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Karel Gott gestorben


#1
Karel Gott ist tot. Viele Jahre hat er sich quälen müssen. Den Kampf gegen den Blutkrebs hat er verloren.

Ich weiß gar nicht was mich mehr erschüttert, sein Tod, oder die Tatsache, dass der Verlust einer der größten Stimmen unserer Zeit hier nicht einmal eine Silbe Wert ist, zu erwähnen???

Er war ein großartiger Sänger und ein hervorragender Unterhaltungskünstler :( der
leider schon zu Lebzeiten viel zu oft auf die Biene Maja Melodie reduziert wurde.
 
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#4
Ich weiß gar nicht was mich mehr erschüttert, sein Tod, oder die Tatsache, dass der Verlust einer der größten Stimmen unserer Zeit hier nicht einmal eine Silbe Wert ist, zu erwähnen???
Das hat mich im Laufe des Tages auch gewundert. Ich kam aus Italien und habe in Österreich erst um 13 Uhr in den Nachrichten auf Schwarzwaldradio davon gehört. Zu diesem Zeitpunkt waren die Meldungen zum Thema in einigen Medien gerade mal drei Stunden alt.

Also, ich bin nun wirklich der Letzte, der einen Nachruf auf Karel Gott verfassen könnte. Ich habe daher mehr auf die mehr "schlageraffinen" Forenuser gesetzt. Ich kann aber bitte nix dafür, wenn die erst nach 15 Uhr "aufstehen" und nach 10 Kaffeetassen hier erst um 19:36 Uhr ein Posting hinkriegen.

BTW: Schwarzwaldradio hat um 10:42 Uhr mit dem Titel "Babicka" reagiert. Da war sicher Schminke on air. Keine Ahnung. Jeder andere Moderator hätte nämlich - fast jede Wette - "Biene Maja" aufgelegt.
 
#5
Ich frage mich auch, was hier los ist. Hier müssten doch Huldigungen über Huldigungen stehen. Immer nur mecker mecker mecker, dass die "einzig wahre Musik" im Radio nicht mehr stattfindet, aber wenn dann ihr König (nach Roy Black) gestorben ist: Tote Hose! Wo sind denn die ganzen Hardcore-Schlagerfreaks? In meinem Facebook und Twitter war die Hölle los, aber hier? Nix.

Wie es meine Art ist, erinnere ich auch hier an die kleinen Hits:

 
#8
Auf SWR2 Kultur wurde Karel Gott ein längerer Nachruf gewidmet - das ist echte Adelung für einen "Schlagerstar", der eben viel mehr konnte, als "nur" Schlager.
Kein SWR4 in Stuttgart und Mainz? Doch.
BW spielte ihn in der 10-, 13-, 15- und abends in der gemeinsamen 19-, 20- und 22-Uhr-Stunde.
RP in der 10-, 11-, 12-, 2x in der 14-, 2x in der 15-, 16- und abends in der gemeinsamen 19-, 20- und 22-Uhr Stunde.
 
#10
Nun ja, wie das halt so ist mit den Schubladen in Deutschland... Karel Gott konnte viel mehr als Schlager. Wenn man mal Youtube bemüht, finden sich unter anderem zahlreiche tschechische Adaptionen internationaler Hits, die zu großen Teilen gar nicht mal schlecht sind.
Im Mai erschien ein Duett mit seiner jüngsten Tochter, welches, wenn es auch in deutsch erschienen wäre, durchaus Potential gehabt hätte, denn mit Schlagermusik hat der Song herzlich wenig zu tun. Trotz seiner 80 Jahre und natürlich auch vom Krebs gezeichnet, war der Mann musikalisch auf der Höhe der Zeit.


Übrigens, falls sich jemand an das Duett mit Bushido erinnern sollte, bei dem man Alphavilles "Forever young" verhunzte, das gabs natürlich auch als tschechische Version mit einem dortigen Rapper. Selbst das dazugehörige Musikvideo hat erhebliche Ähnlichkeiten zu der Version mit Bushido. Ein Schelm wer da böses bei denkt...


Und was die Biene Maja angeht, gibts natürlich nur eine wirklich wahre Version, nämlich das Duett mit Norbert Dickel "Schwarz-Gelb wie Biene Maja" für den BVB. ;)

Möge er in Frieden ruhen!
 
