Luxemburg-Taste geliebt. Aber heute so zu tun, als ob anno 1990 irgendwelche Pappnasen in Luxemburg am Ruder saßen, die den Laden fahrlässig in den Ruin getrieben haben, ist doch Blödsinn. Der WDR hatte zwischenzeitlich Werbung eingeführt und am Programmangebot kräftig herumgeschraubt. Da wurde die Luft für RTL immer dünner, weil man ziemlich kostenintensiv produzierte und die werberelevanten Reichweiten einbrachen. Und, um zum Thema zurückzukommen, klanglich fiel RTL mit seiner fröhlichen Mittelwelle im Vergleich zum UKW-Funk sowieso ab. Von der nervig ständig fadenden Kurzwelle will ich erst gar nicht anfangen. Wie soll also bitteschön etwas, was 1990 schon nicht mehr funktionierte, heutzutage genug Hörer und Werbegelder an sich binden? Das ist doch so, als ob man Grammophon-Platten bei Media Markt platzieren wollte.
 
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