Elgato Stream Deck: Cartwall der gehobenen Klasse - oder Chinaspielzeug?


#1
Da surft man durchs Netz, sieht zu, dass man möglichst wenig von diesen Cookies abbekommt, und doch ist manchmal die Überraschung groß. So auch, als mir ein bekannter Internetversandhandel das folgende Produkt vorschlug:

https://www.amazon.de/dp/B06W2KLM3S/_encoding=UTF8?coliid=I2LMIU6OYLGEK5&colid=1LJK6D4NTGBHP&th=1

Neugierig erkundete ich die Funktionen und was man alles damit anstellen könnte.
Ich las viel von Video-Streaming, Youtubing, Twitch und dergleichen. Interessiert mich nicht.
Aber folgendes ging dann doch nicht spurlos an mir vorüber:
Zitat von Produktbeschreibung:
15 LCD-Buttons zum [...] Starten von Medien, Anpassen von Audio, [...] Vollständig anpassbar: Personalisieren Sie die Buttons mit eigenen Icons oder wählen Sie eines aus hunderten Icons aus
Das klingt für mich nach einer hervorragenden Cartwall Lösung. Frei belegbare Tasten mit LCD und benutzerdefinierten Icons. Hardwaretasten wohlgemerkt! Tasten die einen Befehl an den PC senden.
Ist das die günstige Alternative zum Touchscreen (iPad, o.Ä.) mit z.B. Motionmixes, etc.?
Wenn das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, sollte das schon aufgrund des Preises jede Kassentastatur-Bastel-Lösung ablösen können.
Kennt jemand dieses Gerät, oder hat sogar schon damit gearbeitet?
Ich muss zugeben, mich juckt es in den Fingern.

Hier noch der Link zum Hersteller:
https://www.elgato.com/de/gaming/stream-deck
 
#2
Also, Kassentastatur-Bastellösungen sind ja auch ein wenig "2017". ;)

Das Ding, welches du hier vorstellst, ist mir bislang noch nicht begegnet; mit aller Vorsicht würde ich aber sagen, dass es ziemlich genau das können dürfte, was du von ihm möchtest.
Sollten die abzuspielenden Carts übrigens tatsächlich "in dem Gerät abgelegt werden" bliebe noch die Frage nach dem physischen Ausspielweg, also letztlich die Verbindung zum Mischpult. Denkbar, dass da nur USB geht (ich habe jetzt die Produktbeschreibung danach ohne Erfolg durchsucht), was dann für dich Umwege oder wieder basteln bedeuten könnte - je nach Set-Up.

Aus eigener Erfahrung würde ich persönlich grundsätzlich eine solche/ähnliche Lösung einem Touchscreen/-pad vorziehen, einfach, weil das für meine unsensiblen Wurstfinger geeigneter und daher für mich im Fahrbetrieb angenehmer ist. Mögen Andere aber anders sehen, und wenn Geld keine große Rolle spielt, ist Motionmixes nebenbei gesagt ein geniales System.

Übrigens: Das, was dein Wunderwürfel so drauf hat, haben letztlich andere in etwas weniger hübscher Verpackung im Prinzip schon lange drauf - der Kollege hier zum Beispiel ist neu nochmal 100 EUR günstiger und dient letztlich dem selben Zweck, auch wenn er nur eine Fernsteuerung für deine Ausspielsoftware darstellt:
https://www.thomann.de/de/korg_nano...MI1bKrl5Hb2AIVSF8ZCh0NCARbEAQYASABEgKSYfD_BwE
 
Zuletzt bearbeitet:
#3
Ich habe das Elgato Streamdeck und für den Preis ist es wirklich ein interessantes Gerät. Ein paar Dinge gibt es zu beachten:

Wenn man nicht die eigentlich für das Gerät gedachten Streaming-Programme (OBS oder Twitch und ähnliche) benutzt, ist die Integration des Gerätes mit der dann eigesetzten Software sehr eingeschränkt.

Mit den dafür vorgesehenen Programmen kannst Du auf den Tasten eine optische Rückmeldung aus der Software enthalten. Wenn z.B. eine neue Message bei Twitch hereinkommt, blinkt z.B. ein entsprechned Symbol auf deiner Taste.

Das gibt es im Modus, wo das Streamdeck "nur" einen Tastendruck simuliert, nicht. Was aber geht, ist, dass jede Taste mit ihrem eigenen Symbol belegt werden kann, da gibt es dann jeweils die beiden Zustände (gedrückt und nicht gedrückt). So kannst Du für jeden Jingle ein entsprechndes Symbol hinterlegen und auch mehere "Seiten" anlegen, zwischen denen umgeschaltet werden kann.

