DK: Landesweites DAB-Talkradio ohne Hörer (in Zahlen: null)


#1
Ungeachtet Corona hat Dänemark seit kurzem ein eigenes Jugendkulturradio mit überwiegend Nachrichten, Gesprächen und Satire landesweit auf DAB: L O U D. Das hat offenbar kaum einer mitbekommen, denn die Zahl der Hörer liegt zwei Wochen nach dem Sendestart unterhalb der Messbarkeitsschwelle:
https://politiken.dk/kultur/art7749481/Ingen-gider-lytte-til-Loud
https://www.berlingske.dk/aok/radio...at-det-ikke-kan-maales-vi-har-ingen-planer-om
(zum Vergleich: der niedrigste gemessene Wert sind 9000 Hörer für einen DAB-only Kanal mit nur non-stop Popmusik)

Ziemlich bemerkenswert dass von über 1000 Befragten nicht ein einziger diesen Sender einschaltet.
Zunächst ging man von einem technischen Fehler aus, aber das ist nicht der Fall. Es hört wirklich kaum jemand zu:
https://www.bt.dk/musik/ny-landsdaekkende-radiokanal-med-0-lyttere

Hier eine vernichtende Zusammenfassung vom Start des Senders, auf Deutsch vom Nordschleswiger:
https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-kultur/miese-kritiken-fuer-start-von-radio-loud

L O U D ist kein klassischer öffentlich-rechtlicher Sender, sondern ein Zusammenschluss diverser Kulturorganisationen, der direkt aus dem Staatshaushalt subventioniert wird. Ein ganz ähnliches Konstrukt gibt es bei Radio 4 und TV2, außerdem war das auch bei Radio 247 der Fall.
 
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#2
Dazu wäre es sicher interessant, zu wissen, wie weit DAB-Empfangsgeräte bei der Zielgruppe, also Jugendlichen, überhaupt verbreitet sind. Da dürfte es, in Dänemark wie auch anderswo, eher düster aussehen.
 
#3
Naja es ist ja nicht so dass der Sender keinen Stream ( https://stream.radioloud.dk/loud128#.mp3 ), keine Instagram-Account ( https://www.instagram.com/radio.louddk ) und keine Facebook-Seite ( https://www.facebook.com/radiolouddanmark )hätte oder nicht zusätzlich landesweit im digitalen Kabel ( https://yousee.dk/i_foreningen_og_virksomheden/produkter_og_priser/tv/radiokanaler.aspx ) verbreitet wird.
Offenbar hat es durch die Omnipräsenz von Coronathemen in den Medien einfach nahezu niemand mitbekommen, dass die (trotz Corona!) überhaupt gestartet sind.
 
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#4
Im Facebook-Kanal steht aber schonmal "1.824 Personen haben das abonniert". Und auf Instagram hat er 2475 Abonnenten. So ganz unbekannt sind sie also nicht. Die Kritiken lesen sich trotzdem schauderhaft. Und zwar glücklichrweise eben nicht auf die Weise "nicht kommerziell genug", sondern einerseits genau andersherum und dazu noch deutlich "nicht professionell".
 
#5
So ganz unbekannt sind sie also nicht.
Das ist richtig! Aktuell hat der Sender 3000 Zuhörer (15-50 Jahre) seit der Osterwoche! Auf die Gesamtbevölkerung berechnet sogar 15.000 Hörer!!
Die Zahlen möchte hier fairerweise nicht unterschlagen.
Es hat also wirklich nur etwas gedauert bis sich das herumgesprochen hat.

http://tvm.gallup.dk/tvm/rpm/2020/rpm2016.htm

Man hatte einfach das schwere Los, trotz oder während Corona zu starten.
Die Leute hatten anderes zu tun oder haben es nicht so beachtet.
Nun wird sich zeigen ob man auf diesem Level bleibt, oder Hörer dazukommen.

Ob die Zahlen so realistisch sind ist fraglich, wenn man beide Spalten vergleicht. Demnach wäre die Differenz zB bei P8Jazz so massiv, das 72.000 Hörer dieses Programms zwischen 12 und 15 Jahre alt oder 50+ sein müssten, das wären doppelt soviele wie zwischen 15 und 50 (das Alter der meisten Dänen).

Andererseits ist genau so ein Programm doch auch das was immer vom dt. ARD_Jugendfunk gefordert wird: Hoher Wortanteil, lange Gespräche, eine Verpackung / Jingles auf Minimal-Niveau und unbekannte Musikstücke.
 
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#6
In den Artikeln steht, dass Zahlen gemessen wurden, die für eine Veröffentlichung aber zu unbeständig/unsicher erschienen. Null Hörer - stimmt also nicht. Und schon kurze Zeit später wurden Hörerzahlen veröffentlicht, wenn auch niedrige. https://politiken.dk/kultur/medier/art7755325/Loud-har-ikke-længere-0-lyttere Naja, ziemlich ambitioniertes Projekt. Angesichts der Zielgruppe sind die Radio-Einschaltquoten auch nur ein Erfolgsindikator von mehreren.
 
#7
Sage mir welches Ergebnis Du haben möchtest und lasse mich die Messmethode wählen...

Gerne wird die theoretische Hörer-Reichweite oder die Zahl derer veröffentlicht, welche technisch in der Lage sind die Files zu hören.

Habe selbst in letzter Zeit mehr Radio gehört, vorzugsweise ARD-Sender.

Erschreckend finde ich, dass fast alle die stets gleichen Playlists kopiert haben und sich nur die Reihenfolge ändert, ja viele Moderatoren ihre Playlist mitbringen, täglich und wöchentlich, je nach Dienstplan.

1979 gab es eine Musikliste im Korridor und die Titel von Kollege vorher und 2 Stunden nach mir waren tabu.

Bänder & Platten wurden frei Studio aus dem Archiv geliefert und so war ausgeschlossen, dass Titel gleichzeitig in anderen Studios vorrätig waren und das war gut so (SR1).

Schade, die Vielfalt ist dahin, aus Faulheit werden abgespeicherte Listen wieder und immer wieder runtergeplärrt, sehr häufig blutjunge unerfahrene Plappermäulchen auf den / die Sender gelassen und das alles auf 5-6 Hörfunksendern je Bundesland, multipliziert mit 16 Ländern plus private selbsternannte "Hitradios", Hit-Antennen & Co.

Das war im Rundfunkstaatsgebührenvertrag vor 60 Jahren so nicht vorgesehen, damals hieß es ausdrücklich

- Grundversorgung
- frei und unabhängig
- qualitativ hochwertig
- bildend ect.

Was wurde daraus??

Gleichschaltung mit idetischem Gedudel, gleiches Geplapper, dem aktuellen Mainstream brav folgend auf Karriere hoffend anderen seine Meinung verkünden?

Ich hoffe, dass ich Carola bald hinter mir habe, bevor mein Blutdruck noch explodiert...!

Corona 2.jpg
 
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