#12
@Mannis Fan:
Keine Ahnung, ob er wirklich ein "Rocker" war. Klar gibt's verschiedene Sachen, die er gerade am Anfang seiner Karriere ausprobieren sollte, wollte oder mußte, da fielen halt auch mit der tschechischen Version von "Be-Bop-A-Lula" oder ähnlichen Sachen ein paar rockige Exoten ab, die aber von Musical-, Soul-, Jazz- oder halt Pop-Titeln flankiert werden. Daß er relativ wenig Berührungsängste kannte und sich sowohl im Bereich der volkstümlichen Musik auch schon mal in den 70ern in etwas progressivere Bereiche des Schlagers vorgewagt hat, ist klar. Gerade deshalb fand ich es auch ein wenig schade, wie die spätere Entwicklung von ihm verlief und daß man wahrscheinlich vonseiten der Plattenfirmen so wenig Risikobereitschaft zeigte. Ich glaube, er hätte mehr drauf gehabt als das Runtersingen von 08/15-Schlagern zur Synthi-Lala mit gelegentlichen Ausflügen in andere Genres. Ich sollte mich vielleicht wirklich mal mit seinem tschechischen Katalog auseinandersetzen. Hatte ich mir ohnehin schon beim bedauernswerten Tod von Karel Svoboda vorgenommen. Was auch schon wieder einige Jahre her ist. Die Zeit fliegt.

Gruß
Skywise
 
#16
Ich bin mit seiner Musik aufgewachsen. So richtig glauben kann ich es immer noch nicht. Als Kind fing es an mit den Platten "Live '85" und "Du bist da für mich". Auf letztgenannter war auch Babicka drauf. Später kamen viele deutsche und tschechische Platten dazu. "All shook Up" hab ich zum ersten Mal von ihm gehört...
 
#17
Ich hätte jedenfalls Lady Carneval genommen, vorzugsweise im Original, das ich vor ein paar Jahren mal bei Frekvence1 gehört habe. Hier ein schöner Zusammenschnitt von Hits in seiner Muttersprache:
 
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#18
Gibt eine Menge Songs, mit denen Karel uns beglückt hat: "Wenn ich dich nicht hätte", "Du bist da für mich". MAn braucht sich nur eine Best-of von ihm anhören und schon denkt man: "Ach ja, das kenne ich ja auch von ihm" - so wie ich vorhin bei Saturn. Genial auch sein Cover von "No more Boleros."
 
#21
Meine Erinnerung an ihn: Ein Auftritt in Ilja Richters Disco mit dem weniger bekannten "Es wird schon weitergeh´n" aus dem Jahr 1973. Übrigens nicht verwandt mit dem Cordalis - Song gleichen Namens von 1972. Der Song beginnt bei 2:40, davor einer der damals so typischen Bühnengags, die heute - sorry - gar nicht mehr gingen und dem guten Ilja wahrscheinlich heute peinlich sind...;)
 
#22
Karel Gott war kein reiner Schlagersänger, er war viel mehr als das. Wie vielfältig sein textliches und stimmliches Repertoire ist davon kann man sich überzeugen wenn man Videos aus dem tschechischen oder slowakischen TV auf Youtube schaut oder seine Live-Auftritte. Er war ein echter Weltstar mit klassischer Opern-Ausbildung und dazu menschlich überaus geschätzt durch seine Bescheidenheit und Höflichkeit. Der Mann hat nie die Bodenhaftung verloren.

Was ich besonders an ihm schätze, ist, dass er über die Jahrzehnte gereift ist und sich permanent weiterentwickelt hat. Viele aus dieser Ära können leider in den letzten 20-30 Jahren kaum noch nennenswerte Erfolge verbuchen. Karel Gott hat seinen Stil mehrmals neu geprägt und großartige Erfolge feiern können. Das Cross-over-Duett mit Bushido wurde ja schon genannt.

Dass man ihn nach seinem Tod jetzt so darstellt als wäre er ein osteuropäischer Rex Gildo, Tony Marshall, Roberto Blanco oder Chris Roberts gewesen und ihn mit eher eindimensionalen Schlagerbarden wie Bata Illic oder Ibo in einen Topf wirft (nichts gegen deren Stimmungshits, aber das ist eine andere Liga), wird ihm jedenfalls nicht gerrecht.
 
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