Damit gehen leider nicht so Sachen wie "lass die Taste blinken, wenn der Jingle nur noch 3 Sekunden läuft..."

Es gibt in der Open Source Community eine Programmiermöglichkeit für das Streamdeck - > https://github.com/Lange/node-elgato-stream-deck
Das funktioniert in Node.JS und damit geht dann eine ganze Menge.
Wenn Deine Cartwall es zulässt, Events von der Software an Scripte weiterzugeben, kannst Du die Tasten auf dem Streamdeck dann auch dynamisch mit Inhalten versorgen.
Etwas fertiges von z.B. MIDI -> Streamdeck gibt es aber noch nicht.

Ach ja, ansonsten ist das Gerät für den Preis recht wertig, die Tasten haben einen klaren Druckpunkt, obwohl hier eigentlich nur mit einem Trick gearbeitet wird.
Unter den Tasten ist nur ein gesamter Screen, also hat nicht jede Taste ihr eigenens Display, sondern liegt nur transparent über dem Bildschirm.

Wie gesagt, für das Geld und wenn man sich etwas in die Programmierung mit Node.JS hininfuchst, geht da eine ganze Menge.
 
#4
Also, Kassentastatur-Bastellösungen sind ja auch ein wenig "2017". ;)
Pfff.... da Du schon auf das Korg nanoPAD 2 verwiesen hast: Findest Du größere Lösungen wie z.B. etwas aus der Familie der Novation Launchpads etwas mehr "2018"? ;) :p :cool:

P.S. Kassentastaturen lassen sich beschriften; die Pads sind da eher ein wenig unflexibel, habe ich mir sagen lassen (sieht man mal von P-Touch transparent Labels ab).
 
#5
Wenn das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, sollte das schon aufgrund des Preises jede Kassentastatur-Bastel-Lösung ablösen können.
Wenn ich mir das Posting von Stefan durchlese, frage ich mich was an einer Kassentastatur gebastelt ist. Das einzige, was daran "gebastelt" ist, sind die Beschriftungseinleger. Alles andere ist doch grundsolide:
- transparente Integration in (jedes) Betriebsssystem
- erprobe Programmiersoftware
- mechanisch wirklich für "unendlich" viele Betätigungen ausgelegt
- bewährte Technologie
Aber wenn ich (in anderen Zusamenhängen) höre, dass man für die Umsetzung von einem Taster auf ein Relais einen Arduino braucht (keine Logikfunktion - einfach 1:1 durchreichen...), scheint es auch ganz normal zu sein, dass man für eine (statische) Beschriftung lieber ein Display unter eine Tastatur baut statt zu Papier und Schere zu greifen.

Ach übrigens - bei manchen dieser Midi-Pads sind die Funktionen ohne die speziell dazu gehörende Software auch sehr eingeschränkt. Beim Novation LaunchControl lassen sich über den neutralen Midi-Zugang nicht mal die LED-Farben ansteuern... Sicher, da gibt es in einem Forum ein Programmschnipsel für eine Linux-Implementierung, mit der es schon mal jemand hingekriegt haben soll...
 
#6
Pfff.... da Du schon auf das Korg nanoPAD 2 verwiesen hast: Findest Du größere Lösungen wie z.B. etwas aus der Familie der Novation Launchpads etwas mehr "2018"? ;) :p :cool:
Definitiv. ;)

Wenn ich mir das Posting von Stefan durchlese, frage ich mich was an einer Kassentastatur gebastelt ist. Das einzige, was daran "gebastelt" ist, sind die Beschriftungseinleger. Alles andere ist doch grundsolide:
- transparente Integration in (jedes) Betriebsssystem
[...]
Ich bin da kein Experte, habe aber häufiger von Schwierigkeiten der Integration unter "neueren" Betriebssystemen jünger als Windows Vista gelesen, womit wir dann schnell wieder hier wären:
Sicher, da gibt es in einem Forum ein Programmschnipsel für eine Linux-Implementierung, mit der es schon mal jemand hingekriegt haben soll...
Aber jeder wie er mag. Für mich scheitert es schon an der Schere - viel zu gefährlich für mich. :)
 
#7
zu killed_by_video:
In der Tat - ältere Kassentastaturen, die über PS2 angeschlossen (und damit auch darüber programmiert werden) lassen sich nur an nativen PS2-Anschlüssen programmieren. Nutzen lassen sie sich auch an USB-PS2 Adaptern.
Was ich an neuen "Kassentastaturen" kenne hat alles USB und wird i.d.R. auch mit Programmiersoftware für aktuelle OS geliefert. z.B. Preh Programmer unterstützt Windows 7 "und höher". Das mit der Schere ist allerdings wirklich ein starkes Argument für "Software statt Hardware".
 
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