England: DAB verkauft sich besser als analog


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#1
Hierzulande lächelt man über DAB, einzelne Programmanbieter springen von einem scheint's sinkenden Schiff und man fragt sich, wer überhaupt einen Empfänger besitzt?

Anders in England, da geht's bei 75 Euro los. Im Januar haben die Verkaufszahlen für DAB-Empfänger erstmals die für analoge Geräte überflügelt, teilt die Firma Dixons mit. Hier der Artikel aus dem heutigen Independent:
http://news.independent.co.uk/media/story.jsp?story=615443
 

Tom2000

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#2
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

"...The principal reason people say they're getting so much more enjoyment is because of the choice of radio stations..."
Hier wird ja ständig behauptet, ein Mehr an Programmen würde von den Menschen nicht gewollt. In UK passiert gerade genau das Gegenteil. Ich bin mir sicher, auch in Deutschland gibt es genug Menschen, die alternative Programme begrüssen würden. Man müsste es nur endlich mal erforschen.
 
#4
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

Man kann zumindest in einigen Bundesländer sagen, dass die Programmvielfalt da ist - Sachsen mit Sunshine Live, L-Band Halle und MD Novaradio, das sind immerhin schonmal richtige Schritte. Nur leider net in ganz Deutschland.
 
#5
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

Irgendjemand sprach vor einiger zeit mal davon dass Deutschland zum "alten Europa" gehört. Okay, der Vergleich hinkt etwas, dieses Zitat war aber das erste was mir beim Lesen der Überschrift einfiel. Ich kann mir schon sehr gut vorstellen dass viele "etablierte" Sender DAB versuchen klein zu halten. Was wäre denn wenn plötzlich Anbieter wie SSL, Jam FM oder lokale Kabel- bzw Internetprojekte (also Sender die mehr als 300 Titel auf ihrer Festplatte haben) flächendeckend über DAB zu empfangen wären? Oder Sender bei denen die Macher wissen dass es in den 80ern noch viele Songs neben "Everybody Wants To Rule The World" gab und diese in ihrem Programm haben? Die "etablierten" Sender kämen ins Schleudern und müssten sich eventuell umorientieren. Das geht doch nicht! Also lieber DAB klein halten und weiter dudelfunken :eek:

P.S.: Über UMTS kann man mobil Sender aus der ganzen Welt hören. Oder steckt hinter der geplanten GVL-Tarifanpassung auch eine Art Dudelfunk-Mafia? Nichts ist unmöglich...
 
#6
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

Zitat von Staumelder:
P.S.: Über UMTS kann man mobil Sender aus der ganzen Welt hören. Oder steckt hinter der geplanten GVL-Tarifanpassung auch eine Art Dudelfunk-Mafia? Nichts ist unmöglich...
Das hab ich mich auch schon mal neulich im Zusammenhang mit DAB gefragt: Wird man nicht (so wie heute in Handys und Ipods UKW) in ein paar Jahren ganz normal unterwegs übers Internet oder UMTS alle Sender der Welt hören können? Eine Art Phonostar draufprogrammiert und fertig. Wozu dann überhaupt noch Frequenzen, ob UKW oder DAB?
 
#7
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

Zitat von Staumelder:
Irgendjemand sprach vor einiger zeit mal davon dass Deutschland zum "alten Europa" gehört.
Man muß es leider so sehen: Dieses Land ist nicht nur auf dem besten Wege in Richtung Mittelmäßigkeit, es ist dort bereits angekommen.

Ob es um Bildung geht, um schnelle Internetanbindung, um Pay- und Digital-TV, um Wege aus der Wirtschaftskrise oder eben um DAB: Deutschland schnarcht vor sich hin.

Es ist nicht nur die Mentalität der Einwohner, es sind auch die Folgen der Mentalität: quälend langsame Gesetzgebung, quälend langsame Umsetzung von Gesetzen, Entscheidungen werden auf die lange Bank geschoben und zu Tode diskutiert um ja einen Konsens zu erreichen.
 
#8
AW: England: DAB verkauft sich besser als analog

@linksdudelts:
Ich würde sagen, dass die Kapazität über UMTS wohl einfach zu begrenzt und das Sendernetz nicht so weit ausgebaut sein wird wie bei UKW/DAB. Deshalb macht es wohl Sinn, ein Nachfolgesystem zu UKW zu finden mit ähnlichen Eigenschaften, oder eben bei UKW zu bleiben. DAB hat einige Mängel, die aber eher medienpolitischer Natur denn systembedingter Natur sind. UMTS dagegen dürfte für ein solches Massenmedium eben eindeutig systembedingte Probleme bekommen. Außerdem dürfte Radio, auch wenn es durch andere Medien mehr und mehr bedroht wird, auch künftig eine eigenständige Rolle spielen. Kein anderes Medium bietet überall verfügbare Musik und Unterhaltung, die man noch dazu passiv konsumieren kann (also ohne was dafür zu tun) und letztendlich auch, ohne zusätzlich zu Rundfunkgebühren etc. noch was dafür zu bezahlen. Radioempfang über UMTS dürfte immer für den Hörer mit weiteren Zusatzkosten verbunden sein. Ich möchte das ehrlich gesagt nicht.
Ich sehe da künftig eher eine Kombination aus einem gewöhnlichen Digitalradio-System (DAB, oder eben was anderes) und UMTS für interaktive Spielereien...
 
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